Blomberger Straße 67 (Spork-Eichholz): Unterschied zwischen den Versionen
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}}Brauerei Falkenkrug, erbaut | }}Brauerei Falkenkrug, erbaut 1857 bis 1880, erweitert 1911, geht zurück auf den 1662 gegründeten, westlich gelegenen [[Blomberger Straße 65 (Spork-Eichholz)|Falkenkrug]].<ref>LAV NRW OWL, L 92 N / Lippische Rentkammer - Gewerbeabgaben, Nr. 290: Wirtschaftskontrakte im Amt Detmold, Bd. 3, (1661), enthält: Vererbpachteter Falkenkrug in dem Gehölz Schoren bei Detmold.</ref> Heute Sitz der Freien Waldorfschule Detmold. | ||
[[Datei: DT-Blomberger67_BA_DT-64-30.png|thumb|Ansicht der Falkenkrug-Brauerei, vor 1889, Foto: Theodor Kliem (LLB, BA DT-64-30)]] | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
[[Datei: DT-Blomberger67_HSA_5_B070v.png|thumb|Ansicht von Süden, um 1918, Foto: Ferdinand Düstersiek (LLB, HS A 5)]] | |||
[[Datei: DT-Blomberger67_LZ_2-1912_BS010.png|thumb|Reklame-Anzeige, aus: Lippischer Kalender 233, 1909, (LLB, LZ 2)]] | |||
Der Komplex der Bierbrauerei Falkenkrug entwickelte sich aus dem älteren benachbarten [[Blomberger Straße 65 (Spork-Eichholz)|Falkenkrug]], in dem auch schon Bier gebraut wurde. Seit 1872 Aktiengesellschaft (5 Jahre nach der Brauerei in der [[Palaisstraße 1 (C 158a) (Detmold)|Palaistraße]]).<ref>LAV NRW OWL, L 80.16 / Regierung/Landesregierung Lippe - Wirtschaftsabteilung, Nr. 864: Staatliche Genehmigung zur Errichtung von Aktiengesellschaften, 1860-1922.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1867-1879, Nr. 49.) Verkauf der Brauerei Falkenkrug an die Aktiengesellschaft "Aktienbrauerei Falkenkrug", 1872.</ref> | Der Komplex der Bierbrauerei Falkenkrug entwickelte sich aus dem älteren benachbarten [[Blomberger Straße 65 (Spork-Eichholz)|Falkenkrug]], in dem auch schon Bier gebraut wurde. Seit 1872 Aktiengesellschaft (5 Jahre nach der Brauerei in der [[Palaisstraße 1 (C 158a) (Detmold)|Palaistraße]]).<ref>LAV NRW OWL, L 80.16 / Regierung/Landesregierung Lippe - Wirtschaftsabteilung, Nr. 864: Staatliche Genehmigung zur Errichtung von Aktiengesellschaften, 1860-1922.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 18 - Band: III: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Spork bei Detmold, 1867-1879, Nr. 49.) Verkauf der Brauerei Falkenkrug an die Aktiengesellschaft "Aktienbrauerei Falkenkrug", 1872.</ref> | ||
Geschaffen wurde die neue Brauerei durch die Witwe des Gastwirts Simon August Gausmann († 19.11.1856) und ihren zweiten Ehemann Karl Schmitz. Beide ließen von 1857 bis 1880 den Gebäudekomplex der Brauerei Falkenkrug errichten.<ref>Heinz Lücke, Das Brauwesen in Lippe, in: Heimatland Lippe, Nr.7, Detmold 1985, S. 210–212.</ref> | Geschaffen wurde die neue Brauerei durch die Witwe des Gastwirts Simon August Gausmann († 19.11.1856) und ihren zweiten Ehemann Karl Schmitz. Beide ließen von 1857 bis 1880 den Gebäudekomplex der Brauerei Falkenkrug errichten.<ref>Heinz Lücke, Das Brauwesen in Lippe, in: Heimatland Lippe, Nr.7, Detmold 1985, S. 210–212.</ref> | ||
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==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
[[Datei:Detmold, Brauerei Falkenkrug von SO Ansichtskarte um 1920 Slg Stiewe.jpg|mini|Brauerei Falkenkrug, Ansicht von Südosten, Ansichtskarte um 1920, Verlag Paul Beckmann, Detmold. Fabrikanlage von 1857/58: Wohnhaus mit Aussichtsturm, Sud- und Mälzhaus mit Schornstein. (Sammlung Stiewe)]] | [[Datei:Detmold, Brauerei Falkenkrug von SO Ansichtskarte um 1920 Slg Stiewe.jpg|mini|Brauerei Falkenkrug, Ansicht von Südosten, Ansichtskarte um 1920, Verlag Paul Beckmann, Detmold. Fabrikanlage von 1857/58: Wohnhaus mit Aussichtsturm, Sud- und Mälzhaus mit Schornstein. (Sammlung Stiewe)]] | ||
[[Datei:Detmold, Brauerei Falkenkrug von N Ansichtskarte um 1920 Slg Stiewe.jpg|mini|Brauerei Falkenkrug, Hofansicht von Norden. Ansichtskarte um 1920, Verlag Paul Beckmann, Detmold. Blick auf den Fabrikhof, im Hintergrund Wohnhaus, Sudhaus und Mälzhaus mit Schornstein von 1857/58, davor neuer Sudhaus-Anbau von 1911. (Sammlung Stiewe)]] | [[Datei:Detmold, Brauerei Falkenkrug von N Ansichtskarte um 1920 Slg Stiewe.jpg|mini|Brauerei Falkenkrug, Hofansicht von Norden. Ansichtskarte um 1920, Verlag Paul Beckmann, Detmold. Blick auf den Fabrikhof, im Hintergrund Wohnhaus, Sudhaus und Mälzhaus mit Schornstein von 1857/58, davor neuer Sudhaus-Anbau von 1911. (Sammlung Stiewe)]] | ||
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"Der auch heute noch fast unverändert erhaltene Gebäudekomplex entstand zwischen 1857 und 1880. Er zeigt sich zur Talseite mit altem Sud-, Brau- und Wohnhaus sowie dem mächtigen, auf quadratischem Grundriss errichteten Malzhaus, überragt von einem hohen Schornstein. Die Gebäude bestehen überwiegend aus Bruchstein mit Fenster- und Türgewänden sowie Ziergesimsen in Sandstein bzw. Backstein (Mälzhaus). Die Architektur bedient sich in wesentlichen Teilen der neugotischen Formensprache. Durch Rückgriff auf das Burgenmotiv erhält dieser Teil der Anlage einen repräsentativen sowie wehrhaften Charakter. Neben zahlreichen Erweiterungsbauten erfolgte 1911 nochmals eine nennenswerte Erweiterung der Anlage. Rückwärtig an das Mälzhaus zur Blomberger Straße hin wurden ein neues Sudhaus, ein Maschinenhaus sowie ein Eishaus angebaut. Dieser Bauabschnitt bildet eine eigene architektonische Einheit. Die Gebäude sind verputzt und zeigen Zierelemente in Bruch- und Backstein. Das die beiden anderen Bauteile überragende neue Sudhaus wird auf seiner Nordseite von einem steinernen Falken, welcher einen Krug in seinen Fängen hält, bekrönt. Bis heute ist die Entstehungsgeschichte der Falkenkrugbrauerei an den einzelnen Bauteilen ablesbar geblieben."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref> | "Der auch heute noch fast unverändert erhaltene Gebäudekomplex entstand zwischen 1857 und 1880. Er zeigt sich zur Talseite mit altem Sud-, Brau- und Wohnhaus sowie dem mächtigen, auf quadratischem Grundriss errichteten Malzhaus, überragt von einem hohen Schornstein. Die Gebäude bestehen überwiegend aus Bruchstein mit Fenster- und Türgewänden sowie Ziergesimsen in Sandstein bzw. Backstein (Mälzhaus). Die Architektur bedient sich in wesentlichen Teilen der neugotischen Formensprache. Durch Rückgriff auf das Burgenmotiv erhält dieser Teil der Anlage einen repräsentativen sowie wehrhaften Charakter. Neben zahlreichen Erweiterungsbauten erfolgte 1911 nochmals eine nennenswerte Erweiterung der Anlage. Rückwärtig an das Mälzhaus zur Blomberger Straße hin wurden ein neues Sudhaus, ein Maschinenhaus sowie ein Eishaus angebaut. Dieser Bauabschnitt bildet eine eigene architektonische Einheit. Die Gebäude sind verputzt und zeigen Zierelemente in Bruch- und Backstein. Das die beiden anderen Bauteile überragende neue Sudhaus wird auf seiner Nordseite von einem steinernen Falken, welcher einen Krug in seinen Fängen hält, bekrönt. Bis heute ist die Entstehungsgeschichte der Falkenkrugbrauerei an den einzelnen Bauteilen ablesbar geblieben."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref> | ||
Von Süden, aus | Von Süden, vom Werretal aus, beherrscht das mächtige, quadratische Mälzhaus von 1860 mit dem zentralen, viereckigen Schornstein und dem anschließenden Sud-, Brau- und Wohnhaus mit einem Aussichtsturm, erbaut 1857/58, wie eine mittelalterliche Burg die Landschaft. An der Nordseite des Mälzhauses, zur Blomberger Straße hin, wurden 1911 das neue Sudhaus, das Maschinenhaus und der Eiskeller angebaut. Auf den Brauereinamen weist die Skulptur eines steinernen Falken mit einem Krug in den Fängen dem Dach des Neuen Sudhauses hin. | ||
[[Datei:Falkenkrug-Lageplan.jpg|thumb|Lageplan der Falkenkrugbrauerei: 1 Altes Stallgebäude, vor 1880; 2 Wohnhausanbau, 1880er Jahre; 3 Treppenhausvorbau, 1880er Jahre; 4 Wohn- und Brauhaus, 1857/58; 5 Aussichtsturm, 1857/58; 6 Brauhaus, 1857/58; 7 Altes Sudhaus, 1857/58; 8 Zwischenbau, nach 1860; 9 Malzdarre, nach 1860; 10 Windfang und Treppe, 1911; 11 Neues Sudhaus, 1911; 12 Maschinenhaus, 1911; 13 Eishaus, 1911; 14 Kühlschiffhaus, Baujahr unbekannt; 15 Elektrizitätshaus, 1906; 16 Oberirdischer Doppelkeller, 1896/97; 17 Oberirdischer Lagerkeller, 1896/97; 18 Oberirdischer Lagerkeller, vor 1880; 19 Oberirdischer Gärkeller, nach 1880; 20 Anbau, 1896; 21 Garagen, vor 1934; 22 Wärterhaus, um 1920 (Plan Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei]] | [[Datei:Falkenkrug-Lageplan.jpg|thumb|Lageplan der Falkenkrugbrauerei: 1 Altes Stallgebäude, vor 1880; 2 Wohnhausanbau, 1880er Jahre; 3 Treppenhausvorbau, 1880er Jahre; 4 Wohn- und Brauhaus, 1857/58; 5 Aussichtsturm, 1857/58; 6 Brauhaus, 1857/58; 7 Altes Sudhaus, 1857/58; 8 Zwischenbau, nach 1860; 9 Malzdarre, nach 1860; 10 Windfang und Treppe, 1911; 11 Neues Sudhaus, 1911; 12 Maschinenhaus, 1911; 13 Eishaus, 1911; 14 Kühlschiffhaus, Baujahr unbekannt; 15 Elektrizitätshaus, 1906; 16 Oberirdischer Doppelkeller, 1896/97; 17 Oberirdischer Lagerkeller, 1896/97; 18 Oberirdischer Lagerkeller, vor 1880; 19 Oberirdischer Gärkeller, nach 1880; 20 Anbau, 1896; 21 Garagen, vor 1934; 22 Wärterhaus, um 1920 (Plan Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei]] | ||