Schwalenberg: Unterschied zwischen den Versionen

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Seit der kommunalen Neuordnung ist der ehemalige Flecken, seit 1906 Stadt Schwalenberg ein Ortsteil der Stadt Schieder-Schwalenberg.  
{{Ort info
|Koordinaten=51.8783, 9.19748
}}Seit der kommunalen Neuordnung ist der ehemalige Flecken, seit 1906 Stadt Schwalenberg ein Ortsteil der Stadt [[Schieder-Schwalenberg]].  


==Lage==  
==Lage==  
[[Datei:Schwalenberg_JK2021.jpg|thumb|Schwalenberg vom Grafenblick aus gesehen, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:SCHWA_Kämmerer1925.jpg|thumb|Blick auf Schwalenberg, Robert Kämmerer/Kassel, 1925, LLM Detmold]]


Schwalenberg liegt im Südosten des Kreises Lippe am Südwesthang der Blomberger und Schwalenberger Höhen am Rand des Steinheimer Beckens.
Schwalenberg liegt im Südosten des Kreises Lippe am Südwesthang der Blomberger und Schwalenberger Höhen am Rand des Steinheimer Beckens.
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==Verwaltungszugehörigkeit==
==Verwaltungszugehörigkeit==


Schwalenberg war selbständiger Flecken und wurde zum 1.1.1970 in die neu gebildete Stadt Schieder-Schwalenberg eingemeindet.
Bis 1356 zur Grafschaft Schwalenberg, bis 1808 Samtamt Schwalenberg (Herrschaft bzw. Grafschaft bzw. Fürstentum Lippe und Fürstbistum Paderborn), bis 1918 Fürstentum Lippe.
 
Schwalenberg war selbständiger Flecken, 1906 Stadtrechtsverleihung, zum 1.1.1970 in die neu gebildete Stadt Schieder-Schwalenberg eingemeindet.


==Geschichte==
==Geschichte==
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Ab 1796 wurde der Flecken außerhalb der Umwehrung nach Süden und Osten entlang der Alten und Neuen Torstraße erweitert.
Ab 1796 wurde der Flecken außerhalb der Umwehrung nach Süden und Osten entlang der Alten und Neuen Torstraße erweitert.
24.1.1803 brannten Flecken Schwalenberg 16 Häuser ab, am 21.10.1810 erneut 4 Häuser.<ref>LAV NRW OWL, D 72 Emmighausen, Tagebuch.</ref>


Die Samtherrschaft endete mit der Auflösung des Fürstbistums Paderborn 1803. Die Meierei ging jedoch an das Königreich Westphalen und mit dessen Untergang 1815 infolge der Verhandlungen des Wiener Kongresses an Preußen. 1831 konnte Lippe die Meierei an sich bringen und modernisierte sie unter Aufgabe der alten lippischen Meierei im Ortskern.
Die Samtherrschaft endete mit der Auflösung des Fürstbistums Paderborn 1803. Die Meierei ging jedoch an das Königreich Westphalen und mit dessen Untergang 1815 infolge der Verhandlungen des Wiener Kongresses an Preußen. 1831 konnte Lippe die Meierei an sich bringen und modernisierte sie unter Aufgabe der alten lippischen Meierei im Ortskern.
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[[Datei:SCHWA-Luftbild1973_BA_AL-4-41.png|thumb|Luftbild, Blick von Westen, 1973, Foto: Friedrich W. Pahmeier, LLB:BA AL-4-41]]  
[[Datei:SCHWA-Luftbild1973_BA_AL-4-41.png|thumb|Luftbild, Blick von Westen, 1973, Foto: Friedrich W. Pahmeier, LLB:BA AL-4-41]]  


Der ehem. Flecken Schwalenberg liegt auf einer Terrasse nordwestlich unterhalb der Burg Schwalenberg. Der Siedlungsgrundriss ist dreieckig. Der Zugang erfolgte von Süden durch ein Stadttor, welches im Bereich zwischen dem [[Marktstraße 7 (Schwalenberg)|Rathaus]] und der [[Marktstraße 5 (Schwalenberg)|Städtischen Galerie]] stand. Hinter dem Tor weitet sich die [[Marktstraße (Schwalenberg)|Marktstraße]] trichterförmig zu einem Marktplatz. Ein westlicher Zweig, die [[Brauergildestraße (Schwalenberg)|Brauergildestraße]] führt zur Pfarrkirche am nordwestlichen Ende der Altstadt, nach Osten knickt die Straße [[Klingenberg (Schwalenberg)|Klingenberg]] ab, die in die [[Neue Torstraße (Schwalenberg)|Neue Torstraße]] mündet, kurz nachdem diese vom Markt nach Osten abzweigt. Das Neue Tor führte in die Waldhude, die Hagenpforte vom Klingenberg auf Hudeflächen am Burgberg. Der [[Pfaffenwinkel (Schwalenberg)|Pfaffenwinkel]] mit dem Pfarrhaus und [[Polhof (Schwalenberg)|Polhof]] begrenzen die Altstadt im Norden von West nach Ost.
Der ehem. Flecken Schwalenberg liegt auf einer Terrasse nordwestlich unterhalb der Burg Schwalenberg. Der Siedlungsgrundriss ist dreieckig. Der Zugang erfolgte von Süden durch ein Stadttor, welches im Bereich zwischen dem [[Marktstraße 7 (Schwalenberg)|Rathaus]] und der [[Marktstraße 5 (Schwalenberg)|Städtischen Galerie]] stand. Hinter dem Tor weitet sich die [[Marktstraße (Schwalenberg)|Marktstraße]] trichterförmig zu einem Marktplatz. Ein westlicher Zweig, die [[Brauergildestraße (Schwalenberg)|Brauergildestraße]] führt zur [[Ev.-ref. Kirche (Schwalenberg)|Pfarrkirche]] am nordwestlichen Ende der Altstadt, nach Osten knickt die Straße [[Klingenberg (Schwalenberg)|Klingenberg]] ab, die in die [[Neue Torstraße (Schwalenberg)|Neue Torstraße]] mündet, kurz nachdem diese vom Markt nach Osten abzweigt. Das Neue Tor führte in die Waldhude, die Hagenpforte vom Klingenberg auf Hudeflächen am Burgberg. Der [[Pfaffenwinkel (Schwalenberg)|Pfaffenwinkel]] mit dem Pfarrhaus und [[Polhof (Schwalenberg)|Polhof]] begrenzen die Altstadt im Norden von West nach Ost.


Die Häuser stehen dichtgedrängt meist giebelständig an diesen Straßen.
Die Häuser stehen dichtgedrängt meist giebelständig an diesen Straßen.
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==Hausnummern==
==Hausnummern==


Die 1808 in Schwalenberg vergebenen Hausnummern:<ref>Nach {{EckartSchwalenberg2008}}, S. 66 und 519 f.</ref>
Hausnummern wurden in Schwalenberg erstmals 1808 vergeben. Daher fällt die Zuordnung der Daten aus der Volkszählung 1776 ebenso schwer, wie die Zuordnung aus den älteren Salbüchern. Die 1808 in Schwalenberg vergebenen Hausnummern, mit Nachträgen bis zum Adressbuch 1901:<ref>Nach {{EckartSchwalenberg2008}}, S. 66 und 519 f.</ref>
* 1 Rathaus = [[Marktstraße 7 (Schwalenberg)]]
* 1 Rathaus = [[Marktstraße 7 (Schwalenberg)]]
* 2 = [[Am Gänsekamp 4 (Schwalenberg)]]
* 2 = [[Am Gänsekamp 4 (Schwalenberg)]]
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* 118 = [[Alte Torstraße 18 (Schwalenberg)]] und [[Am Gänsekamp 17 (Schwalenberg)]]
* 118 = [[Alte Torstraße 18 (Schwalenberg)]] und [[Am Gänsekamp 17 (Schwalenberg)]]
* 119 = [[In der Tränke 1 (Schwalenberg)]]
* 119 = [[In der Tränke 1 (Schwalenberg)]]
nach 1828 (Volkszählung) vergeben:
* 120 = [[Neue Torstraße 22 (Schwalenberg)]]
* 120 = [[Neue Torstraße 22 (Schwalenberg)]]
* 121 = [[Neue Torstraße 27 (Schwalenberg)]]
* 121 = [[Neue Torstraße 27 (Schwalenberg)]]
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==Bevölkerung==
==Bevölkerung==


1776 539 Einwohner*innen.
1776 (Volkszählung) 478 Einwohner*innen.
 
1828 (Volkszählung) 1024 Einwohner*innen in 198 Haushaltungen in 149 Häusern.


1855 (Bürgerrolle) 140 Bürger.
1855 (Bürgerrolle) 140 Bürger.
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==Verkehrswege==
==Verkehrswege==


Von Norden wird der Ort von [[Schieder]] über [[Brakelsiek]], von Westen aus [[Steinheim]] über [[Lothe]]. Die Verbindung Richtung Osten nach Polle an der Weser führt über [[Rischenau]] und [[Falkenhagen]]. Zum Stammsitz der Grafen von Schwalenberg, der Oldenburg im Süden, und dem von ihnen gegründeten unterhalb gelegenen Kloster Marienmünster führt kein direkter Weg, was der Topografie geschuldet sein dürfte.
Von Norden wird der Ort von [[Schieder]] über [[Brakelsiek]], von Westen aus [[Steinheim]] über [[Lothe]] erschlossen. Die Verbindung Richtung Osten nach Polle an der Weser führt über [[Rischenau]] und [[Falkenhagen]]. Zum Stammsitz der Grafen von Schwalenberg, der Oldenburg im Süden, und dem von ihnen gegründeten unterhalb gelegenen Kloster Marienmünster führt kein direkter Weg, was der Topografie geschuldet sein dürfte.


==Straßen==
==Straßen==
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==Quellen==
==Quellen==


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LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1449: Volkszählung 1776.
 
LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1452: Volkszählung 1828.
 
LAV NRW OWL, L 108 Schwalenberg / Amt Schwalenberg, Nr. 944: Kaufbriefe und Belege zum Salbuch des Fleckens Schwalenberg (Hypothekenbuchbelege) Nr. 1–168,  o. D.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 612: Anlagen zu den Salbüchern des Amtes Schwalenberg von 1781 und 1860, ca. 1810/1820, 1860, Grundstücke von Bürgern des Fleckens Schwalenberg im Bereich der landesherrlichen Meierei Schwalenberg, mit Kontribution und Erbpachtkanon [Anlage zum Salbuch von 1860].
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 585: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1781, 1781 (1776–1783).
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 586: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1781, ca. 1815–1854.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 587: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1781 (Duplikat mit Nachträgen bis ca. 1815), 1781.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 593: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1854, Bd. 1, 1854–1895, Hausbesitzer Nr. 1–126.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 597: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1854, Bd. 1 (Duplikat), 1854.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 594: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1854, Bd. 2, 1854–1895, Grundbesitzer ohne Hausbesitz und auswärtige Grundbesitzer.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 598: Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1854, Bd. 2 (Duplikat), 1854.
 
LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 592: Namensregister zum Salbuch des Fleckens Schwalenberg von 1854, 1854–1895, numerisches und alphabetisches Register.


==Weblinks==
==Weblinks==
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<references />
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[[Category:Ortsteil]] [[Category:Ortsteil von Schieder-Schwalenberg]] [[Category:Flecken]]
==Autor*innen==
 
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