Kirchhof (Heiligenkirchen): Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| (3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
{{ | {{Objekt info | ||
|Ortsteil={{AutoOrtsteil}} | |||
|Koordinaten=51.909614, 8.872065 | |||
|Straße=Kirchweg (Heiligenkirchen) | |Straße=Kirchweg (Heiligenkirchen) | ||
}}Um die [[Kirche in Heiligenkirchen]] liegt der ungefähr kreisrunde Kirchhof, dessen Mauer noch fast vollständig, wenn auch vermutlich nicht in der ursprünglichen Höhe, erhalten ist. Auf dem Kirchhof hatten die einzelnen Bauerschaften des Kirchspiels üblicherweise ihre eigenen Bereiche. Der Kirchhof hatte, wie die Kirche selbst, auch Befestigungscharakter. Kirchhofspeicher auf dem Kirchhof, wie in anderen Kirchdörfern häufiger, sind in Heiligenkirchen nicht belegt. Zwei Häuser vor dem Kirchhof stehen jedoch mit ihrer Rückseite auf der Kirchhofmauer, nämlich [[Kirchweg 15 (Heiligenkirchen)|Kirchweg 15]] und [[Am Silberbach 3 (Heiligenkirchen)|Am Silberbach 3]]. | }}Um die [[Kirche in Heiligenkirchen]] liegt der ungefähr kreisrunde Kirchhof, dessen Mauer noch fast vollständig, wenn auch vermutlich nicht in der ursprünglichen Höhe, erhalten ist. Auf dem Kirchhof hatten die einzelnen Bauerschaften des Kirchspiels üblicherweise ihre eigenen Bereiche. Der Kirchhof hatte, wie die Kirche selbst, auch Befestigungscharakter. Kirchhofspeicher auf dem Kirchhof, wie in anderen Kirchdörfern häufiger, sind in Heiligenkirchen nicht belegt. Zwei Häuser vor dem Kirchhof stehen jedoch mit ihrer Rückseite auf der Kirchhofmauer, nämlich [[Kirchweg 15 (Heiligenkirchen)|Kirchweg 15]] und [[Am Silberbach 3 (Heiligenkirchen)|Am Silberbach 3]]. | ||
| Zeile 28: | Zeile 25: | ||
Am 25.3.1986 wurde die Kirche mitsamt Kirchhofmauer und Grabsteinen in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen. | Am 25.3.1986 wurde die Kirche mitsamt Kirchhofmauer und Grabsteinen in die Denkmalliste der Stadt Detmold eingetragen. | ||
== | ==Beschreibung== | ||
[[Datei:DT-Hk_Kirchhof_BA_SP-DT-HGK-31016.jpg|thumb|Blick über den Kirchhof zur Kirche, 1920, Foto: Wilhelm Pecher (LLB: BA SP-DT-HGK-31016)]] | [[Datei:DT-Hk_Kirchhof_BA_SP-DT-HGK-31016.jpg|thumb|Blick über den Kirchhof zur Kirche, 1920, Foto: Wilhelm Pecher (LLB: BA SP-DT-HGK-31016)]] | ||
| Zeile 95: | Zeile 92: | ||
* 1810 unter lfd. Nr. 2, Johann Simon Moritz Beins, gestorben in Hornoldendorf an Brustkrankheit [Lungentuberkulose] am 4. und begraben an 6. Januar, 1 Jahr, 11 Monate und 2 Wochen alt. | * 1810 unter lfd. Nr. 2, Johann Simon Moritz Beins, gestorben in Hornoldendorf an Brustkrankheit [Lungentuberkulose] am 4. und begraben an 6. Januar, 1 Jahr, 11 Monate und 2 Wochen alt. | ||
==Grabplatte des Pfarrers Winandt== | ===Grabplatte des Pfarrers Winandt=== | ||
Die Grabplatte des Haustenbecker Pfarrers Joachim Winandt, an der Südseite des Chors aufgestellt, wurde 1941 nach Heiligenkirchen gebracht.<ref>Landeskirchenarchiv, 04.03 / Heiligenkirchen (ev.-ref), Nr. 041.</ref> Dies hatte der Heiligenkirchener Pfarrer Voget veranlasst, da das Dorf Haustenbeck für den Truppenübungsplatz aufgegeben wurde. Denn Winandt war, bevor er nach Haustenbeck versetzt worden war, in Heiligenkirchen Pfarrer gewesen. Das 1659 gegründete Dorf Haustenbeck hatte 1677 eine eigene Kirche bekommen. Ab 1937 musste es dem Truppenübungsplatz weichen. 1939 waren die letzten Bewohner umgesiedelt. | Die Grabplatte des Haustenbecker Pfarrers Joachim Winandt, an der Südseite des Chors aufgestellt, wurde 1941 nach Heiligenkirchen gebracht.<ref>Landeskirchenarchiv, 04.03 / Heiligenkirchen (ev.-ref), Nr. 041.</ref> Dies hatte der Heiligenkirchener Pfarrer Voget veranlasst, da das Dorf Haustenbeck für den Truppenübungsplatz aufgegeben wurde. Denn Winandt war, bevor er nach Haustenbeck versetzt worden war, in Heiligenkirchen Pfarrer gewesen. Das 1659 gegründete Dorf Haustenbeck hatte 1677 eine eigene Kirche bekommen. Ab 1937 musste es dem Truppenübungsplatz weichen. 1939 waren die letzten Bewohner umgesiedelt. | ||
| Zeile 103: | Zeile 100: | ||
Winandt hatte zu seiner Amtszeit in Haustenbeck die Geschichte dieses Dorfes aufgeschrieben. Er stammte aus Gravenstein [Grebenstein] in Hessen. In Heiligenkirchen, wo er seit 1653 Pfarrer war, wurde er wegen seines anstößigen Lebenswandels und seiner Untreue 1669 abgesetzt.<ref> Hermann Wendt, Das ehemalige Amt Falkenberg, Lemgo 1965, S. .</ref> 1671 wurde er auf seine Bitte als "Proponent und Schulmeister" nach Haustenbeck versetzt, wo er 1703 starb. 1681 verkaufte er sein Heiligenkirchener Haus [[Steinweg 2 (Heiligenkirchen)|Steinweg 2]] dem Vogt Alexander Meyer. Winandt hatte neun Kinder. Verheiratet war er mit einer Schwester des lippischen Generalsuperintendenten Conrad Sustmann (Amtszeit 1650–1677), der 1677 im Alter von 65 Jahren starb. | Winandt hatte zu seiner Amtszeit in Haustenbeck die Geschichte dieses Dorfes aufgeschrieben. Er stammte aus Gravenstein [Grebenstein] in Hessen. In Heiligenkirchen, wo er seit 1653 Pfarrer war, wurde er wegen seines anstößigen Lebenswandels und seiner Untreue 1669 abgesetzt.<ref> Hermann Wendt, Das ehemalige Amt Falkenberg, Lemgo 1965, S. .</ref> 1671 wurde er auf seine Bitte als "Proponent und Schulmeister" nach Haustenbeck versetzt, wo er 1703 starb. 1681 verkaufte er sein Heiligenkirchener Haus [[Steinweg 2 (Heiligenkirchen)|Steinweg 2]] dem Vogt Alexander Meyer. Winandt hatte neun Kinder. Verheiratet war er mit einer Schwester des lippischen Generalsuperintendenten Conrad Sustmann (Amtszeit 1650–1677), der 1677 im Alter von 65 Jahren starb. | ||
==Kriegerdenkmal== | ===Kriegerdenkmal=== | ||
[[Datei:DT-Hk_Kriegerdenkmal_ME-PK-24-44.jpg|thumb|Kriegerdenkmal, Ansicht von Südosten, um 1930 (LLB: ME-PK-24-44)]] | [[Datei:DT-Hk_Kriegerdenkmal_ME-PK-24-44.jpg|thumb|Kriegerdenkmal, Ansicht von Südosten, um 1930 (LLB: ME-PK-24-44)]] | ||
| Zeile 136: | Zeile 133: | ||
{{AutorKategorie}} | {{AutorKategorie}} | ||
{{Objektkategorien}} | |||
{{ | [[Kategorie:Friedhof]][[Kategorie:Friedhof in Detmold]] | ||
[[Kategorie:Friedhof | |||