Ev.-ref. Kirche (Schwalenberg): Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:SCHW-Kirche innen_JK2021.JPG|thumb|Innenraum der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, Blick nach Osten, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]] | |||
[[Datei:SCHWA-Grafenempore_JK2021.JPG|thumb|Grafenempore in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]] | |||
[[Datei:SCHWA-HimmlJerusalem_JK2021.jpg|thumb|Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]] | |||
[[Datei:SCHWA-Sakramentnische_JK2021.JPG|thumb|Sakramentnische in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]] | |||
[[Datei:SCHWA-Epitaph_4 S 13.png|thumb|Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]] | |||
[[Datei:SCHWA-Totenschild_4_S_15.png|thumb|Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]] | |||
Die Kirche ist im Zusammenhang mit der Stadtgründung entstanden. 1231 wird sie erstmals urkundlich als "ecclesia in oppidum Swalenberg" erwähnt.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 11.</ref> Das ursprünglich Patrozinium lautete St. Johannes. In den 1530er Jahren wurde die Gemeinde lutherisch, 1605 schloss sich die Gemeinde der Reformation an. | Die Kirche ist im Zusammenhang mit der Stadtgründung entstanden. 1231 wird sie erstmals urkundlich als "ecclesia in oppidum Swalenberg" erwähnt.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 11.</ref> Das ursprünglich Patrozinium lautete St. Johannes. In den 1530er Jahren wurde die Gemeinde lutherisch, 1605 schloss sich die Gemeinde der Reformation an. | ||
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Schlichter, turmloser Kirchenbau mit einschiffigem Langhaus (1624–1626 um ein Joch nach Westen erweitert). Im Osten eingezogener und niedrigerer Chor mit geradem Abschluss. Die ursprünglichen Flachdecken vermutlich nach Beschädigung beim Stadtbrand 1307 eingewölbt. Eine Lavabo-Nische, ehemals zur Aufnahme eines Handwaschgeräts, befindet sich an der Südostecke des Langhauses. In der Nordwand des Chores fällt eine Sakramentsnische von 1489 [i] auf, gegenüber eine Piscine, ein Ausguss für überschüssiges Weihwasser. | Schlichter, turmloser Kirchenbau mit einschiffigem Langhaus (1624–1626 um ein Joch nach Westen erweitert). Im Osten eingezogener und niedrigerer Chor mit geradem Abschluss. Die ursprünglichen Flachdecken vermutlich nach Beschädigung beim Stadtbrand 1307 eingewölbt. Eine Lavabo-Nische, ehemals zur Aufnahme eines Handwaschgeräts, befindet sich an der Südostecke des Langhauses. In der Nordwand des Chores fällt eine Sakramentsnische von 1489 [i] auf, gegenüber eine Piscine, ein Ausguss für überschüssiges Weihwasser. | ||
An Ausstattung sind erwähnenswert der achteckige Taufstein des 13. Jh., 1981 im Chor aufgestellt. Grabplatten für den Drosten Hermann von Mengersen († 1558) und Anna Siverdes († 1574), Ehefrau des Vogtes Tile von Mengersen, innen an der Westwand. Ein Epitaph stellt Burkhard von Kanne zu Breitenhaupt († 1581) und seine Frau Anna von Exterde († 1629) kniend unter dem Kreuz dar. | An Ausstattung sind erwähnenswert der achteckige Taufstein des 13. Jh., 1981 im Chor aufgestellt. Grabplatten für den Drosten Hermann von Mengersen († 1558) und Anna Siverdes († 1574), Ehefrau des Vogtes Tile von Mengersen, innen an der Westwand (die Grabkammer befindet sich unter dem Schiff). Ein Epitaph stellt Burkhard von Kanne zu Breitenhaupt († 1581) und seine Frau Anna von Exterde († 1629) kniend unter dem Kreuz dar. | ||
1980/81 wurden Wandmalereien aus der Mitte des 16. Jh. aufgedeckt, u. a. eine Darstellung des Himmlischen Jerusalem an der Nordwand, 1683 aus religiösen Gründen übertüncht. Sie erinnern an die Ausmalung der [[Ev.-ref. Kirche (Sonneborn)|Pfarrkirche in Sonneborn]]. Hier wie dort war wohl Graf Hermann Simon von Spiegelberg-Pyrmont aus dem haus Lippe der Auftraggeber.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 13.</ref> Priechen (Emporen) des 17. Jh. in Spätrenaissance-Formen, Grafenempore kurz nach 1732 auf der Südostseite des Langhauses, von außen über eine eigene Treppe zugänglich. Emporenbrüstung ist mit gemalten Wappen der Stammfolge der Herrscherpaare von Simon VI. und Elisabeth zur Lippe bis hin zu Friedrich Carl August und Barbara Eleonore zur Lippe-Biesterfeld. Die Orgel ist eine Rekonstruktion der 1949 verbrannten Oestreich-Orgel von 1814. | 1980/81 wurden Wandmalereien aus der Mitte des 16. Jh. aufgedeckt, u. a. eine Darstellung des Himmlischen Jerusalem an der Nordwand, 1683 aus religiösen Gründen übertüncht. Sie erinnern an die Ausmalung der [[Ev.-ref. Kirche (Sonneborn)|Pfarrkirche in Sonneborn]]. Hier wie dort war wohl Graf Hermann Simon von Spiegelberg-Pyrmont aus dem haus Lippe der Auftraggeber.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 13.</ref> Priechen (Emporen) des 17. Jh. in Spätrenaissance-Formen, Grafenempore kurz nach 1732 auf der Südostseite des Langhauses, von außen über eine eigene Treppe zugänglich. Emporenbrüstung ist mit gemalten Wappen der Stammfolge der Herrscherpaare von Simon VI. und Elisabeth zur Lippe bis hin zu Friedrich Carl August und Barbara Eleonore zur Lippe-Biesterfeld. Die Orgel ist eine Rekonstruktion der 1949 verbrannten Oestreich-Orgel von 1814. | ||
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