Heidensche Straße 160 (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen
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}} | }}Hof Avenhaus, ehemals Heiden Nr. 1 | ||
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Die Hofstelle liegt an der Heidenschen Straße westlich des Oetternbaches auf zum Bach flach geneigtem Gelände. Die zum Hof gehörenden Grundflächen umschließen den Hof allseitig und reichten früher westlich, im Flurbereich Seelenkamp und Erfkamp bis an die Stadtgrenze nach Lage. Weitere Grün- und Ackerflächen des Hofes liegen im Auenbereich des Oetternbaches sowie im flachen Hangbereich am Heideweg. Bei Hüls, Heiden in Lippe sind auf Abb. 38 im Kartenteil die Flächen im Besitz des Hofes Avenhaus sowie die der anderen heidener Bauern dargestellt, wobei er Bezug nimmt auf die Friemelsche Karte von 1728.<ref>Hüls, 1974, Abb. 38 </ref> | Die Hofstelle liegt an der Heidenschen Straße westlich des Oetternbaches auf zum Bach flach geneigtem Gelände. Die zum Hof gehörenden Grundflächen umschließen den Hof allseitig und reichten früher westlich, im Flurbereich Seelenkamp und Erfkamp bis an die Stadtgrenze nach Lage. Weitere Grün- und Ackerflächen des Hofes liegen im Auenbereich des Oetternbaches sowie im flachen Hangbereich am Heideweg. Bei Hüls, Heiden in Lippe sind auf Abb. 38 im Kartenteil die Flächen im Besitz des Hofes Avenhaus sowie die der anderen heidener Bauern dargestellt, wobei er Bezug nimmt auf die Friemelsche Karte von 1728.<ref>Hüls, 1974, Abb. 38 </ref> | ||
Der Hof Heiden Nr. 1, | Der Hof Avenhaus, Heiden Nr. 1, wird in den Salbüchern 1781 und 1829 als "gemeiner Vollmeier" geführt.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781.</ref> Der Hof war der Landesherrschaft leibeigen, hatte sich 1725 aber davon freigekauft. 1855 vermerkt das Salbuch: "als Nr. 22 nach Hesloh eingetragen".<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855.</ref> | ||
1781 besaß Avenhaus laut Salbuch Hofraum und Bleichplatz, an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen und Schafstall unter einem Dach, Backhaus, Haferscheune, Kötterhaus. 1829 hatte sich daran nichts geändert. 1855 sind nur die Wohngebäude vermerkt: Wohnhaus, Leibzucht und 2 Kötterhäuser. | 1781 besaß Avenhaus laut Salbuch Hofraum und Bleichplatz, an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus, Schoppen und Schafstall unter einem Dach, Backhaus, Haferscheune, Kötterhaus. 1829 hatte sich daran nichts geändert. 1855 sind nur die Wohngebäude vermerkt: Wohnhaus, Leibzucht und 2 Kötterhäuser. | ||
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[[Datei: Heidensche Straße 160.jpg | thumb | Heidensche Straße 160, Foto Lothar Kaup 2026]] | [[Datei: Heidensche Straße 160.jpg | thumb | Heidensche Straße 160, Foto Lothar Kaup 2026]] | ||
Die Hofstelle Avenhaus befindet sich seit | Die Hofstelle Avenhaus befindet sich seit Langem im Familienbesitz. Der Hofplatz ist vierseitig von Gebäuden umgeben. Das Haupthaus Heidensche Str. 160 steht an der Südseite des Hofes, der Hofzufahrt gegenüber. Die ehemalige Leibzucht von 1822, die sich nahe der Hofzufahrt an deren Westseite befindet, hat die Adresse [[Heidensche Straße 158 (Heiden)|Heidensche Straße 158]]. An der West- und Südseite des Hofes stehen große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude aus Mauerwerk. Neben bzw. hinter dem Wohnhaus stehen ein Nebengebäude und ein kleines altes Backhaus von 1654, beide in Fachwerkbauweise. Auch das westlich gelegene Arbeiterhaus Heidensche Straße 130 gehört zum Hof Avenhaus. | ||
Der Urkatasterplan von 1883 zeigt an der Stelle des jetzigen Wohnhauses eine Fläche, auf der ein in Nord-Südrichtung langgestrecktes großes Gebäude bestand. Dieses ehemalige Haupthaus der Hofstätte ist kurz nach dem 1. Weltkrieg abgebrannt. Der Fachwerkgiebel dieses Hauses wurde mit dem Torbogen danach in Oberloßbruch Nr. 10 wieder aufgebaut. An der Stelle des alten Haupthauses ist auf dem Hof Avenhaus in 1922 das jetzt bestehende Wohnhaus, ein zweigeschossiges massives Gebäude mit einem Krüppelwalmdach erbaut worden. Zur Hofseite besteht ein Vorbau mit dem zentralen Hauseingang. Die schlichte Fassade mit glattem Putz hat nur an den Vorbau- und den Gebäudeecken eine einfache Säulendarstellung als Putzvorlagen. Ein offener Vorbau auf vier Säulen bildet eine Eingangsüberdachung mit darüberliegendem Balkon. Im Giebel zur Hofseite zeigt ein Emblem im Putz eine Getreidegarbe und einfaches landwirtschaftliches Gerät sowie die Jahreszahl 1922 als Hinweis zum Baudatum. | Der Urkatasterplan von 1883 zeigt an der Stelle des jetzigen Wohnhauses eine Fläche, auf der ein in Nord-Südrichtung langgestrecktes großes Gebäude bestand. Dieses ehemalige Haupthaus der Hofstätte ist kurz nach dem 1. Weltkrieg abgebrannt. Der Fachwerkgiebel dieses Hauses wurde mit dem Torbogen danach in Oberloßbruch Nr. 10 wieder aufgebaut. An der Stelle des alten Haupthauses ist auf dem Hof Avenhaus in 1922 das jetzt bestehende Wohnhaus, ein zweigeschossiges massives Gebäude mit einem Krüppelwalmdach erbaut worden. Zur Hofseite besteht ein Vorbau mit dem zentralen Hauseingang. Die schlichte Fassade mit glattem Putz hat nur an den Vorbau- und den Gebäudeecken eine einfache Säulendarstellung als Putzvorlagen. Ein offener Vorbau auf vier Säulen bildet eine Eingangsüberdachung mit darüberliegendem Balkon. Im Giebel zur Hofseite zeigt ein Emblem im Putz eine Getreidegarbe und einfaches landwirtschaftliches Gerät sowie die Jahreszahl 1922 als Hinweis zum Baudatum. | ||
Auf nebenstehendem Foto ist rechts im Hintergrund das alte | Auf nebenstehendem Foto ist rechts im Hintergrund das alte Backhaus erkennbar. | ||
[[Datei:Heiden-Nr-1-Avenhaus-Inschrift-1654.jpg|thumb|Inschrift am alten Backhaus, Foto: Uwe Standera, 2011]] | [[Datei:Heiden-Nr-1-Avenhaus-Inschrift-1654.jpg|thumb|Inschrift am alten Backhaus, Foto: Uwe Standera, 2011]] | ||
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Die in der Inschrift genannten Eheleute bewirtschafteten ab 1745 den Vollmeierhof Heiden Nr. 1. Das Fachwerkhaus in Oberloßbruch oder zumindest dessen Torbogen muß nach dem Brand (zwischen 1918 und 1922) von Heiden nach Oberloßbruch umgesetzt worden sein. | Die in der Inschrift genannten Eheleute bewirtschafteten ab 1745 den Vollmeierhof Heiden Nr. 1. Das Fachwerkhaus in Oberloßbruch oder zumindest dessen Torbogen muß nach dem Brand (zwischen 1918 und 1922) von Heiden nach Oberloßbruch umgesetzt worden sein. | ||
Gaul notierte um 1960: Nr. 1. Avenhaus. Bauernhaus. 1822. Meister K. H. F. K.<ref>StadtA Lemgo, 14 L 9983: Otto Gaul, Landkreis Detmold, | Gaul notierte um 1960: Nr. 1. Avenhaus. Bauernhaus. 1822. Meister K. H. F. K.<ref>StadtA Lemgo, 14 L 9983: Otto Gaul, Landkreis Detmold, Typosript, um 1960 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/titleinfo/10093449 Digitalisat]</ref> | ||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||