Papenwinkel Kirche (Schwalenberg): Unterschied zwischen den Versionen

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{{Hausstätte info
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|Koordinaten=51.878756, 9.196450
}}'''Ev.-ref. Kirche Schwalenberg'''
1231 erstmals erwähnt, steht am nördlichen Ende der [[Brauergildestraße (Schwalenberg)|Brauergildestraße]].
1231 erstmals erwähnt, steht am nördlichen Ende der [[Brauergildestraße (Schwalenberg)|Brauergildestraße]].


==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:SCHW-Kirche innen_JK2021.JPG|thumb|Innenraum der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, Blick nach Osten, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:SCHWA-Grafenempore_JK2021.JPG|thumb|Grafenempore in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:SCHWA-HimmlJerusalem_JK2021.jpg|thumb|Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:SCHWA-Sakramentnische_JK2021.JPG|thumb|Sakramentnische in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:SCHWA-Epitaph_4 S 13.png|thumb|Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:SCHWA-Totenschild_4_S_15.png|thumb|Wandmalerei des "Himmlischen Jerusalem" in der ev.-ref. Pfarrkirche in Schwalenberg, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]


Die Kirche ist im Zusammenhang mit der Stadtgründung entstanden. 1231 wird sie erstmals urkundlich als "ecclesia in oppidum Swalenberg" erwähnt.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 11.</ref> Das ursprünglich Patrozinium lautete St. Johannes. In den 1530er Jahren wurde die Gemeinde lutherisch, 1605 schloss sich die Gemeinde der Reformation an.
Die Kirche ist im Zusammenhang mit der Stadtgründung entstanden. 1231 wird sie erstmals urkundlich als "ecclesia in oppidum Swalenberg" erwähnt.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 11.</ref> Das ursprünglich Patrozinium lautete St. Johannes. In den 1530er Jahren wurde die Gemeinde lutherisch, 1605 schloss sich die Gemeinde der Reformation an.
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Schlichter, turmloser Kirchenbau mit einschiffigem Langhaus (1624–1626 um ein Joch nach Westen erweitert). Im Osten eingezogener und niedrigerer Chor mit geradem Abschluss. Die ursprünglichen Flachdecken vermutlich nach Beschädigung beim Stadtbrand 1307 eingewölbt. Eine Lavabo-Nische, ehemals zur Aufnahme eines Handwaschgeräts, befindet sich an der Südostecke des Langhauses. In der Nordwand des Chores fällt eine Sakramentsnische von 1489 [i] auf, gegenüber eine Piscine, ein Ausguss für überschüssiges Weihwasser.
Schlichter, turmloser Kirchenbau mit einschiffigem Langhaus (1624–1626 um ein Joch nach Westen erweitert). Im Osten eingezogener und niedrigerer Chor mit geradem Abschluss. Die ursprünglichen Flachdecken vermutlich nach Beschädigung beim Stadtbrand 1307 eingewölbt. Eine Lavabo-Nische, ehemals zur Aufnahme eines Handwaschgeräts, befindet sich an der Südostecke des Langhauses. In der Nordwand des Chores fällt eine Sakramentsnische von 1489 [i] auf, gegenüber eine Piscine, ein Ausguss für überschüssiges Weihwasser.


An Ausstattung sind erwähnenswert der achteckige Taufstein des 13. Jh., 1981 im Chor aufgestellt. Grabplatten für den Drosten Hermann von Mengersen († 1558) und Anna Siverdes († 1574), Ehefrau des Vogtes Tile von Mengersen, innen an der Westwand. Ein Epitaph stellt Burkhard von Kanne zu Breitenhaupt († 1581) und seine Frau Anna von Exterde († 1629) kniend unter dem Kreuz dar.
An Ausstattung sind erwähnenswert der achteckige Taufstein des 13. Jh., 1981 im Chor aufgestellt. Grabplatten für den Drosten Hermann von Mengersen († 1558) und Anna Siverdes († 1574), Ehefrau des Vogtes Tile von Mengersen, innen an der Westwand (die Grabkammer befindet sich unter dem Schiff). Ein Epitaph stellt Burkhard von Kanne zu Breitenhaupt († 1581) und seine Frau Anna von Exterde († 1629) kniend unter dem Kreuz dar.


1980/81 wurden Wandmalereien aus der Mitte des 16. Jh. aufgedeckt, u. a. eine Darstellung des Himmlischen Jerusalem an der Nordwand, 1683 aus religiösen Gründen übertüncht. Sie erinnern an die Ausmalung der [[Ev.-ref. Kirche (Sonneborn)|Pfarrkirche in Sonneborn]]. Hier wie dort war wohl Graf Hermann Simon von Spiegelberg-Pyrmont aus dem haus Lippe der Auftraggeber.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 13.</ref> Priechen (Emporen) des 17. Jh. in Spätrenaissance-Formen, Grafenempore kurz nach 1732 auf der Südostseite des Langhauses, von außen über eine eigene Treppe zugänglich. Emporenbrüstung ist mit gemalten Wappen der Stammfolge der Herrscherpaare von Simon VI. und Elisabeth zur Lippe bis hin zu Friedrich Carl August und Barbara Eleonore zur Lippe-Biesterfeld. Die Orgel ist eine Rekonstruktion der 1949 verbrannten Oestreich-Orgel von 1814.
1980/81 wurden Wandmalereien aus der Mitte des 16. Jh. aufgedeckt, u. a. eine Darstellung des Himmlischen Jerusalem an der Nordwand, 1683 aus religiösen Gründen übertüncht. Sie erinnern an die Ausmalung der [[Ev.-ref. Kirche (Sonneborn)|Pfarrkirche in Sonneborn]]. Hier wie dort war wohl Graf Hermann Simon von Spiegelberg-Pyrmont aus dem haus Lippe der Auftraggeber.<ref>{{LindeSchwalenberg2020}}, S. 13.</ref> Priechen (Emporen) des 17. Jh. in Spätrenaissance-Formen, Grafenempore kurz nach 1732 auf der Südostseite des Langhauses, von außen über eine eigene Treppe zugänglich. Emporenbrüstung ist mit gemalten Wappen der Stammfolge der Herrscherpaare von Simon VI. und Elisabeth zur Lippe bis hin zu Friedrich Carl August und Barbara Eleonore zur Lippe-Biesterfeld. Die Orgel ist eine Rekonstruktion der 1949 verbrannten Oestreich-Orgel von 1814.


==Inschriften==
==Inschriften==
==Glocken==
Die älteste Glocke aus dem Jahr 1624 trägt den Namen Festtagsglocke. Die Bet- und Bürgerglocke mit dem Schlagton '''f<sup>1</sup>''' aus dem Jahr 1764, Umguß 1842 fiel unter die Kriegsabgabe 1942. Die Kleppglocke mit dem Schlagton '''g<sup>1</sup>''' fiel ebenfalls unter die Kriegsabgabe 1942, konnte jedoch am 4. November 1948 von der Sammelstelle Lünen nach Schwalenberg zurück gebracht werden. Für die f-Glocke wurde 1960 bei Gebrüder Rincker in Sinn eine neue Glocke gegossen.
<ref>[https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=BESTAND-A92x91131204366683920220210101553727 Lippische Landeskirche, Archivbestand 07.17, Glockensachverständiger]</ref>, <ref>{{WiesekopsiekerGlocken1970}}</ref><br />
{| class="wikitable" style="text-align:center;"
| '''Schlagton''' || '''Gussjahr''' || '''&#8960; in mm''' || '''m in kg''' || '''Inschrift'''
|-
| '''c<sup>2</sup> ''' || 1624 || 690 || k.A. || SOLI DEO GLORIA . ANNO 1624 <br /> M. CORDT KLEIMANN, Glockengeter zu Lemgo.
|-
| '''g<sup>1</sup> ''' || 1851 || 1030 || 700 || Ich wurde gegossen von H.L.Lohmeier in Gütersloh für die Gemeinde Schwalenberg unter dem Amtmann Overbeck, Pastor Zeiß, Bürgermeister Kreienmeier und Schlingmann, den Kirchendechen Schlingmann, Ridder, Vietmeier.
|-
| '''a<sup>1</sup> ''' || 1960 || 890 || 356 || O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort.<br />Meine Vorgängerin aus dem Jahre 1842 mußte 1942 abgeliefert werden. Seit 1960 rufe ich die Gemeinde.
|}
==Orgel==


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
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[[Kategorie:Kirche]]
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[[Kategorie:Kirche in Schwalenberg]]
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