Lohweg 24 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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Der aus Hörste stammende und in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Ziegelmeister Friedrich („<u>Fritz</u>“) Riesenberg schickt sich Anfang des Jahres 1878 an, eine Neuwohnerstätte in Hörste zu gründen. Er ist fast 40 Jahre alt, verfügt über einiges Erspartes, und die Gelegenheit ist günstig: Colon Hanning, bisher Besitzer des uralten Hofes Nr. 6 in Hörste, hat den verschuldeten Hof seines verstorbenen Schwiegervaters bzw. ausgewanderten Schwagers in Heesten bei Horn übernommen und verkauft jetzt stückweise seinen ererbten Hof in Hörste. Zahlreiche Hörster  - Hof- und Stättenbesitzer, die sich vergrößern wollen, ebenso wie Einlieger mit Bau- bzw. Gründungsabsicht  -  greifen zu.
Der aus Hörste stammende und in eher bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Ziegelmeister Friedrich („<u>Fritz</u>“) Riesenberg schickt sich Anfang des Jahres 1878 an, eine Neuwohnerstätte in Hörste zu gründen. Er ist fast 40 Jahre alt, verfügt über einiges Erspartes, und die Gelegenheit ist günstig: Colon Hanning, bisher Besitzer des uralten Hofes Nr. 6 in Hörste, hat den verschuldeten Hof seines verstorbenen Schwiegervaters bzw. ausgewanderten Schwagers in Heesten bei Horn übernommen und verkauft jetzt stückweise seinen ererbten Hof in Hörste. Zahlreiche Hörster  - Hof- und Stättenbesitzer, die sich vergrößern wollen, ebenso wie Einlieger mit Bau- bzw. Gründungsabsicht  -  greifen zu.


Fritz Riesenberg kauft ca. 1,2 ha Ackerland auf dem Südfelde an der Heide sowie knapp 4 ha Hude am Torfstich auf dem schwarzen Drecke für 4500 Mark. Ein Drittel davon zahlt er sofort bar, den Rest gewährt der Verkäufer als verzinslichen Kredit.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Fach 2 Nr. 26 Bd. XXV</ref>
Fritz Riesenberg kauft ca. 1,2 ha Ackerland ''auf dem Südfelde an der Heide'' sowie knapp 4 ha ''Hude am Torfstich auf dem schwarzen Drecke'' für 4500 Mark. Ein Drittel davon zahlt er sofort bar, den Rest des Kaufpreises gewährt der Verkäufer als verzinslichen Kredit.<ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage / Amt Lage, Fach 2 Nr. 26 Bd. XXV</ref>
   
   
Alsbald wird die Stättengründung von der Bauerschaft Hörste befürwortet, vom Amt genehmigt und ein Wohnhaus errichtet. 1893 vergrößern weitere 0,8 ha Ackerland auf den Südfeld, die von Gottlieb Gees, Hörste Nr. 37, erworben werden, die kleine Landwirtschaft.
Alsbald wird die Stättengründung von der Bauerschaft Hörste befürwortet, vom Amt genehmigt und ein Wohnhaus errichtet. 1893 vergrößern weitere 0,8 ha Ackerland auf den Südfeld, die von Gottlieb Gees, Hörste Nr. 37, erworben werden, die kleine Landwirtschaft.


Die ersten Jahrzehnte auf der neuen Stätte sind erkennbar mühsam: 1915 übernimmt der bereits 44-jährige Sohn Hermann die Stätte von seinem verwitweten Vater. Er hat all die Jahre zuvor seinen Zieglerverdienst daheim abgegeben, denn es sind noch Schulden aus dem einstigen Grunderwerb zu tilgen. <ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 2783, S. 40f</ref> Bereits zwei Jahre später  -  im September 1917  - verstirbt er im Krankenhaus Königswusterhausen.<ref>Er steht nicht in den Verlustlisten des Ersten Weltkrieges, ist also wahrscheinlich als Ziegler in der Fremde erkrankt und verstorben.</ref> Die nächsten 18 Jahre ist seine Witwe Julie, geb. Vogt, allein mit ihren fünf Kindern auf der Stätte.
Die ersten Jahrzehnte auf der neuen Stätte sind erkennbar mühsam: 1915 übernimmt der bereits 44-jährige Sohn Hermann die Stätte von seinem verwitweten Vater. Er hat all die Jahre zuvor seinen Zieglerverdienst daheim abgegeben, denn es sind noch Schulden aus dem einstigen Grunderwerb zu tilgen.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Lage Bl. 2783, S. 40f</ref> Bereits zwei Jahre später  -  im September 1917  - verstirbt er im Krankenhaus Königswusterhausen.<ref>Er steht nicht in den Verlustlisten des Ersten Weltkrieges, ist also wahrscheinlich als Ziegler in der Fremde erkrankt und verstorben.</ref> Die nächsten 18 Jahre ist seine Witwe Julie, geb. Vogt, allein mit ihren fünf Kindern auf der Stätte.


Bis in die 1970er Jahre wird die Stätte Riesenberg Nr. 76 im Nebenerwerb bewirtschaftet. Ihre Lage am Rande des Teutoburger Waldes/ Landschaftsschutzgebietes hat sicherlich dazu beigetragen, dass auch heute noch teils Felder und Natur an die Stätte/Hofstelle angrenzen.  
Bis in die 1970er Jahre wird die Stätte Riesenberg Nr. 76 im Nebenerwerb bewirtschaftet. Ihre Lage am Rande des Teutoburger Waldes/ Landschaftsschutzgebietes hat sicherlich dazu beigetragen, dass auch heute noch teils Felder und Natur an die Stätte/Hofstelle angrenzen.  
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• Marie Karoline Justine, * 1873, † 1873
• Marie Karoline Justine, * 1873, † 1873


• Johanne Wilhelmine Henriette, * 1875, 1924 verh. Diekjobst in Detmold
<u>Johanne</u> Wilhelmine Henriette, * 1875, 1924 verh. Diekjobst in Detmold


• Friederike Wilhelmine (Frieda), * 1877, 1924 verh. Fillies a. d. Breitenheide
• Friederike Wilhelmine (<u>Frieda</u>), * 1877, 1924 verh. Fillies a. d. Breitenheide


• Gustav, * 1879
• Gustav, * 1879