Plaßstraße 1 (Lage): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Früheres Spritzenhaus von 1786, das zeitweilig als Gefangenenhaus genutzt wurde, später Wohnhaus.
}}Früheres Spritzenhaus, erbaut 1787, angeblich zeitweilig als "Gefangenenhausgenutzt, später Wohnhaus.


Das Haus Plaßstraße 2 mit der Gebäudesteuernummer 180b wurde 1893/1894 zu Plaßstraße 1 und erhielt die Gebäudesteuernummer 423.
Das frühere Haus Plaßstraße 2 mit der Gebäudesteuernummer 180b wurde 1893/1894 zu Plaßstraße 1 und erhielt die Gebäudesteuernummer 423. 1986 wurde das Haus Plaßstraße 1 unter der Nr. 26 in die Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.<ref>[https://www.lage.de/media/custom/1432_983_1.PDF?1711626518 Denkmalliste der Stadt Lage]</ref>
 
Das Haus Plaßstraße 1 wurde 1986 unter der Nr. 26 in der Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.<ref>[https://www.lage.de/media/custom/1432_983_1.PDF?1711626518 Denkmalliste der Stadt Lage]</ref>


[[Datei:Plaßstraße 1 LLB LK_148.4_S038A.png|thumb|E. Supan, Lippe-Detmold, 1924, Sammlung der LLB Detmold]]
[[Datei:Plaßstraße 1 LLB LK_148.4_S038A.png|thumb|E. Supan, Lippe-Detmold, 1924, Sammlung der LLB Detmold]]
[[Datei:Plaßstraße 1 Lage.jpg|thumb|Plaßstraße 1, 2025, Foto: Wolfgang Kramer]]
[[Datei:Plaßstraße 1 Lage.jpg|thumb|Plaßstraße 1, 2025. Foto: Wolfgang Kramer]]


<!--## Plaßstraße 1 LLB LK_148.4_S038A.png # Lage, Plaßstraße 1, ehemals: Lage Nr. 1 <br> Repro: E. Supan, Lippe-Detmold, 1924, Sammlung der LLB Detmold  [https://bilder.llb-detmold.de/#/detail/109358  Klick zur Bildquelle] # Repro: E. Supan, Lippe-Detmold, 1924, Sammlung der LLB Detmold ##-->
<!--## Plaßstraße 1 LLB LK_148.4_S038A.png # Lage, Plaßstraße 1, ehemals: Lage Nr. 1 <br> Repro: E. Supan, Lippe-Detmold, 1924, Sammlung der LLB Detmold  [https://bilder.llb-detmold.de/#/detail/109358  Klick zur Bildquelle] # Repro: E. Supan, Lippe-Detmold, 1924. Sammlung der LLB Detmold ##-->


==Geschichte==
==Geschichte==
Das kleine Fachwerkhaus wurde 1787 als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift) auf dem "Plaß", einem öffentlichen Platz zwischen Rhien- und Plaßstraße im Kern des Fleckens Lage, errichtet. Wie bei Spritzenhäusern üblich, soll das Gebäude zeitweilig auch als "Gefangenenhaus" gedient haben.<ref>{{PeterPflug1960}}, S. 236.</ref> 
Später gehörte das Gebäude als Nebenhaus zur Stätte Lage Nr. 180 (Plaßstraße 1a). 1885 wurde diese an den Schmied Hermann Kespohl verkauft. Das bisherige Nebenhaus erwarb Heinrich Kroos (1853-1934) aus Hagen und baute es in den folgenden Jahren zu seinem Wohnhaus um.<ref>Christian Mühldorfer-Vogt/Annegret Tegtmeier-Breit, Ein Stickbild als Zeugnis für das Selbstverständnis lippischer Arbeiter am Ende des Ersten Weltkrieges? In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hgg.), Beiträge zur Volkskunde und Hausforschung 6, Detmold 1994, S. 191-200.</ref>
In dem Haus wurde ein gesticktes Wandbild mit Porträts von Gründern der SPD (Wilhelm Liebknecht, August Bebel und Paul Singer) gefunden, das sich heute im LWL-Freilchtmuseum Detmold befindet (Inv. -Nr. 1992:1304).


==Gebäude==
==Gebäude==
Kleiner Wandständerbau mit eingehälsten Deckenbalken von 5 Fachen (6 Gebinden) Länge, erbaut 1786 auf dem "Plass" als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift). Zeitweilig wurde das Gebäude auch als Arrestzelle genutzt.  
Kleiner Wandständerbau mit eingehälsten Deckenbalken und Brettergiebeln von 5 Fachen (6 Gebinden) Länge, erbaut 1787 als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift).  
 
1885 erwarb Heinrich Kroos das Gebäude und baute es zu einem privaten Wohnhaus um. Das Haus wurde unterkellert und erhielt die erhaltene Haustür im Stil der Neorenaissance mit Diamantquadern und einer hölzernen Bekleidung mit gerader, profilierter Verdachung.


Später wurde es verkauft und zu einem kleinen Wohnhaus umgebaut. Um 1895 erhielt es die erhaltene Haustür im Stil der Neorenaissance.
1986 Erwerb und Umbau zum Vereinshaus durch den Ortsverein Lage im Lippischen Heimatbund.


==Inschriften==
==Inschriften==
Inschrift auf dem früheren Sturz des Tores:
LAGER SPRITZENHAUS
Seit dem Umbau zum Wohnhaus ist dieser Sturz mit der Inschrift sekundär als Ständer im Fachwerk des Rückgiebels verbaut.


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
* 1901 Heinrich Kroos, Bahnhofsarbeiter<ref>{{LippeAdressbuch1901}}</ref>
* 1885 Erwerb durch Heinrich Kroos aus Hagen.<ref>Mühldorfer-Vogt/Tegtmeier-Breit 1994, wie vor.</ref>
* 1926 Heinrich Kroos, Nachtwächter<ref>{{LippeAdressbuch1926}}</ref>
* 1901 Heinrich Kroos, Bahnhofsarbeiter.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}</ref>
* 1926 Heinrich Kroos, Nachtwächter.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}</ref>


==Literatur==
==Literatur==
{{GrafFachwerkhaus1967}}.
{{GrafFachwerkhaus1967}}.
Christian Mühldorfer-Vogt/Annegret Tegtmeier-Breit, Ein Stickbild als Zeugnis für das Selbstverständnis lippischer Arbeiter am Ende des Ersten Weltkrieges? In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hgg.), Beiträge zur Volkskunde und Hausforschung 6, Detmold 1994, S. 191-200.


==Quellen==
==Quellen==

Aktuelle Version vom 20. Juli 2026, 18:56 Uhr

Plaßstraße 1 (Lage)
OrtsteilLage (Kernstadt)
StraßePlaßstraße (Lage)
Hausnummer1
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeLage
StraßePlaßstraße
Hausnummer001

Früheres Spritzenhaus, erbaut 1787, angeblich zeitweilig als "Gefangenenhaus" genutzt, später Wohnhaus.

Das frühere Haus Plaßstraße 2 mit der Gebäudesteuernummer 180b wurde 1893/1894 zu Plaßstraße 1 und erhielt die Gebäudesteuernummer 423. 1986 wurde das Haus Plaßstraße 1 unter der Nr. 26 in die Denkmalliste der Stadt Lage eingetragen.[1]

E. Supan, Lippe-Detmold, 1924, Sammlung der LLB Detmold
Plaßstraße 1, 2025. Foto: Wolfgang Kramer


Geschichte

Das kleine Fachwerkhaus wurde 1787 als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift) auf dem "Plaß", einem öffentlichen Platz zwischen Rhien- und Plaßstraße im Kern des Fleckens Lage, errichtet. Wie bei Spritzenhäusern üblich, soll das Gebäude zeitweilig auch als "Gefangenenhaus" gedient haben.[2]

Später gehörte das Gebäude als Nebenhaus zur Stätte Lage Nr. 180 (Plaßstraße 1a). 1885 wurde diese an den Schmied Hermann Kespohl verkauft. Das bisherige Nebenhaus erwarb Heinrich Kroos (1853-1934) aus Hagen und baute es in den folgenden Jahren zu seinem Wohnhaus um.[3] In dem Haus wurde ein gesticktes Wandbild mit Porträts von Gründern der SPD (Wilhelm Liebknecht, August Bebel und Paul Singer) gefunden, das sich heute im LWL-Freilchtmuseum Detmold befindet (Inv. -Nr. 1992:1304).

Gebäude

Kleiner Wandständerbau mit eingehälsten Deckenbalken und Brettergiebeln von 5 Fachen (6 Gebinden) Länge, erbaut 1787 als "Lager Spritzenhaus" (Inschrift).

1885 erwarb Heinrich Kroos das Gebäude und baute es zu einem privaten Wohnhaus um. Das Haus wurde unterkellert und erhielt die erhaltene Haustür im Stil der Neorenaissance mit Diamantquadern und einer hölzernen Bekleidung mit gerader, profilierter Verdachung.

1986 Erwerb und Umbau zum Vereinshaus durch den Ortsverein Lage im Lippischen Heimatbund.

Inschriften

Inschrift auf dem früheren Sturz des Tores:

LAGER SPRITZENHAUS

Seit dem Umbau zum Wohnhaus ist dieser Sturz mit der Inschrift sekundär als Ständer im Fachwerk des Rückgiebels verbaut.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1885 Erwerb durch Heinrich Kroos aus Hagen.[4]
  • 1901 Heinrich Kroos, Bahnhofsarbeiter.[5]
  • 1926 Heinrich Kroos, Nachtwächter.[6]

Literatur

Heinrich Graf, Das Fachwerkhaus in der Stadt Lage, 1967.

Christian Mühldorfer-Vogt/Annegret Tegtmeier-Breit, Ein Stickbild als Zeugnis für das Selbstverständnis lippischer Arbeiter am Ende des Ersten Weltkrieges? In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hgg.), Beiträge zur Volkskunde und Hausforschung 6, Detmold 1994, S. 191-200.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Denkmalliste der Stadt Lage
  2. August Wilhem Peter, Pflug im Wappen: Lage in Lippe. Kirchdorf, Weichbild, Stadt. Eine siedlungskundliche Untersuchung (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Bd. 14), Detmold 1960 , S. 236.
  3. Christian Mühldorfer-Vogt/Annegret Tegtmeier-Breit, Ein Stickbild als Zeugnis für das Selbstverständnis lippischer Arbeiter am Ende des Ersten Weltkrieges? In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hgg.), Beiträge zur Volkskunde und Hausforschung 6, Detmold 1994, S. 191-200.
  4. Mühldorfer-Vogt/Tegtmeier-Breit 1994, wie vor.
  5. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat
  6. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat

Autor*innen

Wolfgang Kramer

Seitenhistorie

Seite erstellt am 05.12.2024 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 20.07.2026 von Heinrich Stiewe