Klüter Straße 48 (Jerxen-Orbke): Unterschied zwischen den Versionen

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Erstmals 1523 erwähnter Hof, ehemals Jerxen Nr. 2.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 90.</ref>
Erstmals 1467 erwähnter Hof, ehemals Jerxen Nr. 2.


==Geschichte==
==Geschichte==
Im Landschatzregister 1467 "Beyne to Jertzen" genannt, zahlte den Betrag von 1 Gulden; 1497 als "Benehans" 5 Mariengroschen und 1507 noch 3 Mariengroschen.<ref>{{StöwerLandschatzregister2001}}, S. 84 u. 89.</ref>
Salbuch 1614/20 [Nr.] "868. Johan Benß Johan von der Burgk eigen. Gibt I. G. Schuldekorn 6 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 27 Schfl. Habern, 1 Hun; Landschatz 2½ Gfl.; Burgfestgeld 1 Rtl.; Malzgeld 9 Gr.; Hofgerichtsschatz 7½ Gr.; drey Tage Burgfest; 8 Ort Tage nach Dettmoldt mit den Pferden mit seinem Zuspenner. Johan von der Burgk Dienstgeld 2 TIr.; 1 Malschwein, 6 Schfl. Schweinhabern, 4 Huner; dienet ihme jerlich mit den Pferden drey Tage. Den Thumbhern zu Padelborne den Zehenden oder dafur 10 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 18 Schfl. Hafern, 2 Huner. NB: Hat aus der Ottern umbs 4. Jahr 9 Schfl. Habern zu Batte. Bey die Kirchen zu Heyden 18 Schfl. Hafern. Dem Chuster daselbst 1 Schfl. Gersten. Gogrefenhaber umbs 2. Jahr 1 Schfl."<ref>{{StöwerSalbücher1969}}, S. 100.</ref>
1816 Landverkauf von dem Beineschen Kolonate Nr. 2 in Jerxen an den Einlieger Christoph Oberkrome in Jerxen zur Anlegung einer neuen Stätte, 1816.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 1: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1822-1837, 3.</ref>  
1816 Landverkauf von dem Beineschen Kolonate Nr. 2 in Jerxen an den Einlieger Christoph Oberkrome in Jerxen zur Anlegung einer neuen Stätte, 1816.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Nr. Fach 2 Nr. 28 - Band 1: Kolonatssachen in der Bauerschaft Jerxen-Orbke, 1822-1837, 3.</ref>  


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1855 sind im Salbuch nur noch die Wohngebäude aufgelistet. Bei Beine sind es wie zuvor 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4045.</ref>
1855 sind im Salbuch nur noch die Wohngebäude aufgelistet. Bei Beine sind es wie zuvor 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 139: Salbuch der ehem. Vogtei Heiden von 1855, Bd. 3, 1855-1886/1888 (1771), S. 4045.</ref>
[[Datei:Jerxen Nr. 2, Leibzucht 1792 Pahmeier 1970.jpg|mini|Jerxen Nr. 2, Hof Beine, Leibzucht von 1792. Foto: Pahmeier 1970 (LLB Detmold)]]
'''Leibzucht, 1792:''' Vierständer-Fachwerkbau von 1792, Längsdielenhaus von 6 Fachen (7 Gebinden) Länge, Außenwände sind dreifach verriegelt, gegenläufigen Schwelle-Ständer-Streben an den Giebelseiten, Giebeldreiecke über Stichbalken zweifach vorkragend. Torgiebeldreieck senkrecht mit Eichenholz verbrettert, in der Giebelspitze quer, rückwärtige Giebelverbretterung aus Nadelholz. Die Torbogenkante mit Rundstab, unten zur Spirale gerollt. Beide Torständer mit Vasen, aus denen Blumen ranken die obere Blüte aus Stern bzw. Rose, die Kopfbänder des Torbogens ebenfalls mit Blumenranken beschnitzt. Zwei Oberlichtfenster über dem des Sturzriegel, Stern auf dem mittleren Stiel, auf den Köpfen der Torständer jeweils eine Vase mit Tulpenranke. Querwand zum Kammerfach erhalten, ebenso Kopfbänder und Backsteinboden der Deele. Unter dem Kammerfach ein Teilkeller aus Bruchstein, halb eingetieft. Dachkonstruktion mit Kehl- und Hahnenbalkenlage, vier Hochsäulen in den Giebeln und an der Bodenluke im 3. Fach. Aussteifung in Längsrichtung durch kopfbandverstrebte Kehlbalkenunterzüge zwischen den Hochsäulen und angeblattete Streben. Aufzugsrolle am Verbindungsholz zwischen den paarig gesetzten Hochsäulen noch vorhanden. Bauzeitliche Dachlattung größtenteils erhalten. Dachfuß mit Unterrähm, von Knaggen gestützt. Satteldach mit dunklen Betondachsteinen. Jüngerere Anbauten an beinden Traufseiten.<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref>


==Inschriften==
==Inschriften==
[[Datei:Jerxen Nr. 2, Leibzucht 1792 Schall 2009.jpg|mini|Jerxen Nr. 2, Leibzucht von 1792, Torbogen. Foto: Hans-Christian Schall 2009 (nhv-ahnenforschung.de)]]


Am Torbogen der Leibzucht (1891 als selbständiges [[Klüter Straße 44 (Jerxen-Orbke)|Kolonat Nr. 54]] abgeteilt):
Am Torbogen der Leibzucht (1891 als selbständiges [[Klüter Straße 44 (Jerxen-Orbke)|Kolonat Nr. 54]] abgeteilt), auf dem Torsturz vierzeilige Inschrift in Flachschnitt:


"IOHAN TÖNS MEIR VON DOL SEN UND ANNA SOFFIA LISABET MEIERS IN IERXEN<br>
IOHAN TÖNS MEIER VON DOL SEN UND ANNA SOFFIA LISABET MEIERS IN IERXEN / HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN AUF GOT UND NICHT AUF MEINEN RATH WIL ICH MEIN GLÜCKE BAUEN U / DEM DER MICH ERSCHAFEN HAT MIT GANZER SELE TRAUEN ER DER DIE WELT ALMÄCHTIG HÄLT WIRD / MICH IN MEINEN TAGEN ALS GOT / UND VATER TRAGEN D 27 JULI / M.I.HTK. / 1792
HABEN DIS HAUS LASEN BAUEN AUF GOT UND NICHT AUF MEINEN RATH WILL ICH MEIN GLÜCK EBAUEN U<br>
 
DEM DER MICH ERSCHAFFEN HAT MIT GANZER SELE TRAUEN ER DER DIE WELT ALMÄCHTIG HÄLT WIRD<br> MICH IN MEINEN TAGEN ALS GOT UND VATER TRAGEN D 27 IULI<br>1792 M.I.H.T.K"
Der Spruch ist die erste Strophe eines bekannten Kirchenliedes von Christian Fürchtegott Gellert (1715-69, Ev. Gesangbuch Nr. 372). Der Erbauer Johann Töns Meier von Dolsen (zu Döldissen) bei Leopoldshöhe war ein Interimswirt durch Einheirat.


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
1467 Beyne.
1497 Benehans.


1523 Hans Beine.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 90.</ref>
1523 Hans Beine.<ref>{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}, S. 90.</ref>
Salbuch 1614/20 [Nr.] "868. Johan Benß Johan von der Burgk eigen. Gibt I. G. Schuldekorn 6 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 27 Schfl. Habern, 1 Hun; Landschatz 2½ Gfl.; Burgfestgeld 1 Rtl.; Malzgeld 9 Gr.; Hofgerichtsschatz 7½ Gr.; drey Tage Burgfest; 8 Ort Tage nach Dettmoldt mit den Pferden mit seinem Zuspenner. Johan von der Burgk Dienstgeld 2 TIr.; 1 Malschwein, 6 Schfl. Schweinhabern, 4 Huner; dienet ihme jerlich mit den Pferden drey Tage. Den Thumbhern zu Padelborne den Zehenden oder dafur 10 Schfl. Rogken, 9 Schfl. Gersten, 18 Schfl. Hafern, 2 Huner. NB: Hat aus der Ottern umbs 4. Jahr 9 Schfl. Habern zu Batte. Bey die Kirchen zu Heyden 18 Schfl. Hafern. Dem Chuster daselbst 1 Schfl. Gersten. Gogrefenhaber umbs 2. Jahr 1 Schfl."<ref>{{StöwerSalbücher1969}}, S. 100.</ref>


1781 Tönß Henrich Beine zu Jerxen, ein kleiner Halbmeyer, der lutherischen Kirche in Detmold leibeigen. An Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Schoppen, Backhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1145. [https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F%7E001%2F00108%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=580 Digitalisat].</ref>
1781 Tönß Henrich Beine zu Jerxen, ein kleiner Halbmeyer, der lutherischen Kirche in Detmold leibeigen. An Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Schoppen, Backhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 108: Salbuch der Vogtei Heiden von 1781 (bis ca. 1835), S. 1145. [https://dfg-viewer.de/show?id=9&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F%7E001%2F00108%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=580 Digitalisat].</ref>
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==Literatur==
==Literatur==
{{StöwerLandschatzregister2001}}.


{{Heuwinkel-OtterDorf2014}}.
==Quellen==
==Quellen==