Remmighausen: Unterschied zwischen den Versionen
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==Lage== | ==Lage== | ||
[[File:Stadtteile Detmold - Remmighausen.svg|thumb|Stadtteile Detmold - Remmighausen]] | [[File:Stadtteile Detmold - Remmighausen.svg|thumb|Stadtteile Detmold - Remmighausen]] | ||
Remmighausen liegt südöstlich der Kernstadt Detmold und schließt an den Ortsteil [[Spork-Eichholz]] an. Der Ort liegt im Tal der Werre und am Abhang des Remmighauser Berges. | |||
==Verwaltungszugehörigkeit== | ==Verwaltungszugehörigkeit== | ||
Bauerschaft, 1901 mit den Wohnplätzen Lenstrup, Döringsfeld und Fissenknick, Pfarrbezirk Detmold-Land. Amt Detmold, seit 1.1.1970 Ortsteil der Stadt Detmold. | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Erste Erwähnung in einer Urkunde Bischof Immads von Paderborn zwischen1052 und 1076.<ref>{{PreußRegesten1860}}, Nr. 37.</ref> Darin schenkt ein Wirinbert mit Einwilligung seines Sohnes Bovo dem Bischof 2 Höfe im Thietmelli-Gau, und zwar in der Villa Aldenthorp ([[Hornoldendorf]]) und in Remikenhusun (Remmighausen), außerdem die Hälfte eines Waldes in Bennenberge (Bannenberg bei [[Schönemark]]). Die Ansiedlung dürfte aber um einiges älter sein. Die in den ältesten Salbüchern von 1614/1617 genannten 8 Höfe (5 in Remmighausen, 2 in Lenstrup und 1 in Döringsfeld) bilden auch 1782 noch die gesamte Bauerschaft. In dem ältesten überlieferten Landschatzregister um 1390 werden in Remmighausen 5 Hofstätten genannt (in Klammern die späteren Namen und Kolonatsnummern): | |||
* de meyger (Nr. 2 Meyer zu Remmighausen) | |||
* Henne Meckynch (Nr. 7 Betge) | |||
* Hynke Fygen (Nr. 3 Fiener) | |||
* de Hagemeister (Nr. 8 Hagemeister) | |||
* Huppe (Nr. 6 Hüppe)<br> | |||
Der Hof Nr. 1 Döringsfeld liegt weit im Nordosten an der Grenze zu [[Diestelbruch]], die Höfe Nr. 4 Meier Johann und Nr. 5 Stockebrand liegen weit im Osten in Lenstrup an der Grenze zu [[Schönemark]]. Letztere sind in den frühen Landschatzregistern folgendermaßen benannt: | |||
* ca. 1390, To Lenstynchtorpe: Bernd 27 s., tenetur 15½ s., Stokebrant.<ref>{{StöwerLandschatzregister2001}}, S. 144.</ref> | |||
* 1467 To Lendestorpe: Henne 4 g, Hesloe ½ g., unde sin sone 3½ g, | |||
* 1497 Lendenstorpe: Henne to Lendenstorpe 1½ g., Stokebranth 6 m, | |||
* 1507 Lendesstorp: Gerde 3 g, Stokebrant 2½ g.<ref>{{StöwerLandschatzregister2001}}, S. 113.</ref><br> | |||
Auch diese Höfe zählten zur Bauerschaft Remmighausen. | |||
Erst am Ende des 18. Jh. kommt mit der Stätte Nr. 9 (Claas) ein erster Neuwohner hinzu, 1831 zwei weitere. Im Adressbuch von 1901 ist die Zahl der Kolonate dann auf 21 angewachsen,<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 222.</ref>, 1926 auf 52.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 703.</ref> | |||
==Siedlungscharakteristik== | ==Siedlungscharakteristik== | ||
Ursprünglich eine Bauerschaft aus Einzelhöfen wie der [[Döringsfeld 1 (Remmighausen)|Hof Döringsfeld]] und Höfetrupps in Lenstrup und dem Kern von Remmighausen. Letzterer liegt im Tal der Werre, die Wohnplätze Lenstrup und Döringsfeld schon am Westhang des Leistruper Waldes. Durch Siedlungsverdichtung ist diese ursprüngliche Siedlungsstruktur nur noch in den beiden Wohnplätzen Lenstrup und Döringsfeld erlebbar. | |||
==Pläne, Ortsansichten== | ==Pläne, Ortsansichten== | ||
==Ortsname== | ==Ortsname== | ||
Der Ortsname bedeutet "bei den Häusern des Remiko". Der Personenname geht zurück auf altsächsisch ''(h)ra:an'', althochdeutsch ''(h)raban'' (Rabe).<ref>{{MeinekeOrtsnamen2010}}, S. 401.</ref> | |||
==Bevölkerung== | ==Bevölkerung== | ||
1895 208 Einwohner*innen, davon 13 Döringsfeld, 31 Fissenknick und Lenstrup.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 221.</ref> | |||
1925 481 Einwohner*innen, davon 241 weibl., 240 männl.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 701.</ref> Fissenknick wird nicht mehr als Wohnplatz von Remmighausen geführt. | |||
1962: 1.343 Einwohner*innen.<ref>{{LippeAdressbuch1962}}, S. 205.</ref> | |||
2006: 1.924 Einwohner*innen. | |||
==Hausstätten== | ==Hausstätten== | ||
==Verkehrswege== | ==Verkehrswege== | ||
Der Ortsteil wird von der B 239 [[Hornsche Straße (Remmighausen)|Hornschen Straße]] durchschnitten, die auf der Trassenführung der Meinberger Chaussee beruht (ab 1785<ref>LAV NRW OWL, L 92 S / Lippische Rentkammer - Verkehrswege- und Wasserbau, Nr. 0 - Tit. IV Nr. 5 | |||
Meinberger Chaussee, Weg von Detmold nach Meinberg; Verlegung des Weges von Eichholz nach Remmighausen in gerader Linie, 1785.</ref>). | |||
1895 bis ca. 1985 Haltepunkt an der Eisenbahnlinie Detmold – Himmighausen ( – Altenbeken). Heute nur noch Güterabfertigung. Das [[Am Ostbahnhof 7 (Remmighausen)|Bahnhofsgebäude]] ist noch erhalten. | |||
1920 bis 1952 von der PESAG-Straßenbahnlinie durchquert, dann durch Linienbusse ersetzt. | |||
==Straßen== | ==Straßen== | ||
* [[Am Ostbahnhof (Remmighausen)|Am Ostbahnhof]] | |||
* [[Döringsfeld (Remmighausen)|Döringfeld]] | |||
* [[Hornoldendorfer Straße (Remmighausen)|Hornoldendorfer Straße]] | |||
* [[Hornsche Straße (Remmighausen)|Hornsche Straße]] | * [[Hornsche Straße (Remmighausen)|Hornsche Straße]] | ||
* [[In der Fried (Remmighausen)|In der Fried]] | |||
* [[Lenstruper Weg (Remmighausen)|Lenstruper Weg]] | |||
* [[Remmighauser Straße (Remmighausen)|Remmighauser Straße]] | * [[Remmighauser Straße (Remmighausen)|Remmighauser Straße]] | ||
* [[Wilhelm-Holländer-Weg (Remmighausen)|Wilhelm-Holländer-Weg]] | * [[Wilhelm-Holländer-Weg (Remmighausen)|Wilhelm-Holländer-Weg]] | ||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
* {{PreußRegesten1860}}. | |||
* Karl Schnare, Remmighausen. Kurze Geschichte einer alten Bauerschaft. 1052–1952, Detmold 1952. | * Karl Schnare, Remmighausen. Kurze Geschichte einer alten Bauerschaft. 1052–1952, Detmold 1952. | ||
* Elisabeth Höppner, 950 Jahre Remmighausen. 1052–2002, Detmold 2002. | * Elisabeth Höppner, 950 Jahre Remmighausen. 1052–2002, Detmold 2002. | ||