Stapelager Straße 49 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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Darüber hinaus kommt ziemlich früh eine Stätte Riesenberg in Pivitsheide VL hinzu.  
Darüber hinaus kommt ziemlich früh eine Stätte Riesenberg in Pivitsheide VL hinzu.  


Eine Ziegelei Riesenberg, Behrens & Co. in Zehdenick (Kreis Templin) wurde 1948 von der Sowjetischen Militäradministration enteignet.
Eine Ziegelei Riesenberg, Behrens & Co. in Zehdenick (Kreis Templin, Brandenburg) wurde 1948 von der Sowjetischen Militäradministration enteignet.


[[Datei:Enteignungsurkunde 500w 06084736072.jpg|mini|Riesenberg, Behrens & Co., Ziegelei in Zehdenick (Krs. Templin)  -  Enteignungsurkunde von 1948.]]
[[Datei:Enteignungsurkunde 500w 06084736072.jpg|mini|Riesenberg, Behrens & Co., Ziegelei in Zehdenick (Krs. Templin)  -  Enteignungsurkunde von 1948.]]


==Geschichte==
==Geschichte==
Der aus Hörste stammende und in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Ziegelmeister Wilhelm Riesenberg hat offensichtlich bereits einigen Wohlstand erarbeitet, als er fast fünfzigjährig Grundbesitz anstrebt. 1896 kauft er für 6000 Mark 1,2 ha Land „auf dem Kreuze“ (zwischen Hörste und Stapelage) von Bäckermeister Conrad Grotegut, Hörste Nr. 31. 1897 lässt er auf diesem Land ein Haus errichten, das zwar „Neuwohnerstätte“ im Sinne von Kleinlandwirtschaft ist, zugleich aber durchaus repräsentativen Charakter hat. 1903 erwirbt Riesenberg weitere angrenzende 0,3 ha Land von Colon Hermann Brink, Hörste Nr. 8.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300126 - 300127</ref>
Der aus Hörste stammende und in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Ziegelmeister Wilhelm Riesenberg hatte sich offensichtlich bereits einigen Wohlstand erarbeitet, als er fast fünfzigjährig Grundbesitz erwarb. 1896 kaufte er für 6.000 Mark 1,2 ha Land „auf dem Kreuze“ zwischen Hörste und Stapelage von Bäckermeister Conrad Grotegut, Hörste Nr. 31. 1897 ließ er auf diesem Land ein Haus errichten, das zwar eine „Neuwohnerstätte“ im Sinne von Kleinlandwirtschaft war, zugleich aber durchaus repräsentativen Charakter hatte. 1903 erwarb Riesenberg weitere angrenzende 0,3 ha Land von Colon Hermann Brink, Hörste Nr. 8.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300126 - 300127</ref>
   
   
Wilhelm Riesenberg gehört zu den wenigen Ziegelmeistern, die sich voll unternehmerisch engagierten, schließlich Ziegelei-Pächter oder gar Ziegelei-Besitzer wurden. Er übernimmt mit Partner(n) irgendwann in den Jahrzehnten nach der Stättengründung in Hörste die (Dampf-)Ziegelei J. Zimmermann in Zehdenick/Krs. Templin (nördlich von Berlin an der Havel) und betreibt diese unter dem Namen Riesenberg & Berends oHG, Ziegeleibetrieb in Mildenberg (Kr. Templin) weiter.<ref>div. Quellen zu „Ziegelei“ + „Riesenberg“ + „Behrends“ im Internet</ref>  Er arbeitet dort,  unterstützt von Söhnen und Schwiegersöhnen, bis ins hohe Alter, hält sich meistens dort auf und verstirbt 1929 auch dort. Die Ziegelei wird 1948 enteignet.
Wilhelm Riesenberg gehörte zu den wenigen Ziegelmeistern, die sich voll unternehmerisch engagierten und schließlich Ziegelei-Pächter oder sogar Ziegelei-Besitzer wurden. In den Jahrzehnten nach der Stättengründung in Hörste übernahm er mit Partnern die (Dampf-)Ziegelei J. Zimmermann in Zehdenick (Kreis Templin, nördlich von Berlin an der Havel) und betrieb diese unter dem Namen Riesenberg & Berends oHG, Ziegeleibetrieb in Mildenberg (Kreis Templin) weiter.<ref>div. Quellen zu „Ziegelei“ + „Riesenberg“ + „Behrends“ im Internet</ref>  Er arbeitete dort,  unterstützt von Söhnen und Schwiegersöhnen, bis ins hohe Alter, hielt sich meistens dort auf und verstarb 1929 auch dort. Die Ziegelei wird 1948 enteignet.


Seine Stätte in der Heimat  -  Hörste Nr. 95  -  überträgt Wilhelm Riesenberg 1921 käuflich an seinen Schwiegersohn August Kalkreuter, der dort mit seiner großen Familie lebt. Wilhelm Riesenberg behält sich dabei eine Leibzucht vor, die er aber kaum nutzt.
Seine Stätte in der Heimat  -  Hörste Nr. 95  -  verkaufte Wilhelm Riesenberg 1921 an seinen Schwiegersohn August Kalkreuter, der dort mit seiner großen Familie lebte. Wilhelm Riesenberg behielt sich dabei eine Leibzucht vor, die er aber kaum nutzte.


Ab den 1960er Jahren erfasst der Strukturwandel auch die ehemalige Stätte Nr. 95. Wo zuvor (Selbstversorgungs-)Landwirtschaft betrieben wurde, entstehen zahlreiche neue Häuser (heute Kolpingstraße, Lutherweg etc.).
Ab den 1960er Jahren erfasst der Strukturwandel auch die ehemalige Stätte Nr. 95. Wo zuvor (Selbstversorgungs-) Landwirtschaft betrieben wurde, entstand eine Neubausiedlung (heute Kolpingstraße, Lutherweg etc.).
 
[[Datei:Auf dem Kreuze - das alte Haus Kalkreuter.jpg|mini|Haus Riesenberg/Kalkreuter, Hörste Nr. 95, Straßenansicht, um 1960? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Auf dem Kreuze - Innenhof Haus Kalkreuter.jpg|mini|Haus Riesenberg/Kalkreuter, Hörste Nr. 95, rückwärtige Ansicht mit Dielentor, um 1960 ? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]


[[Datei:Auf dem Kreuze - das alte Haus Kalkreuter.jpg|mini|Haus Riesenberg/Kalkreuter, Hörste Nr. 95, Straßenansicht, um 1960 ?, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Auf dem Kreuze - Innenhof Haus Kalkreuter.jpg|mini|Haus Riesenberg/Kalkreuter, Hörste Nr. 95, rückwärtige Ansicht, um 1960 ?, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
==Gebäude==
==Gebäude==
Repräsentativer, zweigeschossiger Bruchstein-Traufenbau mit aufgeputzten Eckquadern und Fensterlaibungen, links zweiachsiger Vorbau mit steilem Zwerchgiebel zur Straße. In der Mitte der Fassade große Eingangsveranda mit Korbbogenarkaden und Altan im 1. Stock, später zum verglasten Wintergarten ausgebaut. Rückwärtiger Anbau mit Stallteil und Diele für landwirtschaftliche Nutzung.
Repräsentativer, zweigeschossiger Bruchstein-Traufenbau mit aufgeputzten Eckquadern und Fensterlaibungen, links zweiachsiger Vorbau mit steilem Zwerchgiebel zur Straße. In der Mitte der Fassade große Eingangsveranda mit Korbbogenarkaden und Altan im 1. Stock, später zum verglasten Wintergarten ausgebaut. Rückwärtiger Anbau mit Stallteil und Diele für landwirtschaftliche Nutzung.


==Inschriften==
==Inschriften==
Im Giebel aufgeputztes Spruchband mit Baujahr des Hauses (1897?), Inschrift über dem Eingang Inschrift nicht lesbar (wegen Unschärfe des Fotos).
Im Giebel aufgeputztes Spruchband mit Baujahr des Hauses:
 
1897 (?)
 
Inschrift über dem Eingang:
 
Ich und mein Haus/ wollen dem Herrn dienen.


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==