Werler Straße Jüdischer Friedhof (Bad Salzuflen): Unterschied zwischen den Versionen
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}}Der jüdische Friedhof Salzuflens wurde 1607 erstmals erwähnt.<ref>Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen der Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, S. 97</ref> Er liegt an der [[Werler Straße (Bad Salzuflen)]] vor der ehemaligen Stadtmauer. | }}Der jüdische Friedhof Salzuflens wurde 1607 erstmals erwähnt.<ref>Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen der Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, S. 97</ref> Er liegt an der [[Werler Straße (Bad Salzuflen)]] vor der ehemaligen Stadtmauer. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
1607 erstmals erwähnt, vermutlich schon im 16. Jh. vorhanden, einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Lippe. 1613 musste die Salzufler Judenschaft für den rund 900 qm großen Friedhof eine jährliche Gebühr von ¼ Rtlr. entrichten. 1855 kauften die Gemeindevorsteher Salomon Goldstein und Nathan Löwenberg aus Salzuflen sowie Meyer Rosenwald und Marcus Silberbach aus [[Schötmar]] für 120 Rtlr. eine benachbarte Gartenparzelle von ca. 650 qm hinzu. Bis 1870 wurde der Friedhof auch von Juden des Amtes Schötmar genutzt. Als die Gemeinde 1921 einen neuen Friedhof anlegen wollte, fand sich kein geeignetes Grundstück. Der am 31. März 1939 verstorbene Salomon Silberbach ist der letzte Jude, der auf dem Friedhof beigesetzt wurde. 1939/40 musste die Synagogengemeinde Bad Salzuflen-Schötmar zwangsweise die Kernfläche des Friedhofes (heute Flur Nr. 575) veräußern. Das restliche Areal (Flur Nr. 573) folgte 1941, das von einem Bad Salzufler Kaufmann erworben wurde. Es folgte bis 1945 die kontinuierliche Zerstörung der Friedhofsanlage. Ein Großteil der Grabsteine wurde in einer nahe gelegenen Sandgrube entsorgt. Unmittelbar nach Kriegsende wurden 24 noch vorhandene Grabmäler auf dem Flurstück 573 aufgestellt, obwohl sich auf diesem Gelände nur sehr wenige Grabstätten befinden. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Friedhofsgelände Nach 1945 wurde das Gelände von seinem neuen Besitzer teilweise mit einer gewerblich genutzten Halle überbaut, die letzten noch verbliebenen 24 Grabsteine wurden am Rande des Areals aufgestellt.1987/88 erwarb die Stadt Bad Salzuflen einzelne Friedhofsparzellen und eine zwischenzeitlich teilweise gewerblich genutzte Fläche, um eine Friedhofsanlage zu rekonstruieren (nur zum Teil der seit 1607 nachgewiesene Begräbnisplatz). Dazu wurde eine Einfriedung geschaffen und 1988 ein Gedenkstein aufgerichtet.<ref>Willy Gerking, Ortsartikel Bad Salzuflen, in: {{HengstHandbuch2013}}, S. 199-207, hier S. 206.</ | 1607 erstmals erwähnt, vermutlich schon im 16. Jh. vorhanden, einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Lippe. 1613 musste die Salzufler Judenschaft für den rund 900 qm großen Friedhof eine jährliche Gebühr von ¼ Rtlr. entrichten. 1855 kauften die Gemeindevorsteher Salomon Goldstein und Nathan Löwenberg aus Salzuflen sowie Meyer Rosenwald und Marcus Silberbach aus [[Schötmar]] für 120 Rtlr. eine benachbarte Gartenparzelle von ca. 650 qm hinzu. Bis 1870 wurde der Friedhof auch von Juden des Amtes Schötmar genutzt. Als die Gemeinde 1921 einen neuen Friedhof anlegen wollte, fand sich kein geeignetes Grundstück. Der am 31. März 1939 verstorbene Salomon Silberbach ist der letzte Jude, der auf dem Friedhof beigesetzt wurde. 1939/40 musste die Synagogengemeinde Bad Salzuflen-Schötmar zwangsweise die Kernfläche des Friedhofes (heute Flur Nr. 575) veräußern. Das restliche Areal (Flur Nr. 573) folgte 1941, das von einem Bad Salzufler Kaufmann erworben wurde. Es folgte bis 1945 die kontinuierliche Zerstörung der Friedhofsanlage. Ein Großteil der Grabsteine wurde in einer nahe gelegenen Sandgrube entsorgt. Unmittelbar nach Kriegsende wurden 24 noch vorhandene Grabmäler auf dem Flurstück 573 aufgestellt, obwohl sich auf diesem Gelände nur sehr wenige Grabstätten befinden. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Friedhofsgelände Nach 1945 wurde das Gelände von seinem neuen Besitzer teilweise mit einer gewerblich genutzten Halle überbaut, die letzten noch verbliebenen 24 Grabsteine wurden am Rande des Areals aufgestellt.1987/88 erwarb die Stadt Bad Salzuflen einzelne Friedhofsparzellen und eine zwischenzeitlich teilweise gewerblich genutzte Fläche, um eine Friedhofsanlage zu rekonstruieren (nur zum Teil der seit 1607 nachgewiesene Begräbnisplatz). Dazu wurde eine Einfriedung geschaffen und 1988 ein Gedenkstein aufgerichtet.<ref>Willy Gerking, Ortsartikel Bad Salzuflen, in: {{HengstHandbuch2013}}, S. 199-207, hier S. 206.</ref> | ||
1992 wurde diese Friedhofsanlage als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Bad Salzuflen eingetragen, Nr. 148. | 1992 wurde diese Friedhofsanlage als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Bad Salzuflen eingetragen, Nr. 148. | ||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||
[[ | [[File:Jüdischer Friedhof Bad Salzuflen-01.jpg|thumb|Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof in Bad Salzuflen, Foto: Grugerio, 2022]] | ||
1988 wurde auf dem Friedhof ein von Steinmetz Klaus Görder geschaffener Gedenkstein in Form eines siebenarmigen Leuchters (Menora) aufgestellt, der an die 63 Holocaust-Opfer der einstigen jüdischen Gemeinden von Bad Salzuflen und Schötmar erinnert. | |||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
[[File:Jüdischer Friedhof Bad Salzuflen Mahnmal-Groß-01.jpg|thumb| Mahnmal auf dem Jüdischen Friedhof in Bad Salzuflen, Foto: Grugerio 2022]] | |||
Auf dem 1988 geschaffenen Mahnmal: | |||
„Zur Erinnerung<br> | |||
an die jüdischen Bürger<br> | |||
aus Bad Salzuflen<br> | |||
und Schötmar, die Opfer<br> | |||
der nationalsozialistischen<br> | |||
Diktatur in den Jahren<br> | |||
von 1933 bis 1945 wurden.<br> | |||
Das ihnen zugefügte Leid<br> | |||
und Unrecht darf nicht<br> | |||
vergessen werden.<br> | |||
.ת. נ. צ. ב. ה.“ (Te’hi Nischmató zrurá Bi’zrór Ha’Chajim (Hebräisch), d. h.: Mögen ihre Seelen eingebunden sein in den Bund des Lebens.) | |||
Danach folgen die Namen der 63 Opfer. | |||
==Eigentümer*innen== | ==Eigentümer*innen== | ||
Stadt Bad Salzuflen. | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold, in: Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen. Band 1.1. Köln 1998, S. 282–283, hier S. 342. | Elfi Pracht-Jörns, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold, in: Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen. Band 1.1. Köln 1998, S. 282–283, hier S. 342. | ||
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[[Kategorie:Friedhof in Bad Salzuflen]] | |||
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