Haustenbecker Straße 21 alt (Oesterholz-Haustenbeck): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Stätte wurde um 1750 als Nr. 57 auf der ''Kohlstädter Heide'' gegründet.
Die Stätte wurde um 1750 als Nr. 57 auf der Kohlstädter Heide gegründet. Später wurde sie unter Haustenbecker Straße 21 in der Gemeinde [[Oesterholz-Haustenbeck]], heute Ortsteil von [[Schlangen]], geführt.
Das Kolonat wurde 1910 parzelliert. Das ehemalige Wohnhaus existiert nicht mehr, es wurde später nach einem Brand aberissen.


==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:PoppeG-1181.jpg|thumb|Gastwirtschaft Wilhelm Kästing in Oesterholz; Foto: Gustav Poppe, um 1900, Kreisarchiv Lippe – Nachlaß Gustav Poppe, Nr. PoppeG-1181]]
[[Datei:Werbung-Gasthof Kästing-1901.jpg|mini|Werbeanzeige für den Gasthof Kästing im Adressbuch von 1901 (Anzeigenteil).]]
[[Datei:KohlstädterHeide-um2000.jpg|mini|Die ehemalige Hofstelle des Kolonates Kästing Nr. 57 mit der Hofbuche (links) ist heute ein Parkplatz. Rechts die ehemalige Scheune, heute Ostlandstraße 1, Foto: Margit Lenniger.]]
Der erste Besitzer der Stätte um 1750 war vermutlich Friedrich Richterkersting aus Schlangen.  
Der erste Besitzer der Stätte um 1750 war vermutlich Friedrich Richterkersting aus Schlangen.  


Im Jahr 1773 hängte der nachfolgende Stättenbesitzer den Namensteil "Richter" ab und nannte sich nur noch Kersting. "Kersting" wurde im Laufe der Zeit zu ''Kesting'' verwaschen. Da die Schreibweise früher nicht eindeutig festgelegt war, taucht der Name auch als "Kästing" auf. Unter diesem Namen Kästing wurde die Stätte Nr. 57 dann lange weitergeführt.
Im Jahr 1773 hängte der nachfolgende Stättenbesitzer den Namensteil "Richter" ab und nannte sich nur noch Kersting. "Kersting" wurde im Laufe der Zeit zu ''Kesting'' verwaschen. Da die Schreibweise früher nicht eindeutig festgelegt war, taucht der Name auch als "Kästing" auf. Unter diesem Namen Kästing wurde die Stätte Nr. 57 dann lange weitergeführt.
Als das junge Besitzerpaar mit seinen zwei Kindern 1860 auswandern wollte, verkaufte es die Stätte. Eltern und Geschwister blieben aber dort zurück und erhielten Wohnrechte. Ein Halbbruder gründete später das [[Zur Kammersenne 10 (Oesterholz-Haustenbeck)|Kolonat Nr. 84]] auf der Kohlstädter Heide.
Das Kolonat 57 hatte das Paar 1860 an Hermann Friedrich Konrad Kelle aus [[Kolonat 34 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 34]]  und dessen Ehefrau Marie verkauft. Das Käuferpaar führte nun den Stättennamen Kästing.
Damals war es üblich, dass die Besitzer den Namen des Kolonates übernahmen. Deshalb nannten sich die Käufer und neuen Besitzer nun ebenfalls Kästing, so dass folglich zwei (!) verschiedene, nicht miteinander verwandte Familien Kästing auf der kleinen Stätte Nr. 57 wohnten.
Wilhelm Kästing, der Sohn und Nachfolger des neuen Besitzers, ließ 1894 ein neues Haus errichten, in dem die Familie wohnte und eine Gastwirtschaft betrieb. Doch schon 1910 musste seine Witwe das Kolonat nach dem Tod des Ehemannes verkaufen. Die Gebäude, die Gastwirtschaft und ein weiteres Wohnhaus (die ehemalige Scheune), bildeten anschließend zwei Hausstätten, die Ländereien wurden später parzelliert.
Etwa 1989/90 wurde die ehemalige Gastwirtschaft nach einem Brand abgerissen. An der Stelle befindet sich heute ein Parkplatz. Das andere Gebäude, die ehemalige Scheune, ist heute als [[Ostlandstraße 1 (Oesterholz-Haustenbeck)|Ostlandstraße 1]]  eingetragen.


Das Gebäude existiert nicht mehr. An der Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.
Das Gebäude existiert nicht mehr. An der Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.
[[Datei:PoppeG-1181.jpg|thumb|Gastwirtschaft Wilhelm Kästing in Oesterholz; Foto: Gustav Poppe, um 1900, Kreisarchiv Lippe – Nachlaß Gustav Poppe, Nr. PoppeG-1181]]


==Gebäude==
==Gebäude==
altes Wohnhaus
altes Wohnhaus


neues Wohnhaus / Gastwirtschaft
1894: neues Wohnhaus / Gastwirtschaft
==Inschriften==
==Inschriften==
Inschrift an der Südseite des Hauses
Inschrift an der Südseite des Hauses
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* Anne ''Marie'' Friederike Henriette Kästing, Anerbin (* 1829, Tochter von Johann Heinrich Hermann ''Christoph'' Wilhelm K.) 1856 Friedrich Christoph August Wulfkuhle (* 1829 in Kohlstädt Nr. 31)
* Anne ''Marie'' Friederike Henriette Kästing, Anerbin (* 1829, Tochter von Johann Heinrich Hermann ''Christoph'' Wilhelm K.) 1856 Friedrich Christoph August Wulfkuhle (* 1829 in Kohlstädt Nr. 31)


Das Ehepaar wanderte 1860 mit zwei Kinder nach Amerika aus. Das Kolonat hatten sie an Hermann Friedrich ''Konrad'' Kelle aus [[Kolonat 34 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 34]] und dessen Ehefrau Marie. Das Käuferpaar führte nun den Stättennamen Kästing.
Das Ehepaar wanderte 1860 aus und verkaufte das Kolonat an Hermann Friedrich ''Konrad'' Kelle und dessen Ehefrau Marie.  
* 1860 Hermann Friedrich ''Konrad'' Kelle oo 1859 ''Marie'' Sophie Elisabeth Biere
* 1860 Hermann Friedrich ''Konrad'' Kelle oo 1859 ''Marie'' Sophie Elisabeth Biere
* 1892 Heinrich Friedrich Wilhelm Kästing (* 1865, Sohn von Hermann Friedrich ''Konrad'') oo Friederike Auguste Henriette Voss aus Haustenbeck
* 1892 Heinrich Friedrich Wilhelm Kästing (* 1865, Sohn von Hermann Friedrich ''Konrad'') oo Friederike Auguste Henriette Voss aus Haustenbeck
* 1901 Wilhelm Kästing, Landwirt u. Gastwirth; Heinrich Linnemann, Ziegelmeister [Mieter]<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 207.</ref>
* 1901 Wilhelm Kästing, Landwirt u. Gastwirth; Heinrich Linnemann, Ziegelmeister [Mieter]<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 207.</ref>
Nach dem Tod des Ehemannes musste seine Witwe das Kolonat verkaufen. Die Gebäude, die Gastwirtschaft und ein weiteres Wohnhaus (die ehemalige Scheune), bildeten anschließend zwei Kolonate, die Ländereien wurden später parzelliert.
Verkauf des Kolonates. Die Gastwirtschaft und ein weiteres Wohnhaus (die ehemalige Scheune) bildeten anschließend zwei Kolonate.
* 1911 Sally Blank in Horn.
* 1911 Sally Blank in Horn.
Etwa 1989/90 wurde die ehemalige Gastwirtschaft nach einem Brand abgerissen. Das andere Gebäude, die ehemalige Scheune, ist heute als [[Ostlandstraße Nr. 1]] eingetragen.
* 1926 Drechsler, Fritz, Heizer; Krüger Wwe.; Richts, Adolf, Ziegler<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 784.</ref>
Etwa 1989/90 wurde die ehemalige Gastwirtschaft nach einem Brand abgerissen.


==Literatur==
==Literatur==

Aktuelle Version vom 16. Oktober 2026, 10:38 Uhr

Haustenbecker Straße 21 alt (Oesterholz-Haustenbeck)
OrtsteilOesterholz-Haustenbeck
StraßeOstlandstraße (Oesterholz-Haustenbeck)
Hausnummer1
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeKohlstädt
WohnplatzKohlstädter Heide
Hausnummer057

Die Stätte wurde um 1750 als Nr. 57 auf der Kohlstädter Heide gegründet. Später wurde sie unter Haustenbecker Straße 21 in der Gemeinde Oesterholz-Haustenbeck, heute Ortsteil von Schlangen, geführt. Das Kolonat wurde 1910 parzelliert. Das ehemalige Wohnhaus existiert nicht mehr, es wurde später nach einem Brand aberissen.

Geschichte

Gastwirtschaft Wilhelm Kästing in Oesterholz; Foto: Gustav Poppe, um 1900, Kreisarchiv Lippe – Nachlaß Gustav Poppe, Nr. PoppeG-1181
Werbeanzeige für den Gasthof Kästing im Adressbuch von 1901 (Anzeigenteil).
Die ehemalige Hofstelle des Kolonates Kästing Nr. 57 mit der Hofbuche (links) ist heute ein Parkplatz. Rechts die ehemalige Scheune, heute Ostlandstraße 1, Foto: Margit Lenniger.

Der erste Besitzer der Stätte um 1750 war vermutlich Friedrich Richterkersting aus Schlangen.

Im Jahr 1773 hängte der nachfolgende Stättenbesitzer den Namensteil "Richter" ab und nannte sich nur noch Kersting. "Kersting" wurde im Laufe der Zeit zu Kesting verwaschen. Da die Schreibweise früher nicht eindeutig festgelegt war, taucht der Name auch als "Kästing" auf. Unter diesem Namen Kästing wurde die Stätte Nr. 57 dann lange weitergeführt.

Als das junge Besitzerpaar mit seinen zwei Kindern 1860 auswandern wollte, verkaufte es die Stätte. Eltern und Geschwister blieben aber dort zurück und erhielten Wohnrechte. Ein Halbbruder gründete später das Kolonat Nr. 84 auf der Kohlstädter Heide.

Das Kolonat 57 hatte das Paar 1860 an Hermann Friedrich Konrad Kelle aus Haustenbeck Nr. 34 und dessen Ehefrau Marie verkauft. Das Käuferpaar führte nun den Stättennamen Kästing.

Damals war es üblich, dass die Besitzer den Namen des Kolonates übernahmen. Deshalb nannten sich die Käufer und neuen Besitzer nun ebenfalls Kästing, so dass folglich zwei (!) verschiedene, nicht miteinander verwandte Familien Kästing auf der kleinen Stätte Nr. 57 wohnten.

Wilhelm Kästing, der Sohn und Nachfolger des neuen Besitzers, ließ 1894 ein neues Haus errichten, in dem die Familie wohnte und eine Gastwirtschaft betrieb. Doch schon 1910 musste seine Witwe das Kolonat nach dem Tod des Ehemannes verkaufen. Die Gebäude, die Gastwirtschaft und ein weiteres Wohnhaus (die ehemalige Scheune), bildeten anschließend zwei Hausstätten, die Ländereien wurden später parzelliert. Etwa 1989/90 wurde die ehemalige Gastwirtschaft nach einem Brand abgerissen. An der Stelle befindet sich heute ein Parkplatz. Das andere Gebäude, die ehemalige Scheune, ist heute als Ostlandstraße 1 eingetragen.

Das Gebäude existiert nicht mehr. An der Stelle befindet sich heute ein Parkplatz.

Gebäude

altes Wohnhaus

1894: neues Wohnhaus / Gastwirtschaft

Inschriften

Inschrift an der Südseite des Hauses

„Wilhelm Kästing ...“ (Gastwirtschaft)

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • um 1750 Friedrich Richterkersting
  • 1773
  • Johann Hermann Christoph Kästing
  • 1828 Johann Heinrich Hermann Christoph Wilhelm Kästing (* 1800, Sohn von Johann Hermann Christoph K.) oo Anna Marie Sophie Geise (* 1804 in Kohlstädt Nr. 10, † 1833)

er 19.10.1833 Anna Marie Hagemeister aus Meinberg Nr. 5.

  • Anne Marie Friederike Henriette Kästing, Anerbin (* 1829, Tochter von Johann Heinrich Hermann Christoph Wilhelm K.) 1856 Friedrich Christoph August Wulfkuhle (* 1829 in Kohlstädt Nr. 31)

Das Ehepaar wanderte 1860 aus und verkaufte das Kolonat an Hermann Friedrich Konrad Kelle und dessen Ehefrau Marie.

  • 1860 Hermann Friedrich Konrad Kelle oo 1859 Marie Sophie Elisabeth Biere
  • 1892 Heinrich Friedrich Wilhelm Kästing (* 1865, Sohn von Hermann Friedrich Konrad) oo Friederike Auguste Henriette Voss aus Haustenbeck
  • 1901 Wilhelm Kästing, Landwirt u. Gastwirth; Heinrich Linnemann, Ziegelmeister [Mieter][1]

Verkauf des Kolonates. Die Gastwirtschaft und ein weiteres Wohnhaus (die ehemalige Scheune) bildeten anschließend zwei Kolonate.

  • 1911 Sally Blank in Horn.
  • 1926 Drechsler, Fritz, Heizer; Krüger Wwe.; Richts, Adolf, Ziegler[2]

Etwa 1989/90 wurde die ehemalige Gastwirtschaft nach einem Brand abgerissen.

Literatur

Margit Lenniger, Familie Kästing Kohlstädter Heide Nr. 57, Bielefeld 2010

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 207.
  2. ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 784.

Autor*innen

Margit Lenniger

Seitenhistorie

Seite erstellt am 17.12.2024 von Margit Lenniger

Letzte Änderung am: 16.10.2026 von Margit Lenniger