Brinkstraße 21 (Blomberg)

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Brinkstraße 21 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeBrinkstraße (Blomberg)
Hausnummer21
Karte
Adressbuch von 1901Nein

Großes Fachwerkhaus, angeblich von 1565, alte Nr. 328, abgebrochen 1972. Von 1709 bis 1844 bestand hier der "Schaumburgische Krug". Ein "Hämelscher Krug", eine "taverne", die Hamelner Bier ausschenken durfte, bestand an dieser Stelle wohl schon seit dem 15. Jahrhundert.

Blomberg, Brinkstraße 21, ehem. "Hämelscher" oder "Schaumburgischer Krug". Zeichnung von Kurt Herold, Detmold, 1952. LLB LZ 2-1952 S11.

Geschichte

In dem großen Haus bestand seit 1709 der "Schaumburgische", der von den Grafen zu Schaumburg-Lippe, die seit 1709 Burg und Amt Blomberg besaßen, privilegiert worden war.[1] 1844 ging der Krugbetrieb einj; 1845 wurde das Haus der Stadt "inkorporiert", zuletzt gehörte das Gebäude als Scheune zum Haus Langer Steinweg 11.[2]

Gebäude

Großer Fachwerkbau, angeblich von 1565, abgebrochen 1972.[3] Das Haus stand traufständig zur Brinkstraße, Fachwerkwände zum Teil massiv erneuert. Ursprünglisch Längsdielenhaus mit Tor am Nordgiebel. Fachwerk aus kräftigen Hölzern, Giebeldreieck verputzt und auf Stichbalken mit Füllhölzern vorkragend. Torbogen stark verwittert, evtl. Inschrift nicht überliefert. Einzelner Ständer links vom Tor mit Kopfband, dahinter vermutlich Dielenständerreihe.

Inschriften

Keine Inschrift überliefert.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Um 1460 ist Adelheid Dene oder Dening als Wirtin nachweisbar, die am Brink, vermutlich am Standort des späteren Kruggebäudes, eine "Taverne" betrieb und den "Junker Bernhard" und seine Gefolgsleute auf der Blomberger Burg mit Bier versorgte. 1462 schickte sie Hamelner Bier "up dat nygehus", auf das Neue Haus der nach der Soester Fehde wiederaufgebauten Burg und am 11. Oktober lieferte sie das Bier direkt auf den Saal und erhielt 17 Schillinge vor 1 tunnen hemelsches bers, de in dem sale drunken wart. Am 3. März 1459 hatte Bernhard VII. und sein Bruder abends die "taferne" besucht und hatten für 6 "Witten" vier Bücklinge verzehrt; am 15. Juni desselben jahres zahlte der Vogt der Wirtin Adelheid Denen eine Mark, weil der Junker auf ein Bier, "to bere in der taverne" weilte.[4]

Literatur

  • Ulrich Meier, Alltag am lippischen Hof. Blomberg im Herbst des Mittelalters, Kapitel 2.2: Die Versorgung des Hofes 1456-1464, Manuskript Bielefeld 2026.
  • Helmuth Riemann, Der Schaumburgische Krug in Blomberg, in: Lippischer Dorfkalender 1952, S. 113-115.
  • Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.
  • Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 224; Helmuth Riemann, Der Schaumburgische Krug in Blomberg, in: Lippischde Kalender 1952, S. 113-115.
  2. Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996, S. 136f.
  3. Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996, S. 136.
  4. LAR 989, 26; s. Ulrich Meier, Alltag am lippischen Hof. Blomberg im Herbst des Mittelalters, Kapitel 2.2: Die Versorgung des Hofes 1456-1464, Manuskript 2026, S. 36-40.

Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 01.09.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 01.09.2026 von Heinrich Stiewe