Kammweg Jüdischer Friedhof (Oerlinghausen): Unterschied zwischen den Versionen
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Der Friedhof hat eine annähernd ovale Form und ist 673 qm groß und ummauert. Der Zugang erfolgt von Westen durch ein eisernes Gittertor. Insgesamt sind 61 Grabsteine erhalten, der älteste wurde für den am 29. Oktober 1761 verstorbenen Channa Mei'ir gesetzt.<ref>{{PrachtKulturerbe1998}}, S. 337.</ref> Die letzte Beisetzung fand 1937 für Alma Bornheim statt. | Der Friedhof hat eine annähernd ovale Form und ist 673 qm groß und ummauert. Der Zugang erfolgt von Westen durch ein eisernes Gittertor. Insgesamt sind 61 Grabsteine erhalten, der älteste wurde für den am 29. Oktober 1761 verstorbenen Channa Mei'ir gesetzt.<ref>{{PrachtKulturerbe1998}}, S. 337.</ref> Die letzte Beisetzung fand 1937 für Alma Bornheim statt. | ||
Das Denkaml für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten entwarf der Bielefelder Architekt Paul Löwenthal (1890-1943). Innerhalb der Synagogengemeinde war zu diesem Zweck Geld gesammelt worden. Löwenthal, selbst Frontkämpfer, fertigte den Entwurf aus Verbundenheit kostenfrei (er wurde im Dezember 1941 mit seiner Frau Selma ins Ghetto Riga deportiert; beide überlebten nicht). Realisiert wurde der Entwurf durch den Oerlinghauser Bildhauer Hans Lauer.<ref>{{HartmannAltar2024}}, S 27.</ref> Die schlichte Inschrift lautete:<br> | |||
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Aktuelle Version vom 28. Juni 2026, 22:09 Uhr
| Kammweg Jüdischer Friedhof (Oerlinghausen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Oerlinghausen (Kernstadt) |
| Karte | |
| Straße | Kammweg (Oerlinghausen) |
Der jüdische Friedhof von Oerlinghausen liegt etwa 90 m Luftline südöstlich der Synagoge.
Geschichte
Am Nordwesthang des Tönsberges, , etwa 500 m von der Synagoge entfernt liegt der jüdische Friedhof am Kammweg. Er wurde wahrscheinlich Mitte des 17. Jh. angelegt. 1766 sagte der Oerlinghauser Amtmann aus, der Friedhof bestehe seit 100 Jahren und mehr, Schriftliches läge nicht vor. Für 1892 ist belegt, dass der Friedhof Eigentum der jüdischen Gemeinde war. Die letzte Beisetzung erfolgte 1937. Die meisten Gräber liegen im Südteil, der größte Teil der älteren Grabsteine steht im Nordteil. 3 Kindergräber sind nachweisbar. Untypisch für Lippe sind die bis weit in die 2. Hälfte des 19. Jh. vorkommenden rein hebräischen Inschriften auf den Grabmälern. Die Gestaltung der älteren Grabsteine weist oft auf vermögende Gemeindemitglieder. Einige Steine sind mit Symbolen und Ornamenten geschmückt. Auf dem Friedhof stehen noch ein Denkmal von 1920 für zwei im Ersten Weltkrieg gefallene jüdische Soldaten sowie zwei nach 1945 errichtete Gedenksteine.[1] Bei seinem Besuch des Friedhofs 1935/36 notierte Moritz Rülf, dass die alten Steine recht verwittert seien, der Friedhof aber sonst gut in Ordnung gehalten werde.[2] Der Friedhof wurde 1985 in die Denkmalliste der Stadt Oerlinghausen mit Nr. 33 eingetragen und wird von der Stadt Oerlinghausen gepflegt.
Beschreibung

Der Friedhof hat eine annähernd ovale Form und ist 673 qm groß und ummauert. Der Zugang erfolgt von Westen durch ein eisernes Gittertor. Insgesamt sind 61 Grabsteine erhalten, der älteste wurde für den am 29. Oktober 1761 verstorbenen Channa Mei'ir gesetzt.[3] Die letzte Beisetzung fand 1937 für Alma Bornheim statt.
Das Denkaml für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten entwarf der Bielefelder Architekt Paul Löwenthal (1890-1943). Innerhalb der Synagogengemeinde war zu diesem Zweck Geld gesammelt worden. Löwenthal, selbst Frontkämpfer, fertigte den Entwurf aus Verbundenheit kostenfrei (er wurde im Dezember 1941 mit seiner Frau Selma ins Ghetto Riga deportiert; beide überlebten nicht). Realisiert wurde der Entwurf durch den Oerlinghauser Bildhauer Hans Lauer.[4] Die schlichte Inschrift lautete:
„1914-1918
Die Synagogengemeinde Oerlinghausen ihren gefallenen Söhnen
Ernst Joachim Meyer und Albert Kulemeyer“.
Inschriften
Eigentümer*innen
Literatur
Michael Brocke/Aubrey Pomerance, Der jüdische Friedhof in Oerlinghausen. Eine bildlich-textliche Dokumentation, Bielefeld 1993.
Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 337.
Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 566-573.
Quellen
Weblinks
Dokumentationauf der Website der GfCJZ
Einzelnachweise
- ↑ Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 566-573, hier S. 572.
- ↑ Jürgen Hartmann, Die Denkschrift des Detmolder Lehrers und Predigers Moritz Rülf über die Synagogen und Friedhöfe in Lippe 1936/37 (PDF; 1,1 MB), in der E-Publikation Rosenland Lippe 9/2009, S. 20–38, hier S. 27.
- ↑ Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 337.
- ↑ Jürgen Hartmann, „Auf dem Altar des Vaterlandes“ – Kriegerdenkmäler des Ersten Weltkrieges und umstrittenes Gedenken in Oerlinghausen, in: Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte, Nr. 30 November 2024, S. 22-92 Digital, S 27.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 28.06.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 28.06.2026 von Joachim Kleinmanns