Hornoldendorfer Straße 6 (Hornoldendorf): Unterschied zwischen den Versionen
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In Summe waren das 1.213 rt 12 gr 3 d, wovon wegen der jährlichen Abgaben 400 rt abgezogen wurden, was den "wahren Wert" von 813 rt 12 gr 3 d ergab.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 10 Bd. 1, 3.) Verkauf der Möllenbrokschen oder Steinmannschen Stätte Nr. 7 an den Bauerrichter Schröder, 1790.</ref> | In Summe waren das 1.213 rt 12 gr 3 d, wovon wegen der jährlichen Abgaben 400 rt abgezogen wurden, was den "wahren Wert" von 813 rt 12 gr 3 d ergab.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold Fach 30 Nr. 10 Bd. 1, 3.) Verkauf der Möllenbrokschen oder Steinmannschen Stätte Nr. 7 an den Bauerrichter Schröder, 1790.</ref> | ||
Am 15.3.1790 genehmigte die Rentkammer den Verkauf. Aus einer Mitteilung an das Amt geht hervor, dass "dieses zur Krugstette bestimmte Kolonat vom Saal- und Personaleigenthum befreiet wird." Zusätzlich wurde die Anlegung einer Brennerei befördert Nach Publikation im Intelligenzblatt wurde das Kolonat am 13. April 1790 versteigert. Bauerrichter Schroeder hat erwarb Stätte für seinen Sohn, einschließlich der Konzessionen für Krug, | Am 15.3.1790 genehmigte die Rentkammer den Verkauf. Aus einer Mitteilung an das Amt geht hervor, dass "dieses zur Krugstette bestimmte Kolonat vom Saal- und Personaleigenthum befreiet wird." Zusätzlich wurde die Anlegung einer Brennerei befördert. Nach Publikation im Intelligenzblatt wurde das Kolonat am 13. April 1790 versteigert. Bauerrichter Schroeder hat erwarb die Stätte für seinen Sohn, einschließlich der Konzessionen für Krug, Branntweinbrennerei, Bierbrauen und Handel "mit allerlei nicht verbotenen und besonders nicht importierten Waren" für 700 Taler. Da die Stätte an Einlieger vermietet war, konnte Schroeder erst nach Ablauf eines Vierteljahres darüber frei verfügen. Die Vormünder legten am 30.9.1790 Rechenschaft auf dem Amt über die von Schröder bezahlten 700 Taler ab:<ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 146, S. 218.</ref> | ||
1) eine obligation vom 8. Mai 1787 über 500 rt welche von hiesiger Waisenhausadministration ausgeliehen und unter 29. Sept. c. bezahlt waren. | 1) eine obligation vom 8. Mai 1787 über 500 rt welche von hiesiger Waisenhausadministration ausgeliehen und unter 29. Sept. c. bezahlt waren. | ||
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[[Datei:DT-Hornoldendorferstr6_BA_TB-10-41.png|thumb|Haus Möllenbrok, Ansicht von Osten, 1970, Foto: Friedrich W. Pahmeier, LLB: BA TB-10-41]] | [[Datei:DT-Hornoldendorferstr6_BA_TB-10-41.png|thumb|Haus Möllenbrok, Ansicht von Osten, 1970, Foto: Friedrich W. Pahmeier, LLB: BA TB-10-41]] | ||
1790 bestanden: | Nach der Taxation zum geplanten Verkauf von 1790 bestanden auf der Stätte die folgenden Gebäude: | ||
* 1. Ein Strohhaus von 8 Fach und 58 Fuß lang, 38 breit, mit Ziegelsteinen gedeckt, auch mit hintergebauten Viehstallungen, Krippen und Wohnstuben, 2 eisernen Ofens und 1759 gebaut, geschätzt auf einen Wert von 625 rt, | * 1. Ein "Strohhaus" von 8 Fach und 58 Fuß lang, 38 breit, mit Ziegelsteinen gedeckt, auch mit hintergebauten Viehstallungen, Krippen und Wohnstuben, 2 eisernen Ofens und 1759 gebaut, geschätzt auf einen Wert von 625 rt, | ||
* 2. Ein Leibzuchtshaus 31 Fuß lang, 30 breit 1762 erbaut taxiert zu 80 rt, | * 2. Ein Leibzuchtshaus 31 Fuß lang, 30 breit 1762 erbaut taxiert zu 80 rt, | ||
* 3. Ein Schweinestall 5 rt. | * 3. Ein Schweinestall 5 rt. | ||
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Später Anbau eines Stalls an das Wohnhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 97.</ref> | Später Anbau eines Stalls an das Wohnhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 97.</ref> | ||
Um 1920 wurde die Leibzucht zur Scheune umfunktioniert.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 98.</ref><ref>LAV NRW OWL, L 107 C Nr. 103.</ref> | Um 1920 wurde die Leibzucht zur Scheune umfunktioniert.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 98.</ref><ref>LAV NRW OWL, L 107 C Nr. 103.</ref> | ||
Das erhaltene '''Wohnhaus von 1759''' ist eines der schönsten Fachwerkhäuser in Lippe. Vierständerbau von 8 Fachen mit eingehälsten Deckenbalken, zweifach auf eingezapften Stichköpfen vorkragender Fachwerkgiebel, gegenläufige lange Fußstreben. Barocker Torbogen von 1759 mit vergoldeter Frakturinschrift, auf den Torständern zwei lippische Rosen als Wappen der Grafschaft Lippe und Kandelabersäulen mit herausquellenden Dampfwolken in Flachschnitzerei, bei Renovierung um 1975 zum Teil kräftig nachgeschnitzt. | |||
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[[Datei:DT-Hodf-0014.jpg|thumb|Hausinschrift, 2023, Foto: Joachim Kleinmanns]] | [[Datei:DT-Hodf-0014.jpg|thumb|Hausinschrift, 2023, Foto: Joachim Kleinmanns]] | ||
Auf der Giebelschwelle: JOBST HERMAN LESEMAN VON WELLENTRUP AMBT BLOMBERG UND ANNA ELISABET MÖLLENBROKS HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN DURCH EBERHARD HERSE ITA ET PINGEBANTUR DIDERICO GIBEN SOLI DEO GLORIA | Auf der Giebelschwelle: | ||
JOBST HERMAN LESEMAN VON WELLENTRUP AMBT BLOMBERG UND ANNA ELISABET MÖLLENBROKS HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN DURCH EBERHARD HERSE ITA ET PINGEBANTUR DIDERICO GIBEN SOLI DEO GLORIA | |||
Auf dem Torbogen in Fraktur: | |||
liebe christen wir glauben feste / das wir ale hie sind fremde geste / wir bauen uns ein heuslein fest / das doch nur ein zeitlich nest wir / haben hie keine bleiben dehab wir / tragen stets den pilgerstab und su / chen die zukünftige stad bis unsere / wolfart ein ende hat D 20 IUL AO 1759. | liebe christen wir glauben feste / das wir ale hie sind fremde geste / wir bauen uns ein heuslein fest / das doch nur ein zeitlich nest wir / haben hie keine bleiben dehab wir / tragen stets den pilgerstab und su / chen die zukünftige stad bis unsere / wolfart ein ende hat D 20 IUL AO 1759. | ||