Haustenbeck: Unterschied zwischen den Versionen
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Der ehemalige Ort Haustenbeck lag | Der ehemalige Ort Haustenbeck lag auf dem Gebiet des heutigen [[#Truppen| Truppenübungsplatzes Senne]].<br /> | ||
Einige wesentliche (Lippe-Häuser-Wiki konforme) Informationen zu Haustenbeck sollen hier zusammengestellt werden. | Einige wesentliche (Lippe-Häuser-Wiki konforme) Informationen zu Haustenbeck sollen hier zusammengestellt werden. | ||
==Lage== | ==Lage== | ||
[[Datei:Haustenbeck um 1800.jpg|mini|Haustenbeck um 1800, Kartenausschnitt<br />Carte vom Fürstenthum Lippe<br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]] | [[Datei:Haustenbeck um 1800.jpg|mini|Haustenbeck um 1800, Kartenausschnitt<br />Carte vom Fürstenthum Lippe<br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]] | ||
[[Datei:Haustenbeck um 1890.jpg|mini|Haustenbeck um 1890, Kartenausschnitt<br />Topographische Karte<br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11891]] | |||
[[Datei:Haustenbeck Dorfmitte um 1935.png|mini|Haustenbeck Dorfmitte, um 1935, LLB HSA 2,53<br />Foto: Hans Sprenger]] | [[Datei:Haustenbeck Dorfmitte um 1935.png|mini|Haustenbeck Dorfmitte, um 1935, LLB HSA 2,53<br />Foto: Hans Sprenger]] | ||
Um den Frankfurter Weg, eine alte Verbindungsstraße von Bremen nach Frankfurt, durch Lippe und die Senne zu führen und damit deutlich zu verkürzen, wurde ein Damm errichtet um den Haustenbach zu queren. An diesem Punkt liegt der Kern von Haustenbeck. | Um den Frankfurter Weg, eine alte Verbindungsstraße von Bremen nach Frankfurt, durch Lippe und die Senne zu führen und damit deutlich zu verkürzen, wurde ein Damm errichtet um den Haustenbach zu queren. An diesem Punkt liegt der Kern von Haustenbeck. | ||
==Verwaltungszugehörigkeit== | ==Verwaltungszugehörigkeit== | ||
Verwaltungsstruktur 1911<ref>[https://wiki.genealogy.net/Haustenbeck GenWiki]</ref> | |||
* Bauerschaft Haustenbeck, Amt Detmold | |||
* ev. Kirchengemeinde Haustenbeck, Standesamt Haustenbeck, Postort Haustenbeck, Schulgemeinde Haustenbeck oder Kohlstädterheide, Amtsgericht Detmold | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Haustenbeck wurde 1659 gegründet. Die politische Gemeinde Haustenbeck wurde zum 01.12.1939 aufgelöst.<br /> | Haustenbeck wurde 1659 gegründet. Die politische Gemeinde Haustenbeck wurde zum 01.12.1939 aufgelöst.<br /> | ||
Der Pastor in Heiligenkirchen hatte Sonntags von der Kanzel bekanntgegeben, der Graf gedächte in seiner Senne etliche Häuser aufzurichten; wer da Lust hätte sich anzubauen, dem sollten für sechs Jahre alle Lasten erlassen werden.<br />Der erste, der den Mut hatte, diesem Ruf zu folgen, hieß Arend Wommel. Er war Maurer von Beruf und wohnte bis dahin in Berlebeck.<ref Name="Sprenger">{{SprengerHaustenbeck1939}}</ref> | Der Pastor in Heiligenkirchen hatte Sonntags von der Kanzel bekanntgegeben, der Graf gedächte in seiner Senne etliche Häuser aufzurichten; wer da Lust hätte sich anzubauen, dem sollten für sechs Jahre alle Lasten erlassen werden.<br />Der erste, der den Mut hatte, diesem Ruf zu folgen, hieß Arend Wommel. Er war Maurer von Beruf und wohnte bis dahin in Berlebeck.<ref Name="Sprenger">{{SprengerHaustenbeck1939}}</ref> | ||
Erste Erweiterungen des nahegelegenen Truppenübungsplatzes erfolgten 1892. Betroffen war der Haustenbecker Ortsteil Lippisch-Taubenteich wo sieben Hausstätten angekauft und aufgelöst wurden. Die Haustenbecker Hausnummern wurden anschließend für neugegründete Kolonate in Haustenbeck vergeben. | |||
Bis 1936 wurden zwei weitere Höfe in Haustenbeck angekauft, bevor mit Erlaß vom 18. Juli 1936 vom Oberkommando des Heeres die Erweiterung des Truppenübungsplatzes Senne um ca. 40 ha im Gemeindegebiet Haustenbeck angeordnet wurde. 1938 wurde beschlossen das ganze Dorf aufzulösen und die verbliebenen 228 Gebäude anzukaufen. | |||
Die zu einer weiteren Nutzung vorgesehenen Gebäude, insbesondere im Bereich der sogenannten Randsiedlung, wurden formal der Bauerschaft Oesterholz zugeordnet. Die Hausstätten bekamen neue, fortlaufende Hausnummern der Bauerschaft Osterholz, die nach Auswertung der nach dem zweiten Weltkrieg erschienenen Adressbücher jedoch praktisch nicht genutzt wurden. In den Verzeichnissen von 1954 und 1962 werden nach wie vor die ursprünglichen Haustenbecker Hausnummern verwendet. | |||
In den Häusern lebten einige wenige Haustenbecker aus dem Ortskern, die nach 1939 dorthin umgezogen waren, andere wurden von Mitarbeitern der Platzverwaltung bewohnt und nach 1945 dienten die Häuser als Quartier für Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten und Ausgebombte aus dem Ruhrgebiet und Paderborn. Die Gebäude warn zum Teil bis 1971 noch bewohnt. | |||
Um die Randsiedlung als letzten verbliebenen Rest Haustenbecks auflösen zu können kam es 1956 zur Neugründung einer Gemeinde Haustenbeck, die 1957 aufgelöst wurde. Es kam zur Angliederung an die Gemeinde Oesterholz, die dann offiziell Oesterholz-Haustenbeck hieß. | |||
==Gebäude== | |||
Hans Sprenger, ehemals Lehrer in Haustenbeck, erhielt 1937 den Auftrag für eine Fotodokumentation des Ortes. | Hans Sprenger, ehemals Lehrer in Haustenbeck, erhielt 1937 den Auftrag für eine Fotodokumentation des Ortes. | ||
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'''Schule'''<br /> | '''Schule'''<br /> | ||
In Haustenbeck gab es mehrere Schulgebäude, die sich jedoch immer als zu klein geplant darstellten. Der erste Schulbau war 1723 fertig; in Haustenbeck gab es 41 Kinder. Von Salinenbaumeister Culemann aus Bad Salzuflen stammt der Entwurf aus dem Jahr 1820. Dieser Schulbau wurde von 1821 bis 1907 genutzt. Bereits 1846 wurde ein Nebenschulgebäude nach Plänen von Ferdinand Merckel errichtet. Am 23.04.1908 wurde die nach den Plänen von Architekt Korf aus Detmold entworfene neue Schule eingeweiht und am 20.11.1939 endgültig geschlossen. Die Kinder aus der Randsiedlung Haustenbeck besuchten (wg. Raummangel) ab 1910 die Schule in Oesterholz.<br /> | In Haustenbeck gab es mehrere Schulgebäude, die sich jedoch immer als zu klein geplant darstellten. Der erste Schulbau war 1723 fertig; in Haustenbeck gab es 41 Kinder. Von Salinenbaumeister Culemann aus Bad Salzuflen stammt der Entwurf aus dem Jahr 1820. Dieser Schulbau wurde von 1821 bis 1907 genutzt. Bereits 1846 wurde ein Nebenschulgebäude nach Plänen von Ferdinand Merckel errichtet. Am 23.04.1908 wurde die nach den Plänen von Architekt Korf aus Detmold entworfene neue Schule eingeweiht und am 20.11.1939 endgültig geschlossen. Die Kinder aus der Randsiedlung Haustenbeck besuchten (wg. Raummangel) ab 1910 die Schule in Oesterholz.<br /> | ||
'''Gemeindehaus''' | '''Gemeindehaus'''<br /> | ||
Pfarrer Wilhelm Kligge (1884 bis 1915 als Pfarrer in Haustenbeck) vermachte der Kirchengemeinde seinen Nachlass mit der Auflage ein Konfirmandenhaus/Gemeindehaus zu errichten.<br /> | Pfarrer Wilhelm Kligge (1884 bis 1915 als Pfarrer in Haustenbeck) vermachte der Kirchengemeinde seinen Nachlass mit der Auflage ein Konfirmandenhaus/Gemeindehaus zu errichten.<br /> | ||
[[Datei:Mühle Poppe.jpg|mini|Mühle Poppe, 1937<br />Sammlung Wiemann]] | [[Datei:Mühle Poppe.jpg|mini|Mühle Poppe, 1937<br />Sammlung Wiemann]] | ||
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'''Gasthof'''<br /> | '''Gasthof'''<br /> | ||
An der Hausecke ist zu sehen, dass dort eine Tankstelle betrieben wurde.<br /> | An der Hausecke ist zu sehen, dass dort eine Tankstelle betrieben wurde.<br /> | ||
'''Doktorhaus''' | '''Doktorhaus'''<br /> | ||
Die Gemeinde Haustenbeck errichtete 1925/26 ein Gebäude für einen Arzt, das sog. Doktorhaus. Der erste Arzt in Haustenbeck war Dr. Georg Stenzhorn, der von 1925 bis 1931 dort praktizierte. | Die Gemeinde Haustenbeck errichtete 1925/26 ein Gebäude für einen Arzt, das sog. Doktorhaus. Der erste Arzt in Haustenbeck war Dr. Georg Stenzhorn, der von 1925 bis 1931 dort praktizierte. | ||
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1901 lebten in Haustenbeck 974 (+38) Einwohner. {{LippeAdressbuch1901}} | 1901 lebten in Haustenbeck 974 (+38) Einwohner. {{LippeAdressbuch1901}} | ||
== | ==Hausstätten== | ||
Die Wohnstätten in der Randsiedlung Haustenbeck wurden bei der Platzerweiterung in Jahre 1939 der Bauerschaft | |||
* [[Haustenbeck_Nr._6_(Haustenbeck)| Haustenbeck Nr. 6]] | |||
* [[Haustenbeck_Nr._7_(Haustenbeck)| Haustenbeck Nr. 7]] | |||
Die Wohnstätten in der Randsiedlung Haustenbeck wurden bei der Platzerweiterung in Jahre 1939 der Bauerschaft Oesterholz zugeordnet und erhielten neue Hausnummern. | |||
* Haustenbeck Nr. 6 wird zu: Oesterholz Nr. 85 - Röhrmann | * Haustenbeck Nr. 6 wird zu: Oesterholz Nr. 85 - Röhrmann | ||
* Haustenbeck Nr. 46 wird zu: Oesterholz Nr. 86 - Sprenger | * Haustenbeck Nr. 46 wird zu: Oesterholz Nr. 86 - Sprenger | ||
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==Truppenübungsplatz== | ==Truppenübungsplatz== | ||
Der Truppenübungsplatz sollte nach ersten Plänen bis zur Fürstenallee erweitert werden und den gesamten Ort Oesterholz umfassen. Gegen diesen Plan erhob Heinrich Himmler Einspruch, da sich auf diesem Gebiet germanische Kultstätten befänden.<ref>Uwe Piesczek (Hg.), Truppenübungsplatz Senne, Paderborn 1992, Seite 37</ref> | Der Truppenübungsplatz sollte nach ersten Plänen bis zur Fürstenallee erweitert werden und den gesamten Ort Oesterholz umfassen. Gegen diesen Plan erhob Heinrich Himmler Einspruch, da sich auf diesem Gebiet germanische Kultstätten befänden.<ref>Uwe Piesczek (Hg.), Truppenübungsplatz Senne, Paderborn 1992, Seite 37</ref> <br /> | ||
Die Reichsführung der SS hatte Einspruch erhoben gegen den Ankauf der Oesterholzer Gegend, vor allem das Langelau, wo Professor Teudt aus Detmold allerlei undefinierbare germanische Heiligtümer, Reitbahnen u. dergl. entdeckt haben will, von denen die Haustenbecker, und nicht nur sie, wenig hielten.<ref>Hans Held, Haustenbeck, Seite 35</ref> | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
* {{SprengerHaustenbeck1939}} | * {{SprengerHaustenbeck1939}} | ||
* {{FischerGeschichte2020}} | * {{FischerGeschichte2020}} | ||
* | * {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}} | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||