Papendiek 37 (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Ehemals Heiden Nr. 6.
}}Die Hofstelle war ehemals Heiden Nr. 6.


==Geschichte==
==Geschichte==
Der früher in Heiden als Dreckhof, Heiden Nr. 6, bezeichnete heutige Hof Hellweg, Papendiek 37 in Heiden, hat eine sehr lange und wechselhaft Geschichte, die bei Hüls ausführlich betrachtet wird. <ref>{{HülsHeiden1974}}</ref>
Die ehemals benachbarten Hofstellen Brüning Nr. 5 und Dreckmeier Nr.6 in Heiden lagen zwischen dem Weg unterhalb des Talhanges (heute Niedernkamp) und dem Oetternbach. <ref>Hüls 1974 Karte S.125 </ref>  Gemäß Hüls ist die Entstehung dieser Ansiedlungen in eine frühe Rodungsphase des Dorfes zwischen 1000 und bis 1250 einzuordnen. Er geht davon aus, dass die beiden Höfe Brüning und Dreckmeier aus dem ehemaligen Brinkhof in Heiden entstanden sind, der im Jahre 1418 von Hermann de Wend an den Lemgoer Bürger Heinrich de Ridder verkaufte wurde. <ref>Hüls 1974 S.126 ff </ref>
Aus diesem ehemaligen Brinkhof seien als eine geteilte Zwiehofanlage die beiden Höfe Brüning und Dreckmeier hervorgegangen. Der eine und der andere Hof werde im 15. Jahrh. verschiedentlich urkundlich erwähnt, u.a. in einer Schadensmeldung als Folge der Eversteinschen Fede. Für beide Höfe sei auffällig, dass ihre Felder auf dem Südriedel in enger Gemengelage liegen, was auf eine gemeinsame Rodungsphase schließen lasse. Im Landschatzregister von 1568 werde ein Dreck Johann genannt, bei Friemel wird der Hof 1728 als Dreckmeier aufgelistet. <ref>Hüls 1974 S.123 f </ref>


Laut Salbuch 1781 ist Dreckmeyer ein großer Halbmeyer und leibfrei.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch der Vogtei Heiden, 1781 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00109%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=50&cHash=f89ecf1edd239d5b055079e4371c1b17 Digitalisat].</ref>
Laut Salbuch 1781 ist Dreckmeyer ein großer Halbmeyer und leibfrei.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch der Vogtei Heiden, 1781 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00109%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=50&cHash=f89ecf1edd239d5b055079e4371c1b17 Digitalisat].</ref>


Desgleichen 1829.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch der Vogtei Heiden, 1829 [https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=https%3A%2F%2Fwww.landesarchiv-nrw.de%2Fdigitalisate%2FAbt_Ostwestfalen-Lippe%2FL101CI%2F~001%2F00123%2Fmets.xml&tx_dlf%5Bpage%5D=73&cHash=3ca0e65b2a2df7edd5663f3caeb0773b Digitalisat].</ref>
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[[Datei: Papendiek 37.jpg | thumb | Papendiek 37, Foto Lothar Kaup 2025]]
In der Mitte des 19. Jahrh. wurde der Hof Dreckmeier Nr. 6 aus dem Dorf ausgesiedelt und auf dem Heideriedel im Papendiek neu angelegt. In einem Plan von W. v. Meien habe dieser 1856 hier zwei erste Gebäude eingezeichnet. Unter wechselnder Beteiligung des Ziegelmeisters Grotegut (aus Jerxen) und des Ziegelmeisters H. Diekmann vom Hof Nr. 7 entstand aus Ländereien der Höfe Brüning, Dreckmeier, Holste und Diekmann der neue Dreckhof Nr. 6. Der Hof wird 1876 von Grotegut wieder an Diekmann übertragen.
Aus Resten des ehemaligen Hofes Brüning ist das neue Colonat Nr. 5 gebildet worden, das in 1882 an den Polizeidiener Wrampe überging. Die Hofflächen des ehemaligen Dreckhofes wurden zum Colonat Nr. 77 in Heiden. <ref>Hüls 1974 S.140 ff </ref> 
Die Hofstelle Papendiek Nr. 37 wird derzeit weiterhin im Vollerwerb landwirtschaftlich genutzt. Neben eigenen Hofflächen werden vom Hofeigentümer auch Ackerflächen von anderen ehemaligen Hofstellen in Heiden als Pachtland mitbewirtschaftet.


==Gebäude==
==Gebäude==
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1901 Dreckhof, Heinrich Diekmann, Landwirt; Hermannn Busse, Maurer.<ref>Landesadressbuch Lippe 1901 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/periodical/pageview/985188 Digitalisat]</ref>
1901 Dreckhof, Heinrich Diekmann, Landwirt; Hermannn Busse, Maurer.<ref>Landesadressbuch Lippe 1901 [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/periodical/pageview/985188 Digitalisat]</ref>
   
 
1926<ref>{{LippeAdressbuch1926}} S.732</ref> Hellweg, August, Landwirt; Bütröwe, August, Rentner; Sullinger, Robert, Schweizer; Bobe, Fritz, Knecht, Kollmeier, Fritz, Arbeiter; Hering, Wilhelm, Fabrikaarbeiter
 
 
==Literatur==
==Literatur==



Aktuelle Version vom 13. März 2026, 17:28 Uhr

Papendiek 37 (Heiden)
OrtsteilHeiden
StraßePapendiek (Heiden)
Hausnummer37
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHeiden
Hausnummer006

Die Hofstelle war ehemals Heiden Nr. 6.

Geschichte

Der früher in Heiden als Dreckhof, Heiden Nr. 6, bezeichnete heutige Hof Hellweg, Papendiek 37 in Heiden, hat eine sehr lange und wechselhaft Geschichte, die bei Hüls ausführlich betrachtet wird. [1]

Die ehemals benachbarten Hofstellen Brüning Nr. 5 und Dreckmeier Nr.6 in Heiden lagen zwischen dem Weg unterhalb des Talhanges (heute Niedernkamp) und dem Oetternbach. [2] Gemäß Hüls ist die Entstehung dieser Ansiedlungen in eine frühe Rodungsphase des Dorfes zwischen 1000 und bis 1250 einzuordnen. Er geht davon aus, dass die beiden Höfe Brüning und Dreckmeier aus dem ehemaligen Brinkhof in Heiden entstanden sind, der im Jahre 1418 von Hermann de Wend an den Lemgoer Bürger Heinrich de Ridder verkaufte wurde. [3]

Aus diesem ehemaligen Brinkhof seien als eine geteilte Zwiehofanlage die beiden Höfe Brüning und Dreckmeier hervorgegangen. Der eine und der andere Hof werde im 15. Jahrh. verschiedentlich urkundlich erwähnt, u.a. in einer Schadensmeldung als Folge der Eversteinschen Fede. Für beide Höfe sei auffällig, dass ihre Felder auf dem Südriedel in enger Gemengelage liegen, was auf eine gemeinsame Rodungsphase schließen lasse. Im Landschatzregister von 1568 werde ein Dreck Johann genannt, bei Friemel wird der Hof 1728 als Dreckmeier aufgelistet. [4]

Laut Salbuch 1781 ist Dreckmeyer ein großer Halbmeyer und leibfrei.[5]

Desgleichen 1829.[6]

Papendiek 37, Foto Lothar Kaup 2025

In der Mitte des 19. Jahrh. wurde der Hof Dreckmeier Nr. 6 aus dem Dorf ausgesiedelt und auf dem Heideriedel im Papendiek neu angelegt. In einem Plan von W. v. Meien habe dieser 1856 hier zwei erste Gebäude eingezeichnet. Unter wechselnder Beteiligung des Ziegelmeisters Grotegut (aus Jerxen) und des Ziegelmeisters H. Diekmann vom Hof Nr. 7 entstand aus Ländereien der Höfe Brüning, Dreckmeier, Holste und Diekmann der neue Dreckhof Nr. 6. Der Hof wird 1876 von Grotegut wieder an Diekmann übertragen.

Aus Resten des ehemaligen Hofes Brüning ist das neue Colonat Nr. 5 gebildet worden, das in 1882 an den Polizeidiener Wrampe überging. Die Hofflächen des ehemaligen Dreckhofes wurden zum Colonat Nr. 77 in Heiden. [7]

Die Hofstelle Papendiek Nr. 37 wird derzeit weiterhin im Vollerwerb landwirtschaftlich genutzt. Neben eigenen Hofflächen werden vom Hofeigentümer auch Ackerflächen von anderen ehemaligen Hofstellen in Heiden als Pachtland mitbewirtschaftet.


Gebäude

Besitzt 1781 laut Salbuch 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht, 1 Schoppen, 1 Backhaus.[8]

Besitzt 1829 laut Salbuch 1 Wohnhaus, 1 Leibzucht, 1 Schoppen, 1 Backhaus.[9]

Besitzt 1855 laut Salbuch 1 Wohnhaus und 1 Kotten im Gehölze.[10]

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1781 Dreckmeyer.[11]

1829 Dreckmeyer.[12]

1855 Dreckmeyer.[13]

1901 Dreckhof, Heinrich Diekmann, Landwirt; Hermannn Busse, Maurer.[14]

1926[15] Hellweg, August, Landwirt; Bütröwe, August, Rentner; Sullinger, Robert, Schweizer; Bobe, Fritz, Knecht, Kollmeier, Fritz, Arbeiter; Hering, Wilhelm, Fabrikaarbeiter


Literatur

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Hüls: Heiden in Lippe, Zur Genese und Struktur eines dörflichen Lebensraumes. Im Auftrag der Stadt Lage herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen und Historischen Verein für das Land Lippe. Detmold 1974. Gleichzeitig im Selbstverlag der Geographischen Komission für Westfalen erschienen. Online abrufbar
  2. Hüls 1974 Karte S.125
  3. Hüls 1974 S.126 ff
  4. Hüls 1974 S.123 f
  5. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch der Vogtei Heiden, 1781 Digitalisat.
  6. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch der Vogtei Heiden, 1829 Digitalisat.
  7. Hüls 1974 S.140 ff
  8. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch der Vogtei Heiden, 1781 Digitalisat.
  9. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch der Vogtei Heiden, 1829 Digitalisat.
  10. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch der Vogtei Heiden, 1855 Digitalisat.
  11. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch der Vogtei Heiden, 1781 Digitalisat.
  12. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 123: Salbuch der Vogtei Heiden, 1829 Digitalisat.
  13. LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch der Vogtei Heiden, 1855 Digitalisat.
  14. Landesadressbuch Lippe 1901 Digitalisat
  15. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat S.732

Autor*innen

Joachim Kleinmanns, Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 16.02.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 13.03.2026 von Lothar Kaup