Sternberger Straße 52 (Asmissen): Unterschied zwischen den Versionen

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Mittelalterliche Burg, später Verwaltungssitz des Amtes Sternberg.
'''BURG STERNBERG'''
 
Im Mittelalter namengebende Burg der ausgestorbenen Grafen von Sternberg, später Verwaltungssitz des Amtes Sternberg und Oberförsterei.


==Lage==
==Lage==
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==Geschichte==
==Geschichte==
Sitz der mittelalterlichen Grafschaft Sternberg, einer Seitenlinie der Grafen von [[Schwalenberg]]. Es spricht einiges dafür, dass die etwa 1,5 km nordwestlich gelegene Burg "Alt-Schwalenberg" eine Vorgänger-Anlage ist, doch fehlen Belege dafür.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 2 f.</ref> 1243 hatte sich der Sohn Heinrich des Grafen Volkwin IV. von Schwalenberg als Seitenlinie mit der Grafschaft Sternberg abgespalten. Den Namen leitete er wohl aus dem Wappen der Schwalenberger ab, welches einen Stern trägt. Heinrich residierte auf der Burg Sternberg, die damals bereits bestand. Sie war vermutlich von Graf Widukind I. von Schwalenberg kurz nach 1100 gegründet worden. Sie besaß zunächst nur eine schwache Ringmauer und war mit Fachwerkbauten besetzt. Um 1150 wurde die Mauer verstärkt und Fachwerkbauten wurden erneuert. Heinrich baute dann die Burg aus. Bis 1245 Bau der Burgkapelle, bis 1250 weitere Verstärkung der Ringmauer und Ausbau des nordwestlichen Turms zum Wohnturm. In einer Urkunde von 1266 werden sechs Burgmannen genannt, deren Wohnbauten unbekannt sind. 1369 Verpfändung von Gütern an Schaumburg, 1389 Verkauf der Grafschaft an die Schaumburger. Die Burg war damals in schlechtem Zustand und blieb es zunächst auch. 1405 verpfändeten die Grafen von Schaumburg die Grafschaft Sternberg den Edelherren zur Lippe, die die Burg dann ausbauten und an Ritterfamilien verpfändeten. Sternberg wurde Verwaltungsamt. 1471 kam es zur Teilung zwischen den Familien Kerßenbrock und Lubbert Westphal mit Johann Möllenbeck, wozu in der Nordwestecke der Oberburg ein zweiter Wohnturm erbaut wurde. In diese Zeit wird auch der Anbau des Palas an den Nordturm fallen.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 2 f.</ref>
Sitz der mittelalterlichen Grafschaft Sternberg, einer Seitenlinie der Grafen von [[Schwalenberg]]. Es spricht einiges dafür, dass die etwa 1,5 km nordwestlich gelegene Burg "Alt-Sternberg" eine Vorgänger-Anlage ist, doch fehlen Belege dafür.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 2 f.</ref> 1243 hatte sich der Sohn Heinrich des Grafen Volkwin IV. von Schwalenberg als Seitenlinie mit der Grafschaft Sternberg abgespalten. Den Namen leitete er wohl aus dem Wappen der Schwalenberger ab, welches einen Stern trägt. Heinrich residierte auf der Burg Sternberg, die damals bereits bestand. Sie war vermutlich von Graf Widukind I. von Schwalenberg kurz nach 1100 gegründet worden. Sie besaß zunächst nur eine schwache Ringmauer und war mit Fachwerkbauten besetzt. Um 1150 wurde die Mauer verstärkt und Fachwerkbauten wurden erneuert. Heinrich baute dann die Burg aus. Bis 1245 Bau der Burgkapelle, bis 1250 weitere Verstärkung der Ringmauer und Ausbau des nordwestlichen Turms zum Wohnturm. In einer Urkunde von 1266 werden sechs Burgmannen genannt, deren Wohnbauten unbekannt sind.  
 
In den Jahren 1369/89 haben die Sternberger zunächst Teile ihrer Güter an die Grafen von Schaumburg verpfändet, und ihnen 1389 die ganze Grafschaft verkauft. Die Burg war damals in schlechtem Zustand und blieb es zunächst auch. 1405 verpfändeten die Grafen von Schaumburg die Grafschaft Sternberg den Edelherren zur Lippe, die die Burg dann ausbauten. Sternberg wurde Verwaltungssitz des lippischen Amtes Sternberg, das bis ins 16. Jahrhundert hinein den Gepflogenheit der Zeit entsprechend die meiste Zeit zusammen mit der Burg an Adlige (weiter-)verpfändet war. 1471 kam es zur Teilung zwischen den damaligen Pfandinhabern von Kerßenbrock und Lubbert Westphal mit Johann von Möllenbeck, wozu in der Nordwestecke der Oberburg ein zweiter Wohnturm erbaut wurde. In diese Zeit wird auch der Anbau des Palas an den Nordturm fallen.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 2 f.</ref>
 
Der Konflikt mit den Schaumburger Grafen, die nominell noch Eigentümer der Grafschaft waren und gegen den Willen der Lipper aus der Verpfländung auslösen wollten, wurde erst durch die Heirat Graf Simons VI. mit Elisabeth von Schaumburg im Jahr 1585 beendet. 1570–1573 Erweiterung der Burg durch Baumeister Hans Rade aus [[Blomberg (Kernstadt)|Blomberg]] mit dem Westflügel zwischen Ober- und Unterburg. Damit waren die beiden Wohntürme verbunden. Unter Simon VI. nach 1585 Umgestaltung durch den Baumeister Hermann Wulff aus [[Lemgo (Kernstadt)|Lemgo]], u. a. einen Renaissance-Erker. Die Blütezeit der Burg endete damit. Ab dem 17. Jh. kam es nur noch zu Bauten für den Wirtschaftsbetrieb. Die Amtmänner zogen 1660 nach Göttentrup, die Burg wurde nun von nachrangigen Verwaltungsbeamten bewohnt und als Gefängnis benutzt. 1723/24 Bau des Rendantenhauses. 1733 Verpfändung des Amtes Sternberg mit der Burg für 410.000 Reichstaler an König Georg II. von Hannover, 1781 Wiedereinlösung durch den Grafen zur Lippe. 1814 Verlegung des Amtssitzes nach Alverdissen. In Sternberg verblieb nur die Oberförsterei. 1844, 1859 und 1877 Um- und Neubauten in der Unterburg.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 8–11.</ref>
 
Infolge der Novemberrevolution 1919 ging die Burg Sternberg an den Freistaat Lippe über, 1921 Einrichtung einer  Jugendherberge. Zugleich Gastwirtschaftsbetrieb. Ab 1935 "Mütterschule", dann "Reichsbräuteschule" der SS. 1942 Kriegsgefangenenlager und Versorgungslager der Luftwaffe, daher Sperrung für die Öffentlichkeit. Nach dem Krieg Sitz des Instrumentenbauers und -sammler Peter Harlan. Ab 1952 Jugendherberge in der Unterburg, seit 1974 Sozialwohnungen und Übergangsheim, in der Oberburg weiterhin musikpädagogische Aktivitäten der Familie Harlan, ab 1996 Verein Musikburg Sternberg e. V. 1998–2003 denkmalpflegerischer Ausbau der Oberburg zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort. In der Vorburg ab 2010 Café.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 12 f.</ref>
 
===Oberförsterei <ref>nach Aufzeichnungen des Forstschreibers Wilhelm Brakemeier</ref>===
 
Von 1814 bis Ende 1928 war die Burg Sternberg Sitz der Oberförsterei Sternberg. Erst ab 1862 erhielt der Oberförster einen Forstschreiber zugeteilt, der dann ebenfalls auf der Burg wohnte. Ab 1929 kam Sternberg dann gemeinsam mit Detmold zur Oberförsterei Brake, die ihren Sitz im Schloss Brake hatte.
 
Leiter der Oberförsterei Sternberg:
 
• Lemke, am 1.1.1812 in den Ruhestand getreten; wohnte in der "Lemkenburg" östlich der Burg Sternberg
 
• Friedrich Kellner, Forstrat, geb. 1781, Oberförster von 1812 bis zu seinem Tod 1856
 
• Wilhelm-August Maertens, geb. 18.5.1832, 1856/57 vertretungsweise in Sternberg, dann nach Varenholz gewechselt


Der Konflikt mit den Schaumburgern, die die Pfandschaft gegen den Willen der Lipper auslösen wollten, wurde erst durch die Heirat Graf Simons VI. mit Elisabeth von Schaumburg beendet. 1570–1573 Erweiterung der Burg durch Baumeister Hans Rade aus [[Blomberg (Kernstadt)|Blomberg]] mit dem Westflügel zwischen Ober- und Unterburg. Damit waren die beiden Wohntürme verbunden. Unter Simon VI. Umgestaltung durch den Baumeister Hermann Wulff aus [[Lemgo (Kernstadt)|Lemgo]], u. a. einen Renaissance-Erker. Die Blütezeit der Burg endete damit. Ab dem 17. Jh. kam es nur noch zu Bauten für den Wirtschaftsbetrieb. Die Amtmänner zogen 1660 nach Göttentrup, die Burg wurde nun von nachrangigen Verwaltungsbeamten bewohnt und als Gefängnis benutzt. 1723/24 Bau des Rendantenhauses. 1733 Verpfändung für 410.000 Reichstaler an König Georg II. von Hannover, 1781 Wiedereinlösung. 1814 Verlegung des Amtssitzes nach Alverdissen. In Sternberg verblieb nur die Oberförsterei. 1844, 1859 und 1877 Um- und Neubauten in der Unterburg.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 8–11.</ref>
• Karl Rodenberg, ab 1857 bis zum Ruhestand 1869


Infolge der Novemberrevolution 1919 an den Freistaat Lippe, 1921 Einrichtung einer  Jugendherberge. Zugleich Gastwirtschaftsbetrieb. Ab 1935 "Mütterschule", dann "Reichsbräuteschule" der SS. 1942 Kriegsgefangenenlager und Versorgungslager der Luftwaffe, daher Sperrung für die Öffentlichkeit. Nach dem Krieg Sitz des Instrumentenbauers und -sammler Peter Harlan. Ab 1952 Jugendherberge in der Unterburg, seit 1974 Sozialwohnungen und Übergangsheim, in der Oberburg weiterhin musikpädagogische Aktivitäten der Familie Harlan, ab 1996 Verein Musikburg Sternberg e. V. 1998–2003 denkmalpflegerischer Ausbau der Oberburg zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort. In der Vorburg ab 2010 Café.<ref>{{HuismannBurg2016}}, S. 12 f.</ref>
• Gustav Kellner, 1869 bis 1880, dann nach Berlebeck gewechselt
 
• Friedrich Heise, Forstmeister, ab 1880 bis zum Ruhestand 1902
 
• Karl Riekehof, geb 20.12.1872, nur vertretungsweise
 
• Albert Meyer, Forstmeister, geb. 19.9.1864, von 1902 bis zum Ruhestand am 31.12.1928
 
Letzer Forstschreiber auf Burg Sternberg war ab 1902 bis zu seinem Ruhestand am 31.12.1928 Wilhelm Brakemeier, geb. 2.7.1896, der Aufzeichnungen zur Forstgeschichte der Oberförstereien Brake und Sternberg hinterließ.


==Gebäude==
==Gebäude==
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
Eigentümer: Fürstliche Rentkammer, nach 1918 Freistaat Lippe, in Rechtsnachfolge Landesverband Lippe.
Eigentümer: Fürstliche Rentkammer, nach 1918 Freistaat Lippe, in Rechtsnachfolge Landesverband Lippe.
1783–1812 Oberförster Wilhelm Ludwig Lemke (Ruhestand).<ref>LAV NRW OWL, L 92 A / Lippische Rentkammer - Allgemeine Kammersachen, Nr. 906: Förster Lemke zu Linderhofe / Forst Sternberg, 1783-1784, 1803-1813.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 9 Nr. 5: Prüfung des zum Förster im Sternberger Forst vorgeschlagenen Büchsenspänners Wilhelm Ludwig Lemke; dessen Pension mit Beibehaltung der Aufsicht über die Privatholzungen, 1783-1820.</ref>
nachfolgende Oberförster waren:<ref>LAV NRW OWL, L 97 A Sternberg / Oberförsterei Sternberg, Nr. 6: Personalien und Diensteinkommen, Gratifikationen und Unterstützungen der Forstbeamten, 1855–1906.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 97 A Sternberg / Oberförsterei Sternberg, Nr. 15: Personalien und Diensteinkommen, Gratifikationen und Unterstützungen der Forstbeamten der Oberförsterei, Bd. 1, 1866–1902.</ref> <ref>LAV NRW OWL, L 97 A Sternberg / Oberförsterei Sternberg, Nr. 16: Personalien und Diensteinkommen, Gratifikationen und Unterstützungen der Forstbeamten der Oberförsterei, Bd. 2, 1902–1928.</ref>
1812–1856 Friedrich Kellner (* 1781, † 1856).<ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 8 Nr. 20: Übertragung der Oberförsterei über den Sternberger, den Varenholzer und den Brakeschen Forst an den Oberförster Kellner, 1811.</ref>
1856 kommissarisch Wilhelm-August Maertens (* 18.05.1832).<ref>LAV NRW OWL, L 100 / Direktion der Lippischen Fideikommissverwaltung, Nr. 512: Personal- und Dienstangelegenheiten der Oberförster, 1891-1919.</ref>
1857–1869 Karl Rodenberg.<ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 9 Nr. 19: Anstellung des C. Rodenberg als Gehilfe des Oberförsters Kellner zu Sternberg, 1828-1832.</ref>
1869–1880 Gustav Kellner.<ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 2 Nr. 40: Forststudium des Gustav Kellner aus Sternberg, 1852.</ref>
1880–1902 Friedrich Heise.<ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 9 Nr. 25: Anstellung des Forstkandidaten Heise als Gehilfe des Oberförsters Kellner zu Sternberg, 1850-1853.</ref>
Karl Riekehof (* 20.12.1872), kommissarisch.<ref>LAV NRW OWL, L 97 A Sternberg / Oberförsterei Sternberg, Nr. 15: Personalien und Diensteinkommen, Gratifikationen und Unterstützungen der Forstbeamten der Oberförsterei, Bd. 1, 1866–1902.</ref>
1901–1928 Albert Meyer (* 19.09.1864).<ref>LAV NRW OWL, L 97 A Sternberg / Oberförsterei Sternberg, Nr. 15: Personalien und Diensteinkommen, Gratifikationen und Unterstützungen der Forstbeamten der Oberförsterei, Bd. 1, 1866–1902.</ref>


1901 Oberförsterei Sternberg, Forstmeister Friedrich Heise; Forstaufseher Wilhelm  
1901 Oberförsterei Sternberg, Forstmeister Friedrich Heise; Forstaufseher Wilhelm