Stapelager Straße 49 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
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|Hausnummer1901=095 | |Hausnummer1901=095 | ||
}} | }}Das Haus Riesenberg ist eines der um die vorletzte Jahrhundertwende entstandenen repräsentativen Ziegelmeister-Häuser "auf dem Kreuze" an der Stapelager Straße. | ||
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Zur Orientierung: Unter dem wohl in Hörste heimischen Namen Riesenberg sind allein in Hörste vier vor 1900 entstandene Stätten zu unterscheiden:<ref>Das um 1617 entstandene lippische Salbuch kennt unter dem Namen Riesenberg nur die beiden frühen Stätten in Hörste. Somit spricht vieles für eine ursprüngliche Herkunft des Namens Riesenberg, der bereits im 17. und 18. Jahrhundert in vielen anderen lippischen Dörfern vorkommt, von der Hörster Stätte mit der späteren Hausnummer 16, LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 3143, S. 120. | |||
</ref> | |||
a) Hoppenplöcker Riesenberg Nr. 16 (vor 1500 – ca. 1870) | |||
b) Straßenkötter Riesenberg Nr. 21 (gegründet vor 1590) | |||
c) Neuwohner Riesenberg Nr. 76 („hinterm Loh“, gegründet 1879) und | |||
d) '''Riesenberg, W., Ziegelmeister, Nr. 95 („auf dem Kreuze“, erbaut 1897)''' | |||
Darüber hinaus kommt ziemlich früh eine Stätte Riesenberg in Pivitsheide VL hinzu. | |||
Eine Ziegelei Riesenberg, Behrens & Co. in Zehdenick (Kreis Templin, Brandenburg) wurde 1948 von der Sowjetischen Militäradministration enteignet. | |||
[[Datei:Enteignungsurkunde 500w 06084736072.jpg|mini|Riesenberg, Behrens & Co., Ziegelei in Zehdenick (Krs. Templin) - Enteignungsurkunde von 1948.]] | |||
==Geschichte== | |||
Der aus Hörste stammende und in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Ziegelmeister Wilhelm Riesenberg hatte sich offensichtlich bereits einigen Wohlstand erarbeitet, als er fast fünfzigjährig Grundbesitz erwarb. 1896 kaufte er für 6.000 Mark 1,2 ha Land „auf dem Kreuze“ zwischen Hörste und Stapelage von Bäckermeister Conrad Grotegut, Hörste Nr. 31. 1897 ließ er auf diesem Land ein Haus errichten, das zwar eine „Neuwohnerstätte“ im Sinne von Kleinlandwirtschaft war, zugleich aber durchaus repräsentativen Charakter hatte. 1903 erwarb Riesenberg weitere angrenzende 0,3 ha Land von Colon Hermann Brink, Hörste Nr. 8.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300126 - 300127</ref> | |||
Wilhelm Riesenberg gehörte zu den wenigen Ziegelmeistern, die sich voll unternehmerisch engagierten und schließlich Ziegelei-Pächter oder sogar Ziegelei-Besitzer wurden. In den Jahrzehnten nach der Stättengründung in Hörste übernahm er mit Partnern die (Dampf-)Ziegelei J. Zimmermann in Zehdenick (Kreis Templin, nördlich von Berlin an der Havel) und betrieb diese unter dem Namen Riesenberg & Berends oHG, Ziegeleibetrieb in Mildenberg (Kreis Templin) weiter.<ref>div. Quellen zu „Ziegelei“ + „Riesenberg“ + „Behrends“ im Internet</ref> Er arbeitete dort, unterstützt von Söhnen und Schwiegersöhnen, bis ins hohe Alter, hielt sich meistens dort auf und verstarb 1929 auch dort. Die Ziegelei wird 1948 enteignet. | |||
Seine Stätte in der Heimat - Hörste Nr. 95 - verkaufte Wilhelm Riesenberg 1921 an seinen Schwiegersohn August Kalkreuter, der dort mit seiner großen Familie lebte. Wilhelm Riesenberg behielt sich dabei eine Leibzucht vor, die er aber kaum nutzte. | |||
Ab den 1960er Jahren erfasst der Strukturwandel auch die ehemalige Stätte Nr. 95. Wo zuvor (Selbstversorgungs-) Landwirtschaft betrieben wurde, entstand eine Neubausiedlung (heute Kolpingstraße, Lutherweg etc.). | |||
[[Datei:Auf dem Kreuze - das alte Haus Kalkreuter.jpg|mini|Haus Riesenberg/Kalkreuter, Hörste Nr. 95, Straßenansicht, um 1960? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]] | |||
[[Datei:Auf dem Kreuze - Innenhof Haus Kalkreuter.jpg|mini|Haus Riesenberg/Kalkreuter, Hörste Nr. 95, rückwärtige Ansicht mit Dielentor, um 1960 ? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]] | |||
==Gebäude== | |||
Repräsentativer, zweigeschossiger Bruchstein-Traufenbau mit aufgeputzten Eckquadern und Fensterlaibungen, links zweiachsiger Vorbau mit steilem Zwerchgiebel zur Straße. In der Mitte der Fassade große Eingangsveranda mit Korbbogenarkaden und Altan im 1. Stock, später zum verglasten Wintergarten ausgebaut. Rückwärtiger Anbau mit Stallteil und Diele für landwirtschaftliche Nutzung. | |||
==Inschriften== | |||
Im Giebel aufgeputztes Spruchband mit Baujahr des Hauses: | |||
1897 (?) | |||
Inschrift über dem Eingang: | |||
Ich und mein Haus/ wollen dem Herrn dienen. | |||
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | |||
Die naheliegende Mutmaßung, die beiden Stättengründungen Riesenberg im späten 19. Jahrhundert ( Nr. 76 und Nr. 95) ließen sich mehr oder weniger direkt auf die beiden alten Riesenberg-Stätten in Hörste (Nr. 16 und Nr. 21) zurückführen, trifft nicht zu. | |||
Beide Stättengründer, Friedrich Gottlieb R. (* 1839) und Friedr. Wilhelm August R. (* 1847), sind Söhne des Einliegers und Tagelöhners Philipp Adolf Riesenberg, der erst mit seiner Eheschließung 1839 mit der aus Haustenbeck stammenden Anna Maria K. E. Röhrmann nach Hörste gekommen ist und in einem Kotten des Meiers zu Stapelage auf der Röde lebt. Er ist wie auch schon sein Vater als Einlieger auf dem Meierhof zu Heipke geboren. | |||
1896/97 – 1921 Wilhelm Riesenberg (1847 – 1929), ∞ 1870 Johanne Justine Stuckmann (1849 – 1914) aus Greste, bei Eheschließung Weber, dann Ziegler/Ziegelmeister, nach 1900 Ziegelei(mit)besitzer | |||
Aus einem Grundbuch-Bereinigungvorgang von 1960 gehen 11 Kinder des Ehepaares Riesenberg hervor (geboren in Währentrup, wo die Eltern vor der Hörster Stättengründung 1897 als Einlieger gewohnt haben), die 1960 bereits größerenteils verstorben waren.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300126 - 300127, S. 120</ref> | |||
1921 – 1940 August Kalkreuter (1862 – 1940), zuvor Colon Hörste Nr. 24 (und Ziegler), ∞ 1892 Friederike Riesenberg (1873 – nach 1959), Tochter von Wilhelm Riesenberg | |||
Das Ehepaar Kalkreuter hatte 9 Kinder, geb. 1893 . . . 1914<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300126 - 300127, S. 64</ref> | |||
==Literatur== | |||
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==Quellen== | |||
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==Weblinks== | |||
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==Einzelnachweise== | |||
<span></span><references /> | |||
==Autor*innen== | |||
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