Rittergutsweg 1 (Hornoldendorf): Unterschied zwischen den Versionen

keine Bearbeitungszusammenfassung
K (Textersetzung - „Kategorie:Hausstätte“ durch „{{Hausstättenkategorien}} “)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(7 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 6: Zeile 6:
|Ortsteil1901=Hornoldendorf
|Ortsteil1901=Hornoldendorf
|Hausnummer1901=-
|Hausnummer1901=-
}}Das Rittergut Hornoldendorf wurde 1610 aus drei Höfen als gräfliche Domäne gegründet und 1614 zum Rittergut.
}}Das Rittergut Hornoldendorf wurde 1610 aus drei Höfen als gräfliche Domäne gegründet und 1614 zum Rittergut. 1920 wurde das bis dahin selbständige Rittergut als Kolonat Nr. 17 in die Gemeinde Hornoldendorf umgemeindet.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 98: Gebäudesteuerrolle, 1890.</ref>


==Lage==
==Lage==


[[Datei:HORNOLD-Rittergut_GEO-Portal NRW.png|thumb|Rittergut Hornoldendorf, Luftbild, Geo-Portal NRW]]
Das Gut liegt im Tal westlich des Dorfes zwischen der ehemaligen Landstraße von [[Heiligenkirchen]] nach [[Fromhausen]] und der Wiembecke. "Die Gebäude gruppieren sich um einen sehr großen, rechteckigen Hof. Der westliche Teil mit dem Herrenhaus bildete ehemals eine Wasserburg. Von der Gräfte ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Westlich vom Herrenhaus ein Park, an dessen Südwest-Ecke eines sehr alte Eiche steht."<ref>Otto Gaul, Landkreis Detmold, unveröff. Typoskript, um 1960 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10093449 Digitalisat].</ref>
Das Gut liegt im Tal westlich des Dorfes zwischen der ehemaligen Landstraße von [[Heiligenkirchen]] nach [[Fromhausen]] und der Wiembecke. "Die Gebäude gruppieren sich um einen sehr großen, rechteckigen Hof. Der westliche Teil mit dem Herrenhaus bildete ehemals eine Wasserburg. Von der Gräfte ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Westlich vom Herrenhaus ein Park, an dessen Südwest-Ecke eines sehr alte Eiche steht."<ref>Otto Gaul, Landkreis Detmold, unveröff. Typoskript, um 1960 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10093449 Digitalisat].</ref>


Zeile 92: Zeile 93:
===Altes Wohnhaus===
===Altes Wohnhaus===


Rittergutsweg 1a und 1b. An der Südwestecke des Ritterguts an der ehemaligen Landstraße nach Heiligenkirchen das ehemalige von Hammerstein’sche Herrenhaus, im Kern wohl 17. Jh. Gebäudegruppe aus dem eigentlichen "Alten Herrenhaus" mit einem rechteckigen Turm an der Südwestecke, wohl um 1746 für den Freiherrn von Hammerstein neu erbaut, nach Osten um 1830/40 erweitert.  
Rittergutsweg 1a und 1b. 1890 in der Gebäudesteuerrolle als "Inspektorhaus und Gärtnerwohnung" bezeichnet. An der Südwestecke des Ritterguts an der ehemaligen Landstraße nach Heiligenkirchen das ehemalige von Hammerstein’sche Herrenhaus, im Kern wohl 17. Jh. Gebäudegruppe aus dem eigentlichen "Alten Herrenhaus" mit einem rechteckigen Turm an der Südwestecke, wohl um 1632 für den Freiherrn von Hammerstein neu erbaut, nach Osten um 1830/40 erweitert.  


Rund 16 x 10 m messender dreigeschossiger Bau mit einem südwestlich anschließenden Treppenturm von rund 5 x 5 m Grundfläche, kein Keller. Geschosshöhen um 2,50 m. Dachwerk Mitte 19. Jh. mit flacher Neigung und Vollwalmen erneuert (zuvor Satteldach). Außenwände im Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, östliche Traufwand aus Fachwerk, Westseite auch im 1. Obergeschoss massiv, dort an der nordwestlichen Gebäudeecke ein zweibahniges, seit dem 19. Jh. vermauertes Fenster mit Mittelpfosten und Sandsteingewände. Das 2. Obergeschoss wie die anderen Obergeschosswände aus Fachwerk, zweifach verriegelt, beidseitig verputzt. Zwei weite Schornsteine aus dem Kernbau von 1746 bis ins Dach hinein erhalten.
Rund 16 x 10 m messender dreigeschossiger Bau mit einem südwestlich anschließenden Treppenturm von rund 5 x 5 m Grundfläche, kein Keller. Geschosshöhen um 2,50 m. Dachwerk Mitte 19. Jh. mit flacher Neigung und Vollwalmen erneuert (zuvor Satteldach). Außenwände im Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, östliche Traufwand aus Fachwerk, Westseite auch im 1. Obergeschoss massiv, dort an der nordwestlichen Gebäudeecke ein zweibahniges, seit dem 19. Jh. vermauertes Fenster mit Mittelpfosten und Sandsteingewände. Das 2. Obergeschoss wie die anderen Obergeschosswände aus Fachwerk, zweifach verriegelt, beidseitig verputzt. Zwei weite Schornsteine aus dem Kernbau von 1746 bis ins Dach hinein erhalten.
Zeile 106: Zeile 107:
Das Gebäude liegt an der Nordseite des Hofs neben dem Herrenhaus. Eingeschossiger Bruchsteinbau mit Sichtmauerwerk in Richtung Süden (zum Hof) und Westen, die beiden anderen Seiten mit Strukturputz, Gebäudeecken aus Werksteinquadern. In der Traufwand zum Hof rechts ein Segmentbogentor, mit Werksteinquadern gerahmt. Nach außen öffnende Torflügel durch ein inneres Schiebetor ersetzt. Daneben weitere Eingangstüren mit Werksteineinfassung und Sprossenoberlicht. Türenblätter horizontal verbrettert. Im westlichen Giebel zur Belichtung der ehemaligen Kutscherwohnung ein Rundfenster im Dachgeschoss und ein rechteckiges Fenster im Erdgeschoss. In der nördlichen Traufwand zwei zweiflüglige Sprossenfenster und eine Fenstertür zum Garten sowie drei Gusseisensprossenfenster Alle Fenster mit Sandstein-Sohlbank und glatt geputzten. In der östlichen Giebelseite eine große Vierfenstergruppe im Erdgeschoss, im Dachgeschoss große Holzklappen mit Oberlichtfenstern in der Mittelachse. Im Inneren mittig ein zweiter großer Raum mit Holzbalkendecke. Halbwalmdach mit roten Hohlziegeln. 2021 in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen.
Das Gebäude liegt an der Nordseite des Hofs neben dem Herrenhaus. Eingeschossiger Bruchsteinbau mit Sichtmauerwerk in Richtung Süden (zum Hof) und Westen, die beiden anderen Seiten mit Strukturputz, Gebäudeecken aus Werksteinquadern. In der Traufwand zum Hof rechts ein Segmentbogentor, mit Werksteinquadern gerahmt. Nach außen öffnende Torflügel durch ein inneres Schiebetor ersetzt. Daneben weitere Eingangstüren mit Werksteineinfassung und Sprossenoberlicht. Türenblätter horizontal verbrettert. Im westlichen Giebel zur Belichtung der ehemaligen Kutscherwohnung ein Rundfenster im Dachgeschoss und ein rechteckiges Fenster im Erdgeschoss. In der nördlichen Traufwand zwei zweiflüglige Sprossenfenster und eine Fenstertür zum Garten sowie drei Gusseisensprossenfenster Alle Fenster mit Sandstein-Sohlbank und glatt geputzten. In der östlichen Giebelseite eine große Vierfenstergruppe im Erdgeschoss, im Dachgeschoss große Holzklappen mit Oberlichtfenstern in der Mittelachse. Im Inneren mittig ein zweiter großer Raum mit Holzbalkendecke. Halbwalmdach mit roten Hohlziegeln. 2021 in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen.


===Schaf-, Kuh- und Pferdestall===  
===Hofmeisterwohnung mit Kuhstall===


Unter Clemens Albert Caesar 1835 erbauter Schafstall, später zum Kuh- und Pferdestall nach Westen verlängert. Begrenzt den Hofraum nach Norden. Westlich wird der Stall durch einen zweigeschossigen Wohnhausanbau für den Hofmeister begrenzt. Hochparterre mit Freitreppe vor dem westlichen Giebel, nach Süden drei Fensterachsen. Über dem östlich anschließenden Kuhstalleingang die Plastik eines Kuhkopfes. Am Ostgiebel (Schafstall) die Initialen A. C. (Albert Caesar).
Siehe [[Rittergutsweg 1c (Hornoldendorf)| Rittergutsweg 1c]]. Unter Clemens Albert Caesar 1835 erbauter Schafstall, später zur Hofmeisterwohnung mit Kuh- und Pferdestall nach Westen verlängert. Begrenzt den Hofraum nach Norden.  


===Scheunen===
===Scheunen===
Zeile 118: Zeile 119:
Ende 19. Jh. unter Ferdinand Wallbrecht östlich vor dem Scheunenflügel erbaut. In der östlichen Längsseite zwei Toreinfahrten mit Stichbögen.
Ende 19. Jh. unter Ferdinand Wallbrecht östlich vor dem Scheunenflügel erbaut. In der östlichen Längsseite zwei Toreinfahrten mit Stichbögen.


===Kutschenremise===
===Alte Gärtnerei, später Maschinenhaus===


[[Datei:DT-Hornoldendf-Gut-Remise DSC 1083.jpg|thumb|Remise südlich vom Herrenhaus, Ansicht von Südosten (Feldseite), 2024, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:DT-Hornoldendf-Gut-Remise DSC 1083.jpg|thumb|"Alte Gärtnerei/Maschinenhaus" südlich vom Herrenhaus, Ansicht von Südosten (Feldseite), 2024, Foto: Joachim Kleinmanns]]


Steht südlich vom Herrenhaus parallel zur ehemaligen Landstraße (Rittergutsweg). Drei niedrige Tore in der Feldseite, zwei Fledermausgauben.  
Steht südlich vom Herrenhaus parallel zur ehemaligen Landstraße (Rittergutsweg). Drei niedrige Tore in der Feldseite, zwei Fledermausgauben. Kern des Gebäudes ist das 1856 erbaute Gewächshaus, Entwurf von Landbaumeister [https://lippelex.de/index.php?title=Brune,_Ferdinand_(1803-1857) Ferdinand Brune]. Massivbau mit Zinkblechdach, 32 x 16 Fuß.<ref>{{KleinmannsLandbaumeister2024}}, S. 221.</ref> Eingeschossiger längs der vorbeiführenden ehem. Landstraße stehender Baukörper. Die Südseite war bis in das Dach vollständig verglast. Von diesem Gebäude sind heute noch Reste erhalten, vor allem an der östlichen Giebelseite die Werksteingewände des alten, nun vermauerten Haupteingangs. Eine Erweiterung als verglastes Gewächshaus ist auf einem Foto der 1920er Jahre zu sehen.<ref>Hubertus Michels, Gutachten zur Ermittlung einer das Bild der Kulturlandschaft prägenden Eigenschaft für das Gebäude Alte Gärtnerei/Maschinenhaus vom Rittergut Hornoldendorf, Detmold 2023, S. 12.</ref> Der Umbau zum "Maschinenhaus" in den 1930er Jahren führte zum heutigen Erscheinungsbild. 2017 Instandsetzung.
 
===Gewächshaus===
 
Im Park des Herrenhauses 1856 erbaut, Entwurf von Landbaumeister [https://lippelex.de/index.php?title=Brune,_Ferdinand_(1803-1857) Ferdinand Brune], abgängig. Massivbau mit Zinkblechdach, 32 x 16 Fuß.<ref>{{KleinmannsLandbaumeister2024}}, S. 221.</ref>


===Eiskeller===
===Eiskeller===
Zeile 149: Zeile 146:


==Eigentümer:innen, Bewohner:innen==
==Eigentümer:innen, Bewohner:innen==
[[Datei:10 DT-Hrnlddrf Rittergut Landsetzer.jpg|thumb|Die Gespannführer des Ritterguts, vorn Verwalter Edmund Landsetzer, um 1920 (Archiv Peter Lohrmann)]]
[[Datei:11 DT-Hrnlddrf Rittergut Bedienstete.jpg|thumb|Bedienstete des Rittergutes, um 1930 (Archiv Peter Lohrmann)]]


Zur Situation vor 1610 siehe den Abschnitt "Geschichte".
Zur Situation vor 1610 siehe den Abschnitt "Geschichte".
Zeile 166: Zeile 167:
1786 durch Erbschaft an Georg Gottlob Maximilian (1754–1783), Sohn von Ludwig und Dorothea von Hammerstein. Georg Gottlob Maximilian schloss 1778 die Ehe mit Amalie Gertrud von Münchhausen aus dem Hause Moringen (1759–1829.
1786 durch Erbschaft an Georg Gottlob Maximilian (1754–1783), Sohn von Ludwig und Dorothea von Hammerstein. Georg Gottlob Maximilian schloss 1778 die Ehe mit Amalie Gertrud von Münchhausen aus dem Hause Moringen (1759–1829.


1804 Verkauf durch die Witwe Amalie Gertrud von Hammerstein an den Amtmann Brakmann aus Bisperode bei Bremen.
1804 Verkauf durch die Witwe Amalie Gertrud von Hammerstein an den Amtmann Brakmann aus Bisperode bei Coppenbrügge, Kreis Hameln-Pyrmont.


um 1830 Verkauf an Clemens Albert Caesar (25.5.1790–25.3.1867 in Detmold), in erster Ehe verheiratet mit einer Rodewald (Sternberg 5.11.1792–24.4.1839), in zweiter mit Alma Caesar (gest. 1916).
um 1830 Verkauf an Clemens Albert Caesar (25.5.1790–25.3.1867 in Detmold), in erster Ehe verheiratet mit einer Rodewald (Sternberg 5.11.1792–24.4.1839), in zweiter mit Alma Caesar (gest. 1916).


1858 Verkauf an Max Troost aus Mülheim an der Ruhr (1819–1863), oo 25.4.1846 Mathilde Boehme (Eupen 16.8.1826–12.10.1885 Detmold).
1858 Verkauf an Max Troost aus Mülheim an der Ruhr (1819–1863), am 25.4.1846 Heirat mit Mathilde Boehme (Eupen 16.8.1826–12.10.1885 Detmold).


Oktober 1872 Verkauf an den Hannoveraner Rentner Ebell für 100.000 Taler.
Oktober 1872 Verkauf an den Hannoveraner Rentner Ebell für 100.000 Taler.


15.2.1873 Verkauf an den Hannoveraner Architekten und Bauunternehmer [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Wallbrecht_(Politiker,_1840) Ferdinand Wallbrecht] (Elze 7.4.1840–1.4.1905 Hannover) für 120.000 Taler.
15.2.1873 Verkauf an den Hannoveraner Architekten und Bauunternehmer [https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Wallbrecht_(Politiker,_1840) Ferdinand Wallbrecht] (Elze 7.4.1840–1.4.1905 Hannover) für 120.000 Taler.
1905 als Erbe an Frl. Frieda Wallbrecht/Hannover (4/15), Dr. Max Wallbrecht/Hannover (7/15) und Ferdinand Wallbrecht, Kaufmann in Lübeck (4/15).<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 98: Gebäudesteuerrolle, 1890.</ref>


1926 (Adressbuch) Eigentümer Dr. iur. Max Wallbrecht; Bewohner Inspektor Friedrich Bußmann, Verwalter Edmund Landsetzer, Hofmeister Heinrich Klöpper, Gärtner August Steinhof; in der Twete die Arbeiter Fritz Lange, Hermann Brinkmann, Walter Perski und – Laventiv.
1926 (Adressbuch) Eigentümer Dr. iur. Max Wallbrecht; Bewohner Inspektor Friedrich Bußmann, Verwalter Edmund Landsetzer, Hofmeister Heinrich Klöpper, Gärtner August Steinhof; in der Twete die Arbeiter Fritz Lange, Hermann Brinkmann, Walter Perski und – Laventiv.
Zeile 201: Zeile 204:


Rittergut Hornoldendorf. Besitzer Landwirt Ernst Oetker, Selbstverlag Detmold 1951 (LLB: 18 L 10019)
Rittergut Hornoldendorf. Besitzer Landwirt Ernst Oetker, Selbstverlag Detmold 1951 (LLB: 18 L 10019)
{{Meier-BökeHornoldendorf1954}}.


{{WendtAmt1965}}.
{{WendtAmt1965}}.
Administrator, Projektmitglied, Bürokraten, Oberflächenadministratoren, Administratoren
13.146

Bearbeitungen