Teutoburger-Wald-Straße 8 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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a) Hoppenplöcker Riesenberg Nr. 16 (vor 1500 – ca. 1870)
a) Hoppenplöcker Riesenberg Nr. 16 (vor 1500 – ca. 1870)


b) Straßenkötter Riesenberg oder Grothof, später Wendt, Nr. 21 (gegründet vor 1590)
b) '''Straßenkötter Riesenberg oder Grothof, später Wendt, Nr. 21 (gegründet vor 1590)'''


c) Neuwohner Riesenberg Nr. 76 („hinterm Loh“, gegründet 1879)
c) Neuwohner Riesenberg Nr. 76 („hinterm Loh“, gegründet 1879)
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Der 1797 eingeheiratete Adolph Wind aus dem Kirchspiel Oerlinghausen mag ein guter Schmied gewesen sein; seine Bilanz als Haushälter und Geschäftsmann ist 27 Jahre später eindeutig negativ. Die ''Acte das Schuldenwesen des Straßenkötters Grothoff Nr. 21 in Hörste betr.''<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. VII, 6)</ref>  enthält einen öffentlichen Aufruf von Ende 1824, Forderungen gegen die Stätte Nr. 21 an der Amtsstube vorzubringen und zu belegen. Dutzende Positionen, die sich auf mehr als 700 Taler summieren, kommen zusammen. Ein Teil der Gläubiger akzeptiert einen Teilerlass ihrer Forderungen bei umgehender Zahlung der Restsumme. So kann der Sohn des Schuldners die Stätte mit etwas reduzierter Schuldenlast übernehmen.
Der 1797 eingeheiratete Adolph Wind aus dem Kirchspiel Oerlinghausen mag ein guter Schmied gewesen sein; seine Bilanz als Haushälter und Geschäftsmann ist 27 Jahre später eindeutig negativ. Die ''Acte das Schuldenwesen des Straßenkötters Grothoff Nr. 21 in Hörste betr.''<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. VII, 6)</ref>  enthält einen öffentlichen Aufruf von Ende 1824, Forderungen gegen die Stätte Nr. 21 an der Amtsstube vorzubringen und zu belegen. Dutzende Positionen, die sich auf mehr als 700 Taler summieren, kommen zusammen. Ein Teil der Gläubiger akzeptiert einen Teilerlass ihrer Forderungen bei umgehender Zahlung der Restsumme. So kann der Sohn des Schuldners die Stätte mit etwas reduzierter Schuldenlast übernehmen.


Auf diese Weise kommt man auf der Stätte noch einige Jahrzehnte irgendwie zurecht. Anfang 1869 kann der zwölf Jahre zuvor eingeheiratete Colon August Büker den Konkurs jedoch nicht mehr abwenden.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 8)</ref>  Das Inventar und die Immobilien der Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Wohnhaus, 2) Schmiede Leibzucht, 3) 5 Metzen Garten und 4) 36 – 40 Schfls. Ackerland und Senne'', werden gegen Höchstgebot zwangsverkauft. Salomon Paradies, Kaufmann in Lage und häufiger in Immobiliengeschäften aktiv, erwirbt die Stätte und veräußert sie nach Aufteilung bald weiter.
Auf diese Weise kommt man auf der Stätte noch einige Jahrzehnte irgendwie zurecht. Anfang 1869 kann der zwölf Jahre zuvor eingeheiratete Colon August Büker den Konkurs jedoch nicht mehr abwenden.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 8)</ref>  Das Inventar und die Immobilien der Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Wohnhaus, 2) Leibzucht, 3) 5 Metzen Garten und 4) 36 – 40 Schfls. Ackerland und Senne'', werden gegen Höchstgebot zwangsverkauft. Salomon Paradies, Kaufmann in Lage und häufiger in Immobiliengeschäften aktiv, erwirbt die Stätte und veräußert sie nach Aufteilung bald weiter.


''Der Besitzer der Grothoffschen Stätte Nr. 21 zu Hörste, Kaufmann Sal. I. Paradies hiers. erschien heute'' (14. Juli 1869) ''mit der Ehefrau des im Auslande befindlichen Colon Elkenkamp Nr. 60 zu Hörste''  .  .  .  und verkauft den Garten und ein Stück Ackerland an Elkenkamp.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 3)</ref>  Etwa zur gleichen Zeit beantragt Paradies die Genehmigung zur Errichtung eines Kottens auf Flächen vor dem Ehberg, die der Stätte Nr. 21 bei der letzten Hörster Gemeinheitsteilung um 1860 zugefallen waren. Dieser Kotten auf 15 Schfls. (ca. 2,5 ha) Fläche wird zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 68 und 1874 von Paradies an Ziegelmeister August Klarholz aus Müssen verkauft.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIV, 13)</ref>  Die restliche Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Hofraum, 2) Wohnhaus mit der Schmiede, 3) Garten beim Hause, 4) 4 Schfls. Land a. d. Hörsterbruche'', hat Paradies bereits 1871 an den Einlieger Töns Wendt veräußert.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIII, 15)</ref>
''Der Besitzer der Grothoffschen Stätte Nr. 21 zu Hörste, Kaufmann Sal. I. Paradies hiers. erschien heute'' (14. Juli 1869) ''mit der Ehefrau des im Auslande befindlichen Colon Elkenkamp Nr. 60 zu Hörste''  .  .  .  und verkauft den Garten und ein Stück Ackerland an Elkenkamp.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXII, 3)</ref>  Etwa zur gleichen Zeit beantragt Paradies die Genehmigung zur Errichtung eines Kottens auf Flächen vor dem Ehberg, die der Stätte Nr. 21 bei der letzten Hörster Gemeinheitsteilung um 1860 zugefallen waren. Dieser Kotten auf 15 Schfls. (ca. 2,5 ha) Fläche wird zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 68 und 1874 von Paradies an Ziegelmeister August Klarholz aus Müssen verkauft.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIV, 13)</ref>  Die restliche Stätte Nr. 21, bestehend aus ''1) Hofraum, 2) Wohnhaus mit der Schmiede, 3) Garten beim Hause, 4) 4 Schfls. Land a. d. Hörsterbruche'', hat Paradies bereits 1871 an den Einlieger Töns Wendt veräußert.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage/Amt Lage Fach 2 Nr. 26 Bd. XXIII, 15)</ref>
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1707/08 – 1722  Hermann Henrich Rosenbaum, Sohn des Schmiedes Ros. in Lage, ∞ 1707/08 in Hörste Anna <u>Catrina</u> Riesenberg (um 1678 - 1751), Anerbin Ries.; H. Rosenbaum wird StK Riesenberg in Hörste
1707/08 – 1722  Hermann Henrich Rosenbaum, Sohn des Schmiedes Ros. in Lage, ∞ 1707/08 in Hörste Anna <u>Catrina</u> Riesenberg ( 1677 - 1751), Anerbin Ries.; H. Rosenbaum wird StK Riesenberg in Hörste
   
   
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