Rittergut Gröpperhof (Wellentrup): Unterschied zwischen den Versionen
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}}Das Rittergut Gröpperhof, [[Gröpperweg (Wellentrup)|Gröpperweg]] 33, liegt etwa zwei Kilometer südwestlich von [[Wellentrup]]. 1920 wurde das Gut nach Wellentrup eingemeindet. | }}Das Rittergut Gröpperhof, [[Gröpperweg (Wellentrup)|Gröpperweg]] 33, liegt etwa zwei Kilometer südwestlich von [[Wellentrup]]. 1920 wurde das Gut nach Wellentrup eingemeindet. | ||
[[Datei:Gröpperhof, Luftbild 1955.jpg|mini|Rittergut Gröpperhof, Luftbild von 1955. Hinten das Herrenhaus von 1865, davor der Wirtschaftshof mit Viehhaus und Scheune, erbaut 1912 von Emil Steinmeister. Die Scheune ist 1956 abgebrannt.]] | [[Datei:Gröpperhof, Luftbild 1955.jpg|mini|Rittergut Gröpperhof, Luftbild von 1955. Hinten das Herrenhaus von 1865, davor der Wirtschaftshof mit Viehhaus und Scheune, erbaut 1912 von Emil Steinmeister. Die Scheune ist 1956 abgebrannt.]] | ||
[[Datei:Gröpperhof, Herrenhaus 1910.jpg|mini|Herrenhaus, erbaut 1865. Foto von 1910]] | |||
[[Datei:Gröpperhof, Pferdebinder um 1950.jpg|mini|Um 1950 wurde der Selbstbinder-Mäher noch vierspännig mit Pferden gezogen.]] | |||
[[Datei:Gröpperhof, Schlepper mit Binder, ca. 1951.jpg|mini|1951 kam der erste Schlepper auf den Gröpperhof, ein Hanomag R 28. Am Steuer Gerhard Kiel, auf dem Binder Joachim Pysall. Foto um 1951]] | |||
[[Datei:Gröpperhof, Erntefuder um 1960.jpg|mini|Beladen eines Erntefuders. Ehepaar Beinker (links und oben) und Mariechen Pysall (rechts auf dem Fuder). Foto um 1960]] | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
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==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
'''Historische Nachrichten''' zu den Gebäuden des 1593 gegründeten Gutes Gröpperhof:<ref>Angaben nach Linde, Gröpperhof 2005, S. 225ff., dort auch einzelne Quellennachweise</ref> | '''Historische Nachrichten''' zu den Gebäuden des 1593 gegründeten Gutes Gröpperhof: <ref>Angaben nach Linde, Gröpperhof 2005, S. 225ff., dort auch einzelne Quellennachweise</ref> | ||
'''1603''' (Inventarverzeichnis): ''im rechten Wohnhause, im alten Leibzuchtshause'' [Altentelierhaus]'', im Stalle'' | '''1603''' (Inventarverzeichnis): ''im rechten Wohnhause, im alten Leibzuchtshause'' [Altentelierhaus]'', im Stalle''. | ||
'''um 1610''' (Schadensverzeichnis: ''uff dem Hoffe zu Groppendorff fünf Gebäude gantz devastirt'' [verwüstet] ''und de novo'' [erneut] ''müßen reparirt werden''. Die Gebäude waren mit Stroh gedeckt, der Gesamtschaden wird auf 130 Taler geschätzt. | '''um 1610''' (Schadensverzeichnis: ''uff dem Hoffe zu Groppendorff fünf Gebäude gantz devastirt'' [verwüstet] ''und de novo'' [erneut] ''müßen reparirt werden''. Die Gebäude waren mit Stroh gedeckt, der Gesamtschaden wird auf 130 Taler geschätzt. | ||
'''1660''' (Besichtigungsprotokoll): ''Das Wohnhaus vor fünf Speren'' [Sparren] ''befunden, wobei auff beiden Seiten Kübbungen'' [Abseiten] ''so zu Stellen gebrauchet werden, vor dem Haus ist ein Pferdestall angebauwet, hinder das Hauß aber wie Ovenhausen'' [Name eines Pächters] ''den Gröpperhof undergehabt, eine kleine Küche, eine Stuben undt Kammer angesetzet, das Haus ist mit Stro gedecket, so der Conductor'' [Pächter] ''ausgebessert''. Das Wohnhaus für den Pächter des Gröpperhofes war also ein relativ kleiner Zweiständerbau (niederdeutsches Hallenhaus mit zwei tragenden Ständerreihen an der Diele) mit seitlichen Stallabseiten (Kübbungen). Das Gebäude hatte eine Länge von fünf Sparrengebinden. Später war vor dem Haus ein Pferdestall angebaut worden und zur Zeit des Pächters Ovenhausen wurde ein Wohnteil mit Küche, Stube und Kammer angefügt. Außerdem werden genannt: ein Backofen ''bei dem Hause'' und ''auff dem Hofe noch ein Haus von 4 Spern'', damit ist vermutlch das Leibzuchtshaus gemeint. | '''1660''' (Besichtigungsprotokoll): ''Das Wohnhaus vor fünf Speren'' [Sparren] ''befunden, wobei auff beiden Seiten Kübbungen'' [Abseiten] ''so zu Stellen gebrauchet werden, vor dem Haus ist ein Pferdestall angebauwet, hinder das Hauß aber wie Ovenhausen'' [Name eines Pächters] ''den Gröpperhof undergehabt, eine kleine Küche, eine Stuben undt Kammer angesetzet, das Haus ist mit Stro gedecket, so der Conductor'' [Pächter] ''ausgebessert''. | ||
Das Wohnhaus für den Pächter des Gröpperhofes war also ein relativ kleiner Zweiständerbau (niederdeutsches Hallenhaus mit zwei tragenden Ständerreihen an der Diele) mit seitlichen Stallabseiten (Kübbungen). Das Gebäude hatte eine Länge von fünf Sparrengebinden. Später war vor dem Haus ein Pferdestall angebaut worden und zur Zeit des Pächters Ovenhausen wurde ein Wohnteil mit Küche, Stube und Kammer angefügt. Außerdem werden genannt: ein Backofen ''bei dem Hause'' und ''auff dem Hofe noch ein Haus von 4 Spern'', damit ist vermutlch das Leibzuchtshaus gemeint. | |||
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Im späten 17. Jahrhundert, um 1680, wurde die gesamte Gutsanlage neu erbaut, die Angaben stammen aus einer Zeugenaussage von 1714: | Im späten 17. Jahrhundert, um 1680, wurde die gesamte Gutsanlage neu erbaut, die Angaben stammen aus einer Zeugenaussage von 1714: | ||
'''Herrenhaus''', erbaut zur Zeit von Hermann Friedrich von Pietsch (Besitzer vor 1668-1681) | '''Herrenhaus''', erbaut zur Zeit von Hermann Friedrich von Pietsch (Besitzer vor 1668-1681). | ||
'''Vorwerk''' (Hauptwirtschaftsgebäude), erbaut '''1682''' von Johann Ludwig von Rübel, abgebrochen 1912 (Inschrift überliefert durch Notizen von Otto Weerth) | '''Vorwerk''' (Hauptwirtschaftsgebäude), erbaut '''1682''' von Johann Ludwig von Rübel, abgebrochen 1912 (Inschrift überliefert durch Notizen von Otto Weerth). | ||
'''Dreschhaus''' (Scheune), erbaut ebenfalls von Johann Ludwig von Rübel (Besitzer 1681-1685) | '''Dreschhaus''' (Scheune), erbaut ebenfalls von Johann Ludwig von Rübel (Besitzer 1681-1685). | ||
Langes '''Torhaus''', erbaut von Levin Johann von Rübel (Besitzer 1685-1711) | Langes '''Torhaus''', erbaut von Levin Johann von Rübel (Besitzer 1685-1711). | ||
'''1755''' (Spezifikation): ''Wohnhaus, Dreschhaus, Vorwerk, Wagenhaus und Holtzhaus''. | |||
'''1755''' (Spezifikation): ''Wohnhaus, Dreschhaus, Vorwerk, Wagenhaus und Holtzhaus'' | |||
'''Die heutige Gutsanlage''' wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert erbaut, ältere Gebäude sind nicht erhalten. | '''Die heutige Gutsanlage''' wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert erbaut, ältere Gebäude sind nicht erhalten. | ||
'''Herrenhaus, erbaut 1865:''' Zweigeschossiger verputzter Traufenbau mit fünf Fensterachsen, schmaler Mittelrisalit mit Mitteleingang und flachem Treppengiebel. Als Architekt kann mit hoher Wahrscheinlichkeit der Detmolder Baumeister Ferdinand Merckel (1808-1893) angenommen werden. | '''Herrenhaus, erbaut 1865:''' Zweigeschossiger verputzter Traufenbau mit fünf Fensterachsen, schmaler Mittelrisalit mit Mitteleingang und flachem Treppengiebel. Als Architekt kann mit hoher Wahrscheinlichkeit der Detmolder Baumeister Ferdinand Merckel (1808-1893) angenommen werden. | ||
Der '''Wirtschaftshof''', bestehend aus einem langgestreckten '''Viehhaus''' mit Kuh- und Pferdeställen sowie Landarbeiterwohnung und einer '''Scheune''' ("Feldscheune") wurde 1912 von Emil Steinmeister neu erbaut. Die Scheune ist 1956 abgebrannt. | Der '''Wirtschaftshof''', bestehend aus einem langgestreckten '''Viehhaus''' mit Kuh- und Pferdeställen sowie Landarbeiterwohnung und einer '''Scheune''' ("Feldscheune") wurde 1912 von Emil Steinmeister neu erbaut. Die Scheune ist 1956 abgebrannt. | ||
==Inschriften== | ==Inschriften== | ||