Kalkreute 100 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:1855 Salbuch Hörste Nr. 24 LAV NRW OWL L101CI 00131 0068.jpg|mini|Salbuch der Vogtei Lage, Eintrag zur Stätte Hörste Nr. 24, 1855, LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 131]]
[[Datei:1855 Salbuch Hörste Nr. 24 LAV NRW OWL L101CI 00131 0068.jpg|mini|Salbuch der Vogtei Lage, Eintrag zur Stätte Hörste Nr. 24, 1855, LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 131]]
Mit dem Sohn Johann (1653 - 1730) setzt ein Namenswandel von Stätte und Bewohnern ein. Als ''Johan Schäffer'' 1653 geboren heiratet er 1685 als ''Johan, Herman Kalcks zu Hörste auß dem Stapelager Kirchspiel ehelicher Sohn''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref> ; 1708 wird er in einer amtlichen Eigenbehörigen-Zählung ''Kalck Johan'' genannt und 1730 auch unter diesem Namen in Stapelage begraben. Der zugehörige Gogerichtsvermerk (Sterbfälle) lautet gleichwohl: (Der) ''Alte Johan Schäffer, ein Stratenkötter, Illsmi Eigen, nachgelaßen 1 Kuh.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 185, S. 238 </ref> Das Messbuch von 1730 bezeichnet die Stätte mit ''Johan Scheiper in der Kalkreh''. Aus ''Kalkreh'' wird später ''Kalkrehde'', noch später ''Kalkreute'', aus dem Personennamen ''Kalk'' entsteht folgerichtig ''Kalkrehder'', dann ''Kalkreuter''. Auch ''Kalkmann'' kommt zwischenzeitlich als Personenname auf der Stätte vor. Der Name ''Schäfer'' (auch ''Scheiper'' u. ä.) verschwindet nur langsam; noch im letzten Salbuch von 1855 heißt die Stätte ''Schäfer m.''(odo) ''Kalkreuter''.
Mit dem Sohn Johann (1653 - 1730) setzt ein Namenswandel von Stätte und Bewohnern ein. Als ''Johan Schäffer'' 1653 geboren heiratet er 1685 als ''Johan, Herman Kalcks zu Hörste auß dem Stapelager Kirchspiel ehelicher Sohn'' <ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315 </ref> ; 1708 wird er in einer amtlichen Eigenbehörigen-Zählung ''Kalck Johan'' genannt und 1730 auch unter diesem Namen in Stapelage begraben. Der zugehörige Gogerichtsvermerk (Sterbfälle) lautet gleichwohl: (Der) ''Alte Johan Schäffer, ein Stratenkötter, Illsmi Eigen, nachgelaßen 1 Kuh.''<ref> LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 185, S. 238 </ref> Das Messbuch von 1730 bezeichnet die Stätte mit ''Johan Scheiper in der Kalkreh''. Aus ''Kalkreh'' wird später ''Kalkrehde'', noch später ''Kalkreute'', aus dem Personennamen ''Kalk'' entsteht folgerichtig ''Kalkrehder'', dann ''Kalkreuter''. Auch ''Kalkmann'' kommt zwischenzeitlich als Personenname auf der Stätte vor. Der Name ''Schäfer'' (auch ''Scheiper'' u. ä.) verschwindet nur langsam; noch im letzten Salbuch von 1855 heißt die Stätte ''Schäfer m.''(odo) ''Kalkreuter''.<ref>Bereits 1654 wird der 1656 im amtlichen Verzeichnis lipp. Eigenbehöriger Schäffer Herman genannte Kötter in Kirchenakten (Stuhlkauf, Umlage Uhrgeld) als KalckHerman bezeichnet. (ALLK, 04.17 Nr. 246, S.12)


In den Jahrzehnten um 1700 ist die Situation und die Besitzerfolge auf der Stätte unklar. Johann Schäfer/Kalkreuter und seine angetraute Ehefrau haben sich 1685 zunächst als Einlieger auf der Nachbarstätte Hilgenstöhler niedergelassen<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315; darin: Die Braut ziehet zum Bräutigam in des Meÿers zu Stapelage Kohten auff dem Hilgen Stuhl, haben sonsten nichts eigenes daher auch weitter nichtes zu verschreiben. </ref>; offenbar ist er aber 1708 Kötter auf der elterlichen Stätte. Seine hochbetagt verstorbene Mutter hat sich vor ihrem Tode 1698 nicht auf eine Leibzucht/Versorgung stützen können: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 350 </ref> ''Alte Scheper Hermansche der Meÿerschen zu Stapelage Köttersche eÿgen verstorben, nichts nachgelaßen, da sie die Nachbahrn ernehren mußten.''
ChatGPT bietet für den niederdeutschen Familiennamen Rehder / Reder die Deutung über das Verb


Offenbar haben Johann Schäfer/Kalkreuter und seine Frau Anna Maria Hunke in ihrem späten Leben keine (lebenden unverheirateten oder besitzlosen) Kinder, deshalb kommt es 1729 für die Nachfolge auf der Stätte zu einer typischen arrangierten Ehe von Verwandten beider Seiten: ''Arend Henrich, Friedrich Hunken aus Hörste ehliger Sohn, tritt in die Ehe mit Annen Catharinen, Simon Scheipers daselbsten natürlichen Tochter.''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 136, S. 107 </ref> ''Kalck Simon'' (der Brautvater) hatte 1703 als Soldat in lippischen Diensten ''mit Maria Schultzen in Unpflicht gelebet'' und eine uneheliche Tochter gezeugt.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 181, S. 114 </ref> <ref> Naheliegend (aber nicht nachweisbar) ist Kalk Simon als Neffe des Johann Kalk, dergestalt dass dessen älterer Bruder Hans (* 1647) in den 1670er Jahren (die laut Eigenbehörigen-Verzeichnis 1708 auf der Stätte lebende und auch später dort verstorbene) ''Gerdrud Kalkmann'' (1652 - 1741), Tochter des Henrich im Hagen (Uekenpohl), geheiratet und seine elterliche Stätte übernommen hat. Als weiteres Kind/Tochter dieses Ehepaares kommt die zweimal verwitwete, in Stapelage begrabene ''Anna Elisabeth Kalckreder'' (1681 - 1770) in Frage. </ref>
rheden / reeden = bereiten, fertig machen, ausrüsten


Aus dieser 1729 geschlossenen dritten ehelichen Verbindung zwischen den Stätten/Familien Schäfer/Kalk .  .  .  Nr. 24 und Hunke Nr. 13 gehen alle weiteren Kalkreuter-Generationen in Stapelage und später auch in Haustenbeck und anderswo hervor.
(Der Reeder stellt Schiffe bereit.) Kalkrehder ist also der Kalkbereiter, -brenner, -lieferant. Die damals durch Überweidung teils kahlen, teils aber auch bewaldeten Stapelager Berge boten sowohl für die Schäferei wie auch  -  bei Bedarf -  für das Kalkbrennen gute Voraussetzungen. Am Wege durch die Stapelager „Schlucht“ in die Senne sind unweit der Stätte Schäfer/Kalkreuter verschiedentlich kleinere ehemalige Steinbrüche zu erkennen, wo zu früheren Zeiten Kalkstein entnommen wurde. Kalkrehde, später Kalkreute ist die Flurbezeichnung, noch heute Straßenname um die / an der Hörster Stätte Nr. 24.
 
Nach Leopold Möller ist das so genannte Steinwerk, der mittelalterliche Herrenhof Stapelage, 1637 im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden. In den Jahren und Jahrzehnten danach ist der zerstörte Gebäudekomplex teils zu einfachen Wohnungen hergerichtet (bis Ende des 18. Jahrhunderts Nutzung durch Einlieger), teils zu einer Zehntscheune umgebaut worden. Parallel ist der Gutshof Stapelage 100 Meter südwestlich versetzt an heutiger Stelle neu erbaut worden.
 
Das erste Auftreten des Namens Kalk bzw. Kalk . . .  (KalckHermann) für die vormals Schäfer genannte Stätte und Familie im Jahre 1654 ist möglicherweise in Zusammenhang mit diesen umfangreichen Bauaktivitäten in Stapelage zu sehen.</ref>
 
In den Jahrzehnten um 1700 ist die Situation und die Besitzerfolge auf der Stätte unklar. Johann Schäfer/Kalkreuter und seine angetraute Ehefrau haben sich 1685 zunächst als Einlieger auf der Nachbarstätte Hilgenstöhler niedergelassen <ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 134, S. 315; darin: Die Braut ziehet zum Bräutigam in des Meÿers zu Stapelage Kohten auff dem Hilgen Stuhl, haben sonsten nichts eigenes daher auch weitter nichtes zu verschreiben. </ref>; offenbar ist er aber 1708 Kötter auf der elterlichen Stätte. Seine hochbetagt verstorbene Mutter hat sich vor ihrem Tode 1698 nicht auf eine Leibzucht/Versorgung stützen können: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 180, S. 350 </ref> ''Alte Scheper Hermansche der Meÿerschen zu Stapelage Köttersche eÿgen verstorben, nichts nachgelaßen, da sie die Nachbahrn ernehren mußten.''
 
Offenbar haben Johann Schäfer/Kalkreuter und seine Frau Anna Maria Hunke in ihrem späten Leben keine (lebenden unverheirateten oder besitzlosen) Kinder, deshalb kommt es 1729 für die Nachfolge auf der Stätte zu einer typischen arrangierten Ehe von Verwandten beider Seiten: ''Arend Henrich, Friedrich Hunken aus Hörste ehliger Sohn, tritt in die Ehe mit Annen Catharinen, Simon Scheipers daselbsten natürlichen Tochter.''<ref> LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 136, S. 107 </ref> ''Kalck Simon'' (der Brautvater) hatte 1703 als Soldat in lippischen Diensten ''mit Maria Schultzen in Unpflicht gelebet'' und eine uneheliche Tochter gezeugt.<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 181, S. 114 </ref> Wahrscheinlich ist ''Kalck Simon'' ein Sohn von ''Calck Hanß'', der 1674 des mehrfachen Diebstahls beschuldigt wird.<ref>LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 178, S. 12</ref> <ref> Naheliegend (aber nicht nachweisbar) ist Kalk Simon als Neffe des Johann Kalk, dergestalt dass dessen älterer Bruder Hans (* 1647) in den 1670er Jahren (die laut Eigenbehörigen-Verzeichnis 1708 auf der Stätte lebende und auch später dort verstorbene) ''Gerdrud Kalkmann'' (1652 - 1741), Tochter des Henrich im Hagen (Uekenpohl), geheiratet und seine elterliche Stätte übernommen hat. Als weiteres Kind/Tochter dieses Ehepaares kommt die zweimal verwitwete, in Stapelage begrabene ''Anna Elisabeth Kalckreder'' (1681 - 1770) in Frage. </ref>
 
Aus der 1729 geschlossenen dritten ehelichen Verbindung zwischen den Stätten/Familien Schäfer/Kalk .  .  .  Nr. 24 und Hunke Nr. 13 gehen alle weiteren Kalkreuter-Generationen in Stapelage und später auch in Haustenbeck und anderswo hervor.


Fast zwei Jahrhunderte verläuft das Leben auf der Stätte nun in üblichen Bahnen, erst im 20. Jahrhundert kommt es zu großen Veränderungen. Während sein Vater sich noch als Weber um kärglichen Zuverdienst gemüht hat, ist der seit 1894 die Stätte bewirtschaftende Kötter August Kalkreuter jun. (1862 - 1940) Ziegler, und er hat 1892 auch eine Ziegelmeisterstochter,  Friederike Riesenberg, geheiratet. Der junge Kötter muss sieben Geschwister abfinden, neun eigene Kinder werden den Eheleuten bis 1914 geboren, die alle überleben. 1898 wird ein Anbau an das Wohnhaus auf der Stätte realisiert, der den jährlichen Nutzwert des Hauses von 60 auf 105 Mark erhöht. Zu von den Eltern übernommenen Schulden kommen neue hinzu.
Fast zwei Jahrhunderte verläuft das Leben auf der Stätte nun in üblichen Bahnen, erst im 20. Jahrhundert kommt es zu großen Veränderungen. Während sein Vater sich noch als Weber um kärglichen Zuverdienst gemüht hat, ist der seit 1894 die Stätte bewirtschaftende Kötter August Kalkreuter jun. (1862 - 1940) Ziegler, und er hat 1892 auch eine Ziegelmeisterstochter,  Friederike Riesenberg, geheiratet. Der junge Kötter muss sieben Geschwister abfinden, neun eigene Kinder werden den Eheleuten bis 1914 geboren, die alle überleben. 1898 wird ein Anbau an das Wohnhaus auf der Stätte realisiert, der den jährlichen Nutzwert des Hauses von 60 auf 105 Mark erhöht. Zu von den Eltern übernommenen Schulden kommen neue hinzu.
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bis 1596  Johann Schäfer († 1596)
bis 1596  Johann Schäfer († 1596), aus dem Ravensbergischen eingeheiratet




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ca. 1640 - 1651 Alhardt Hunke († 1651) von Hörste Nr. 13, ∞ (I) um 1640 Anna („Anneken“) Schäfer (vor 1610 - 1698), Anerbin in der Kalkreute; sie ∞ (II) 1652 Hermann Erfkamp aus Greste, der Interimskötter Schäfer in Stapelage/Kalkreute wird
ca. 1640 - 1648 Alhardt Hunke († 1648) von Hörste Nr. 13, ∞ (I) um 1640 Anna („Anneken“) Schäfer (vor 1610 - 1698), Anerbin in der Kalkreute; sie ∞ (II) 1652 Hermann Erfkamp aus Greste, der Interimskötter Schäfer in Stapelage/Kalkreute wird


Kinder aus 2 Ehen:
Kinder aus 2 Ehen: