Kirchhofstraße 3 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
==Geschichte==
Der Erbauer Paul Lesemann hatte 1652 mit einem Freibrief das Blomberger Bürgerrecht erworben; er starb 1663, am 11. September "tot gefunden im Holze".  
Der Erbauer Paul Lesemann hatte 1652 mit einem Freibrief das Blomberger Bürgerrecht erworben; er starb 1663, am 11. September "tot gefunden im Holze". Damit muss das Haus zwischen 1652 und 1663 erbaut worden sein.


==Gebäude==
==Gebäude==
Fachwerk-Giebelhaus, zweischiffiges Dielenhaus von sieben Fachen (8 Gebinden) mit ehemaliger Diele links, erbaut zwischen 1652 und 1663. Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut, zweiflügelige Haustür mit Oberlicht, Torsturz mit Inschrift und Erbauernamen entfernt. Zweifach vorkragender Giebel, Spätrenaissance-Dekor: Stockwerkschwellen mit Schuppenmuster, Beschlagwerk und Fasen an den Kanten zwischen den Balkenköpfen; Füllhölzer mit gereihten Akanthusblättern, Ranken und paarweise angeordneten Rankenmotiven. Stubenfenster mit kräftiem Sturzriegel, ehemals breites, bleiverglastes Fensterband. Oben im Giebel ehemaliges Speicherfenster mit Holzladen und Lüftungsgitter, später durch vertikales Schiebefenster mit Bleiverglasung ersetzt (bei Sanierung 1988 beseitigt). Fachwerk der Traufwände mit Kopfbändern und langen, gekrümmten Fußstreben an Eck- und Mittelständern.
Fachwerk-Giebelhaus, zweischiffiges Dielenhaus von sieben Fachen (8 Gebinden) mit ehemaliger Diele links, erbaut zwischen 1652 und 1663. Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut, zweiflügelige Haustür mit Oberlicht, Torsturz mit Inschrift und Erbauernamen entfernt. Zweifach vorkragender Giebel, Spätrenaissance-Dekor: Stockwerkschwellen mit Schuppenmuster, Beschlagwerk und Fasen an den Kanten zwischen den Balkenköpfen; Füllhölzer mit gereihten Akanthusblättern, Ranken und paarweise angeordneten Rankenmotiven. Stubenfenster mit kräftiem Sturzriegel, ehemals breites, bleiverglastes Fensterband. Oben im Giebel ehemaliges Speicherfenster mit Holzladen und Lüftungsgitter, später durch vertikales Schiebefenster mit Bleiverglasung ersetzt (bei Sanierung 1988 beseitigt). Fachwerk der Traufwände mit Kopfbändern und langen, gekrümmten Fußstreben an Eck- und Mittelständern.


Fünf Fache langes Dielen-Vorderhaus, dahinter zwei Fache langes Hinterhaus mit Stall im Erdgeschoss und Saal (Hinterkammer) im Obergeschoss. Rechts zweigeschossiger Stubeneinbau von 3 1/2 Fachen mit Stube, Kammer und Treppe zum Zwischengeschoss, unter der Stube Bruchsteinkeller mit Segmentbogen-Tonnengewölbe. Im Anschluss an Stube und Kammer eineinhalb Fach lange, hohe Lucht am Ende der Diele, vermutlich der ursprüngliche Herdraum.
Fünf Fache langes Dielen-Vorderhaus, dahinter zwei Fache langes Hinterhaus mit Stall im Erdgeschoss und Saal (Hinterkammer) im Obergeschoss. Rechts zweigeschossiger Stubeneinbau von 3 1/2 Fachen mit Stube, Kammer und Treppe zum Zwischengeschoss. Unter der Stube Bruchsteinkeller mit Segmentbogen-Tonnengewölbe. Im Anschluss an Stube und Kammer eineinhalb Fach lange, hohe Lucht am Ende der Diele, vermutlich der ursprüngliche Herdraum.


Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut und zweites, schmaleres Seitenschiff links eingebaut. Von der früheren Diele blieb ein schmaler Mittelflur mit Trappe zum Obergeschoss und einem schmalen Gang zum Hof. Am Rückgiebel rechts ein einhüftiger, etwa quadratischer Anbau aus Fachwerk angefügt.
Diele im 19. Jahrhundert zweigeschossig durchgebaut und zweites, schmaleres Seitenschiff links eingebaut. Von der früheren Diele blieb ein schmaler Mittelflur mit Trappe zum Obergeschoss und einem schmalen Gang zum Hof. Am Rückgiebel rechts ein einhüftiger, etwa quadratischer Anbau aus Fachwerk angefügt.
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1841 (VZ): Tischlerwitwe Friederike Schmidt mit 2 Söhnen, einem Gesellen und einer Magd.
1841 (VZ): Tischlerwitwe Friederike Schmidt mit 2 Söhnen, einem Gesellen und einer Magd.


1873 oder kurz danach Erwerb durch Gärtner Carl Gronemann aus Katlenburg bei Northeim, der 1875 die Gärtnerei auf der Niederburg pachtete ("Gronemanns Nelkengarten").
1873 oder kurz danach: Erwerb durch Gärtner Carl Gronemann aus Katlenburg bei Northeim, der 1875 die Gärtnerei auf der Niederburg pachtete ("Gronemanns Nelkengarten").


1901 (AB, S. 164): Hinter dem Kirchhof 3 Schmiedeskamp, Wilh., Schneidermstr. Neumann, Friedrich, Tagelöhner.
1901 (AB, S. 164): Hinter dem Kirchhof 3, Schmiedeskamp, Wilh., Schneidermstr. Neumann, Friedrich, Tagelöhner.


1926 (AB, S. 564): Schmiedeskamp, Wilh., Schneidermeister.
1926 (AB, S. 564): Schmiedeskamp, Wilh., Schneidermeister.