Neue Torstraße 10 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

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}}1450-54 [d] auf wohl älterer Parzelle errichtet, Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1447. Alte Hausnummer Blomberg Nr. 40.
}}1450-54 [d] auf wohl älterer Parzelle errichtet, Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1447. Alte Hausnummer Blomberg Nr. 40. Das bestehende Haus wurde 1968 abgetragen und 1986-1988 im [[LWL-Freilichtmuseum Detmold (LWL-Museum Hellerlecht, Detmold)|Westfälischen Freilichtmuseum Detmold]] wiederaufgebaut.
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[[Datei:BL-NTorstr10_JK2007.jpg|thumb|Neue Torstraße 10, Neubau von 1970. Foto: Joachim Kleinmanns 2007]]
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==Geschichte==  
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Ein Vorgängerbau war bei der Zerstörung Blombergs am 16. Juni 1447 im Verlauf der Soester Fehde von sächsischen und böhmischen Söldnern im Auftrag des Erzbischofs von Köln niedergebrannt worden. Der Wiederaufbau erfolgte nur wenige Jahre später, Bauhölzer im Dachwerk datieren von 1450 (d) bis 1454 (d). Erste Reparaturen um 1554 (d). 1609 bis 1611 (d) wurde der gesamte Wandkasten einschließlich der Fassade neu gebaut und das Seitenschiff verbreitert. Balkenlage und Dachwerkb von 1450-54 (d) blieben jedoch erhalten.<ref>{{KleinmannsHandwerkerhaus1991}}, S. 21–23; {{StieweHausbau1996}}, S. 310f.</ref>
Ein Vorgängerbau war bei der Zerstörung Blombergs am 14. Juni 1447 im Verlauf der Soester Fehde von sächsischen und böhmischen Söldnern im Auftrag des Erzbischofs von Köln niedergebrannt worden. Der Wiederaufbau erfolgte nur wenige Jahre später, Bauhölzer im Dachwerk datieren von 1450 (d) bis 1454 (d). Erste Reparaturen um 1554 (d). 1609 bis 1611 (d) wurde der gesamte Wandkasten einschließlich der Fassade neu gebaut und das Seitenschiff verbreitert. Balkenlage und Dachwerk des Kernbaus von 1450-54 (d) blieben jedoch erhalten.<ref>{{KleinmannsHandwerkerhaus1991}}, S. 21–23; {{StieweHausbau1996}}, S. 310f.</ref>


1966 Verkauf an den Nachbarn [[Neue Torstraße 12 (Blomberg)|Neue Torstraße 12]] zur Vergrößerung seiner Gastwirtschaft "Zum Scholli", wegen Versagen der Genehmigung dazu kam es jedoch jedoch 1968 zum Ankauf und Abbau durch das Westfälische Freilichtmuseum Detmold (jetzt: LWL-Freilichtmuseum), ohne das Hinterhaus. 1986 bis 1989 Wiederaufbau im "Paderborner Dord" auf dem Museumsgelände in Detmold, dabei das Hinterhaus rekonstruiert.
1966 Verkauf an den Nachbarn [[Neue Torstraße 12 (Blomberg)|(Neue Torstraße 12)]] zur Vergrößerung seiner Gastwirtschaft "Zum Scholli", wegen Versagen der Genehmigung dazu kam es jedoch jedoch 1968 zum Ankauf und Abbau durch das Westfälische Freilichtmuseum Detmold (jetzt: LWL-Museum Hellerlecht). 1986 bis 1989 Wiederaufbau im "Paderborner Dord" auf dem Museumsgelände in Detmold, dabei das Hinterhaus rekonstruiert.


Anschließend um 1970 Neubau der Deutschen Bank auf der Parzelle Neue Torstraße 10.
Anschließend um 1970 Neubau der Deutschen Bank auf der Parzelle Neue Torstraße 10.

Aktuelle Version vom 3. September 2026, 15:11 Uhr

Neue Torstraße 10 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeNeue Torstraße (Blomberg)
Hausnummer10
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBlomberg
Hausnummer040

1450-54 [d] auf wohl älterer Parzelle errichtet, Wiederaufbau nach der Zerstörung von 1447. Alte Hausnummer Blomberg Nr. 40. Das bestehende Haus wurde 1968 abgetragen und 1986-1988 im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold wiederaufgebaut.

Blomberg, Neue Torstraße 10, historische Fotografie um 1920. LWL-Freilichtmseum Detmold, Bildsammlung
Neue Torstraße 10, Neubau von 1970. Foto: Joachim Kleinmanns 2007
Haus Neue Torstraße 10 am neuen Standort im LWL-Freilichtmuseum Detmold. Foto: Joachim Kleinmanns 1988, FM Detmold.
Neue Torstraße 10 im LWL-Freilichtmuseum Detmold, 2024, Foto: Joachim Kleinmanns
Neue Torstraße 10. Fassade, Zustand nach 1611 (d), Rekonstruktion. Aus: Stiewe 1996, 84.
Neue Torstraße 10, Querschnitt des Kernbaus von 1450-54 (d), Rekonstruktion. Aus: Stiewe 1996, 56.
Neue Torstraße 10, Ansicht linke Traufwand, Längsschnitt und Grundriss, Zustand nach 1611 (d), Rekonstruktion. Aus: Stiewe 1996, 311.

Geschichte

Ein Vorgängerbau war bei der Zerstörung Blombergs am 14. Juni 1447 im Verlauf der Soester Fehde von sächsischen und böhmischen Söldnern im Auftrag des Erzbischofs von Köln niedergebrannt worden. Der Wiederaufbau erfolgte nur wenige Jahre später, Bauhölzer im Dachwerk datieren von 1450 (d) bis 1454 (d). Erste Reparaturen um 1554 (d). 1609 bis 1611 (d) wurde der gesamte Wandkasten einschließlich der Fassade neu gebaut und das Seitenschiff verbreitert. Balkenlage und Dachwerk des Kernbaus von 1450-54 (d) blieben jedoch erhalten.[1]

1966 Verkauf an den Nachbarn (Neue Torstraße 12) zur Vergrößerung seiner Gastwirtschaft "Zum Scholli", wegen Versagen der Genehmigung dazu kam es jedoch jedoch 1968 zum Ankauf und Abbau durch das Westfälische Freilichtmuseum Detmold (jetzt: LWL-Museum Hellerlecht). 1986 bis 1989 Wiederaufbau im "Paderborner Dord" auf dem Museumsgelände in Detmold, dabei das Hinterhaus rekonstruiert.

Anschließend um 1970 Neubau der Deutschen Bank auf der Parzelle Neue Torstraße 10.

Gebäude

Neubau um 1970:

Zweieinhalbgeschossiges Giebelhaus in sog. Stahlbeton-Fachwerk mit dunkler Klinker-Ausmauerung, fünf Fensterachsen breit, Satteldach mit Betonsteindeckung.

Altbau bis 1968:

Der historische Vorgängerbau wurde 1986-1988 im LWL-Freilichtmuseum Detmold wiedererrichtet: Fachwerk-Giebelhaus, Dreiständerbau, zweischiffiges Dielenhaus mit hoher Diele rechts. 9 Fache lang, davon gehören 6 Fache zum Kernbau von 1450-54 (d). Grundfläche 18 x 8,60 m.

Giebel mit Dekor der Spätrenaissance: Zahnschnitt, Beschlagwerk, Füllhölzer mit Ranken und gereihten Aktanthusblättern, Firstdreieck mit Rosette. Kräftiger Sturzriegel mit verwittertem Beschlagwerk über den Stubenfenstern links, ehemals breites, bleiverglastes Fensterband der Stube. Sturzriegel des Stubenfensters und des Dielentores sowie Giebelschwelle ehemals von hölzernen Gesimsleisten abgeschlossen, Abdrücke erhalten. Dielentor in der ersten Hälfte des 19. Jh. in Richtung Gebäudemitte verschoben und Torkopfbänder beschnitten, um einen flachen Segmentbogen zu erhalten. Inschrift und Schnitzdekor des Torbogens nicht erhalten, vermutlich abgehobelt.

Das zweischiffiges Dielen-Vorderhaus von 6 Fachen entspricht dem Kernbau von 1450-54 (d), von dem Balkenlage und Dachwerk erhalten geblieben sind. Knapp 60 Grad steiles Sparrenndach mit zwei mit halbem Schwalbenschwanz angeblatteten Kehlbalkenlagen. Aufgelegte Dachbalken, mit den Ständern durch verzapfte Kopfbänder verstrebt. Seitenschiff bei Umbau 1609-11 (d) um gut einen Meter zur Diele verbreitert, seitdem vier Fach langer Stubeneinbau mit straßenseitiger Stube und anschließdener Kammer. Dahinter frühere hohe Küchenlucht über zwei Fache mit verstärktem Rähm und Kopfbändern, zwei hochliegende große Fenster zur Traufgasse. Höheres Hinterhaus von 2 Fachen Tiefe 1745 (d) über älterem Gewölbekeller, ersetzt ein mindestens seit 1611 (d) bestehendes Hinterhaus. Früherer Saal um 1880 als Tischlerwerkstatt genutzt.

Um 1865 Einbau eines zweiten, sehr schmalen Seitenschiffes an der rechten Seite der Diele mit einem Fenster zur Straße, später wieder entfernt und Fenster vermauert (Zapfspuren an der Diele erhalteln). 1913 Einbau eines Schornsteins für den Stubenofen (Bauakte).

Inschriften

Inschrift auf dem Torbogen nicht erhalten.

Frühere Inschrift auf vorgenageltem Brett unterhalb des Giebelrähms (vgl. Kirchhofstraße 5); davon war nur ein kleiner Rest mit den Buchstaben "ER" neben dem linken Torständer erhalten geblieben, beim Abbau 1968 verloren gegangen.[2]

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1635 (Bürgerbuch): "Simon Tieman oder Schlinck", erwarb das Bürgerrecht, mit Freibrief des Vaters, 1659 Unterdiener der Stadt.[3]

1668 (Salbuch): Simon Tiemann, im gleichen Jahr verstorben.

1671 Tochter Anna Elsabein Tiemann und Ehemann Lucas Schröder, Schneider, Bürgerrecht 1671.

1709 Tochter Anna Catrina Schröder, Hochzeit am 12.11.1709 (Kirchenbuch) mit Johan Cordt Wennekamp, Bürgerrecht 1709.

1727 Johann Henrich Pustkoke, 12.9.1708 Hochzeit mit Maria Juliana Schröder (Kirchenbuch), erbaute 1721 das Haus Kuhstraße 24.[4]

1742 Einheirat von Anton Casimir Rose, Tischler, Hochzeit mit Anne Dorothe Marlene Pustkoke am 25.9.1742 (Kirchenbuch). 1776 (Volkszählung) mit Familie, einem Gesellen und einer Nichte, ohne Vieh.[5]

1782 (Volkszählung): Georg Wilhelm Plöger, Ziegelmeister und Kaufmann, Bürgerrecht 1778, verstorben 1824. Das Haus war die ersten Jahre an fünf Einlieger vermietet.[6]

1801 (Volkszählung) wohnte Plöger selbst mit seiner Frau Cathrine Elisabeth Stohlmann (Hochzeit 24.3.1778 [Kirchenbuch]) und einer Magd im Haus. Das Ehepaar war kinderlos.[7]

1824 Rudolf Theophilus Reuter, Zeugmacher und Camerarius, und Ehefrau Anna Maria Christina Nolte (Hochzeit 5.10.1793, + 5.1.1829, Kirchenbuch), 2. Ehefrau Margretha Catrine Kuckuck.[8] Reuter besaß außerdem die Häuser Kirchhofstraße 5 und Braugasse 2.[9]

1833 an den ältesten von 5 Söhnen, Johann Christoph Georg Reuter, Zeugmacher, Bürgerrecht 1819, † 1871, und dessen Ehefrau Caroline Charlotte Amalie Holste.[10] 1835 wohnten sie mit zwei Töchtern (ein Sohn kurz nach der Geburt verstorben), dem Vater Rudolf Theophilus († vor 1841) und einer Magd im Haus.[11]

1871 an Karl August Friedrich Philipp Schmidt, Tischler, † 1884, und Ehefrau Karoline Louise Henriette Meier.[12]

1901 (Adressbuch) Henriette Schmidt, Witwe.

1912 Sohn Karl Schmidt und Ehefrau Luise Brautlecht.[13]

1926 (Adressbuch) Karl Schmidt, Tischlermeister; Frl. Luise Schmidt.

Literatur

Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991.

Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Joachim Kleinmanns/Ira Spieker, Das Handwerkerhaus aus Blomberg, Detmold 1991, S. 21–23; Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996, S. 310f.
  2. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 25.
  3. Angaben zu den Eigentümern nach Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 10; vgl. auch Rolf, Bürgerbuch, S. 26 und Stiewe, Hausbau, S. 310.
  4. Stiewe, Hausbau, S. 310.
  5. Stiewe, Hausbau, S. 310.
  6. Stiewe, Hausbau, S. 310.
  7. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 11 f.
  8. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 12.
  9. Stiewe, Hausbau, S. 310.
  10. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 12.
  11. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 12.
  12. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 12 f.
  13. Kleinmanns, Handwerkerhaus, S. 13.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns, Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 13.08.2024 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 03.09.2026 von Heinrich Stiewe