Im Seligen Winkel Kirche (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen
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Zur Sühne ließen Graf Bernhard VII. und sein Bruder Simon (seit 1463 Bischof in Paderborn) eine Kapelle über dem Brunnen erbauen, wie in der Stiftungsurkunde des Blomberger Klosters von 1469 überliefert ist. Das Brunnenwasser soll durch die Hostien Wunder bewirkt haben. Dieser Glaube ließ eine blühende Wallfahrt entstehen. Um die große Zahl an Pilger*innen zu bewältigen, gründete Bernhard VII. mit Möllenbecker Augustiner-Chorherren in Blomberg ein Kloster, das einschließlich einer Kirche von 1462–1485 aus den Wallfahrts-Einnahmen anstelle der Kapelle erbaut wurde. Als Meister ist durch Steinmetzzeichen Heinrich Goellerth identifiziert.<ref>{{PrieweKlosterkirche2012}}, S. 1–4, 13.</ref> | Zur Sühne ließen Graf Bernhard VII. und sein Bruder Simon (seit 1463 Bischof in Paderborn) eine Kapelle über dem Brunnen erbauen, wie in der Stiftungsurkunde des Blomberger Klosters von 1469 überliefert ist. Das Brunnenwasser soll durch die Hostien Wunder bewirkt haben. Dieser Glaube ließ eine blühende Wallfahrt entstehen. Um die große Zahl an Pilger*innen zu bewältigen, gründete Bernhard VII. mit Möllenbecker Augustiner-Chorherren in Blomberg ein Kloster, das einschließlich einer Kirche von 1462–1485 aus den Wallfahrts-Einnahmen anstelle der Kapelle erbaut wurde. Als Meister ist durch Steinmetzzeichen Heinrich Goellerth identifiziert.<ref>{{PrieweKlosterkirche2012}}, S. 1–4, 13.</ref> | ||
Die Reformation läutete die allmähliche Auflösung des Klosters ein. Der letzte Mönch starb am 14.12.1570, Graf Simon nahm das von seinen Vorfahren gestiftete Kloster wieder an sich und schenkte die Klostergebäude 1651 der Stadt Blomberg samt dem Klosterhof zur Schule und als Pfarrhaus.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 18 f.</ref> Seit 1833 Pfarrkirche, 1838 durch Ferdinand Brune restauriert, dazu auch eine neue Orgel von Kuhlemann/Kassel, 1860 von Randebroek wesentlich verbessert.<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 326.</ref> | |||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
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==Ausstattung== | ==Ausstattung== | ||
Grabmal (Tumba) des Kirchenstifters Bernhard VII. zur Lippe († 1511) und seiner Frau Anna von Holstein-Schaumburg († 1495) im Chor (bis in die 1960er Jahre im Langhaus). Die 4 Seiten architektonisch gegliedert und figürlich geschmückt, darauf die Grabplatte mit den lebensgroßen Ganzkörperbildnissen. Die Köpfe mit geöffneten Augen auf Kissen gebettet unter spätgotischen Baldachinen. Zu Füßen Schilde tragende Löwenkonsolen. Umlaufende Inschrift, unterbrochen von den 16 Wappen der Ahnenreihe Bernhards. Stilistisch wird die Tumba dem Münsteraner Bildhauer Heinrich Brabender zugeschrieben.<ref>{{PrieweKlosterkirche2012}}, S. 26.</ref> | Grabmal (Tumba) des Kirchenstifters Bernhard VII. zur Lippe († 1511) und seiner Frau Anna von Holstein-Schaumburg († 1495) im Chor (bis in die 1960er Jahre im Langhaus). Die 4 Seiten architektonisch gegliedert und figürlich geschmückt, darauf die Grabplatte mit den lebensgroßen Ganzkörperbildnissen. Die Köpfe mit geöffneten Augen auf Kissen gebettet unter spätgotischen Baldachinen. Zu Füßen Schilde tragende Löwenkonsolen. Umlaufende Inschrift, unterbrochen von den 16 Wappen der Ahnenreihe Bernhards. Stilistisch wird die Tumba dem Münsteraner Bildhauer Heinrich Brabender zugeschrieben.<ref>{{PrieweKlosterkirche2012}}, S. 26.</ref> | ||
Chorgestühl stilistisch kurz nach 1500, 1833 entfernt, ein Rest 315 x 70 cm große Eichenbohle) hinter dem nördlichen Emporenaufgang ausgestellt, ein kürzeres Stück in der Sammlung des [[Schlossstraße 18 (Brake)|Weserrenaissance-Museums Schloss Brake]]. | Chorgestühl stilistisch kurz nach 1500, 1833 entfernt, ein Rest 315 x 70 cm große Eichenbohle) hinter dem nördlichen Emporenaufgang ausgestellt, ein kürzeres Stück in der Sammlung des [[Schlossstraße 18 (Brake)|Weserrenaissance-Museums Schloss Brake]]. | ||
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==Pastoren== | ==Pastoren== | ||
Pastoren ab 1833:<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 333 f.</ref> | |||
bis 1848 Philipp Ferdinand Neubourg († 21.4.1848), zuvor schon Pastor der 1833 abgerissenen Martinikirche. oo Marie Wilhelmine Volkhausen († 11.7.1840). | |||
1848–1854 Ernst Hovedissen. | |||
1854–1899 Georg Neubourg, zuvor dort 2. Pastor († 23.5.1901). | |||
1899 bis nach 1926 Ernst Thelemann (* Detmold 12.3.1869) | |||
Ulrich Meier, Ein folgenschwerer Diebstahl | ==Literatur== | ||
* {{PrieweKlosterkirche2012}}. | |||
* {{MeierLippischeKirchen2004}}. | |||
* Ulrich Meier, Ein folgenschwerer Diebstahl. Ermittlungen und Quellen zum Blomberger Hostienfrevel von 1460 und zur Wallfahrt nach Blomberg (Lippische Geschichtsquellen; 27), Bielefeld 2024. | |||
* {{ButterweckGeschichte1926}}, S. 16–19, 326–334. | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
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==Autor*innen== | ==Autor*innen== | ||
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{{Kirchenkategorien}} | {{Kirchenkategorien}} [[Kategorie:Ferdinand Brune]] | ||
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