Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen

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|Großgemeinde=Blomberg
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|Koordinaten=51.94373, 9.09089
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}}Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde [[Blomberg]], seit 1973 im Kreis Lippe.
}}Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet. Seit dem 1.1.1970 ist sie Verwaltungssitz der Großgemeinde [[Blomberg]] und gehört seit 1973 zum Kreis Lippe.
[[Datei:Blomberg, Luftblid Haase 2008.jpg|mini|Blomberg, Luftbild von Süden. Foto: Rüdiger Haase 2008]]
[[Datei:Blomberg, Stadtwappen von 1583 im Stadtbuch I, Melchior Kalden, Ausschnitt StadtA Blomberg.jpg|mini|Blomberg, Stadtwappen aus dem Stadtbuch I von Melchior Kalden, 1583. Stadtarchiv Blomberg]]
[[Datei:Blomberg, Niederes Tor Mesch um 1910 LAV NRW OWL.jpg|mini|Blomberg, Niederes Tor. Fotografie von Mesch, um 1910. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Blomberg um 1800.jpg|mini|Blomberg um 1800, "Carte vom Fürstenthum Lippe", Ausschnitt. Um die Stadt sind mehrere Warttürme zu erkennen. <br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Blomberg um 1800.jpg|mini|Blomberg um 1800, "Carte vom Fürstenthum Lippe", Ausschnitt. Um die Stadt sind mehrere Warttürme zu erkennen. <br />[https://www.archive.nrw.de Archive NRW] Karten A 11725]]
[[Datei:Blomberg, Topographische Karte von Westfalen Generalmajor Le Coq, 1805 Meier-Stiewe 2022, 4.jpg|mini|Blomberg, "Topographische Karte von Westfalen" des Generalmajors Le Coq von 1805, Ausschnitt. Aus Meier/Stiewe 2022, 4.]]
[[Datei:Stadt Blomberg Elias und Heinrich van Lennep um 1663-66 LAV NRW OWL.jpg|mini|"Stadt Blumberg." Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-66. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Haus Blumberg Elias und Heinrich van Lennep um 1663-66 LAV NRW OWL.jpg|mini|"Haus Blumberg." Burg Blomberg, Ansicht von Süden. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-66. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Blomberg, kolorierte Federzeichnung LAV NRW OWL D 73 Tit. 4 Nr. 5825.jpg|mini|Blomberg, Stadtansicht von Südwesten. Kolorierte Federzeichnung um 1730. LAV NRW OWL, D 73 Tit. 4 Nr. 5825]]
[[Datei:Blomberg von SW, um 1910 Mesch LAV NRW OWL.jpg|mini|Blomberg, Ansicht von Südwesten. Fotografie von Mesch, um 1910. Landesarchiv NRW OWL]]
[[Datei:Blomberg von NW, um 1910 Sammlung Stiewe.jpg|mini|Blomberg von Nordwesten, um 1910. Die ausgeprägte Spornlage von Stadt und Burg ist gut erkennbar. Sammlung Stiewe]]
[[Datei:Blomberg von SO, um 1910 Sammlung Stiewe.jpg|mini|Blomberg von Südosten, um 1910. Im Vordergrund links die Branntweinbrennerei Theopold, dahinter die Burg und das Niedere Tor. Sammlung Stiewe]]


==Lage==
==Lage==
Blomberg liegt am Rande des "Blomberger Beckens", einer flachen Senke mit fruchtbaren Lössböden, die mit zahlreichen älteren Dörfern das agrarische Hinterland der Stadt bildet. Östlich und nördlich der Stadt liegen die bewaldeten Höhen von Eichenberg und Dickem Berg mit ausgedehnten städtischen Forstrevieren.
Blomberg liegt am Rande des "Blomberger Beckens", einer flachen Senke mit fruchtbaren Lössböden, die mit zahlreichen älteren Dörfern das agrarische Hinterland der Stadt bildet. Östlich und nördlich der Stadt liegen die bewaldeten Höhen von Eichenberg und Dickem Berg mit ausgedehnten städtischen Forstrevieren.


Die Stadt hat eine markante Spornlage auf einem Berg über dem Tal des Diestelbaches, am höchsten und am besten zu verteidigenden Punkt befindet sich die Burg. Die ansteigende Topographie der Stadt gliedert sich in eine Unterstadt (Brinkviertel und Großes Viertel) und eine Oberstadt (Winkelviertel mit Marktplatz und Kirche und Rossmüllerviertel).
Die Stadt hat eine markante Spornlage über dem Tal des Diestelbaches, am höchsten und am besten zu verteidigenden Punkt befindet sich die Burg. Die ansteigende Topographie der Stadt gliedert sich in eine Unterstadt (Brinkviertel und Großes Viertel) und eine Oberstadt (Winkelviertel mit Marktplatz und Kirche und Rossmüllerviertel).


Der Diestelbach trieb etwa ein halbes Dutzend Mühlen an und mündet beim Nessenberg in die Emmer, die das ganze Gebiet zur Weser entwässert.
Der Diestelbach trieb etwa ein halbes Dutzend Mühlen an und mündet beim Nessenberg in die Emmer, die das ganze Gebiet zur Weser entwässert.


Seit dem 14. Jahrhundert bestand um die Stadt und ihre Feldmark eine Landwehr aus Wällen und undurchdringlichen Hecken, die im Osten und Südosten mit der Amtslandwehr des Amtes Blomberg zusammenfiel. Insgesamt sechs Warttürme, der Turm auf dem Dicken Berg, der "Turm zu Meien" am Weg nach Barntrup, der Turm auf dem Eichenberg, die "Hohe Warte" beim Siekhof, der Turm auf dem Hundsloh beim Lakehof (Belle) und der Turm auf dem Wartsberg bei Reelkirchen dienten der Überwachung des Vorfeldes der Blomberger Landwehr.
Seit dem 14. Jahrhundert bestand um die Stadt und ihre Feldmark eine Landwehr aus Wällen und undurchdringlichen Hecken, die im Osten und Südosten mit der Amtslandwehr des Amtes Blomberg zusammenfiel. Insgesamt sechs Warttürme, der Turm auf dem Dicken Berg, der "Turm zu Meien" am Weg nach Barntrup, der Turm auf dem Eichenberg, die "Hohe Warte" beim Siekhof, der Turm auf dem Hundsloh beim [[Lakeweg 9 (Belle)|Lakehof]] bei Belle (heute zu Horn-Bad Meinberg) und der Turm auf dem Wartsberg bei Reelkirchen dienten der Überwachung des Vorfeldes der Blomberger Landwehr.


==Verwaltungszugehörigkeit==
==Verwaltungszugehörigkeit==
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Erst 1863 wurde das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben, als erster Neubau vor der Stadt entstand in diesem Jahr das Haus des Wagenbauers Schwarze vor dem Neuen Tor (Nr. 329, Neue Torstraße 34). Danach wurden in kurzer Zeit Fluchtlinien- und Bebauungspläne für die verlängerte Neue Torstraße (Barntruper Straße), Gartenstraße, Hagenstraße und Heutorstraße aufgestellt. Damit entstand ein großes Erweiterungsgebiet im Nordosten der Stadt, das bis zum Ersten Weltkrieg bebaut wurde.<ref>Heinrich Stiewe, Über die Mauern hinaus..., in: Lieselotte Krull, Heinrich Stiewe, Dieter Zoremba, Über die Mauern der Stadt hinaus. Eine Dokumentation aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Blomberg, Blomberg 1993, S. ...</ref>
Erst 1863 wurde das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben, als erster Neubau vor der Stadt entstand in diesem Jahr das Haus des Wagenbauers Schwarze vor dem Neuen Tor (Nr. 329, Neue Torstraße 34). Danach wurden in kurzer Zeit Fluchtlinien- und Bebauungspläne für die verlängerte Neue Torstraße (Barntruper Straße), Gartenstraße, Hagenstraße und Heutorstraße aufgestellt. Damit entstand ein großes Erweiterungsgebiet im Nordosten der Stadt, das bis zum Ersten Weltkrieg bebaut wurde.<ref>Heinrich Stiewe, Über die Mauern hinaus..., in: Lieselotte Krull, Heinrich Stiewe, Dieter Zoremba, Über die Mauern der Stadt hinaus. Eine Dokumentation aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Blomberg, Blomberg 1993, S. ...</ref>


Blomberg erlebte eine relativ späte Industrialisierung, die sich aus dem örtlichen Schuhmacher- und Tischlerhandwerk entwickelte: 1885 gründete der Kaufmann Eduard Krohne eine erste Stuhlfabrik, bis in die 1920er Jahre entstanden sechs weitere Stuhlfabriken im Randbereich der Stadt. Aus der Blomberger Sägemühle entstand die Furnier- und Sperrholzfabrik von Bernhard Hausmann; hier wurde 1893 die erste Buchensperrholzplatte hergestellt. 1911 gründete Heinrich Prasse eine Schuhfabrik vor dem Niederen Tor. 1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss (Stichbahn von Schieder/Noltehof), die Strecke wurde aber schon um 1970 wieder stillgelegt.
Blomberg erlebte eine relativ späte Industrialisierung, die sich aus dem örtlichen Schuhmacher- und Tischlerhandwerk entwickelte: 1885 gründete der Kaufmann Eduard Krohne eine erste Stuhlfabrik, bis in die 1920er Jahre entstanden sechs weitere Stuhlfabriken im Randbereich der Stadt. Aus der Blomberger Sägemühle entstand die Furnier- und Sperrholzfabrik von Bernhard Hausmann; hier wurde 1893 die erste Buchensperrholzplatte hergestellt. 1911 gründete Heinrich Prasse eine Schuhfabrik vor dem Niederen Tor. 1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss (Stichbahn von Schieder/Noltehof). 1953 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1987 wurde die Strecke stillgelegt.


Heute ist Blomberg mit großen Betrieben wie Phoenix Contact oder Synflex ein Schwerpunkt der Metall- und Elektroindustrie.
Heute ist Blomberg mit großen Betrieben wie Phoenix Contact oder Synflex ein Schwerpunkt der Metall- und Elektroindustrie.


==Ortsname==
==Ortsname==
''Blomberg de Bleome'', Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird allgemein heraldisch gedeutet und gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe, die die Stadt im 13. Jahrhundert gründeten. In seinem ''Chronicon Comitatus Lippiae'', gedruckt zu Rinteln 1627, überliefert der Blomberger lutherische Pfarrer Johannes Piderit eine sehr schöne Gründungslegende, die die Namensgebung der Stadt erklärt:<ref>Johannes Piderit, Chronicon Comitatus Lippiae, Rintlen 1627, S. 369, zit. nach Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe (Westfälisches Ortsnamenbuch, 2), Bielefeld 2010, S. 88.</ref>  
''Blomberg de Bleome'', Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird allgemein heraldisch gedeutet und gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe, die die Stadt im 13. Jahrhundert gründeten. In seinem ''Chronicon Comitatus Lippiae'' (Chronik der Grafschaft Lippe), gedruckt zu Rinteln 1627, überliefert der Blomberger lutherische Pfarrer Johannes Piderit eine schöne Legende zur Gründung und Namensgebung der Stadt:<ref>Johannes Piderit, Chronicon Comitatus Lippiae, Rintlen 1627, S. 369, zit. nach Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe (Westfälisches Ortsnamenbuch, 2), Bielefeld 2010, S. 88.</ref>  


''Erstlich ist ein alt traditio [...] und Spruch / daß nach dem die Fundatorn abgezirckelt und abgemessen / wie weit sich die Mauern der Stadt oder Weichbild erstrecken solte / habe Gott der Allmächtige in folgender Nacht / den Platz zum Gebäw verordnet / mit schönen lieblichen allerhand Blumen uberstreuet unnd wachsen lassen / darauß sie haben sehen können / daß Gott ein gefallen daran habe / die Gemein solte wachsen und grünen / un[de] wolt jrem Vornehmen / zum glücklichen Ende verhelffen. Darauß sie Vrsach genommen / daß sie folgne die Städte unnd das Gebew daruff darauff den Blumenburg [!] genandt haben; Jeder gleube wer will.''
''Erstlich ist ein alt traditio [...] und Spruch / daß nach dem die Fundatorn abgezirckelt und abgemessen / wie weit sich die Mauern der Stadt oder Weichbild erstrecken solte / habe Gott der Allmächtige in folgender Nacht / den Platz zum Gebäw verordnet / mit schönen lieblichen allerhand Blumen uberstreuet unnd wachsen lassen / darauß sie haben sehen können / daß Gott ein gefallen daran habe / die Gemein solte wachsen und grünen / un[de] wolt jrem Vornehmen / zum glücklichen Ende verhelffen. Darauß sie Vrsach genommen / daß sie folgens die Städte unnd das Gebew daruff darauff den Blumenburg [!] genandt haben; Jeder gleube wer will.''


==Siedlungscharakteristik==
==Siedlungscharakteristik==
Ulrich Meier identifiziert aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) eine mögliche, etwa quadratische Vorgängersiedlung im Umfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese als "Stadt auf dem Schild".
Aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) identifiziert Ulrich Meier eine mögliche, etwa quadratische befestigte Vorgängersiedlung im Vorfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese nach Paul Johansen (1955) als "Stadt auf dem Schild" (ca. 1190 bis ca. 1230). Abgesehen von einigen auffälligen Abstufungen in der Topographie der Blomberger Altstadt gibt es aber keine Belege für diese Annahme bei Piderit.<ref>Ulrich Meier/Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022, Textheft, S. 3ff. und Abb. 6.</ref>


Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, ab. Diese werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (''Heydt dor'', Heidetor). Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, in der Art einer Heugabel ab. Diese drei Straßen werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (''Heydt dor'', Heidetor) in Richtung Hameln. Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.<ref>Meier/Stiewe (wie vor), S. 5</ref>


==Pläne, Ortsansichten==
==Pläne, Ortsansichten==
Kupferstiche "Stadt Blomberg" und "Haus Blomberg" von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65, als älteste Ansichten der Stadt.
"Stadt Blumberg", Stadtansicht von Osten. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL


Farbige Federzeichnung, Stadtansicht von Süden, um 1730.
"Haus Blumberg", Ansicht der Burg Blomberg von Süden. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL.
 
Stadtansicht von Südwesten, kolorierte Federzeichnung, um 1730. Landesarchiv NRW OWL, D 73 Tit. 4 Nr. 5825.
 
Skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750. Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg.


Mehrere skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750.
==Bevölkerung==
==Bevölkerung==


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==Hausnummern==
==Hausnummern==
[[Datei:Blomberg, Stadtviertel und historische Hausnummern Stiewe 1996 nach Rolf 1981.jpg|mini|Blomberg, Stadtviertel und historische Hausnummern (nach Rolf 1981)]]
Hausnummern wurden erst nach Einführung des Katasters der 1752 gegründeten Lippischen Landesbrandversicherung eingeführt, eine "Verordnung zur Numerierung der Häuser" wurde 1766 erlassen. Gültigkeit erlangten sie aber erst nach 1805. Kurz vor 1900 wurden viele Straßen neu benannt und die Häuser erhielten die bis heute gültige straßenweise Nummerierung.
Hausnummern wurden erst nach Einführung des Katasters der 1752 gegründeten Lippischen Landesbrandversicherung eingeführt, eine "Verordnung zur Numerierung der Häuser" wurde 1766 erlassen. Gültigkeit erlangten sie aber erst nach 1805. Kurz vor 1900 wurden viele Straßen neu benannt und die Häuser erhielten die bis heute gültige straßenweise Nummerierung.


Die Blomberger Bürgerhäuser waren bis kurz vor 1900 nach einem seit dem 18. Jahrhundert gültigen Umgang nummeriert, beginnend mit dem Eckhaus Nr. 1, heute Marktplatz 6 an der Ecke zur Burgstraße. Von dort aus durchlief die traditionelle Nummerierung die vier seit dem Mittelalter bekannten Stadtviertel: von 1 bis 66 im Winkelviertel, von 67 bis 174 im Roßmüllerviertel (Oberstadt), von 175 bis 272 im Großen Viertel und von 273 bis 328 im Brinkviertel (Unterstadt). Einige jüngere Hausstätten wurden im späten 18. und im 19. Jahrhundert mit a-, b- und c-Nummern hinzugefügt. Eine Übersichtskarte der alten Hausnummern in Blomberg (Abbildung) hat Heinz-Walter Rolf erstellt und 1981 erstmals veröffentlicht.<ref>Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981}}.</ref>
Die Blomberger Bürgerhäuser waren bis kurz vor 1900 nach einem seit dem 18. Jahrhundert gültigen Umgang nummeriert, beginnend am Marktplatz mit dem Eckhaus Nr. 1 (heute [[Marktplatz 6 (Blomberg)|Marktplatz 6]]) an der Ecke zur Burgstraße. Von dort aus durchlief die traditionelle Nummerierung die vier seit dem Mittelalter bekannten Stadtviertel: von 1 bis 66 im Winkelviertel, von 67 bis 174 im Roßmüllerviertel (Oberstadt), von 175 bis 272 im Großen Viertel und von 273 bis 328 im Brinkviertel (Unterstadt). Einige jüngere Hausstätten wurden im späten 18. und im 19. Jahrhundert mit a-, b- und c-Nummern hinzugefügt. Eine Übersichtskarte der alten Hausnummern in Blomberg (Abbildung) hat Heinz-Walter Rolf erstellt und 1981 erstmals veröffentlicht.<ref>Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981}}.</ref>


==Hausstätten==
==Hausstätten==
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Die alte, fortlaufende Nummerierung der Blomberger Häuser begann an dem Eckhaus Marktplatz/Burgstraße (Marktplatz 6) mit der Nummer 1 und endete beim Haus Brinkstraße 27 (ehem. Schaumburgischer Krug) mit der Nummer 328. Die straßenweise Nummerierung wurde vor 1900 eingeführt und findet sich erstmalig im "Adreßbuch des Fürstentums Lippe" von 1901.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 160ff.</ref>
Die alte, fortlaufende Nummerierung der Blomberger Häuser begann an dem Eckhaus Marktplatz/Burgstraße (Marktplatz 6) mit der Nummer 1 und endete beim Haus Brinkstraße 27 (ehem. Schaumburgischer Krug) mit der Nummer 328. Die straßenweise Nummerierung wurde vor 1900 eingeführt und findet sich erstmalig im "Adreßbuch des Fürstentums Lippe" von 1901.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 160ff.</ref>


'''Winkelviertel'''
'''Winkelviertel'''


Blomberg Nr. 1  = [[Marktplatz 6 (Blomberg)|Marktplatz 6]]
Blomberg Nr. 1  = [[Marktplatz 6 (Blomberg)|Marktplatz 6]]
Blomberg Nr. 11a = [[Pideritplatz 11 (Blomberg)|Pideritplatz 11]]
Blomberg Nr. 11b = [[Burgstraße 7 (Blomberg)|Burgstraße 7]]
Blomberg Nr. 16 = [[Im Seligen Winkel 4 (Blomberg)|Im Seligen Winkel 4]]


Blomberg Nr. 19 =  [[Im Seligen Winkel 12 (Blomberg)|Im Seligen Winkel 12]]
Blomberg Nr. 19 =  [[Im Seligen Winkel 12 (Blomberg)|Im Seligen Winkel 12]]
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Blomberg Nr. 42 = [[Neue Torstraße 14 (Blomberg)|Neue Torstraße 14]]
Blomberg Nr. 42 = [[Neue Torstraße 14 (Blomberg)|Neue Torstraße 14]]


Blomberg Nr. 52 = [[Neue Torstraße 24 (Blomberg)|Neue Torstraße 24]]
Blomberg Nr. 55 = [[Neue Torstraße 24 (Blomberg)|Neue Torstraße 24]]


Blomberg Nr. 56 = [[Neue Torstraße 26 (Blomberg)|Neue Torstraße 26]]
Blomberg Nr. 56 = [[Neue Torstraße 26 (Blomberg)|Neue Torstraße 26]]
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Blomberg Nr. 59  = [[Friedrichstraße vor 2 (Blomberg)|Friedrichstraße vor 2]]
Blomberg Nr. 59  = [[Friedrichstraße vor 2 (Blomberg)|Friedrichstraße vor 2]]


Blomberg Nr. 060a = [[Friedrichstraße 2 (Blomberg)|Friedrichstraße 2]]
Blomberg Nr. 60a = [[Friedrichstraße 2 (Blomberg)|Friedrichstraße 2]]


Blomberg Nr. 060b = [[Friedrichstraße 4 (Blomberg)|Friedrichstraße 4]]
Blomberg Nr. 60b = [[Friedrichstraße 4 (Blomberg)|Friedrichstraße 4]]


Blomberg Nr. 61  = [[Friedrichstraße 6 (Blomberg)|Friedrichstraße 6]]
Blomberg Nr. 61  = [[Friedrichstraße 6 (Blomberg)|Friedrichstraße 6]]
Blomberg Nr. 61b  = [[Friedrichstraße 8 (Blomberg)|Friedrichstraße 8, Scheune]]


Blomberg Nr. 62  = [[Friedrichstraße 9 (Blomberg)|Friedrichstraße 9]]
Blomberg Nr. 62  = [[Friedrichstraße 9 (Blomberg)|Friedrichstraße 9]]
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Blomberg Nr. 66 = [[Neue Torstraße 32 (Blomberg)|Neue Torstraße 32]]
Blomberg Nr. 66 = [[Neue Torstraße 32 (Blomberg)|Neue Torstraße 32]]


Blomberg Nr. 066a = [[Neue Torstraße 34 (Blomberg)|Neue Torstraße 34]]
Blomberg Nr. 66b = [[Neue Torstraße 36 (Blomberg)|Neue Torstraße 36]]


Blomberg Nr. 066b = [[Neue Torstraße 36 (Blomberg)|Neue Torstraße 36]]
Blomberg Nr. 329 = [[Neue Torstraße 34 (Blomberg)|Neue Torstraße 34]]




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Blomberg Nr. 67  = [[Neue Torstraße 1 (Blomberg)|Neue Torstraße 1]]
Blomberg Nr. 67  = [[Neue Torstraße 1 (Blomberg)|Neue Torstraße 1]]
Blomberg Nr. 88 = [[Petersilienstraße 43 (Blomberg)|Petersilienstraße 43]]
Blomberg Nr. 95a = [[An der großen Mauer 40 (Blomberg)|An der Großen Mauer 40]]
Blomberg Nr. 97 = [[An der Großen Mauer 32 (Blomberg)|An der Großen Mauer 32]]


Blomberg Nr. 113 = [[Im Haspel 2 (Blomberg)|Im Haspel 2]]
Blomberg Nr. 113 = [[Im Haspel 2 (Blomberg)|Im Haspel 2]]
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Blomberg Nr. 117 = [[Im Haspel 7 (Blomberg)|Im Haspel 7]]
Blomberg Nr. 117 = [[Im Haspel 7 (Blomberg)|Im Haspel 7]]
Blomberg Nr. 135 = [[Petersilienstraße 2 (Blomberg)|Petersilienstraße 2, Scheune]]
Blomberg Nr. 167 = [[Kurzer Steinweg 16 (Blomberg)|Kurzer Steinweg 16]]
Blomberg Nr. 168 = [[Kurzer Steinweg 14 (Blomberg)|Kurzer Steinweg 14]]




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Blomberg Nr. 175 = [[Marktplatz 7 (Blomberg)|Marktplatz 7]]
Blomberg Nr. 175 = [[Marktplatz 7 (Blomberg)|Marktplatz 7]]
Blomberg Nr. 183 = [[Kurzer Steinweg 13 (Blomberg)|Kurzer Steinweg 13]]


Blomberg Nr. 205 = [[Kuhstraße 3 (Blomberg)|Kuhstraße 3]]
Blomberg Nr. 205 = [[Kuhstraße 3 (Blomberg)|Kuhstraße 3]]
Blomberg Nr. 222 = [[Kuhstraße 15 (Blomberg)|Kuhstraße 15]]
Blomberg Nr. 224 = [[Kuhstraße 16 (Blomberg)|Kuhstraße 16]]
Blomberg Nr. 238 = [[Kuhstraße 32 (Blomberg)|Kuhstraße 32]]
Blomberg Nr. 242 = [[Kuhstraße 38 (Blomberg)|Kuhstraße 38]]


Blomberg Nr. 244 = [[Langer Steinweg 42 (Blomberg)|Langer Steinweg 42]]
Blomberg Nr. 244 = [[Langer Steinweg 42 (Blomberg)|Langer Steinweg 42]]
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Blomberg Nr. 277 = [[Langer Steinweg 3 (Blomberg)|Langer Steinweg 3]]
Blomberg Nr. 277 = [[Langer Steinweg 3 (Blomberg)|Langer Steinweg 3]]
Blomberg Nr. 278 = [[Langer Steinweg 5 (Blomberg)|Langer Steinweg 5]]


Blomberg Nr. 279 = [[Langer Steinweg 7 (Blomberg)|Langer Steinweg 7]]
Blomberg Nr. 279 = [[Langer Steinweg 7 (Blomberg)|Langer Steinweg 7]]
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Blomberg Nr. 304 = [[Brinkstraße 4 (Blomberg)|Brinkstraße 4]]
Blomberg Nr. 304 = [[Brinkstraße 4 (Blomberg)|Brinkstraße 4]]
Blomberg Nr. 323 = [[Im Siebenbürgen 1a (Blomberg)|Im Siebenbügen 1a]]


Blomberg Nr. 328 = [[Brinkstraße 21 (Blomberg)|Brinkstraße 21]]
Blomberg Nr. 328 = [[Brinkstraße 21 (Blomberg)|Brinkstraße 21]]
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Bei Blomberg kreuzte sich die "Cöllnische Landstraße" mit einer alten Heerstraße von Bremen über Lemgo und Höxter nach Kassel. Diese Straße entspricht in etwa der heutigen Ostwestfalenstraße (B 252), diese nimmt aber ab Blomberg einen anderen Verlauf und führt über Brakel und Warburg zur A 44 Dortmund-Kassel.
Bei Blomberg kreuzte sich die "Cöllnische Landstraße" mit einer alten Heerstraße von Bremen über Lemgo und Höxter nach Kassel. Diese Straße entspricht in etwa der heutigen Ostwestfalenstraße (B 252), diese nimmt aber ab Blomberg einen anderen Verlauf und führt über Brakel und Warburg zur A 44 Dortmund-Kassel.


1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss als Stichbahn, die beim Noltehof von der Linie Hannover-Altenbeken abzweigte. Ein geplanter Weiterbau bis Detmold kam nicht zustande. Um 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt, die endgültige Stilllegung erfolgte um 1975, das Bahnhofsgebäude wurde 1995 abgerissen.
1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss als Stichbahn, die beim Noltehof von der Linie Hannover-Altenbeken abzweigte. Ein geplanter Weiterbau bis Detmold kam nicht zustande. 1953 wurde der Personenverkehr eingestellt, die endgültige Streckenstilllegung erfolgte 1987, das Bahnhofsgebäude wurde 1993 abgerissen.


1926 erfolgte der Anschluss Blombergs an das Straßenbahnnetz der PESAG (Paderborner Elektrizitäts- und Stranbahn AG), die Straßenbahn kam von Horn und Bad Meinberg über die Reichsstraße 1 die Bahnhofstraße, wo sich auch ein Depot befand, in die Stadt. Von dort verlief sie über Heutorstraße und Kurzen Steinweg bis auf den Marktplatz. Schon 1936 wurde die Straßenbahn stillgelegt und durch "Kraftpost"-Omnibusse ersetzt.
1926 erfolgte der Anschluss Blombergs an das Straßenbahnnetz der PESAG (Paderborner Elektrizitäts- und Stranbahn AG), die Straßenbahn kam von Horn und Bad Meinberg über die Reichsstraße 1 die Bahnhofstraße, wo sich auch ein Depot befand, in die Stadt. Von dort verlief sie über Heutorstraße und Kurzen Steinweg bis auf den Marktplatz. Schon 1936 wurde die Straßenbahn stillgelegt und durch "Kraftpost"-Omnibusse ersetzt.