Hornsche Straße 42 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen

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Um 1900 erwarb die Fa. Gebr. Klingenberg das Haus und erbaute hier nach dessen Abriss 1910 ein großes Fabrikgebäude.
Um 1900 erwarb die Fa. Gebr. Klingenberg das Haus und erbaute hier nach dessen Abriss 1910 ein großes Fabrikgebäude.


1979 siedelte der gesamte Betrieb in einen Neubau im Hansaweg um. Der gesamte Fabrikkomplex an der Leopoldstraße stand nun leer. Als der Abriss drohte, kam es am 2. November 1980 zu einer Hausbesetzung, mit der die Vernichtung der historischen Fabrikgebäude verhindert werden sollte. Am 12. Januar 1981 um 4 Uhr morgens räumte ein starkes Polizeiaufgebot die Gebäude, die sofort gegen den Protest Detmolder Bürger abgerissen wurden.<ref>DIE ZEIT, 13.2.1981.</ref> <ref>Lippische Landes-Zeitung 23.2.1981.</ref> <ref>Lippische Landes-Zeitung 21.3.1981.</ref> Zu dem früheren Firmenkomplex gehörte auch das unter Denkmalschutz stehende neoklassizistische [[Hornsche Straße 38 (Detmold)|Haus Münsterberg]], das erhalten blieb und aufwendig um mehrere Meter nach Norden verschoben wurde.
1979 siedelte der gesamte Betrieb in einen Neubau im Hansaweg um. Der gesamte Fabrikkomplex an der Leopoldstraße stand nun leer. Als der Abriss drohte, kam es am 2. November 1980 zu einer Hausbesetzung, mit der die Vernichtung der historischen Fabrikgebäude verhindert werden sollte. Am 12. Januar 1981 um 4 Uhr morgens räumte ein starkes Polizeiaufgebot die Gebäude, die sofort gegen den Protest Detmolder Bürger abgerissen wurden.<ref>DIE ZEIT, 13.2.1981.</ref> <ref>Lippische Landes-Zeitung 23.2.1981.</ref> <ref>Lippische Landes-Zeitung 21.3.1981.</ref> Zu dem früheren Firmenkomplex gehörte auch das unter Denkmalschutz stehende neoklassizistische [[Hornsche Straße 38 (Detmold)|Haus Münsterberg]], das erhalten blieb und aufwendig um 7,10 m nach Norden verschoben wurde.


==Gebäude==
==Gebäude==
Der ursprüngliche Bau von 1841 (Haus Weerth) vermutlich ähnlich wie Hornsche Straße 38.


Im Jahre 1910 erfolgte auf dieser Hausstätte des Neubau eines Fabrikgebäudes.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
1910 Abbruch und Neubau eines großen, viergeschossigen Fabrikgebäudes.<ref>StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.</ref>
Dreigeschossige und sechsachsige Fassade aus rotem Klinkermauerwerk mit Mansardgeschoss zur Hornschen Straße. Erdgeschoss mit Stichbogenöffnungen (ehem. Eingang links), 1. und 2. Obergeschoss mit großen Rechteckfenstern, Gliederung stärker reliefiert mit Lisenen und abschließendem Zahnschnittgesims mit Konsölchenfries aus Backstein. Die Architektur dieser Fassade erinnerte an die Berliner Bauakademie von Schinkel.
Ostfassade und Rückfront mit Treppenhaus viergeschossig und verputzt, rechteckige Fensteröffnungen mit profilierter Rahmung und gerader Verdachung.
Die Konstruktion des Gebäudes bestand aus schweren Gusseisenstützen und Stahlträger-Kappendecken aus Beton, die die tonnenschweren Druckmaschinen der "Lithographie- und Kunstanstalt Gebr. Klingenberg" trägen mussten.
1981 nach Hausbesetzung und nächtlichem Polizeieinsatz abgebrochen.


==Inschriften==
==Inschriften==

Aktuelle Version vom 17. Juli 2026, 22:47 Uhr

Hornsche Straße 42 (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
StraßeHornsche Straße (Detmold)
Hausnummer42
Karte
QuartiersnummerB 122
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeDetmold
StraßeHornsche Straße (Detmold)
Hausnummer042

Ehemalige Hausstätte in Detmold, die 1841 gegründet wurde und zur Neustadt gehörte. Die alte Quartiersnummer lautete B 122. Das Gebäude wurde 1981 abgebrochen.[1]

Geschichte

Der Hausplatz Hornsche Straße 40 wurde gemeinsam mit den Bauplätzen Leopoldstraße 3 und Hornsche Straße 38 und Hornsche Straße 40 1832 aus dem Kuhkamp ausgewiesen an Johann Spieß.[2] Der Hausbau erfolgte jedoch erst neun Jahre später, 1841, durch Dr. Karl Weerth im Garten des oben genannten Spieß.[3] [4]

Karl Weerth war Gymnasialprofessor am Gymnasium Leopoldinum und Gründer des Naturwissenschaftlichen Museums, aus dem später das Lippische Landesmuseum hervorging.

Um 1900 erwarb die Fa. Gebr. Klingenberg das Haus und erbaute hier nach dessen Abriss 1910 ein großes Fabrikgebäude.

1979 siedelte der gesamte Betrieb in einen Neubau im Hansaweg um. Der gesamte Fabrikkomplex an der Leopoldstraße stand nun leer. Als der Abriss drohte, kam es am 2. November 1980 zu einer Hausbesetzung, mit der die Vernichtung der historischen Fabrikgebäude verhindert werden sollte. Am 12. Januar 1981 um 4 Uhr morgens räumte ein starkes Polizeiaufgebot die Gebäude, die sofort gegen den Protest Detmolder Bürger abgerissen wurden.[5] [6] [7] Zu dem früheren Firmenkomplex gehörte auch das unter Denkmalschutz stehende neoklassizistische Haus Münsterberg, das erhalten blieb und aufwendig um 7,10 m nach Norden verschoben wurde.

Gebäude

Der ursprüngliche Bau von 1841 (Haus Weerth) vermutlich ähnlich wie Hornsche Straße 38.

1910 Abbruch und Neubau eines großen, viergeschossigen Fabrikgebäudes.[8] Dreigeschossige und sechsachsige Fassade aus rotem Klinkermauerwerk mit Mansardgeschoss zur Hornschen Straße. Erdgeschoss mit Stichbogenöffnungen (ehem. Eingang links), 1. und 2. Obergeschoss mit großen Rechteckfenstern, Gliederung stärker reliefiert mit Lisenen und abschließendem Zahnschnittgesims mit Konsölchenfries aus Backstein. Die Architektur dieser Fassade erinnerte an die Berliner Bauakademie von Schinkel. Ostfassade und Rückfront mit Treppenhaus viergeschossig und verputzt, rechteckige Fensteröffnungen mit profilierter Rahmung und gerader Verdachung. Die Konstruktion des Gebäudes bestand aus schweren Gusseisenstützen und Stahlträger-Kappendecken aus Beton, die die tonnenschweren Druckmaschinen der "Lithographie- und Kunstanstalt Gebr. Klingenberg" trägen mussten. 1981 nach Hausbesetzung und nächtlichem Polizeieinsatz abgebrochen.

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1841, Prof. Dr. Karl Weerth, Gymnasiallehrer.[9]

1871 (Adressbuch) Dr. C. Weerth, Professor; A. Eschenburg, Obergerichtsrat.

1884 (Adressbuch) Prof. Karl Weerth; Dr. Otto Weerth, Gymnasiallehrer.

1887 (Adressbuch) Prof. Karl Weerth; Dr. Otto Weerth, Gymnasiallehrer, [Neffe von Karl Weerth].

1891 (Adressbuch) Dr. [Otto] Weerth, Gymnasiallehrer; Schultze, Fräulein.

1891, Prof. Dr. Otto Weerth, Gymnasiallehrer.[10]

1894 (Adressbuch) Dr. Otto Weerth, Gymnasial-Oberlehrer; Karoline Schultze, Fräulein.

1897 (Adressbuch) Otto Weerth, Gymnasial-Professor; Caroline Schultze, Fräulein.

1901 (Adressbuch) siehe Nr. 40.

1901, Firma Gebrüder Klingenberg.[11]

1904 (Adressbuch) siehe Nr. 40.

1910 Abbruch und Neubau eines Fabrikgebäudes.

1914 (Adressbuch) Fabrikgebäude der Firma Gebr. Klingenberg.

1916 (Adressbuch) Fabrikgebäude der Firma Gebr. Klingenberg.

1918–1926 (Adressbuch) kein Eintrag.

Literatur

Heinz Sauer, Denkmalschutz in Detmold, in: Bauwelt 1984, Heft 4, S. 129 f.

Vera Scheef, Imke Tappe, 125 Jahre Gebr. Klingenberg, Detmold 1992.

Quellen

StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.

LAV NRW OWL L 92 A Fach 181 Nr. 19 I.

LAV NRW OWL L 92 A Tit. 181 Nr. 19 II u. L 77 A

StadtA Detmold D 106 Detmold Nr. 7-8, 848.

LAV NRW OWL L 101 C I Nr. 7-10.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.
  2. LAV NRW OWL L 92 A Fach 181 Nr. 19 I.
  3. LAV NRW OWL L 92 A Tit. 181 Nr. 19 II u. L 77 A.
  4. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.
  5. DIE ZEIT, 13.2.1981.
  6. Lippische Landes-Zeitung 23.2.1981.
  7. Lippische Landes-Zeitung 21.3.1981.
  8. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.
  9. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.
  10. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.
  11. StadtA Detmold, DT Manuskripte Nr. 19: Ingeborg Kittel (bearb.), Detmolder Häuserbuch.

Autor(innen)

Nils Lienenlüke, Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 13.05.2024 von Nils Lienenlüke

Letzte Änderung am: 17.07.2026 von Heinrich Stiewe