Kalkreute 100 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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}}Die alte Straßenkötterstätte Schäfer oder Kalkreuter, ehemals Hörste Nr. 24, ist nach einer wechselvollen Geschichte | }}Die alte Straßenkötterstätte Schäfer oder Kalkreuter, ehemals Hörste Nr. 24, ist nach einer im 20. Jahrhundert sehr wechselvollen Geschichte zur (soeben / Juli 2026) wiedereröffneten Waldgaststätte "Bienenschmidt" geworden. | ||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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Mit dem Sohn Johann (1653 - 1730) setzt ein Namenswandel von Stätte und Bewohnern ein. Als ''Johan Schäffer'' 1653 geboren heiratet er 1685 als ''Johan, Herman Kalcks zu Hörste auß dem Stapelager Kirchspiel ehelicher Sohn''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref> ; 1708 wird er in einer amtlichen Eigenbehörigen-Zählung ''Kalck Johan'' genannt und 1730 auch unter diesem Namen in Stapelage begraben. Der zugehörige Gogerichtsvermerk (Sterbfälle) lautet gleichwohl: (Der) ''Alte Johan Schäffer, ein Stratenkötter, Illsmi Eigen, nachgelaßen 1 Kuh.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 185, S. 238 </ref> Das Messbuch von 1730 bezeichnet die Stätte mit ''Johan Scheiper in der Kalkreh''. Aus ''Kalkreh'' wird später ''Kalkrehde'', noch später ''Kalkreute'', aus dem Personennamen ''Kalk'' entsteht folgerichtig ''Kalkrehder'', dann ''Kalkreuter''. Auch ''Kalkmann'' kommt zwischenzeitlich als Personenname auf der Stätte vor. Der Name ''Schäfer'' (auch ''Scheiper'' u. ä.) verschwindet nur langsam; noch im letzten Salbuch von 1855 heißt die Stätte ''Schäfer m.''(odo) ''Kalkreuter''. | Mit dem Sohn Johann (1653 - 1730) setzt ein Namenswandel von Stätte und Bewohnern ein. Als ''Johan Schäffer'' 1653 geboren heiratet er 1685 als ''Johan, Herman Kalcks zu Hörste auß dem Stapelager Kirchspiel ehelicher Sohn''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref> ; 1708 wird er in einer amtlichen Eigenbehörigen-Zählung ''Kalck Johan'' genannt und 1730 auch unter diesem Namen in Stapelage begraben. Der zugehörige Gogerichtsvermerk (Sterbfälle) lautet gleichwohl: (Der) ''Alte Johan Schäffer, ein Stratenkötter, Illsmi Eigen, nachgelaßen 1 Kuh.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 185, S. 238 </ref> Das Messbuch von 1730 bezeichnet die Stätte mit ''Johan Scheiper in der Kalkreh''. Aus ''Kalkreh'' wird später ''Kalkrehde'', noch später ''Kalkreute'', aus dem Personennamen ''Kalk'' entsteht folgerichtig ''Kalkrehder'', dann ''Kalkreuter''. Auch ''Kalkmann'' kommt zwischenzeitlich als Personenname auf der Stätte vor. Der Name ''Schäfer'' (auch ''Scheiper'' u. ä.) verschwindet nur langsam; noch im letzten Salbuch von 1855 heißt die Stätte ''Schäfer m.''(odo) ''Kalkreuter''. | ||
In den Jahrzehnten um 1700 ist die Besitzerfolge auf der Stätte unklar. Johann Schäfer/Kalkreuter und seine angetraute Ehefrau haben sich 1685 zunächst als Einlieger auf der Nachbarstätte Hilgenstöhler niedergelassen<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315; darin: Die Braut ziehet zum Bräutigam in des Meÿers zu Stapelage Kohten auff dem Hilgen Stuhl, haben sonsten nichts eigenes daher auch weitter nichtes zu verschreiben. </ref>; offenbar ist er aber 1708 Kötter auf der elterlichen Stätte. Seine hochbetagt verstorbene Mutter hat sich vor ihrem Tode 1698 nicht auf eine Leibzucht/Versorgung stützen können: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 350 </ref> ''Alte Scheper Hermansche der Meÿerschen zu Stapelage Köttersche eÿgen verstorben, nichts nachgelaßen, da sie die Nachbahrn ernehren mußten.'' | In den Jahrzehnten um 1700 ist die Situation und die Besitzerfolge auf der Stätte unklar. Johann Schäfer/Kalkreuter und seine angetraute Ehefrau haben sich 1685 zunächst als Einlieger auf der Nachbarstätte Hilgenstöhler niedergelassen<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315; darin: Die Braut ziehet zum Bräutigam in des Meÿers zu Stapelage Kohten auff dem Hilgen Stuhl, haben sonsten nichts eigenes daher auch weitter nichtes zu verschreiben. </ref>; offenbar ist er aber 1708 Kötter auf der elterlichen Stätte. Seine hochbetagt verstorbene Mutter hat sich vor ihrem Tode 1698 nicht auf eine Leibzucht/Versorgung stützen können: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 350 </ref> ''Alte Scheper Hermansche der Meÿerschen zu Stapelage Köttersche eÿgen verstorben, nichts nachgelaßen, da sie die Nachbahrn ernehren mußten.'' | ||
Offenbar haben Johann Schäfer/Kalkreuter und seine Frau Anna Maria Hunke in ihrem späten Leben keine (lebenden) Kinder, deshalb kommt es 1729 für die Nachfolge auf der Stätte zu einer typischen arrangierten Ehe von Verwandten beider Seiten: ''Arend Henrich, Friedrich Hunken aus Hörste ehliger Sohn, tritt in die Ehe mit Annen Catharinen, Simon Scheipers daselbsten natürlichen Tochter.''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 136, S. 107 </ref> ''Kalck Simon'' (der Brautvater) hatte 1703 als Soldat in lippischen Diensten ''mit Maria Schultzen in Unpflicht gelebet'' und eine uneheliche Tochter gezeugt.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 181, S. 114 </ref> <ref> Naheliegend (aber nicht nachweisbar) ist Kalk Simon als Neffe des Johann Kalk, dergestalt dass dessen älterer Bruder Hans (* 1647) in den 1670er Jahren (die laut Eigenbehörigen-Verzeichnis 1708 auf der Stätte lebende und auch später dort verstorbene) ''Gerdrud Kalkmann'' (1652 - 1741), Tochter des Henrich im Hagen (Uekenpohl), geheiratet und seine elterliche Stätte übernommen hat. Als weiteres Kind/Tochter dieses Ehepaares kommt die zweimal verwitwete, in Stapelage begrabene ''Anna Elisabeth Kalckreder'' (1681 - 1770) in Frage. </ref> | Offenbar haben Johann Schäfer/Kalkreuter und seine Frau Anna Maria Hunke in ihrem späten Leben keine (lebenden unverheirateten oder besitzlosen) Kinder, deshalb kommt es 1729 für die Nachfolge auf der Stätte zu einer typischen arrangierten Ehe von Verwandten beider Seiten: ''Arend Henrich, Friedrich Hunken aus Hörste ehliger Sohn, tritt in die Ehe mit Annen Catharinen, Simon Scheipers daselbsten natürlichen Tochter.''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 136, S. 107 </ref> ''Kalck Simon'' (der Brautvater) hatte 1703 als Soldat in lippischen Diensten ''mit Maria Schultzen in Unpflicht gelebet'' und eine uneheliche Tochter gezeugt.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 181, S. 114 </ref> <ref> Naheliegend (aber nicht nachweisbar) ist Kalk Simon als Neffe des Johann Kalk, dergestalt dass dessen älterer Bruder Hans (* 1647) in den 1670er Jahren (die laut Eigenbehörigen-Verzeichnis 1708 auf der Stätte lebende und auch später dort verstorbene) ''Gerdrud Kalkmann'' (1652 - 1741), Tochter des Henrich im Hagen (Uekenpohl), geheiratet und seine elterliche Stätte übernommen hat. Als weiteres Kind/Tochter dieses Ehepaares kommt die zweimal verwitwete, in Stapelage begrabene ''Anna Elisabeth Kalckreder'' (1681 - 1770) in Frage. </ref> | ||
Aus dieser 1729 geschlossenen dritten ehelichen Verbindung zwischen den Stätten/Familien Schäfer/Kalk . . . Nr. 24 und Hunke Nr. 13 gehen alle weiteren Kalkreuter-Generationen in Stapelage und später auch in Haustenbeck und anderswo hervor. | Aus dieser 1729 geschlossenen dritten ehelichen Verbindung zwischen den Stätten/Familien Schäfer/Kalk . . . Nr. 24 und Hunke Nr. 13 gehen alle weiteren Kalkreuter-Generationen in Stapelage und später auch in Haustenbeck und anderswo hervor. | ||
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ab 1937 (durch Kauf) Fritz-Günther von Velsen, Wanne-Eickel (Eigentümer); Gärtner Lockermann (Pächter bis 1948) | ab 1937 (durch Kauf) Fritz-Günther von Velsen, Wanne-Eickel (Eigentümer); Gärtner Lockermann (Pächter bis 1948) | ||
Bewohner der Stätte Hörste Nr. 24 in Adressbüchern: | |||
1900/01: 24 (Stapelage) Kalkreuter, Aug., Ziegler. Kalkreuter, Aug., Leibzüchter. | |||
1925/26: 24 (Stadt Herne) Sielemann, Wilhelm, Wirtschafter; Kalkreuter, Gottlieb, Ziegler | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
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