Rittergutsweg 1 (Hornoldendorf): Unterschied zwischen den Versionen
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==Lage== | ==Lage== | ||
Das Gut liegt im Tal westlich des Dorfes zwischen der ehemaligen Landstraße von [[Heiligenkirchen]] nach [[Fromhausen]] und der Wiembecke. "Die Gebäude gruppieren sich um einen sehr großen, rechteckigen Hof. Der westliche Teil mit dem Herrenhaus bildete ehemals eine Wasserburg. Von der Gräfte ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Westlich vom Herrenhaus ein Park, an dessen Südwest-Ecke eines sehr alte Eiche steht."<ref>Otto Gaul, Landkreis Detmold, unveröff. Typoskript, um 1960 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10093449 Digitalisat].</ref> | [[Datei:HORNOLD-Rittergut_GEO-Portal NRW.png|thumb|Rittergut Hornoldendorf, Luftbild, Geo-Portal NRW]] | ||
Das Gut liegt im Tal westlich des Dorfes zwischen der ehemaligen Landstraße von [[Heiligenkirchen]] nach [[Fromhausen]] und der Wiembecke. "Die Gebäude gruppieren sich um einen sehr großen, rechteckigen Hof. Der westliche Teil mit dem Herrenhaus bildete ehemals eine Wasserburg. Von der Gräfte ist nur noch ein kleiner Teil erhalten. Westlich vom Herrenhaus ein Park, an dessen Südwest-Ecke eines sehr alte Eiche steht."<ref>Otto Gaul, Landkreis Detmold, unveröff. Typoskript, um 1960, S. 275 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10093449 Digitalisat].</ref> | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Der Meierhof zu Hornoldendorf war eines der beiden Vorwerke der Villikation [[Heiligenkirchen]]. Urkundlich ist dieses Vorwerk erstmals in der Vita Meinwerci, vor 1036, erwähnt und unter der Bezeichnung "Meyger" um 1390 im ältesten bekannten Landschatzregister für das Amt Falkenberg.<ref>Stöwer 2001, S. 145.</ref> 1497 zahlt "de Megger" mit 3 Gulden den weitaus höchsten Landschatz in Hornoldendorf, gefolgt von Vogel und Steins mit je 5 Mark.<ref>Stöwer 2001, S. 53.</ref> 1507 zahlt "de Meyger" 6 Gulden,<ref>Stöwer 2001, S. 53.</ref> ebenso 1535 und 1545.<ref>Verdenhalven 1971, S. 120.</ref> 1562 ist der Landschatz verdoppelt, 1572 wieder auf den alten Satz reduziert.<ref>Verdenhalven 1971, S. 121.</ref> Hatte Meyer 1573 noch 10 Pferde,<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1421, S. 322.</ref> so wurden er, seine Frau und die 6jährige Tochter 1609 nur noch als arme Kleinkötter erfasst.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1442, S. 92.</ref>. Im Jahr darauf gründete Graf Simon VI. aus dem verarmten und mit Tod des Inhabers abgemeierten Hof eine Domäne (Meierei Hornoldendorf). Der Hof bestand bei Übernahme aus dem Haupthaus bzw. "Vorwerk", einem alten Schoppen, einem Schafstall, einem Backhaus und dem "Neuen Gemach". | Der Meierhof zu Hornoldendorf war eines der beiden Vorwerke der Villikation [[Heiligenkirchen]]. Urkundlich ist dieses Vorwerk erstmals in der Vita Meinwerci, vor 1036, erwähnt und unter der Bezeichnung "Meyger" um 1390 im ältesten bekannten Landschatzregister für das Amt Falkenberg.<ref>Stöwer 2001, S. 145.</ref> 1497 zahlt "de Megger" mit 3 Gulden den weitaus höchsten Landschatz in Hornoldendorf, gefolgt von Vogel und Steins mit je 5 Mark.<ref>Stöwer 2001, S. 53.</ref> 1507 zahlt "de Meyger" 6 Gulden,<ref>Stöwer 2001, S. 53.</ref> ebenso 1535 und 1545.<ref>Verdenhalven 1971, S. 120.</ref> 1562 ist der Landschatz verdoppelt, 1572 wieder auf den alten Satz reduziert.<ref>Verdenhalven 1971, S. 121.</ref> Hatte Meyer 1573 noch 10 Pferde,<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1421, S. 322.</ref> so wurden er, seine Frau und die 6jährige Tochter 1609 nur noch als arme Kleinkötter erfasst.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1442, S. 92.</ref>. Im Jahr darauf gründete Graf Simon VI. aus dem verarmten und mit Tod des Inhabers abgemeierten Hof eine Domäne (Meierei Hornoldendorf). Der Hof bestand bei Übernahme aus dem Haupthaus bzw. "Vorwerk", einem alten Schoppen, einem Schafstall, einem Backhaus und dem "Neuen Gemach". | ||
===Hof | ===Hof Hermeler=== | ||
Unter dem Namen "Tonnies Hermeling" wird diese Stätte 1590 erstmals aktenkundig. Er zahlt 2 Gulden.<ref>Stöwer 1964, S. 9.</ref> Bei der Viehzählung 1604 wird "Hermelers Leibzüchter" mit 1 Kuh erwähnt.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1421, S. 95.</ref> 1600 zog Graf Simon VI. den verarmten, von ihm meierstättisch vergebenen Hof ein. Bei der Volkszählung 1609 wurde Tonies Hermelinck als armer Kleinkötter erfasst, mit einer Tochter mit 3jährigem Kind im Haus.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1442, S. 92.</ref> Im Jahr darauf wurde der eingezogene Hof Teil der von Graf Simon VI. gegründeten Domäne (Meierei Hornoldendorf). | Unter dem Namen "Tonnies Hermeling" wird diese Stätte 1590 erstmals aktenkundig. Er zahlt 2 Gulden.<ref>Stöwer 1964, S. 9.</ref> Bei der Viehzählung 1604 wird "Hermelers Leibzüchter" mit 1 Kuh erwähnt.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1421, S. 95.</ref> 1600 zog Graf Simon VI. den verarmten, von ihm meierstättisch vergebenen Hof ein. Bei der Volkszählung 1609 wurde Tonies Hermelinck als armer Kleinkötter erfasst, mit einer Tochter mit 3jährigem Kind im Haus.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z Nr. 1442, S. 92.</ref> Im Jahr darauf wurde der eingezogene Hof Teil der von Graf Simon VI. gegründeten Domäne (Meierei Hornoldendorf). | ||
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Das Gebäude liegt an der Nordseite des Hofs neben dem Herrenhaus. Eingeschossiger Bruchsteinbau mit Sichtmauerwerk in Richtung Süden (zum Hof) und Westen, die beiden anderen Seiten mit Strukturputz, Gebäudeecken aus Werksteinquadern. In der Traufwand zum Hof rechts ein Segmentbogentor, mit Werksteinquadern gerahmt. Nach außen öffnende Torflügel durch ein inneres Schiebetor ersetzt. Daneben weitere Eingangstüren mit Werksteineinfassung und Sprossenoberlicht. Türenblätter horizontal verbrettert. Im westlichen Giebel zur Belichtung der ehemaligen Kutscherwohnung ein Rundfenster im Dachgeschoss und ein rechteckiges Fenster im Erdgeschoss. In der nördlichen Traufwand zwei zweiflüglige Sprossenfenster und eine Fenstertür zum Garten sowie drei Gusseisensprossenfenster Alle Fenster mit Sandstein-Sohlbank und glatt geputzten. In der östlichen Giebelseite eine große Vierfenstergruppe im Erdgeschoss, im Dachgeschoss große Holzklappen mit Oberlichtfenstern in der Mittelachse. Im Inneren mittig ein zweiter großer Raum mit Holzbalkendecke. Halbwalmdach mit roten Hohlziegeln. 2021 in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen. | Das Gebäude liegt an der Nordseite des Hofs neben dem Herrenhaus. Eingeschossiger Bruchsteinbau mit Sichtmauerwerk in Richtung Süden (zum Hof) und Westen, die beiden anderen Seiten mit Strukturputz, Gebäudeecken aus Werksteinquadern. In der Traufwand zum Hof rechts ein Segmentbogentor, mit Werksteinquadern gerahmt. Nach außen öffnende Torflügel durch ein inneres Schiebetor ersetzt. Daneben weitere Eingangstüren mit Werksteineinfassung und Sprossenoberlicht. Türenblätter horizontal verbrettert. Im westlichen Giebel zur Belichtung der ehemaligen Kutscherwohnung ein Rundfenster im Dachgeschoss und ein rechteckiges Fenster im Erdgeschoss. In der nördlichen Traufwand zwei zweiflüglige Sprossenfenster und eine Fenstertür zum Garten sowie drei Gusseisensprossenfenster Alle Fenster mit Sandstein-Sohlbank und glatt geputzten. In der östlichen Giebelseite eine große Vierfenstergruppe im Erdgeschoss, im Dachgeschoss große Holzklappen mit Oberlichtfenstern in der Mittelachse. Im Inneren mittig ein zweiter großer Raum mit Holzbalkendecke. Halbwalmdach mit roten Hohlziegeln. 2021 in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen. | ||
=== | ===Hofmeisterwohnung mit Kuhstall=== | ||
Unter Clemens Albert Caesar 1835 erbauter Schafstall, später | Siehe [[Rittergutsweg 1c (Hornoldendorf)| Rittergutsweg 1c]]. Unter Clemens Albert Caesar 1835 erbauter Schafstall, später zur Hofmeisterwohnung mit Kuh- und Pferdestall nach Westen verlängert. Begrenzt den Hofraum nach Norden. | ||
===Scheunen=== | ===Scheunen=== | ||
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==Eigentümer:innen, Bewohner:innen== | ==Eigentümer:innen, Bewohner:innen== | ||
[[Datei:10 DT-Hrnlddrf Rittergut Landsetzer.jpg|thumb|Die Gespannführer des Ritterguts, vorn Verwalter Edmund Landsetzer, um 1920 (Archiv Peter Lohrmann)]] | |||
[[Datei:11 DT-Hrnlddrf Rittergut Bedienstete.jpg|thumb|Bedienstete des Rittergutes, um 1930 (Archiv Peter Lohrmann)]] | |||
Zur Situation vor 1610 siehe den Abschnitt "Geschichte". | Zur Situation vor 1610 siehe den Abschnitt "Geschichte". | ||
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Rittergut Hornoldendorf. Besitzer Landwirt Ernst Oetker, Selbstverlag Detmold 1951 (LLB: 18 L 10019) | Rittergut Hornoldendorf. Besitzer Landwirt Ernst Oetker, Selbstverlag Detmold 1951 (LLB: 18 L 10019) | ||
{{Meier-BökeHornoldendorf1954}}. | |||
{{WendtAmt1965}}. | {{WendtAmt1965}}. | ||