Kirchweg 17 (Heiligenkirchen): Unterschied zwischen den Versionen

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'''Ev.-ref. Kirche Heiligenkirchen'''
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|Straße=Kirchweg (Heiligenkirchen)
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===Bauphasen===
===Bauphasen===


[[Datei:DT-Hk Kirche-Bauphasen.jpg|thumb|Kirche Heiligenkirchen, Bauphasen, Zeichnung: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:Hk-Kirche_Baualtersplan 880–1950.jpg|thumb|Kirche Heiligenkirchen, Baualtersplan, Zeichnung: Joachim Kleinmanns]]


[[Datei:DT-Hk KircheaußenJK2017.jpg|thumb|Kirche Heiligenkirche, Ansicht von Südosten, 2017, Foto: Joachim Kleinmanns]]
[[Datei:DT-Hk KircheaußenJK2017.jpg|thumb|Kirche Heiligenkirche, Ansicht von Südosten, 2017, Foto: Joachim Kleinmanns]]
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In der Eversteinischen Fehde (1403–1407) wurde die Kirche beschädigt, <ref>{{WendtAmt1965}}, S. 12.</ref> nicht jedoch 40 Jahre später in der Soester Felde, wie Pustkuchens Bericht über Heiligenkirchen wiedergibt: "Es ist hier schon anno 1447, da die von dem Erzbischof zu Cöln in das Land erlassenen Böhmen und Polacken die Grafschaft verheerten, eine Kirche gewesen, welche wie die zu Meyenberg durch die Fürbitte des Horn’schen Magistrats unbeschädigt geblieben ist." <ref>Lippische Regesten III, 2061.</ref><ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 413.</ref>
In der Eversteinischen Fehde (1403–1407) wurde die Kirche beschädigt, <ref>{{WendtAmt1965}}, S. 12.</ref> nicht jedoch 40 Jahre später in der Soester Felde, wie Pustkuchens Bericht über Heiligenkirchen wiedergibt: "Es ist hier schon anno 1447, da die von dem Erzbischof zu Cöln in das Land erlassenen Böhmen und Polacken die Grafschaft verheerten, eine Kirche gewesen, welche wie die zu Meyenberg durch die Fürbitte des Horn’schen Magistrats unbeschädigt geblieben ist." <ref>Lippische Regesten III, 2061.</ref><ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, S. 413.</ref>


Eine weitere Vergrößerung erfolgte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Vielleicht steht die bis zu einer Renovierung 1863 über dem Südportal eingemauerte Inschrifttafel "A°m°cccc°lvvij[…]a" (Anno 1462) damit in Zusammenhang. Die Inschrift ist uns über eine Zeichnung von Emil Zeiß aus dem Jahr 1860, nicht jedoch im Original überliefert.  
Eine weitere Vergrößerung erfolgte 1420 [d]. Die bis zu einer Renovierung 1863 über dem Südportal eingemauerte Inschrifttafel "A°m°cccc°lvvij[…]a" (Anno 1462) steht damit kaum in Zusammenhang. Die Inschrift ist uns über eine Zeichnung von Emil Zeiß aus dem Jahr 1860, nicht jedoch im Original überliefert.  


Der romanische Rechteckchor wurde abgebrochen und durch einen größeren, den heute noch vorhandenen ersetzt. Auch dieser erhielt eine rechtwinklige Grundform, griff aber nach Süden und Osten über die vorherigen Grenzen hinaus. An der Nordseite des Chors ist eine gerahmte Sakramentsnische erhalten, die ursprünglich mit einer Gittertür verschlossen war. Hier wurden in vorreformatorischer Zeit die geweihten, nicht zur Kommunion verwendeten Hostien verwahrt, die u. a. als Sterbe-Sakrament dienen konnten. Der Chor erhielt an allen drei Außenwänden zweibahnige Maßwerkfenster und wurde mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt. Wohl um den Raumeindruck zu vereinheitlichen, wurde zugleich auch das Langhaus mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Nur das erst ein Jahrhundert alte Kreuzgratgewölbe des südlichen Seitenschiffs mochte man nicht abbrechen, sondern behalf sich hier mit aufgemalten Rippen und Schlusssteinen. Im Langhaus zeigt der westliche Schlussstein einen Christuskopf, der östliche wie auch im Chor eine lippische Rose. Linde hat vermutet, dass die lippischen Rosen sich auf Bernhard VII. zur Lippe (gest. 1511) als Patronatsherren und seinen Bruder, den Paderborner Bischof Simon zur Lippe (gest. 1498), beziehen könnten.<ref> {{LindeKirche2015}}, S. 9</ref> Dann wäre die Einwölbung erst nach Simons Amtseinführung, welche 1463 erfolgte, zu vermuten.
Der romanische Rechteckchor wurde abgebrochen und durch einen größeren, den heute noch vorhandenen ersetzt. Auch dieser erhielt eine rechtwinklige Grundform, griff aber nach Süden und Osten über die vorherigen Grenzen hinaus. An der Nordseite des Chors ist eine gerahmte Sakramentsnische erhalten, die ursprünglich mit einer Gittertür verschlossen war. Hier wurden in vorreformatorischer Zeit die geweihten, nicht zur Kommunion verwendeten Hostien verwahrt, die u. a. als Sterbe-Sakrament dienen konnten. Der Chor erhielt an allen drei Außenwänden zweibahnige Maßwerkfenster und wurde mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt. Wohl um den Raumeindruck zu vereinheitlichen, wurde zugleich auch das Langhaus mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Nur das erst ein Jahrhundert alte Kreuzgratgewölbe des südlichen Seitenschiffs mochte man nicht abbrechen, sondern behalf sich hier mit aufgemalten Rippen und Schlusssteinen. Im Langhaus zeigt der westliche Schlussstein einen Christuskopf, der östliche wie auch im Chor eine lippische Rose. Linde hat vermutet, dass die lippischen Rosen sich auf Bernhard VII. zur Lippe (gest. 1511) als Patronatsherren und seinen Bruder, den Paderborner Bischof Simon zur Lippe (gest. 1498), beziehen könnten.<ref> {{LindeKirche2015}}, S. 9</ref> Dann wäre die Einwölbung erst nach Simons Amtseinführung, welche 1463 erfolgte, zu vermuten.
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[[Kategorie:Kirchweg (Heiligenkirchen)]]  [[Kategorie:Ferdinand Merckel]]
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