Hindenburgstraße 30 (Hiddesen): Unterschied zwischen den Versionen
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1912 für den Hofstaatssekretär Friedrich Beermann errichtet. "Der Entwurf ist dem für das Wohnhaus am [[Ehrenbergweg 24 (Hiddesen)|Ehrenbergweg 24]] ähnlich, weshalb auch hier als Planverfasser der Bremer Architekt Dietrich Bollmann angenommen werden darf."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref> | 1912 für den Hofstaatssekretär Friedrich Beermann, Sohn des Hiddeser Wegeaufsehers Friedrich Beermann,<ref>Lippische Landes-Zeitung 149. Jg. Nr. 97 (27.4.1916).</ref> errichtet. "Der Entwurf ist dem für das Wohnhaus am [[Ehrenbergweg 24 (Hiddesen)|Ehrenbergweg 24]] ähnlich, weshalb auch hier als Planverfasser der Bremer Architekt Dietrich Bollmann angenommen werden darf."<ref>Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.</ref> | ||
Beermann lebte bis zum 30.9.1912 mit Ehefrau Johanne und den Töchtern Else und Elfriede in Detmold im [[Rosental 21 (Detmold)|Offiziantengebäude]] und bis zum 6.5.1904 im Bedientengebäude in der [[Georg-Weerth-Straße 4–6 (Detmold)|Georg-Weerth-Straße 6]].<ref>StA Detmold, Meldekartei.</ref> | |||
Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 31.3.2009, Nr. A646. | Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 31.3.2009, Nr. A646. | ||
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||
1912 Friedrich Beermann, Hofstaatssekretär. | * 1912 Friedrich Beermann (* 12.7.1865, † 22.12.1922), Hofstaatssekretär, zuletzt Hofrechnungsrat.<ref>Traueranzeige in der Lippischen Landes-Zeitung, 156. Jg. Nr. 303 (24.12.1922).</ref> mit Ehefrau Johanne (* 14.6.1868) und den Töchtern Else (* 17.1.1894) und Elfriede (* 5.10.1895).<ref>StA Detmold, Meldekartei.</ref> Vorherige Wohnungen siehe oben. | ||
20.10.1893 Heirat des Fürstlichen Lakais <u>Friedrich</u> Simon August Beermann (12.7.1865 in Hiddesen), wohnhaft in Detmold, Sohn des Wegeaufsehers und Colons Conrad Christian Friedrich Beermann (Colon Plöger) und der Wilhelmine Henriette Franziska geb. Mellies aus Hiddesen, wohnhaft [[Hindenburgstraße 36 (Hiddesen)|Hiddesen Nr. 41]], mit Henriette Caroline <u>Johanne</u> Schmidt (* 14.6.1868 in Detmold), wohnhaft Detmold, [[Meierstraße 1 (Detmold)|Meierstraße 1]], ehel. Tochter des verstorbenen Wegeaufsehers Franz Heinrich Bernhard Schmidt hieselbst und dessen Ehefrau Charlotte Justine Elisabeth, geb. Ehlebracht, wohnhaft zu Detmold, Meierstraße. Trauzeugen Brüder der Braut: der Kutscher Franz Schmidt, 25 Jahre alt, aus Detmold, und der Kutscher Heinrich Schmidt, 31 Jahre alt, aus Barmen.<ref> Eheschließung Beermann-Schmidt Standesamt Detmold-Stadt Nr. 57-1893 (DT Standesämter Nr. 155).</ref> <ref>Lippische Landes-Zeitung Nr. 263 (9.11.1893).</ref> | |||
23.4.1915 Heirat <u>Elfriede</u> Charlotte Caroline Elisabeth Beermann (*5.10.1995 in Detmold, † im Mai 1926), wohnhaft in Hiddesen/Landhaus Teut (Nr. 228), mit dem Kaiserlichen Konsulatssekretär <u>Karl</u> Josef Menne (* 22.4.1884 in Nieheim, † 8.4.1951 in Gütersloh), wohnhaft in Kopenhagen, zwei Nachkommen:<ref>Eheschließung Beermann-Menne Standesamt Detmold-Land Nr. 13-1915 (DT Standesämter Nr. 565); Hiddeser Meldekartei Johanna Beermann (Stadtarchiv Detmold, DT MK Nr. 153).</ref> Nachkommen: 14.4.1918 in Berlin eine Tochter; 17.6.1919 in Berlin ein Sohn Fritz Carl Joseph. Carl Menne, Beruf Konsul, war am 17.10.1947 aus Peking/China nach Hiddesen zurückgekehrt, seine Frau bereits am 9.10.1947.<ref>Hiddeser Meldekartei Carl Menne (Stadtarchiv Detmold, DT MK Nr. 176).</ref> | |||
Else hatte sich am 17.1.1917 mit dem Dipl.-Ing. Otto Custodis verlobt.<ref>Anzeige in Kölnische Zeitung, 17.1.1917.</ref> Otto Custodis, * 17.4.1880 in Heppenheim, wohnhaft Essen, laut Verlobungsanzeige Leutnant der Reserve u. derzeit. Kämpf. im Königl. bayr. Infanterie-Regiment Nr. 13. Custodis fiel am 27. April 1917.<ref>Verlustlisten des Ersten Weltkriegs, Armee-Verordnungsblatt, 1437. Ausgabe, Verlustlisten vom 27. April 1917.</ref> Sie heiratete 1922 den Studienassessor, seit 1922 Studienrat [[https://lippelex.de/index.php?title=Bernard,_Wilhelm_(w_1921-1956) Wilhelm Bernard]]. Verlobung war angezeigt in der Lippischen Tageszeitung vom 4.10.1921.<ref>[https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/19926651?query=%22wilhelm%20bernard%22 Verlobungsanzeige]</ref> Wilhelm Bernard wohnte Ende 1921 in der [[Grabenstraße 6 (Detmold)]].<ref> Lippische Tageszeitung, 26 Jg. Nr. 301 (22.12.1921).</ref> | |||
* ab 22.12.1922 Witwe Johanne Beermann geb. Schmidt. Tochter Elfriede war zu diesem Zeitpunkt bereits mit Carl Menne verheiratet, Else mit Wilhelm Bernard.<ref>Traueranzeige in der Lippischen Landes-Zeitung, 156. Jg. Nr. 303 (24.12.1922).</ref> | |||
1926 | * 1926 Beermann, Witwe; Bernardt (richtig: Bernard), Studienrat (Schwiegersohn von Johanne Beermann).<ref>{{LippeAdressbuch1926}}.</ref> | ||
==Literatur== | ==Literatur== | ||
Aktuelle Version vom 7. Mai 2026, 09:03 Uhr
| Hindenburgstraße 30 (Hiddesen) | |
|---|---|
| Ortsteil | Hiddesen |
| Straße | Hindenburgstraße (Hiddesen) |
| Hausnummer | 30 |
| Karte | |
| Adressbuch von 1901 | Nein |
1912 gegründete Hausstätte.[1] Hiddesen Nr. 228, "Landhaus Teut".
Geschichte
1912 für den Hofstaatssekretär Friedrich Beermann, Sohn des Hiddeser Wegeaufsehers Friedrich Beermann,[2] errichtet. "Der Entwurf ist dem für das Wohnhaus am Ehrenbergweg 24 ähnlich, weshalb auch hier als Planverfasser der Bremer Architekt Dietrich Bollmann angenommen werden darf."[3]
Beermann lebte bis zum 30.9.1912 mit Ehefrau Johanne und den Töchtern Else und Elfriede in Detmold im Offiziantengebäude und bis zum 6.5.1904 im Bedientengebäude in der Georg-Weerth-Straße 6.[4]
Als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Detmold am 31.3.2009, Nr. A646.
Gebäude

Eingeschossiger, vollunterkellerte Mauerwerksbau mit Putzfassaden, traufständig, hoher Hausteinsockel, Satteldach. Die Mittelachse der Straßenfassade im Erdgeschoss durch einen Altan mit leicht geknickter Front und konvexer Brüstung und im Dachgeschoss durch eine eingezogene Loggia mit Mansardgiebel in Fachwerk betont. Tür und Oberlicht zur Loggia durch geschweifte und gerade Ziersprossen gegliedert. Zwei Dreiecksgauben mit leicht geschweiftem Ortgang und Sprossenfenstern beidseitig der Loggia. Dachdeckung straßenseitig mit roten Biberschwanzziegeln, rückwärtig einschließlich der breiten sechsfenstrigen Dachgaube mit roten Ziegelhohlpfannen. In der Erdgeschossfassade zur Straße zweiflügelige Fenster mit Kreuzsprossen und rautenförmig gesetzten Ziersprossen in den Oberlichtern sowie Holzklappläden. Ovalfenster in den Giebelspitzen. Auf der Fenstersturzzone des Altans Inschrift „Landhaus Teut“. Kellerfenster mit Eisengittern. Mittig vor dem Südwestgiebel Eingangsvorbau mit drei kräftigen Säulen auf hohem Sockel, 11-stufige Freitreppe aus Terrazzoblockstufen. Terrazzoboden mit mehrfarbigem Fries. Zwischen den Säulen jeweils 6-teilige Fenster mit musivischer Glasmalerei der Fa. J. SEHRBUNT & Co. BIELEFELD. In den Brüstungen der Freitreppe und des Freisitzes sowie der Loggia hochovale Öffnungen mit geschweiften Eisenstäben. Profilierte Eichenholz-Haustür mit einer großen Füllung und mehrfach geschweiftem Glasausschnitt, dessen Ränder mit Facettenschliff, Oberlicht mit gekreuzten und geschweifte Sprossen. Flachdach des Vorbaus begehbar mit massiver Brüstung. Vor dem Nordostgiebel aus der Mitte verschoben ein massiver und reich befensterter Wintergartenanbau mit Walmdach in Biberschwanzdeckung. Die zwei- bzw. dreiflügelige Fenster in unterschiedlichen Breiten mit Kreuzsprossenoberlichtern. Die nordwestliche Dachfläche läuft in einen Fußwalm aus, der das giebelseitig vorgezogene Eckzimmer überdacht. An der Rückseite Terrasse, Veranda und Garage mit Freisitz. Im Inneren die Raumkonzeption nahezu unverändert, ebenso die Ausstattung: Böden, Türen, Fenster, Decken mit Vouten und Stuck, Speisenaufzug zur Küche im Keller, gusseiserne Heizkörper, Wandfliesen, Treppen. Vorgarten zur Straße durch eine niedrige Mauer mit verputzten Pfeilern und Holzstaket eingefriedet, zweiflügeliges Gartentor.[5]
Inschriften
Im Fenstersturz des Altans "Landhaus Teut".
Eigentümer*innen, Bewohner*innen
- 1912 Friedrich Beermann (* 12.7.1865, † 22.12.1922), Hofstaatssekretär, zuletzt Hofrechnungsrat.[6] mit Ehefrau Johanne (* 14.6.1868) und den Töchtern Else (* 17.1.1894) und Elfriede (* 5.10.1895).[7] Vorherige Wohnungen siehe oben.
20.10.1893 Heirat des Fürstlichen Lakais Friedrich Simon August Beermann (12.7.1865 in Hiddesen), wohnhaft in Detmold, Sohn des Wegeaufsehers und Colons Conrad Christian Friedrich Beermann (Colon Plöger) und der Wilhelmine Henriette Franziska geb. Mellies aus Hiddesen, wohnhaft Hiddesen Nr. 41, mit Henriette Caroline Johanne Schmidt (* 14.6.1868 in Detmold), wohnhaft Detmold, Meierstraße 1, ehel. Tochter des verstorbenen Wegeaufsehers Franz Heinrich Bernhard Schmidt hieselbst und dessen Ehefrau Charlotte Justine Elisabeth, geb. Ehlebracht, wohnhaft zu Detmold, Meierstraße. Trauzeugen Brüder der Braut: der Kutscher Franz Schmidt, 25 Jahre alt, aus Detmold, und der Kutscher Heinrich Schmidt, 31 Jahre alt, aus Barmen.[8] [9]
23.4.1915 Heirat Elfriede Charlotte Caroline Elisabeth Beermann (*5.10.1995 in Detmold, † im Mai 1926), wohnhaft in Hiddesen/Landhaus Teut (Nr. 228), mit dem Kaiserlichen Konsulatssekretär Karl Josef Menne (* 22.4.1884 in Nieheim, † 8.4.1951 in Gütersloh), wohnhaft in Kopenhagen, zwei Nachkommen:[10] Nachkommen: 14.4.1918 in Berlin eine Tochter; 17.6.1919 in Berlin ein Sohn Fritz Carl Joseph. Carl Menne, Beruf Konsul, war am 17.10.1947 aus Peking/China nach Hiddesen zurückgekehrt, seine Frau bereits am 9.10.1947.[11]
Else hatte sich am 17.1.1917 mit dem Dipl.-Ing. Otto Custodis verlobt.[12] Otto Custodis, * 17.4.1880 in Heppenheim, wohnhaft Essen, laut Verlobungsanzeige Leutnant der Reserve u. derzeit. Kämpf. im Königl. bayr. Infanterie-Regiment Nr. 13. Custodis fiel am 27. April 1917.[13] Sie heiratete 1922 den Studienassessor, seit 1922 Studienrat [Wilhelm Bernard]. Verlobung war angezeigt in der Lippischen Tageszeitung vom 4.10.1921.[14] Wilhelm Bernard wohnte Ende 1921 in der Grabenstraße 6 (Detmold).[15]
- ab 22.12.1922 Witwe Johanne Beermann geb. Schmidt. Tochter Elfriede war zu diesem Zeitpunkt bereits mit Carl Menne verheiratet, Else mit Wilhelm Bernard.[16]
- 1926 Beermann, Witwe; Bernardt (richtig: Bernard), Studienrat (Schwiegersohn von Johanne Beermann).[17]
Literatur
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
- ↑ Lippische Landes-Zeitung 149. Jg. Nr. 97 (27.4.1916).
- ↑ Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
- ↑ StA Detmold, Meldekartei.
- ↑ Stadt Detmold, Untere Denkmalbehörde, Denkmalkartei.
- ↑ Traueranzeige in der Lippischen Landes-Zeitung, 156. Jg. Nr. 303 (24.12.1922).
- ↑ StA Detmold, Meldekartei.
- ↑ Eheschließung Beermann-Schmidt Standesamt Detmold-Stadt Nr. 57-1893 (DT Standesämter Nr. 155).
- ↑ Lippische Landes-Zeitung Nr. 263 (9.11.1893).
- ↑ Eheschließung Beermann-Menne Standesamt Detmold-Land Nr. 13-1915 (DT Standesämter Nr. 565); Hiddeser Meldekartei Johanna Beermann (Stadtarchiv Detmold, DT MK Nr. 153).
- ↑ Hiddeser Meldekartei Carl Menne (Stadtarchiv Detmold, DT MK Nr. 176).
- ↑ Anzeige in Kölnische Zeitung, 17.1.1917.
- ↑ Verlustlisten des Ersten Weltkriegs, Armee-Verordnungsblatt, 1437. Ausgabe, Verlustlisten vom 27. April 1917.
- ↑ Verlobungsanzeige
- ↑ Lippische Tageszeitung, 26 Jg. Nr. 301 (22.12.1921).
- ↑ Traueranzeige in der Lippischen Landes-Zeitung, 156. Jg. Nr. 303 (24.12.1922).
- ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 18.11.2025 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 07.05.2026 von Joachim Kleinmanns