Friedrich-Petri-Straße 5 (Lage): Unterschied zwischen den Versionen
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Sogenannte "Alte Burg", ehemaliges Vogteigebäude von 1618 (d), ältester Fachwerkbau in der Kernstadt von Lage mit einer Lohgerberei von 1871, beide Gebäude 2004 abgebrochen. Kritiker werfen der Stadt Lage vor, jahrelang nichts zur Sicherung und Erhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes unternommen zu haben. 2014-17 wurden erhaltene Mauerreste und Fußböden der beiden Gebäude im Gelände freigelegt und als archäologische Stätte zugänglich gemacht.<ref>Margarete Wißmann: Die „Alte Burg“ früher und heute, in: Historisches Jahrbuch Lage, 2017, S. 24-55; https://www.lz.de/lippe/lage/20830403_Bei-der-Restaurierung-der-Alten-Burg-legen-Arbeiter-wertvolles-Relief-frei.html</ref> | Sogenannte "Alte Burg", ehemaliges Vogteigebäude von 1618 (d), ältester Fachwerkbau in der Kernstadt von Lage mit einer Lohgerberei von 1871, beide Gebäude 2004 abgebrochen. Kritiker werfen der Stadt Lage vor, jahrelang nichts zur Sicherung und Erhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes unternommen zu haben.<ref>LZ vom 13.4.2026: https://www.lz.de/lippe/lage/24310083_Vergangenheit-und-Zukunft-Die-wechselvolle-Geschichte-der-Alten-Burg-in-Lage.html</ref> 2014-17 wurden erhaltene Mauerreste und Fußböden der beiden Gebäude im Gelände freigelegt und als archäologische Stätte zugänglich gemacht.<ref>Margarete Wißmann: Die „Alte Burg“ früher und heute, in: Historisches Jahrbuch Lage, 2017, S. 24-55; https://www.lz.de/lippe/lage/20830403_Bei-der-Restaurierung-der-Alten-Burg-legen-Arbeiter-wertvolles-Relief-frei.html</ref> | ||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg um 1920 StadtA Lage.jpg|mini|Lage, "Alte Burg" um 1920. Stadtarchiv Lage]] | [[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg um 1920 StadtA Lage.jpg|mini|Lage, "Alte Burg" um 1920. Stadtarchiv Lage]] | ||
[[Datei:Lage, Lange Str. 49-53, dahinter Alte Burg, Luftbild um 1960 StadtA Lage.jpg|mini|Lage, von links nach rechts: Häuser Lange Straße 49 und 51 (abgebrochen um 1970) und 53 (Haus Brinkmann, abgebrochen 1985) mit Hintergebäuden, dahinter die ehem. Mühle (Mitte links) und die "Alte Burg", später Friedrich-Petri-Str. 5. Luftbild um 1960, Stadtarchiv Lage (nach Wißmann 2017)]] | |||
[[Datei:Lage, alte Mühle um 1930 M. Wißmann 2017.jpg|mini|Lage, ehem. landesherrliche Mühle um 1930 (aus Wißmann 2017)]] | |||
[[Datei:Lage, Lange Straße und Freier Hof Stiewe 1992 nach Peter 1960.jpg|mini|Lage, Lange Straße und "Freier Hof" um 1858 (Norden oben). Die heutige Kreuzung mit Friedrich-Petri-Straße und Stauffenbergstraße ist gestrichelt eingezeichnet. Zeichnung: Stiewe 1992 nach Peter 1960]] | [[Datei:Lage, Lange Straße und Freier Hof Stiewe 1992 nach Peter 1960.jpg|mini|Lage, Lange Straße und "Freier Hof" um 1858 (Norden oben). Die heutige Kreuzung mit Friedrich-Petri-Straße und Stauffenbergstraße ist gestrichelt eingezeichnet. Zeichnung: Stiewe 1992 nach Peter 1960]] | ||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5 Alte Burg Peter 1960, 130.jpg|mini|Lage, Herrschaftliche Mühle und "Freier Hof" an der Chaussee nach Oerlinghausen, 1858 (Norden unten rechts; nach Peter 1960, 130)]] | [[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5 Alte Burg Peter 1960, 130.jpg|mini|Lage, Herrschaftliche Mühle und "Freier Hof" an der Chaussee nach Oerlinghausen, 1858 (Norden unten rechts; nach Peter 1960, 130)]] | ||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Giebel Bestand Stiewe 1985.jpg|mini|Lage, Friedrich-Petri-Str. 5, "Alte Burg". Südostgiebel, Bestand 1985. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (nach Stiewe 1992)]] | [[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Giebel Bestand Stiewe 1985.jpg|mini|Lage, Friedrich-Petri-Str. 5, "Alte Burg". Südostgiebel, Bestand 1985. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (nach Stiewe 1992)]] | ||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Giebel Rek Stiewe 1985.jpg|mini|Lage, "Alte Burg", Südost-Giebel, Zustand zur Bauzeit 1618 (d), Rekonstruktion: Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (nach Stiewe 1992)]] | [[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Giebel Rek Stiewe 1985.jpg|mini|Lage, "Alte Burg", frühere Vogtei, Südost-Giebel, Zustand zur Bauzeit 1618 (d), Rekonstruktion: Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (nach Stiewe 1992)]] | ||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Traufseite, Bestand und Rek Stiewe 1985.jpg|mini|"Alte Burg", rechte (nordöstliche) Traufseite. Oben: Bestand 1985; unten: Zustand zur Bauzeit 1618 (d, mit Anbau von 1769), Rekonstruktion. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (n. Stiewe 1992)]] | |||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Grundriss, Bestand und Rek Stiewe 1985.jpg|mini|"Alte Burg", Grundriss Erdgeschoss und Keller. Oben: Bestand 1985; unten: Zustand zur Bauzeit 1618 (d, mit Anbau von 1769), Rekonstruktion. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (n. Stiewe 19929]] | |||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg QS Bestand Stiewe 1985.jpg|mini|"Alte Burg", Querschnitt durch den früheren Saal mit Blick auf die Kaminwand, Bestand 1985. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (n. Stiewe 1992)]] | |||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Alte Burg Rückgiebel Bestand Stiewe 1985.jpg|mini|"Alte Burg", Rückgiebel mit Anbau von 1769, Bestand 1985. Aufmaß und Zeichnung: Stiewe 1985 (n. Stiewe 1992)]] | |||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Abriss 20ß4 M. Wißmann 2017.jpg|mini|"Alte Burg", Abriss der Lohgerberei, 2004 (aus Wißmann 2017)]] | |||
[[Datei:Lage, Fr.-Petri-Str. 5, Lohgerberei, Backstein Schornstein M. Wißmann 2017.jpg|mini|"Alte Burg", Backstein aus dem Abbruch des Schornsteins der Lohgerberei. Ringofen-Ziegelei G(ottlieb) Drawe, Lage (aus Wißmann 2017)]] | |||
[[Datei:Lage, Burgruine Falko Sieker 2020 wikimedia.jpg|mini|Lage, Friedrich-Petri-Str. 5, freigelegte Ruine der "Alten Burg", Keller. Foto: Falko Sieker 2017 (Wikimedia Commons)]] | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das relativ große Grundstück nördlich der Langen Straße am rechten Ufer der Werre wird in älteren Katastern als "Freier Hof" bezeichnet und war bis ins 18. Jahrhundert in landesherrlichem Besitz, in unmittelbarer Nachbarschaft befand sich die ehemalige landesherrliche Wassermühle (abgebrochen in den | Das relativ große Grundstück nördlich der Langen Straße am rechten Ufer der Werre wird in älteren Katastern als "Freier Hof" bezeichnet und war bis ins 18. Jahrhundert in landesherrlichem Besitz, in unmittelbarer Nachbarschaft befand sich die ehemalige landesherrliche Wassermühle (abgebrochen in den 1960er Jahren). Die verkehrsgünstige Lage in der Nähe eines alten Flussübergangs über die Werre am westlichen Rand des Siedlungskerns von Lage spricht für die Annahme, hier die urkundlich nachgewiesene "Burg zur Lage" zu lokalisieren. 1984 legten Mitglieder der Arbeitsgruppe Natur- und Denkmalschutz im Lippischen Heimatbund, Ortsverein Lage, mit fachlicher Unterstützung des Lippischen Landesmuseums Detmold (Dr. Friedrich Hohenschwert) einen Grabungsschnitt an, bei dem ein mittelalterlicher Graben angeschnitten wurde, der nach den gefundenen Scherben im 15.-17. Jahrhundert verfüllt worden ist. Dieser Graben ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der spätmittelalterlichen Burganlage zuzuordnen. | ||
Die Burg von Lage wird in mittelalterlichen Urkunden als "Haus zur Lage" oder als "Steinwerk" bezeichnet; demnach handelte es sich um die Kleinform einer befestigten Anlage, ein steinernes "Festes Haus", das von dem archäologisch nachgewiesenen Wassergraben umgeben war. Historischen Nachrichten zufolge wurde 1395 von Henrich Waltering, genannt Quaditus oder Quaditz, mit Billigung des Landesherrn Simon III. zur Lippe | Die Burg von Lage wird in mittelalterlichen Urkunden als "Haus zur Lage" oder als "Steinwerk" bezeichnet; demnach handelte es sich um die Kleinform einer befestigten Anlage, ein steinernes "Festes Haus", das von dem archäologisch nachgewiesenen Wassergraben umgeben war. Historischen Nachrichten zufolge wurde das "Steinwerk" 1395 von Henrich Waltering, genannt Quaditus oder Quaditz, mit Billigung des Landesherrn Simon III. zur Lippe erbaut. Dieser hatte seinem Gefolgsmann Waltering das Dorf Lage verpfändet; später kam das Zollrecht hinzu. In der Eversteinschen Fehde (1404-1409) wurde die Burg eingenommen und beschädigt, aber wohl nicht völlig zerstört. Als Amtmänner oder Vögte verwalteten Angehörige der Familie Quaditz über mehrere Generationen die Vogtei Lage innerhalb des größeren Amtes Detmold. 1532 wurde die Familie von Barkhausen mit dem "Haus" und der Mühle in Lage belehnt; nach dem Tode des letzten Lehnsnehmers fiel das Lehen an den Landesherrn zurück. Dieser nutzte es in den folgenden Jahrhunderten als Amtssitz und Wohnung für die Vögte der Vogtei Lage. Zu diesem Zweck entstand 1618 (d) der bis 2004 erhaltene Neubau auf dem jetzt "Freier Hof" genannten Grundstück. 1716 erwarb der Amtsvogt Hermann Henrich Brandt das Bürgerrecht des Fleckens Lage und wenig später auch das Vogteigebäude von Graf Friedrich Adolph zur Lippe. Es wurde weiter als "Freier Hof" bezeichnet und blieb wie ein städtischer Adelshof "eximiert", d. h. von der Kontributionspflicht der anderen Hausstätten in Lage ausgenommen. | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
Das Fachwerkgebäude (abgebrochen 2004) wurde 1985 von Heinrich Stiewe im Auftrag des Ortsvereins Lage im Lippischen Heimatbund aufgemessen und bauhistorisch untersucht.<ref>Zum Folgenden vgl. Stiewe | Das Fachwerkgebäude (abgebrochen 2004) wurde 1985 von Heinrich Stiewe im Auftrag des Ortsvereins Lage im Lippischen Heimatbund aufgemessen und bauhistorisch untersucht.<ref>Zum Folgenden vgl. Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.</ref> | ||
'''Freistehender Fachwerkbau''' von 10 Fachen (11 Gebinden), dendrochronologisch datiert 1618 (d). Schmaler Wandständerbau (Grundfläche: 9,3 x 19,6 m) mit eingehälsten Deckenbalken und Sparrenschwellen (Oberrähmen), darauf ein Sparrendach mit zwei Kehlbalkenlagen und Spitzständern in den Giebeln. Im Wandfachwerk gabe es lange, über die Riegel geblattete Fußstreben (rechte Traufwand). Zweistöckige Giebel, im unteren Stockwerk Fachwerk, oben verbrettert, auf kleinen Stichköpfen vorgekragt. Im Vordergiebel waren bauzeitliche Backsteinausfachungen mit Ziermustern erhalten (vgl. Giebelansicht, Rekonstruktion). | '''Freistehender Fachwerkbau''' von 10 Fachen (11 Gebinden), dendrochronologisch datiert 1618 (d). Schmaler Wandständerbau (Grundfläche: 9,3 x 19,6 m) mit eingehälsten Deckenbalken und Sparrenschwellen (Oberrähmen), darauf ein Sparrendach mit zwei Kehlbalkenlagen und Spitzständern in den Giebeln. Im Wandfachwerk gabe es lange, über die Riegel geblattete Fußstreben (rechte Traufwand). Zweistöckige Giebel, im unteren Stockwerk Fachwerk, oben verbrettert, auf kleinen Stichköpfen vorgekragt. Im Vordergiebel waren bauzeitliche Backsteinausfachungen mit Ziermustern erhalten (vgl. Giebelansicht, Rekonstruktion). | ||
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Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die '''Bau- und Raumstruktur''' des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite '''Diele''', die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal. | Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die '''Bau- und Raumstruktur''' des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite '''Diele''', die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal. | ||
In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig | In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig eingetiefter '''Keller''' mit Balkendecke und ca. 55 cm starken Bruchsteinmauern mit drei quadratischen Kellerfenstern mit eiserner Vergitterung (das Kellermauerwerk blieb beim Abbruch erhalten und wurde 2014-17 konserviert). Über dem Keller lag eine geräumige '''Stube''' mit großen, ursprünglich bleiverglasten Fenstern, die ein zweiteiliges Fensterband am Südostgiebel bildeten und zwei einzelnen Fenstern an der Nordostseite. Diese Stube mit einer anschließenden Schlafkammer war vermutlich die Wohn- und Amtsstube des Vogtes der Vogtei Lage. | ||
Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten '''Flettküche''' von drei Fachen mit einem mächtigen '''Herdkamin''' aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher '''Saal''', der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren | Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten '''Flettküche''' von drei Fachen mit einem mächtigen '''Herdkamin''' aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher '''Saal''', der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren nicht mehr vorhanden. Ursprünglich endete der Rauchabzug als "halber Schornstein" auf dem Dachboden - Dachsparren und -latten wiesen eine starke Rußschwärzung auf. Die Deckenbalken über Küche und Saal wurden durch kräftige, an den Kanten gefaste Mittelunterzüge unterstützt. | ||
Damit entspricht dieses Haus dem Bautyp des | Damit entspricht dieses Haus dem Bautyp des städtischen Dielenhauses mit rückwärtigem Saal, wie es in westfälischen und lippischen Städten wie Lemgo, Salzuflen oder Detmold vielfach anzutreffen ist. Die Annahme, dass mit dem bruchsteinernen Kamin oder dem Kellermauerwerk Teile der mittelalterlichen Burg erhalten geblieben waren, konnte durch die Bauuntersuchung nicht bestätigt werden. Keller und Kaminanlage sind originäre Bestandteile des Dielenhauses von 1618 (d). | ||
'''1769''' (Datierung über einer Tür an der Nordostseite) wurde am rückwärtigen (nordwestlichen) Giebel ein kleinerer Fachwerk-Anbau von drei Fachen angefügt, der vermutlich Stallungen oder Wirtschaftsräume erhielt. | '''1769''' (Datierung über einer Tür an der Nordostseite) wurde am rückwärtigen (nordwestlichen) Giebel ein kleinerer Fachwerk-Anbau von drei Fachen angefügt, der vermutlich Stallungen oder Wirtschaftsräume erhielt. | ||
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==Inschriften== | ==Inschriften== | ||
Altbau des Vogteigebäudes von 1618 (d) ohne Inschriften (Torsturz nicht erhalten), rückwärtiger Anbau mit Datierung " | Altbau des Vogteigebäudes von 1618 (d) ohne Inschriften (Torsturz nicht erhalten), rückwärtiger Anbau mit Datierung "ANNO 1769" auf einem Türsturz an der nordöstlichen Traufseite. | ||
Lohgerberei: Gemalte Jahreszahl "1871" auf einem Sandstein-Türsturz. | Lohgerberei: Gemalte Jahreszahl "1871" auf einem Sandstein-Türsturz. | ||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||
1395 Bau eines "Steinwerks" durch Heinrich Waltering, genannt Quaditus. | |||
1532 Belehnung der Familie von Barkhausen mit dem "Haus" und der Mühle in Lage durch Bernhard VIII. zur Lippe. | |||
1589 Heimfall des Lehens an Graf Simon VI. zur Lippe, seitdem Nutzung des "Freien Hofes" als Vogteisitz. | |||
1618 (d) Neubau des Vogteigebäudes (abgebrochen 2004). | |||
1716 oder kurz danach: Erwerb durch Amtsvogt Hermann Henrich Brandt von Graf Friedrich Adolph zur Lippe. Der "Freie Hof" war weiterhin "eximiert", d. h. von Konribution und anderen Lasten befreit. | |||
Amtsvogt Vogt, modo Cornelius Kaufmann | |||
1782 Meisterjäger Phälig | |||
1822/23 Amtsrentmeister Reuter | |||
Um 1845 Bau eines neuen Amtshauses am Marktplatz (spätere Apotheke, [[Lange Straße 63 (Lage)|Lange Str. 63]]) | |||
1871 Gewerbliche Nutzung, Bau der Lohgerberei. | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
* {{PeterPflug1960}} | * {{PeterPflug1960}} | ||
* Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.<ref>Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage.[https://s2w.hbz-nrw.de/llb/periodical/pageview/5971843 Digitalisat]</ref> | |||
* Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.<ref> | |||
* Margarete Wißmann: Die „Alte Burg“ früher und heute, in: Historisches Jahrbuch Lage, 2017, S. 24-55. | * Margarete Wißmann: Die „Alte Burg“ früher und heute, in: Historisches Jahrbuch Lage, 2017, S. 24-55. | ||
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==Weblinks== | ==Weblinks== | ||
* LZ vom 21.6.2016: https://www.lz.de/lippe/lage/20830403_Bei-der-Restaurierung-der-Alten-Burg-legen-Arbeiter-wertvolles-Relief-frei.html | |||
* LZ vom 12.7.2020: https://www.lz.de/lippe/lage/22823023_Neue-Plaene-fuer-die-Alte-Burg-in-Lage.html | |||
* LZ vom 13.4.2026: https://www.lz.de/lippe/lage/24310083_Vergangenheit-und-Zukunft-Die-wechselvolle-Geschichte-der-Alten-Burg-in-Lage.html | |||
== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
Aktuelle Version vom 31. August 2026, 13:31 Uhr
| Friedrich-Petri-Straße 5 (Lage) | |
|---|---|
| Ortsteil | Lage (Kernstadt) |
| Straße | Friedrich-Petri-Straße (Lage) |
| Hausnummer | 5 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Nein |
Sogenannte "Alte Burg", ehemaliges Vogteigebäude von 1618 (d), ältester Fachwerkbau in der Kernstadt von Lage mit einer Lohgerberei von 1871, beide Gebäude 2004 abgebrochen. Kritiker werfen der Stadt Lage vor, jahrelang nichts zur Sicherung und Erhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes unternommen zu haben.[1] 2014-17 wurden erhaltene Mauerreste und Fußböden der beiden Gebäude im Gelände freigelegt und als archäologische Stätte zugänglich gemacht.[2]














Geschichte
Das relativ große Grundstück nördlich der Langen Straße am rechten Ufer der Werre wird in älteren Katastern als "Freier Hof" bezeichnet und war bis ins 18. Jahrhundert in landesherrlichem Besitz, in unmittelbarer Nachbarschaft befand sich die ehemalige landesherrliche Wassermühle (abgebrochen in den 1960er Jahren). Die verkehrsgünstige Lage in der Nähe eines alten Flussübergangs über die Werre am westlichen Rand des Siedlungskerns von Lage spricht für die Annahme, hier die urkundlich nachgewiesene "Burg zur Lage" zu lokalisieren. 1984 legten Mitglieder der Arbeitsgruppe Natur- und Denkmalschutz im Lippischen Heimatbund, Ortsverein Lage, mit fachlicher Unterstützung des Lippischen Landesmuseums Detmold (Dr. Friedrich Hohenschwert) einen Grabungsschnitt an, bei dem ein mittelalterlicher Graben angeschnitten wurde, der nach den gefundenen Scherben im 15.-17. Jahrhundert verfüllt worden ist. Dieser Graben ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der spätmittelalterlichen Burganlage zuzuordnen.
Die Burg von Lage wird in mittelalterlichen Urkunden als "Haus zur Lage" oder als "Steinwerk" bezeichnet; demnach handelte es sich um die Kleinform einer befestigten Anlage, ein steinernes "Festes Haus", das von dem archäologisch nachgewiesenen Wassergraben umgeben war. Historischen Nachrichten zufolge wurde das "Steinwerk" 1395 von Henrich Waltering, genannt Quaditus oder Quaditz, mit Billigung des Landesherrn Simon III. zur Lippe erbaut. Dieser hatte seinem Gefolgsmann Waltering das Dorf Lage verpfändet; später kam das Zollrecht hinzu. In der Eversteinschen Fehde (1404-1409) wurde die Burg eingenommen und beschädigt, aber wohl nicht völlig zerstört. Als Amtmänner oder Vögte verwalteten Angehörige der Familie Quaditz über mehrere Generationen die Vogtei Lage innerhalb des größeren Amtes Detmold. 1532 wurde die Familie von Barkhausen mit dem "Haus" und der Mühle in Lage belehnt; nach dem Tode des letzten Lehnsnehmers fiel das Lehen an den Landesherrn zurück. Dieser nutzte es in den folgenden Jahrhunderten als Amtssitz und Wohnung für die Vögte der Vogtei Lage. Zu diesem Zweck entstand 1618 (d) der bis 2004 erhaltene Neubau auf dem jetzt "Freier Hof" genannten Grundstück. 1716 erwarb der Amtsvogt Hermann Henrich Brandt das Bürgerrecht des Fleckens Lage und wenig später auch das Vogteigebäude von Graf Friedrich Adolph zur Lippe. Es wurde weiter als "Freier Hof" bezeichnet und blieb wie ein städtischer Adelshof "eximiert", d. h. von der Kontributionspflicht der anderen Hausstätten in Lage ausgenommen.
Gebäude
Das Fachwerkgebäude (abgebrochen 2004) wurde 1985 von Heinrich Stiewe im Auftrag des Ortsvereins Lage im Lippischen Heimatbund aufgemessen und bauhistorisch untersucht.[3]
Freistehender Fachwerkbau von 10 Fachen (11 Gebinden), dendrochronologisch datiert 1618 (d). Schmaler Wandständerbau (Grundfläche: 9,3 x 19,6 m) mit eingehälsten Deckenbalken und Sparrenschwellen (Oberrähmen), darauf ein Sparrendach mit zwei Kehlbalkenlagen und Spitzständern in den Giebeln. Im Wandfachwerk gabe es lange, über die Riegel geblattete Fußstreben (rechte Traufwand). Zweistöckige Giebel, im unteren Stockwerk Fachwerk, oben verbrettert, auf kleinen Stichköpfen vorgekragt. Im Vordergiebel waren bauzeitliche Backsteinausfachungen mit Ziermustern erhalten (vgl. Giebelansicht, Rekonstruktion).
Trotz zahlreicher späterer Umbauten und Erweiterungen konnte die Bau- und Raumstruktur des Ursprungsbaus von 1618 (d) vollständig rekonstruiert werden (vgl. Grundriss, Rekonstruktion): Anstelle der zuletzt vorhandenen Haustür im Vordergiebel (Südost-Giebel) bestand ein großes Dielentor, die breiten Torständer waren noch erhalten. Das Tor führte auf eine hohe, aber nur etwa 4 m breite Diele, die sich in der Mitte des Hauses zu einer großen, vier Fache langen Flettküche erweiterte; dahinter lag ein drei Fach langer, kaminbeheizter Saal.
In der vorderen rechten Hausecke befand sich ein nur geringfügig eingetiefter Keller mit Balkendecke und ca. 55 cm starken Bruchsteinmauern mit drei quadratischen Kellerfenstern mit eiserner Vergitterung (das Kellermauerwerk blieb beim Abbruch erhalten und wurde 2014-17 konserviert). Über dem Keller lag eine geräumige Stube mit großen, ursprünglich bleiverglasten Fenstern, die ein zweiteiliges Fensterband am Südostgiebel bildeten und zwei einzelnen Fenstern an der Nordostseite. Diese Stube mit einer anschließenden Schlafkammer war vermutlich die Wohn- und Amtsstube des Vogtes der Vogtei Lage.
Hinter diesem unterkellerten Einbau weitete sich die Diele zu einer hausbreiten Flettküche von drei Fachen mit einem mächtigen Herdkamin aus Bruchsteinmauerwerk in der hinteren Querwand. Es ist anzunehmen, dass diese Küche seitliche Ausgänge und große bleiverglaste Fenster in den Traufwänden besaß, ähnlich dem Flett eines Bauernhauses. Hinter der Querwand lag ursprünglich ein drei Fache langer, dielenhoher Saal, der durch einen kleineren Kamin an der Rückseite des Küchenkamins beheizt werden konnte. Beide Kamine besaßen schlichte, abgerundete und scharrierte Kragsteine ohne weitere Dekorationselemente. Kaminstürze und Rauchfänge waren nicht mehr vorhanden. Ursprünglich endete der Rauchabzug als "halber Schornstein" auf dem Dachboden - Dachsparren und -latten wiesen eine starke Rußschwärzung auf. Die Deckenbalken über Küche und Saal wurden durch kräftige, an den Kanten gefaste Mittelunterzüge unterstützt.
Damit entspricht dieses Haus dem Bautyp des städtischen Dielenhauses mit rückwärtigem Saal, wie es in westfälischen und lippischen Städten wie Lemgo, Salzuflen oder Detmold vielfach anzutreffen ist. Die Annahme, dass mit dem bruchsteinernen Kamin oder dem Kellermauerwerk Teile der mittelalterlichen Burg erhalten geblieben waren, konnte durch die Bauuntersuchung nicht bestätigt werden. Keller und Kaminanlage sind originäre Bestandteile des Dielenhauses von 1618 (d).
1769 (Datierung über einer Tür an der Nordostseite) wurde am rückwärtigen (nordwestlichen) Giebel ein kleinerer Fachwerk-Anbau von drei Fachen angefügt, der vermutlich Stallungen oder Wirtschaftsräume erhielt.
Weitere Umbauten erfolgten im 18. bis 20. Jahrhundert: Zunächst wurden im hinteren, linken Bereich der großen Kaminküche zwei Stuben oder Kammern eingebaut, die nach den verwendeten Füllungstüren in die Mitte des 18. Jahrhunderts datiert werden können. Im 19. Jahrhundert fügte man an der linken (südwestlichen) Traufwand eine Abschleppung an, die eine weitere Stube und Kammer enthielt. Damit wurde die alte Diele zum Hausflur; das Dielentor wurde durch eine zweiflügelige Haustür ersetzt. Danach wurde der frühere Saal aufgegegeben und zu einer Querdiele umfunktioniert, dazu baute man einen Torbogen (ohne Inschrift) in der nordöstlichen Traufwand ein. Auch dieser Torbogen wurde später wieder geschlossen und durch eine kleine Außentür ersetzt.
Im 20. Jahrhundert wurden noch einige Toiletten und ein kleines Badezimmer hinzugefügt. In diesem Zustand wurde das Haus noch bis 1986 vermietet und bewohnt.
1871 (gemalte Jahreszahl auf einem Sandstein-Türsturz) wurde links von dem Fachwerkbau ein zweigeschossiges Werkstattgebäude mit einem Bruchsteinuntergeschoss und einem Backsteinobergeschoss erbaut, das als Lohgerberei genutzt wurde. Das Gebäude besaß einen vierkantigen Industrieschornstein aus Backstein. Vier Gerbgruben wurden 2014-17 in den freigelegten Grundmauern des 2004 abgebrochenen Gebäudes gefunden und mit Metallgittern gesichert.
Inschriften
Altbau des Vogteigebäudes von 1618 (d) ohne Inschriften (Torsturz nicht erhalten), rückwärtiger Anbau mit Datierung "ANNO 1769" auf einem Türsturz an der nordöstlichen Traufseite.
Lohgerberei: Gemalte Jahreszahl "1871" auf einem Sandstein-Türsturz.
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
1395 Bau eines "Steinwerks" durch Heinrich Waltering, genannt Quaditus.
1532 Belehnung der Familie von Barkhausen mit dem "Haus" und der Mühle in Lage durch Bernhard VIII. zur Lippe.
1589 Heimfall des Lehens an Graf Simon VI. zur Lippe, seitdem Nutzung des "Freien Hofes" als Vogteisitz.
1618 (d) Neubau des Vogteigebäudes (abgebrochen 2004).
1716 oder kurz danach: Erwerb durch Amtsvogt Hermann Henrich Brandt von Graf Friedrich Adolph zur Lippe. Der "Freie Hof" war weiterhin "eximiert", d. h. von Konribution und anderen Lasten befreit.
Amtsvogt Vogt, modo Cornelius Kaufmann
1782 Meisterjäger Phälig
1822/23 Amtsrentmeister Reuter
Um 1845 Bau eines neuen Amtshauses am Marktplatz (spätere Apotheke, Lange Str. 63)
1871 Gewerbliche Nutzung, Bau der Lohgerberei.
Literatur
- August Wilhem Peter, Pflug im Wappen: Lage in Lippe. Kirchdorf, Weichbild, Stadt. Eine siedlungskundliche Untersuchung (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Bd. 14), Detmold 1960
- Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.[4]
- Margarete Wißmann: Die „Alte Burg“ früher und heute, in: Historisches Jahrbuch Lage, 2017, S. 24-55.
Quellen
Weblinks
- LZ vom 21.6.2016: https://www.lz.de/lippe/lage/20830403_Bei-der-Restaurierung-der-Alten-Burg-legen-Arbeiter-wertvolles-Relief-frei.html
- LZ vom 12.7.2020: https://www.lz.de/lippe/lage/22823023_Neue-Plaene-fuer-die-Alte-Burg-in-Lage.html
- LZ vom 13.4.2026: https://www.lz.de/lippe/lage/24310083_Vergangenheit-und-Zukunft-Die-wechselvolle-Geschichte-der-Alten-Burg-in-Lage.html
Einzelnachweise
- ↑ LZ vom 13.4.2026: https://www.lz.de/lippe/lage/24310083_Vergangenheit-und-Zukunft-Die-wechselvolle-Geschichte-der-Alten-Burg-in-Lage.html
- ↑ Margarete Wißmann: Die „Alte Burg“ früher und heute, in: Historisches Jahrbuch Lage, 2017, S. 24-55; https://www.lz.de/lippe/lage/20830403_Bei-der-Restaurierung-der-Alten-Burg-legen-Arbeiter-wertvolles-Relief-frei.html
- ↑ Zum Folgenden vgl. Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage. Zur Bau- und Nutzungsgeschichte eines ungewöhnlichen Fachwerkhauses, in: Heimatland Lippe 85 (1992), S. 242-248.
- ↑ Heinrich Stiewe: "Alte Burg" und "Freier Hof" in Lage.Digitalisat
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 30.08.2026 von Heinrich Stiewe
Letzte Änderung am: 31.08.2026 von Wolfgang Kramer