Hiddentruper Straße 11-13 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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|Ortsteil1901=Hörste
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|Hausnummer1901=006
|Hausnummer1901=006
}}Über die Grundstücke Hiddentruper Straße 11 und 13 erstreckte sich bis 1981 das um 1560 erbaute Haupthaus des ehemaligen, bereits im 19. Jahrhundert zerteilten Hofes Hanning, früher Hörste Nr. 6.
}}Auf den heutigen Grundstücken Hiddentruper Straße 11 und 13 stand bis 1981 das um 1560 erbaute Haupthaus des ehemaligen, bereits im 19. Jahrhundert zerteilten Hofes Hanning, später Brokmann, früher Hörste Nr. 6.


Dieser 1730 als Großkötter klassifizierte Hof umfasste zu jener Zeit 162 Scheffelsaat (ca. 27 ha) Gesamtfläche,  wovon 102 Scheffelsaat (ca. 17 ha) Saatland (Ackerland) waren. Zu dem Hof gehörten vier Pferde.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 102, S. 224</ref>  
Dieser 1730 als Großkötter klassifizierte Hof umfasste zu jener Zeit 162 Scheffelsaat (ca. 27 ha) Gesamtfläche,  wovon 102 Scheffelsaat (ca. 17 ha) Saatland (Ackerland) waren. Zu dem Hof gehörten vier Pferde.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I, Nr. 102, S. 224</ref>


==Geschichte==
==Geschichte==
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==Gebäude==
==Gebäude==
Als Erbauer des um 1560 datierten und 1981 abgebrochenen Zweiständer-Haupthauses kann ''Cordt Johanninck'' gelten, der 1562 und 1572 in den Landschatzregistern genannt wird.
In den Salbüchern ist folgender Gebäudebestand des Hofes Hörste Nr. 6 vermerkt: um 1640  ''2 gebuwte vnnd 1 backhaus'', 1730 ''Hannings Hoff mit 4 gebäu und 3 Erdtkuhlen'', 1771 ''an Gebäuden 1) ein Wohnhauß, 2) eine Leibzucht, 3) einen Schoppen, 4) ein Backhauß'', 1781 (wie vor), 1829 (wie vor), Nachtrag: ''ein Kotten auf IV, 15'', 1855 ''1. ein Wohnhaus, 2. eine Leibzucht, 3. einen Kotten auf dem Lande IV. 14.''  
In den Salbüchern ist folgender Gebäudebestand des Hofes Hörste Nr. 6 vermerkt: um 1640  ''2 gebuwte vnnd 1 backhaus'', 1730 ''Hannings Hoff mit 4 gebäu und 3 Erdtkuhlen'', 1771 ''an Gebäuden 1) ein Wohnhauß, 2) eine Leibzucht, 3) einen Schoppen, 4) ein Backhauß'', 1781 (wie vor), 1829 (wie vor), Nachtrag: ''ein Kotten auf IV, 15'', 1855 ''1. ein Wohnhaus, 2. eine Leibzucht, 3. einen Kotten auf dem Lande IV. 14.''  


Über Veränderungen des Bestandes bzw. einzelner Gebäude verlautet:
Über Veränderungen des Bestandes bzw. einzelner Gebäude verlautet:


a) 1670 .  .  . 1675  Hans Hanning finanziert aus holländischer Erbschaft den Bau eines neuen Hauses auf dem Hof Hanning.
a) 1670 - 1675  Hans Hanning finanziert aus holländischer Erbschaft den Bau eines neuen Hauses auf dem Hof Hanning.


b) um 1778  Brandschaden des Leibzuchtshauses, daraufhin 1780/81 Steine-Lieferung und Baumaßnahmen <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref>
b) um 1778  Brandschaden des Leibzuchtshauses, daraufhin 1780/81 Steine-Lieferung und Baumaßnahmen <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref>
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g) 1981  Abrissgenehmigung und Abriss des alten Wohnhauses
g) 1981  Abrissgenehmigung und Abriss des alten Wohnhauses
[[Datei:1560 Nr. 6 Grundriss 846 1518 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (Grundriss, Schnitte) von Gerhard Eitzen, vor 1960. Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1518]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Grundriss 846 1518 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (Grundriss, Schnitte) von Gerhard Eitzen, 1949. Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1518]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Giebelansicht 846 1530 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (Giebelansicht) von Gerhard Eitzen, vor 1960. Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1530]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Giebelansicht 846 1530 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (Giebelansicht) von Gerhard Eitzen, 1949. Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1530]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Rückwärtige Ansicht 846 1519 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes, Schaubild (rückwärtige Ansicht) von Gerhard Eitzen, vor 1960. Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1519]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Rückwärtige Ansicht 846 1519 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes, Schaubild (rückwärtige Ansicht) von Gerhard Eitzen, 1949. Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1519]]
[[Datei:1885 Geb steuer änderungen Hörste.jpg|mini|Baumaßnahmen u. Gebäudesteuer-Veränderungen in Hörste 1885, LAV NRW OWL, L 101 A III Nr. 431]]
[[Datei:1885 Geb steuer änderungen Hörste.jpg|mini|Baumaßnahmen u. Gebäudesteuer-Veränderungen in Hörste 1885, LAV NRW OWL, L 101 A III Nr. 431]]
Neben dem nach bauhistorischen Untersuchungen um 1560 errichteten Haupthaus hat es also ein Backhaus und vor 1670 ein weiteres Haus (Leibzucht ?) auf dem Hof Hanning gegeben. Um 1673 ist dann noch ein Haus hinzugekommen. Etwa 1778 ist die Leibzucht abgebrannt, 1780 dann das Ersatzgebäude errichtet, wie der erhaltene Torbalken ausweist. Dieser Torbalken muss nach Abbruch der „neuen“ Leibzucht 1871/72 auf dem Hof Hanning verblieben sein, so dass er um 1877 bei Errichtung des nächsten, bis heute erhaltenen Hauses an gleicher Stelle (Haus Nr. 72) wieder verwendet werden konnte.
Neben dem nach bauhistorischen Untersuchungen um 1560 errichteten Haupthaus hat es also ein Backhaus und vor 1670 ein weiteres Haus (Leibzucht ?) auf dem Hof Hanning gegeben. Um 1673 ist dann noch ein Haus hinzugekommen. Etwa 1778 ist die Leibzucht abgebrannt, 1780 dann das Ersatzgebäude errichtet, wie der erhaltene Torbalken ausweist. Dieser Torbalken muss nach Abbruch der „neuen“ Leibzucht 1871/72 auf dem Hof Hanning verblieben sein, so dass er um 1877 bei Errichtung des nächsten, bis heute erhaltenen Hauses an gleicher Stelle (Haus Nr. 72) wieder verwendet werden konnte.
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Der Torbalken der 1871/72 abgerissenen Leibzucht ist in das heutige Haus an gleicher Stelle (Nr. 72, Ziegelmeister Meyer, später Brokmann) eingebaut; er trägt die Inschrift:
Der Torbalken der 1871/72 abgerissenen Leibzucht ist in das heutige Haus an gleicher Stelle (Nr. 72, Ziegelmeister Meyer, später Brokmann) eingebaut; er trägt die Inschrift:


JOHAN BERNDT HARNING XNND ANNA KATRINA BRINKM VON IRRXSEN [= Jerxen] HABEN D[IES HAUS] / LASEN BAUEN DEN 22. NOVEMBER 1780 PS 39 XV 10 O ICH WIL SCHWEIGEN UND MEINEN [MUND] NICHT AUFTHUN DAN D[ER] HERR HA(S)T ES GETHAN X M IOHAN  
JOHAN BERNDT HARNING XNND ANNA KATRINA BRINKM VON IRRXSEN [= Jerxen] HABEN D[IES HAUS] / LASEN BAUEN DEN 22. NOVEMBER 1780 - PS 39 XV 10 O ICH WIL SCHWEIGEN UND MEINEN [MUND] / NICHT AUFTHUN DAN DU HERR HAST ES GETHAN - M IOHAN...


[[Datei:1780 Torbalken Hanning.jpg|mini|Torbalken des nach Brand 1780 neu erbauten Leibzuchtshauses Hanning (um 1877 eingebaut in das Haus Hiddentruper Straße 15), 2024. Foto: Dr. Horst Wissbrock]]
[[Datei:1780 Torbalken Hanning.jpg|mini|Torbalken des nach Brand 1780 neu erbauten Leibzuchtshauses Hanning (um 1877 eingebaut in das Haus Hiddentruper Straße 15), 2024. Foto: Dr. Horst Wissbrock]]
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==Literatur==
==Literatur==
Josef Schepers, Haus und Hof westfälischer Bauern. 1. Auflage Münster 1960.
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==Quellen==
==Quellen==
H. Wissbrock, Hanning Nr. 6  -  Spuren eines gänzlich verschwundenen Hofes in Hörste, Vortrag im Genealogischen Arbeitskreis des NHV Lippe, Detmold, 6. Nov. 2024
H. Wissbrock, Hanning Nr. 6  -  Spuren eines gänzlich verschwundenen Hofes in Hörste. Vortrag im Genealogischen Arbeitskreis des NHV Lippe, Detmold, 6. Nov. 2024.


==Weblinks==
==Weblinks==