Hiddentruper Straße 85 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt) | |||
| Zeile 41: | Zeile 41: | ||
Wohl eine eher glückliche Hand hatte das Ehepaar Homeier/Brinkmann bei der vollständigen baulichen Erneuerung der Hofstelle unmittelbar vor dem ersten Weltkrieg: 10 000 Goldmark Darlehn wurden im August 1911 aufgenommen, und anstelle verschiedener eher kleinerer (Fachwerk-)Altbauten entstand eine damals sicherlich hochmoderne Hofanlage mit zentralem Hofplatz, der von Wohnhaus, Scheune und Stallgebäude umsäumt ist. Alles wurde in Bruchstein-Massivbauweise ausgeführt; das Wohnhaus drückt im Stil durchaus einen gewissen bäuerlichen Stolz aus. | Wohl eine eher glückliche Hand hatte das Ehepaar Homeier/Brinkmann bei der vollständigen baulichen Erneuerung der Hofstelle unmittelbar vor dem ersten Weltkrieg: 10 000 Goldmark Darlehn wurden im August 1911 aufgenommen, und anstelle verschiedener eher kleinerer (Fachwerk-)Altbauten entstand eine damals sicherlich hochmoderne Hofanlage mit zentralem Hofplatz, der von Wohnhaus, Scheune und Stallgebäude umsäumt ist. Alles wurde in Bruchstein-Massivbauweise ausgeführt; das Wohnhaus drückt im Stil durchaus einen gewissen bäuerlichen Stolz aus. | ||
Schulden der Vorkriegszeit wurden nach der großen Inflation zwar ab 1925 aufgewertet, waren aber nur mit 25 % des Standes von 1914 zu verzinsen und abzutragen. Alsbald ergab sich eine Gelegenheit, ein großes Stück Land an der Grenze zu Pivitsheide, das dem Hof bei der Teilung des Hörster Bruches um 1840 zugefallen war, parzelliert an Neuwohner zu verkaufen. Die dortige alte Flurbezeichnung Hammerheide (Schreibweise in Karte 1838, in Grundkarte 1880 ''Hammerhaide'') lebt im Namen des dabei entstandenen Erschließungsweges/der heutigen Straße „Hamerheide“ fort. So konnte das Ehepaar Homeier/Brinkmann das Darlehn nach ersten Verkäufen 1929 tilgen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B | Schulden der Vorkriegszeit wurden nach der großen Inflation zwar ab 1925 aufgewertet, waren aber nur mit 25 % des Standes von 1914 zu verzinsen und abzutragen. Alsbald ergab sich eine Gelegenheit, ein großes Stück Land an der Grenze zu Pivitsheide, das dem Hof bei der Teilung des Hörster Bruches um 1840 zugefallen war, parzelliert an Neuwohner zu verkaufen. Die dortige alte Flurbezeichnung Hammerheide (Schreibweise in Karte 1838, in Grundkarte 1880 ''Hammerhaide'') lebt im Namen des dabei entstandenen Erschließungsweges/der heutigen Straße „Hamerheide“ fort. So konnte das Ehepaar Homeier/Brinkmann das Darlehn nach ersten Verkäufen 1929 tilgen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300041 u. 300042</ref> | ||
Vor einigen Jahrzehnten hat der Hof Brinkmann/Homeier bzw. die Familie Wehmeier wieder an die lange vergangene Tradition im Beherbergungsgewerbe angeknüpft und einige Ferienhäuser oberhalb des Hofes errichtet. Deren Name [http://www.hiddentrup.de iutspann Hiddentrup] stellt dabei den direkten Bezug zum einstigen Geschäft mit den reisenden Kaufleuten her. | Vor einigen Jahrzehnten hat der Hof Brinkmann/Homeier bzw. die Familie Wehmeier wieder an die lange vergangene Tradition im Beherbergungsgewerbe angeknüpft und einige Ferienhäuser oberhalb des Hofes errichtet. Deren Name [http://www.hiddentrup.de iutspann Hiddentrup] stellt dabei den direkten Bezug zum einstigen Geschäft mit den reisenden Kaufleuten her. | ||
| Zeile 92: | Zeile 92: | ||
Zu dem am 10. 4. 1781 verstorbenen Ehemann ist im Kirchenbuch vermerkt: ''starb plötzlich (Schlagfluss)'' | Zu dem am 10. 4. 1781 verstorbenen Ehemann ist im Kirchenbuch vermerkt: ''starb plötzlich (Schlagfluss)'' | ||
Darüber hinaus ist ein in der Inschrift von Hörste Nr. 39 zu findender Bibelvers über "Säufer und Schlemmer" sehr wahrscheinlich aus einer früheren (um 1770 existierenden) Inschrift an dem Brinkmannschen Kruge entlehnt.<ref>Das Ehepaar Strate/Hilgenstöhler hat vor Gründung der Stätte Hörste Nr. 39 im Jahre 1772 fast zwei Jahrzehnte als Einlieger auf dem Hof Brinkmann in Hiddentrup gelebt und kann den in Hausinschriften eher seltenen Bibelvers eigentlich nur hier aufgenommen haben.</ref> | |||