Breite Straße 39 (Lemgo): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Ein Fachwerk-Giebelhaus von 1828 (dendrodatiert), 1978–2019 Teil der Einkaufs-Passage „Hanse Center“, 2023 denkmalgerecht saniert. Ursprünglich als Teil der Marien-Bauerschaft (Abkürzung: M.B.) Nr. 8 geführt, seit 1890 Breite Straße 39. Eintragung in die Denkmalakte der Stadt Lemgo am 15.5.2018.
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Ein Fachwerk-Giebelhaus von 1828 (dendrodatiert), 1978–2019 Teil der Einkaufs-Passage „Hanse Center“, 2023 denkmalgerecht saniert. Ursprünglich als Teil der Marien-Bauerschaft (Abkürzung: M.B.) Nr. 8 geführt, später Breite Straße 39. Eintragung in die Denkmalakte der Stadt Lemgo am 15.5.2018.


==Geschichte==
==Geschichte==


Die ältere Geschichte der Hausstätte muss noch recherchiert werden. Zur neueren Geschichte teilen die Eigentümer mit:
[[Datei:Lemgo-Kernstadt_Breite-Str-39-41_2023_Kramp-und-Kramp.jpg|thumb|Die Häuser Breite Straße 39 (links) und 41 (rechts) nach der Sanierung, 2026, Foto: Kramp & Kramp]]
 
[[Datei:Lemgo-Kernstadt_Breite-Str-39-41_2023a_Kramp-und-Kramp.jpg|thumb|Die Häuser Breite Straße 39 (links) und 41 (rechts) vor der Sanierung, 2023, Foto: Kramp & Kramp]]
 
Die ältere Geschichte der Hausstätte muss noch recherchiert werden. Um 1900 war sie im Besitz des Kaufmanns Wilhelm Hempelmann, der 1912 auch das Nachbargrundstück Nr. 41 erwarb und neu bebaute.
 
Zur neueren Geschichte teilen die Eigentümer mit:


„1978/1979 umgebaut zur modernen Prestige-Einkaufspassage „Hanse Center“ in Innenstadt-Randlage verlor diese – wie viele andere Passagen auch – mangels Wettbewerbsfähigkeit an Attraktivität, wurde 20 Jahre später wieder geschlossen und stand dann 12 Jahre lang leer. Für den damaligen Umbau zur Hanse Center Passage wurden die beiden Gebäude [Breite Str. 39 u. 41] vollständig entkernt und die gesamte Erdgeschossfläche in die typische, kleinteilige Gewerbefläche mit breitem Mittelgang gegliedert. Rückseitig entstanden ein Flachdachbau für einen Lebensmitteldiscounter und ein Parkplatz, beides über die Passage erreichbar. Nach der Schließung war sich die mehr als 100 Mitglieder zählende Eigentümergemeinschaft nicht einig, wie es weitergehen sollte und so verfielen der ‚moderne‘ Flachdachbau und die beiden historischen Gebäude zunehmend. Schließlich war der Verfall so schlimm, dass die Lemgoer Initiative Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) die Fassaden der Straßenseite hinter Bannern versteckte. 2019 wurde der Hanse Center zwangsversteigert und der Flachdachbau des ehemaligen Lebensmitteldiscounters durch die jetzigen Eigentümer abgerissen.“
„1978/1979 umgebaut zur modernen Prestige-Einkaufspassage „Hanse Center“ in Innenstadt-Randlage verlor diese – wie viele andere Passagen auch – mangels Wettbewerbsfähigkeit an Attraktivität, wurde 20 Jahre später wieder geschlossen und stand dann 12 Jahre lang leer. Für den damaligen Umbau zur Hanse Center Passage wurden die beiden Gebäude [Breite Str. 39 u. 41] vollständig entkernt und die gesamte Erdgeschossfläche in die typische, kleinteilige Gewerbefläche mit breitem Mittelgang gegliedert. Rückseitig entstanden ein Flachdachbau für einen Lebensmitteldiscounter und ein Parkplatz, beides über die Passage erreichbar. Nach der Schließung war sich die mehr als 100 Mitglieder zählende Eigentümergemeinschaft nicht einig, wie es weitergehen sollte und so verfielen der ‚moderne‘ Flachdachbau und die beiden historischen Gebäude zunehmend. Schließlich war der Verfall so schlimm, dass die Lemgoer Initiative Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) die Fassaden der Straßenseite hinter Bannern versteckte. 2019 wurde der Hanse Center zwangsversteigert und der Flachdachbau des ehemaligen Lebensmitteldiscounters durch die jetzigen Eigentümer abgerissen.“
2023 wurde das Gebäude denkmalgerecht saniert (siehe unten)


Hausstätte und Gebäude sind nunmehr im Besitz der Eigentümergemeinschaft Andreas Kramp und Guido Kramp, Lemgo-Lieme.
Hausstätte und Gebäude sind nunmehr im Besitz der Eigentümergemeinschaft Andreas Kramp und Guido Kramp, Lemgo-Lieme.
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
Adressbuch 1901: Hempelmann, Wilh., Kaufmann, Fernsprech-Anschluss Nr. 33<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 78</ref>


==Literatur==
==Literatur==

Aktuelle Version vom 18. September 2026, 14:25 Uhr

Breite Straße 39 (Lemgo)
OrtsteilLemgo (Kernstadt)
StraßeBreite Straße (Lemgo)
Hausnummer39
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeLemgo
StraßeBreite Straße
HausnummerMB 008

Ein Fachwerk-Giebelhaus von 1828 (dendrodatiert), 1978–2019 Teil der Einkaufs-Passage „Hanse Center“, 2023 denkmalgerecht saniert. Ursprünglich als Teil der Marien-Bauerschaft (Abkürzung: M.B.) Nr. 8 geführt, später Breite Straße 39. Eintragung in die Denkmalakte der Stadt Lemgo am 15.5.2018.

Geschichte

Die Häuser Breite Straße 39 (links) und 41 (rechts) nach der Sanierung, 2026, Foto: Kramp & Kramp
Die Häuser Breite Straße 39 (links) und 41 (rechts) vor der Sanierung, 2023, Foto: Kramp & Kramp

Die ältere Geschichte der Hausstätte muss noch recherchiert werden. Um 1900 war sie im Besitz des Kaufmanns Wilhelm Hempelmann, der 1912 auch das Nachbargrundstück Nr. 41 erwarb und neu bebaute.

Zur neueren Geschichte teilen die Eigentümer mit:

„1978/1979 umgebaut zur modernen Prestige-Einkaufspassage „Hanse Center“ in Innenstadt-Randlage verlor diese – wie viele andere Passagen auch – mangels Wettbewerbsfähigkeit an Attraktivität, wurde 20 Jahre später wieder geschlossen und stand dann 12 Jahre lang leer. Für den damaligen Umbau zur Hanse Center Passage wurden die beiden Gebäude [Breite Str. 39 u. 41] vollständig entkernt und die gesamte Erdgeschossfläche in die typische, kleinteilige Gewerbefläche mit breitem Mittelgang gegliedert. Rückseitig entstanden ein Flachdachbau für einen Lebensmitteldiscounter und ein Parkplatz, beides über die Passage erreichbar. Nach der Schließung war sich die mehr als 100 Mitglieder zählende Eigentümergemeinschaft nicht einig, wie es weitergehen sollte und so verfielen der ‚moderne‘ Flachdachbau und die beiden historischen Gebäude zunehmend. Schließlich war der Verfall so schlimm, dass die Lemgoer Initiative Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) die Fassaden der Straßenseite hinter Bannern versteckte. 2019 wurde der Hanse Center zwangsversteigert und der Flachdachbau des ehemaligen Lebensmitteldiscounters durch die jetzigen Eigentümer abgerissen.“

2023 wurde das Gebäude denkmalgerecht saniert (siehe unten)

Hausstätte und Gebäude sind nunmehr im Besitz der Eigentümergemeinschaft Andreas Kramp und Guido Kramp, Lemgo-Lieme.

Gebäude

Zusammenfassung der bauhistorischen Untersuchung durch Dr. Michael Sprenger, Dörentrup-Schwelentrup:

„Die dendrochronologische Untersuchung zweier Bauhölzer ergab, dass das Längsdielenhaus Breite Straße 39 im Jahr 1828 neu errichtet wurde. Dabei entstand ein ca. 5 Meter hohes, zweischiffige Dielenerdgeschoss, dass durch ein rundbogiges Dielentor wurde. Das Bauholz für den linken Torständer wurde mit Waldkante 1828 geschlagen. Die hohe Diele wurde durch das Tor zur Straße erschlossen und diente als Durchfahrt zum Hof.

Die ursprüngliche Funktion des dreigeschossigen Fachwerk-Giebelhauses mit Speichergeschoss ist bisher nicht genau bekannt. Das Speichergeschoss wurde nachträglich aufgesetzt. Das lässt vermuten, dass das Haus als Kaufmannshaus genutzt wurde, bzw. als solches umgenutzt worden ist. Das Obergeschoss weist sechs Fensterachsen auf, der Speicherstock nur 2 weit auseinander gerückte Fenster. Dafür, dass das Speichergeschoß nachträglich aufgesetzt wurde, spricht ein Rücksprung an der nördlichen Traufe.

Im frühen 19. Jahrhundert hatten Fachwerkfassaden einen hellgrauen Anstrich, der massive Wände vortäuschen sollte; man orientierte sich zu der Zeit vornehmlich am älteren Steinbau. Der schlichte Ziegelfachwerk-Rückgiebel war bis 1978 verputzt und von einem Backsteinanbau aus der Zeit um 1990 verdeckt. Im Innern ist oberhalb des Erdgeschosses das historische Ständerwerk, einschließlich der Deckenbalkenanlagen erhalten, ebenso die Dachkonstruktion als Sparrendach mit doppelt stehendem Dachstuhl.

Das Erdgeschoss wurde Ende 19. Jahrhunderts zu einem Ladengeschäft mit großen Schaufenstern umgebaut, gleichzeitig wurde die Fassade mit Zinkplatten verkleidet.“

Zur Kernsanierung der Gebäude Breite Straße 39 und 41 im Jahr 2023 teilen die Eigentümer mit:

„Anhand der Erkenntnisse und der Rekonstruktionszeichnungen von Dr. Sprenger wurde die Fachwerkfassade Nr. 39 auf den Stand ab ca. 1828 rekonstruiert. Mit den räumlichen Umgestaltungen des späten 19. Jahrhunderts wurden Ladenlokale im Erdgeschoss eingerichtet, für die die Fachwerkwände durch Stahlträger abgefangen wurden. Bei Start der Kernsanierung im Jahr 2023 waren die Gebäude in einem desolaten Zustand. Waren die Einbauten der Gewerbeflächen für die Ewigkeit gebaut, so marode waren die Geschosse darüber. Die Fachwerkhölzer wiesen außen wie innen große Schäden auf und die Putze fielen aus den Gefachen. Die historischen Fenster boten dem Wetter keinen Widerstand mehr und Feuchtigkeit war allgegenwärtig.

Um die Bausünden der Vergangenheit zu beseitigen, erfolgte ein vollständiger, innerer Rückbau bis auf die historische Bausubstanz: Neuzeitlich Zwischenwände wurden abgebrochen, Wand- und Deckenverkleidungen aus Spanplatten und Gipskarton entfernt, Steckdosen, Elektroinstallationen und Heizungsrohre rückgebaut, Tapeten und loser Putz von den Wänden entfernt. Die vorhandene, bis zu 280 mm starke Stahlbetonsohle wurde bis auf das Erdreich abgetragen und die alten Aluminium-Schaufensterfronten, Eingangs- und Außentüren ausgebaut. Aufgrund mehrerer Einbauten aus Stahlbeton und Stahlträgern war der Rückbau auf die Originalsubstanz aus statischer Sicht eine Herausforderung und nahm viel Zeit in Anspruch. Die Statik musste im Laufe der Sanierung mehrfach neu berechnet werden. Abstützungsmaßnahmen im Zuge der Bestandssicherung von Decken und Wänden war unerlässlich.“

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Adressbuch 1901: Hempelmann, Wilh., Kaufmann, Fernsprech-Anschluss Nr. 33[1]

Literatur

Quellen

Eigentümergemeinschaft Andreas Kramp und Guido Kramp: Dokumentationen „Revitalisierung des historischen Gebäude-Ensembles „Hanse Hof“ und „Geschichte der Gebäude“.

Breite Str. 39+41 in der Alten Hansestadt (32657) Lemgo„Straßenverzeichnis mit Hausnummern. Neue und alte Hausnummern -vor 1890- ermittelt aus B 2601“, Lemgo 1972, S. 3.

Denkmalliste der Stadt Lemgo, Nr. A 437.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 78

Autor*innen

Roland Linde

Seitenhistorie

Seite erstellt am 18.09.2026 von Roland Linde

Letzte Änderung am: 18.09.2026 von Roland Linde