Kirchplatz o.Nr. (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
K Wolfgang Kramer verschob die Seite <a href="/index.php?title=Kirchplatz_x_(Heiden)&redirect=no" title="Kirchplatz x (Heiden)">Kirchplatz x (Heiden)</a> nach Kirchplatz o.Nr. (Heiden), ohne dabei eine Weiterleitung anzulegen |
||
| (Eine dazwischenliegende Version von einem anderen Benutzer wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 10: | Zeile 10: | ||
[[Datei: Kirche Heiden von Süden.jpg | thumb | Kirche Heiden von Süden, Foto Hans-M. Kaup 2017]] | [[Datei: Kirche Heiden von Süden.jpg | thumb | Kirche Heiden von Süden, Foto Hans-M. Kaup 2017]] | ||
Die Kirche in Heiden wurde oberhalb des Oetternbaches auf einem Felssporn aus mergeligem Kalkgestein errichtet. Der Standort | Die Kirche in Heiden wurde oberhalb des Oetternbaches auf einem Felssporn aus mergeligem Kalkgestein errichtet. Der Standort lag nahe einer Furt am Oetternbach. | ||
Schriftliche Quellen zur Gründung der Kirche liegen nicht vor. Eine erste schriftliche Erwähnung der Kirche in Heiden findet sich in einem Verzeichnis des Herforder Stiftes vom Berge aus dem Jahr 1151 unter der Ortsbezeichnung „Hethe“.<ref>{{HülsHeiden1974}} S.114</ref> Der lateinische Name Hethe (später auch Hethis oder Hethem), als „Haus in der Heide“ für den Standort der Kirche nimmt offenbar Bezug auf den ca. 400 m westlich der Kirche damals schon bestehenden Meierhof zu Heiden, der später als Hof Meier Nr. 3 in Heiden bezeichnet wurde. | Schriftliche Quellen zur Gründung der Kirche liegen nicht vor. Eine erste schriftliche Erwähnung der Kirche in Heiden findet sich in einem Verzeichnis des Herforder Stiftes vom Berge aus dem Jahr 1151 unter der Ortsbezeichnung „Hethe“.<ref>{{HülsHeiden1974}} S.114</ref> Der lateinische Name Hethe (später auch Hethis oder Hethem), als „Haus in der Heide“ für den Standort der Kirche nimmt offenbar Bezug auf den ca. 400 m westlich der Kirche damals schon bestehenden Meierhof zu Heiden, der später als Hof Meier Nr. 3 in Heiden bezeichnet wurde. | ||
| Zeile 33: | Zeile 33: | ||
Recht neu ist die These von Dr. Birgit Meineke zu einer deutlich früheren Gründung eines Klosters in Heiden, die von ihr 2021 erstmalig veröffentlicht wurde. Frau Dr. Meineke war in Münster für viele Jahre mit der Erforschung von Ortsnamen in Westfalen und Lippe befasst. Folgt man ihrer These, und Vieles spricht dafür, dann wären die erste Klosterbauten in Heiden bereits im Jahre 815 errichtet worden. | Recht neu ist die These von Dr. Birgit Meineke zu einer deutlich früheren Gründung eines Klosters in Heiden, die von ihr 2021 erstmalig veröffentlicht wurde. Frau Dr. Meineke war in Münster für viele Jahre mit der Erforschung von Ortsnamen in Westfalen und Lippe befasst. Folgt man ihrer These, und Vieles spricht dafür, dann wären die erste Klosterbauten in Heiden bereits im Jahre 815 errichtet worden. | ||
Es ist bekannt, dass im Jahre 815 die Mönche aus Corbie in Nordfrankreich nach Sachsen zogen. Sie hatten sich dort in einem Ort namens Hethis niedergelassen, um ein neues Kloster zur Missionierung der Sachsen zu gründen. Die Lage dieses Ortes Hethis (ein Ort mit mehreren Quellen) ist bisher unbekannt, denn Ortsbezeichnungen mit Hethis gab es in Norddeutschland mehrfach. Die örtlichen Verhältnisse in Hethis haben sich in den Anfangsjahren der Klostergründung nach 815 wohl als nicht ausreichend geeignet dargestellt für den großen Zuzug von Menschen in das neue Kloster, so dass ein alternativer Standort gesucht und mit der Weseraue in Corvey bei Höxter gefunden wurde. Der Umzug nach Corvey fand im Jahre 822 statt, und zwar (so ist überliefert) mit einem Wegemarsch von zwei Tagen. Für Frau Dr. Meineke erscheint es plausibel, dass das Dorf Heiden bei Lage dieser bisher unbekannte Ort namens Hethis ist, an dem von den Mönchen aus Corbie für sieben Jahre ein Kloster in der Aufbauphase betrieben wurde, bevor diese nach Corvey bei Höxter umzogen. <ref>Meineke | Es ist bekannt, dass im Jahre 815 die Mönche aus Corbie in Nordfrankreich nach Sachsen zogen. Sie hatten sich dort in einem Ort namens Hethis niedergelassen, um ein neues Kloster zur Missionierung der Sachsen zu gründen. Die Lage dieses Ortes Hethis (ein Ort mit mehreren Quellen) ist bisher unbekannt, denn Ortsbezeichnungen mit Hethis gab es in Norddeutschland mehrfach. Die örtlichen Verhältnisse in Hethis haben sich in den Anfangsjahren der Klostergründung nach 815 wohl als nicht ausreichend geeignet dargestellt für den großen Zuzug von Menschen in das neue Kloster, so dass ein alternativer Standort gesucht und mit der Weseraue in Corvey bei Höxter gefunden wurde. Der Umzug nach Corvey fand im Jahre 822 statt, und zwar (so ist überliefert) mit einem Wegemarsch von zwei Tagen. Für Frau Dr. Meineke erscheint es plausibel, dass das Dorf Heiden bei Lage dieser bisher unbekannte Ort namens Hethis ist, an dem von den Mönchen aus Corbie für sieben Jahre ein Kloster in der Aufbauphase betrieben wurde, bevor diese nach Corvey bei Höxter umzogen. <ref>Birgit Meineke, Historisches Jahrbuch Lage, 2023 </ref> | ||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||