Hiddentruper Straße 11-13 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:1262 Urkunde Hörste LAV W B214u 00152.jpg|mini|Urkunde über den Verkauf der Höfe Hanning und Hilbrink im Jahre 1262, LAV W B 214u / Kloster Marienfeld, Nr. 152]]
[[Datei:1629 30 Unpflicht Hans Hanning und Trinecke Vos.jpg|mini|„Unpflicht“ (uneheliche Kindeszeugung) und folgende Eheschließung von Hans Hanning u. Trinecke Voß, 1629/30, LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 174, S. 34]]
Graf Otto III. von Ravensberg beurkundete 1262 als Lehnsherr den Verkauf von zwei Höfen  -  so genannten Mansen  -  in der ''villa Horste'', Kirchspiel Stapelage, seitens eines ''Gerhard Duvellescop'' an das Kloster Marienfeld.<ref>LAV W B 214u / Kloster Marienfeld, Nr. 152</ref> <ref>Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte, S. 408</ref>  Fachleute verstehen solche „Mansen“ als mittelgroße Höfe, so dass unter den Jahrhunderte später marienfeldischen Höfen in Hörste nur Hanning Nr. 6 und Hilbrink Nr. 7 als die 1262 verkauften in Frage kommen. Hier ist der Großkötterhof  Hanning (später Nr. 6) also  erstmals erwähnt worden  -  dies allerdings ohne Namensnennung.
Graf Otto III. von Ravensberg beurkundete 1262 als Lehnsherr den Verkauf von zwei Höfen  -  so genannten Mansen  -  in der ''villa Horste'', Kirchspiel Stapelage, seitens eines ''Gerhard Duvellescop'' an das Kloster Marienfeld.<ref>LAV W B 214u / Kloster Marienfeld, Nr. 152</ref> <ref>Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte, S. 408</ref>  Fachleute verstehen solche „Mansen“ als mittelgroße Höfe, so dass unter den Jahrhunderte später marienfeldischen Höfen in Hörste nur Hanning Nr. 6 und Hilbrink Nr. 7 als die 1262 verkauften in Frage kommen. Hier ist der Großkötterhof  Hanning (später Nr. 6) also  erstmals erwähnt worden  -  dies allerdings ohne Namensnennung.


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In der Volkszählung Mitte 1609 werden uns die Menschen auf dem Hof vorgestellt  -  der Kötter ''Hanningh'' (Curt Hanning) mit Frau, 1 Sohn, 1 Tochter, 3 Kleinkinder(n), 1 Knecht. Der Kötter bzw. der Hof ist zu dieser Zeit ''ziemblich vermugens''. Die ebenfalls auf dem Hof lebende ''Leibzüchtersche'' mit ''1 dochter'' und 2 Kleinkindern ist dagegen arm.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z, Nr. 1424, S. 131</ref>
In der Volkszählung Mitte 1609 werden uns die Menschen auf dem Hof vorgestellt  -  der Kötter ''Hanningh'' (Curt Hanning) mit Frau, 1 Sohn, 1 Tochter, 3 Kleinkinder(n), 1 Knecht. Der Kötter bzw. der Hof ist zu dieser Zeit ''ziemblich vermugens''. Die ebenfalls auf dem Hof lebende ''Leibzüchtersche'' mit ''1 dochter'' und 2 Kleinkindern ist dagegen arm.<ref>LAV NRW OWL, L 92 Z, Nr. 1424, S. 131</ref>
   
   
Wohl der Sohn -  ggfs. auch eines der genannten Kleinkinder  -  ist Hans Hanning, der 1629 Trinecke Voß aus Wellentrup schwängert und heiratet<ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 174, S. 34</ref> und alsbald seinem Vater als Kötter folgt. Diese Eheleute haben Glück in mehrfacher Hinsicht: Eine offenbar stabile Gesundheit ermöglicht ihnen eine extrem lange Schaffenszeit von 45 Jahren als Kötterpaar auf dem Hof, so dass sie erst 1676 gemeinsam dem Kloster Marienfeld, ihrem Grundherrn, die Hofübergabe an ihren Sohn Bartold und dessen Ehefrau Anna Margarethe berichten.<ref>LAV W B 214 / Kloster Marienfeld / Akten, Nr. 1 - 16i, fol. 47r</ref>  Des Weiteren übersteht ihr Haus den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet  -  es bleibt noch Jahrhunderte (bis 1981) erhalten. Unverhofftes Glück kommt schließlich hinzu: In den allgemein sehr schweren Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg verstirbt Cord Voß, ein Bruder von Trinecke Voß, 1669 kinderlos in Amsterdam. Er hat dort lange gelebt und ist zu beachtlichem Wohlstand gekommen. Trinecke Voß und ihre anderen Brüder, u. a. der Kötter auf dem Hof Voß in Wellentrup, erben das Vermögen ihres verstorbenen Bruders  -  jeweils mehrere Hundert Taler. Diese Erbschaft ermöglicht den Bau eines Hauses auf dem Hof Hanning.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 9 N 63, Bl. 4</ref>
Wohl der Sohn -  ggfs. auch eines der genannten Kleinkinder  -  ist Hans Hanning, der 1629 Trinecke Voß aus Wellentrup schwängert und heiratet <ref>LAV NRW OWL, L 89 A, Nr. 174, S. 34</ref> und alsbald seinem Vater als Kötter folgt. Diese Eheleute haben Glück in mehrfacher Hinsicht: Eine offenbar stabile Gesundheit ermöglicht ihnen eine extrem lange Schaffenszeit von 45 Jahren als Kötterpaar auf dem Hof, so dass sie erst 1676 gemeinsam dem Kloster Marienfeld, ihrem Grundherrn, die Hofübergabe an ihren Sohn Bartold und dessen Ehefrau Anna Margarethe Löwe berichten.<ref>LAV W B 214 / Kloster Marienfeld / Akten, Nr. 1 - 16i, fol. 47r</ref>  Des Weiteren übersteht ihr Haus den Dreißigjährigen Krieg unbeschadet  -  es bleibt noch Jahrhunderte (bis 1981) erhalten. Unverhofftes Glück kommt schließlich hinzu: In den allgemein sehr schweren Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg verstirbt Cord Voß, ein Bruder von Trinecke Voß, 1669 kinderlos in Amsterdam. Er hat dort lange gelebt und ist zu beachtlichem Wohlstand gekommen. Trinecke Voß und ihre anderen Brüder, u. a. der Kötter auf dem Hof Voß in Wellentrup, erben das Vermögen ihres verstorbenen Bruders  -  jeweils mehrere Hundert Taler. Diese Erbschaft ermöglicht den Bau eines Hauses auf dem Hof Hanning.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 9 N 63, Bl. 4</ref>
   
   
Während der 1676 antretende Kötter Bartold Hanning nur eine (bereits verstorbene) Schwester hatte, die bei ihrer Eheschließung 1655 mit 120 Talern und Vieh abgefunden wurde<ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 133, S. 550</ref>, wird die Aussteuerung in der übernächsten und weiteren Generationen mit einer größeren Kinderzahl teuer und für den Hof belastend. Mindestens sieben der acht Kinder des ab 1715 den Hof bewirtschaftenden Ehepaares Hans Bartold Hanning und Anna Elisabeth Hartwig überleben  -  was eigentlich ein großes Glück ist. Die meisten davon erwarten und erhalten jedoch in den 1740er und 1750er Jahren einen Brautschatz von Hundert und mehr Talern, wenn sie den Hof mit ihrer Eheschließung verlassen.
Während der 1676 antretende Kötter Bartold Hanning nur eine (bereits verstorbene) Schwester hatte, die bei ihrer Eheschließung 1655 mit 120 Talern und Vieh abgefunden wurde <ref>LAV NRW OWL, L 108 A Nr. 133, S. 550</ref>, wird die Aussteuerung in der übernächsten und weiteren Generationen mit einer größeren Kinderzahl teuer und für den Hof belastend. Mindestens sieben der acht Kinder des ab 1715 den Hof bewirtschaftenden Ehepaares Hans Bartold Hanning und Anna Elisabeth Hartwig überleben  -  was eigentlich ein großes Glück ist. Die meisten davon erwarten und erhalten jedoch in den 1740er und 1750er Jahren einen Brautschatz von Hundert und mehr Talern, wenn sie den Hof mit ihrer Eheschließung verlassen.
   
   
So verflüchtigt sich der einstige Wohlstand mehr und mehr. Hatte es im Schuldenkataster von 1683 noch geheißen: ''Berthold Hanning ist nichts schüldig und hatt nichts sonderliches zu fordern  .  .  .'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 104</ref>, bleibt sein Enkel Johann Berend Hanning 1769 die Contribution schuldig und bittet um Zahlungsaufschub bis nach der Ernte sowie um Herausgabe von zwei gepfändeten Kühen.<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> 1775 hat eine ähnliche Situation noch krassere Folgen: Im Januar schießt Straßenkötter Griemert aus Pivitsheide dem Colon Hanning 30 Taler (rückständige) Contribution bis nach der Ernte vor; er verlangt dafür die Erträge dreier Ackerstücke als Pfand. Hanning kann auch im August nicht zahlen, woraufhin der gemähte und aufgerichtete Roggen zwangsverkauft wird.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 11 J 246, Bl. 8f</ref>
So verflüchtigt sich der einstige Wohlstand mehr und mehr. Hatte es im Schuldenkataster von 1683 noch geheißen: ''Berthold Hanning ist nichts schüldig und hatt nichts sonderliches zu fordern  .  .  .'' <ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 104</ref>, bleibt sein Enkel Johann Berend Hanning 1769 die Contribution schuldig und bittet um Zahlungsaufschub bis nach der Ernte sowie um Herausgabe von zwei gepfändeten Kühen.<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref> 1775 hat eine ähnliche Situation noch krassere Folgen: Im Januar schießt Straßenkötter Griemert aus Pivitsheide dem Colon Hanning 30 Taler (rückständige) Contribution bis nach der Ernte vor; er verlangt dafür die Erträge dreier Ackerstücke als Pfand. Hanning kann auch im August nicht zahlen, woraufhin der gemähte und aufgerichtete Roggen zwangsverkauft wird.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A Nr. 11 J 246, Bl. 8f</ref>
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Auch sonst wird Abenteuerliches und Absonderliches von dem Hof Hanning in Hörste berichtet. Im Oktober 1715 eskaliert die Hochzeitsfeier des Anerben/jungen Kötters Hans Bartold Hanning: ''Ex officio wirdt angezeiget, als Hanning zu Hörste Hochzeit gehalten, daß nachgesetzte Hochzeitsgäste sich untereinander grausamb geschlagen, sogar daß einige auff den Todt gelegen, und mit Pistollen und Flinten in das Hauß geschoßen, dadurch gar leicht eine Feüers Brunst und großes Unglück hette entstehen können, ist also dießer Excehs zu bestraffen. Die Combattanten seÿn  .  .  .'' <ref>LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 182, S. 266/267</ref>
Auch sonst wird Abenteuerliches und Absonderliches von dem Hof Hanning in Hörste berichtet. Im Oktober 1715 eskaliert die Hochzeitsfeier des Anerben/jungen Kötters Hans Bartold Hanning: ''Ex officio wirdt angezeiget, als Hanning zu Hörste Hochzeit gehalten, daß nachgesetzte Hochzeitsgäste sich untereinander grausamb geschlagen, sogar daß einige auff den Todt gelegen, und mit Pistollen und Flinten in das Hauß geschoßen, dadurch gar leicht eine Feüers Brunst und großes Unglück hette entstehen können, ist also dießer Excehs zu bestraffen. Die Combattanten seÿn  .  .  .'' <ref>LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 182, S. 266/267</ref>
   
   
Eine Kriminalakte aus dem Jahre 1772 trägt den Titel: ''Acta von einen besonderen Vorfall wegen eines beÿ dem Coloni Hanning zu Hörste unter dem Dache eines alten Backhauses vorgefundenen ausgetrockneten Menschen Fußes''<ref>LAV NRW OWL, L 86 Nr. 1392 a</ref>  Es ist ein rechter Fuß, und alle Zehen sind noch dran. Verschiedene Verhöre werden angestellt, danach soll vor langer Zeit ''auf dem Colonate ein Mann gewohnet, der allerhand wunderliche Curen am Menschen und Vieh unternommen''  .  .  .  der Sachverhalt kann letztlich nicht aufgeklärt werden.
Eine Kriminalakte aus dem Jahre 1772 trägt den Titel: ''Acta von einen besonderen Vorfall wegen eines beÿ dem Coloni Hanning zu Hörste unter dem Dache eines alten Backhauses vorgefundenen ausgetrockneten Menschen Fußes'' <ref>LAV NRW OWL, L 86 Nr. 1392 a</ref>  Es ist ein rechter Fuß, und alle Zehen sind noch dran. Verschiedene Verhöre werden angestellt, danach soll vor langer Zeit ''auf dem Colonate ein Mann gewohnet, der allerhand wunderliche Curen am Menschen und Vieh unternommen''  .  .  .  der Sachverhalt kann letztlich nicht aufgeklärt werden.
 
[[Datei:1882 Anzeige Kolonatsverkauf.jpg|mini|Insertion/Bekanntmachung „Kolonats-Verkauf“ in der Lippischen Landeszeitung, 1882]]
[[Datei:1914 Tod Fritz Meier klein.jpg|mini|Todesanzeige Fritz Meier, Hörste, Lipp. Landeszeitung, Juli 1914]]
[[Datei:Hörste 1914.jpg|mini|Gebäudegrundrisse in Hörste, 1914, LAV NRW OWL, L 80.22 Nr. 453]]
[[Datei:1981 Abbruch Hanning Nr. 6 farbig.jpg|mini|Abbruch des alten Bauernhauses Hanning/Meier/Brokmann, ehemals Hörste Nr. 6, 1981, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:1981 Abbruch sw.jpg|mini|Abbruch des alten Bauernhauses Hanning/Meier/Brokmann, ehemals Hörste Nr. 6, 1981, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Hidd Str. 11.jpg|mini|Heutiges Grundstück Hidd. Str. 11 markiert auf Flurkarte mit alten Gebäudegrundrissen (Wohnhaus u. Backhaus Hörste Nr. 6), 1980, D 23 B Detmold, Lage Bl. 3299 III, S. 272]]
[[Datei:2024 Hörste Einmündung.jpg|mini|Hörste: Häuser Hiddentruper Straße (von links) Nr. 11, Nr. 13, Nr. 15; 2024, Foto: Dr. Horst Wissbrock]]
Mit dem frühen Tod des jungen Kötters Töns Christoph Hanning (1795 – 1828) und seines einjährigen Sohnes stirbt die bis dahin auf dem Hof sitzende Familie 1828 aus; für den daraufhin einheiratenden Justus Franziskus Emilius Lüking aus Greste und auch seinen nachfolgenden Sohn August(us Franziskus) ist die emotionale Bindung an den Hof gemäß dem Motto „Ererbtes bewahren“ möglicherweise schwächer, so dass es 50 Jahre später zum Verkauf und damit zur „Zerschlagung“ des uralten Hofes Hanning kommen wird.
Mit dem frühen Tod des jungen Kötters Töns Christoph Hanning (1795 – 1828) und seines einjährigen Sohnes stirbt die bis dahin auf dem Hof sitzende Familie 1828 aus; für den daraufhin einheiratenden Justus Franziskus Emilius Lüking aus Greste und auch seinen nachfolgenden Sohn August(us Franziskus) ist die emotionale Bindung an den Hof gemäß dem Motto „Ererbtes bewahren“ möglicherweise schwächer, so dass es 50 Jahre später zum Verkauf und damit zur „Zerschlagung“ des uralten Hofes Hanning kommen wird.


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Dann aber kommt es  -  zehn Jahre, nachdem der junge August Hanning geheiratet und 1865 den Hof  übernommen hat  -  zu Veränderungen anderer Dimension: ''Der Colon August Hanning Nr. 6 in Hörste ist aus familiären Rücksichten gezwungen worden, den Fluegelschen Hof zu Heesten Amts Horn anzukaufen, und dadurch in schwere Schuldenlast gerathen, zu deren Verminderung er sich entschlossen hat, einzelne Bestandtheile seines Colonats Nr. 6 in Hörste zu verkaufen.'' <ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 – Bd. XXV, 1.</ref> <ref>Die Akte „L 108 Horn Fach 4 Nr. 58 Bd. 3: Colonats- u. Grundstücksverkäufe in Heesten 1872 – 1879“ erschließt folgende Hintergründe: Colon Anton Flügel in Heesten Nr. 9,  58 Jahre alt und Schwiegervater von August Hanning, lässt sich im Frühjahr 1872 auf eine Immobilienspekulation ein. Er kauft mit einem Partner den Hof Heesten Nr. 6 für 15150 Taler, „wofür beide Käufer mit sämtlichem Vermögen haften.“ Zwei Monate später erkrankt er schwer, tritt seinen Hof incl. Schulden an seinen ältesten Sohn ab und verstirbt alsbald. Versuche im Herbst 1872 und wiederholt im Frühjahr 1873, den angekauften Hof Heesten Nr. 6 öffentlich meistbietend wieder zu verkaufen, scheitern wegen ungenügender Gebote. Daraufhin wird die „Zerschlagung“  (Einzelverkauf von Grundstücken) genehmigt. Der junge Colon August Flügel entzieht sich der Schuldenkrise durch Auswanderung nach Amerika. August Hanning aus Hörste und seine Frau Juliane Karoline Flügel kaufen daraufhin 1875 ihren elterlichen Hof Flügel Nr. 9 in Heesten, wodurch die Verschuldung und der Druck, seinen ererbten Hof Hörste Nr. 6 zu veräußern, entsteht.</ref>
Dann aber kommt es  -  zehn Jahre, nachdem der junge August Hanning geheiratet und 1865 den Hof  übernommen hat  -  zu Veränderungen anderer Dimension: ''Der Colon August Hanning Nr. 6 in Hörste ist aus familiären Rücksichten gezwungen worden, den Fluegelschen Hof zu Heesten Amts Horn anzukaufen, und dadurch in schwere Schuldenlast gerathen, zu deren Verminderung er sich entschlossen hat, einzelne Bestandtheile seines Colonats Nr. 6 in Hörste zu verkaufen.'' <ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 – Bd. XXV, 1.</ref> <ref>Die Akte „L 108 Horn Fach 4 Nr. 58 Bd. 3: Colonats- u. Grundstücksverkäufe in Heesten 1872 – 1879“ erschließt folgende Hintergründe: Colon Anton Flügel in Heesten Nr. 9,  58 Jahre alt und Schwiegervater von August Hanning, lässt sich im Frühjahr 1872 auf eine Immobilienspekulation ein. Er kauft mit einem Partner den Hof Heesten Nr. 6 für 15150 Taler, „wofür beide Käufer mit sämtlichem Vermögen haften.“ Zwei Monate später erkrankt er schwer, tritt seinen Hof incl. Schulden an seinen ältesten Sohn ab und verstirbt alsbald. Versuche im Herbst 1872 und wiederholt im Frühjahr 1873, den angekauften Hof Heesten Nr. 6 öffentlich meistbietend wieder zu verkaufen, scheitern wegen ungenügender Gebote. Daraufhin wird die „Zerschlagung“  (Einzelverkauf von Grundstücken) genehmigt. Der junge Colon August Flügel entzieht sich der Schuldenkrise durch Auswanderung nach Amerika. August Hanning aus Hörste und seine Frau Juliane Karoline Flügel kaufen daraufhin 1875 ihren elterlichen Hof Flügel Nr. 9 in Heesten, wodurch die Verschuldung und der Druck, seinen ererbten Hof Hörste Nr. 6 zu veräußern, entsteht.</ref>
 
Tüchtige Leute im Ort  -  ob Besitzer anderer Stätten/Höfe oder häufig Einlieger mit der Berufsangabe Ziegelmeister  -  können jetzt ein passendes Stück Land für einen nicht überhöhten Preis erwerben. Vorhandene Stätten werden erweitert/verbessert, die Neuwohnerstätten Wendt Nr. 71, Meyer Nr. 72, Klarholz Nr. 73, Koch Nr. 74, Riesenberg Nr. 76 entstehen. Bei dieser Art des Verkaufs verbleibt natürlich zunächst ein Rest; diesen incl. des Haupthauses erwirbt die Besitzerin des Nachbarhofes, Witwe Colona Sophie Hilbrink, Hörste Nr. 7, im Mai 1876 für 8 500 Taler = 25 500 Mark.
Tüchtige Leute im Ort  -  ob Besitzer anderer Stätten/Höfe oder häufig Einlieger mit der Berufsangabe Ziegelmeister  -  können jetzt ein passendes Stück Land für einen nicht überhöhten Preis erwerben. Vorhandene Stätten werden erweitert/verbessert, die Neuwohnerstätten Wendt Nr. 71, Meyer Nr. 72, Klarholz Nr. 73, Koch Nr. 74, Riesenberg Nr. 76 entstehen. Bei dieser Art des Verkaufs verbleibt natürlich zunächst ein Rest; diesen incl. des Haupthauses erwirbt die Besitzerin des Nachbarhofes, Witwe Colona Sophie Hilbrink, Hörste Nr. 7, im Mai 1876 für 8 500 Taler = 25 500 Mark.


Das geht einige Jahre gut, dann wird im März 1882 ein neues Problem offenbar: ''Curatel für die Witwe Colona Hilbrink No. 6 und 7 zu Hoerste.''<ref>LAV NRW OWL, D 23 Detmold Nr. 1245</ref> In der Akte heißt es: ''Die Witwe Colona Hilbrink No 6 und 7 zu Hörste ist als Verschwenderin durch Beschluß von heute entmündigt und kann ohne Genehmigung der ihr als Curatoren bestellten Colonen  .  .  . keine Schulden mehr contrahieren.  .  .  .''
Das geht einige Jahre scheinbar gut, dann wird im März 1882 ein neues Problem offenbar: ''Curatel für die Witwe Colona Hilbrink No. 6 und 7 zu Hoerste.''<ref>LAV NRW OWL, D 23 Detmold Nr. 1245</ref> In der Akte heißt es: ''Die Witwe Colona Hilbrink No 6 und 7 zu Hörste ist als Verschwenderin durch Beschluß von heute entmündigt und kann ohne Genehmigung der ihr als Curatoren bestellten Colonen  .  .  . keine Schulden mehr contrahieren.  .  .  .''
 
 
Drei Monate später strebt man eine Lösung des Problems an; in der Landeszeitung wird ein öffentlicher Termin ''im Ostmannschen Kruge zu Hörste'' am Freitag, den 14. Juli 1882 bekannt gemacht: ''Die Kuratoren der Witwe Hilbrink Nr. 6 und 7 in Hörste beabsichtigen, das früher angekaufte Hanningsche Kolonat Nr. 6 daselbst, bestehend aus einem Wohnhause, taxiert zu 7600 M, einem Backhause zu 1300 Mark, nebst 72 Schffls. Ackerland, 26 Schffls. Heideboden u. ca. 8 Schffls. Holzbestand  .  .  .  meistbietend zu verkaufen.''
Drei Monate später strebt man eine Lösung des Problems an; in der Landeszeitung wird ein öffentlicher Termin ''im Ostmannschen Kruge zu Hörste'' am Freitag, den 14. Juli 1882 bekannt gemacht: ''Die Kuratoren der Witwe Hilbrink Nr. 6 und 7 in Hörste beabsichtigen, das früher angekaufte Hanningsche Kolonat Nr. 6 daselbst, bestehend aus einem Wohnhause, taxiert zu 7600 M, einem Backhause zu 1300 Mark, nebst 72 Schffls. Ackerland, 26 Schffls. Heideboden u. ca. 8 Schffls. Holzbestand  .  .  .  meistbietend zu verkaufen.''


In diesem Termin erwirbt Isaak Hochfeld, Pferdehändler zu Lemgo und daneben häufiger in Immobiliengeschäften aktiv, das (ehemals Hanningsche) Kolonat Nr. 6. Hochfeld geht die weitere Filetierung des Besitzes systematisch an und verkauft im April 1883 Ackerflächen an die Colone Hanning Nr. 39, Hanning Nr. 48, Ostmann Nr. 14, Töns Wendt Nr. 21, Schulte Nr. 11 und Meier Nr. 41.<ref>LAV NRW OWL, D 23 Detmold Nr. 8239</ref>  Er findet bis Ende des Folgejahres auch Käufer für alle restlichen Teile des Hofes Hörste Nr. 6. Am 19. Dez. 1884 findet a. d. Schulteschen Colonate Hörste Nr. 11 ein weiterer Amtstermin statt<ref>LAV NRW OWL, D 23 Detmold Nr. 8249</ref>; hier werden verkauft
In diesem Termin erwirbt Isaak Hochfeld, Pferdehändler zu Lemgo und daneben häufiger in Immobiliengeschäften aktiv, das (ehemals Hanningsche) Kolonat Nr. 6. Hochfeld geht die weitere Filetierung des Besitzes systematisch an und verkauft im April 1883 Ackerflächen an die Colone Hanning Nr. 39, Hanning Nr. 48, Ostmann Nr. 14, Töns Wendt Nr. 21, Schulte Nr. 11 und Meier Nr. 41.<ref>LAV NRW OWL, D 23 Detmold Nr. 8239</ref>  Er findet bis Ende des Folgejahres auch Käufer für alle restlichen Teile des Hofes Hörste Nr. 6. Am 19. Dez. 1884 findet a. d. Schulteschen Colonate Hörste Nr. 11 ein weiterer Amtstermin statt <ref>LAV NRW OWL, D 23 Detmold Nr. 8249</ref>; hier werden verkauft


an Schulte Nr. 11 Grundstücke 2175 Mark
an Schulte Nr. 11 Grundstücke 2175 Mark,


an Hanning Nr. 39 Grundstücke 1280 Mark
an Hanning Nr. 39 Grundstücke 1280 Mark,


an Zimmermstr. Fritz Meier  Grundstücke (3,25 ha) incl. Wohnhaus + Backhaus
an Zimmermstr. Fritz Meier  Grundstücke (3,25 ha) incl. Wohnhaus + Backhaus
12000 Mark
12000 Mark,


an Fritz Hey, Bill. Nr. 29 Holzung 1900 Mark
an Fritz Hey, Bill. Nr. 29 Holzung 1900 Mark,


an Strate Nr. 20 Grundstücke 2400 Mark
an Strate Nr. 20 Grundstücke 2400 Mark.


Ab 1885 findet sich unter Hörste Nr. 6 also die Stätte des Zimmermeisters Friedrich Wilhelm (<u>Fritz</u>) Meier, bestehend aus dem Wohnhaus u. Backhaus des ehemaligen Hofes Hanning sowie 3,25 ha Land (im wesentlichen 2 ha Acker „Im Holland“ (östlich Hofstelle Gees) sowie Gärten, Wiese u. Hofraum). Die ehemalige Leibzucht Hanning dagegen wurde bereits 1871/72 abgebrochen, ihr Standort mit dem südlichen Drittel des Hofraumes dann an den Ziegelmeister Fritz Meier verkauft, der hier inzwischen das noch heute stehende Haus seiner Neuwohnerstätte Nr. 72 erbaut hat.
Ab 1885 findet sich unter Hörste Nr. 6 also die Stätte des Zimmermeisters Friedrich Wilhelm (<u>Fritz</u>) Meier, bestehend aus dem Wohnhaus u. Backhaus des ehemaligen Hofes Hanning sowie 3,25 ha Land (im wesentlichen 2 ha Acker „Im Holland“ (östlich Hofstelle Gees) sowie Gärten, Wiese u. Hofraum). Die ehemalige Leibzucht Hanning dagegen wurde bereits 1871/72 abgebrochen, ihr Standort mit dem südlichen Drittel des Hofraumes dann an den Ziegelmeister Fritz Meier verkauft, der hier inzwischen das noch heute stehende Haus seiner Neuwohnerstätte Nr. 72 erbaut hat.


Der aus Müssen stammende junge Zimmermeister Fritz Meier (1850 – 1914) wohnt seit Mitte 1882 als Einlieger im ehemals Hanningschen Haus Nr. 6. Er hat zu jener Zeit seine hochschwangere Braut geehelicht und eine Bleibe für seine junge Familie gesucht und zugleich eine Werkstatt für sein Gewerbe benötigt. Das für die verbliebene Landwirtschaft sicher überdimensionierte Haus wird also für seine Zwecke passend gewesen sein. Leute wie Fritz Meier wurden der Tradition folgend als Zimmermann/Zimmermeister bezeichnet, waren aber (gemessen an heutigen Berufsbildern) eher Bautischler, die i. d. R. alles bauten, was im ländlichen Bereich aus Holz gefertigt wurde, also gleichermaßen in der Werkstatt wie auf Baustellen tätig waren. Fritz Meier hat der familiären Überlieferung nach im Hause Hörste Nr. 6 über drei Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1914 einen Betrieb mit mehreren Gesellen geführt. Den zur Kaufpreisfinanzierung 1885 benötigten Kredit von 9000 Mark kann er bis 1907 vollständig tilgen, wie der Financier (1885 Major v. Rodewald in Detmold, 1907 zum General avanciert) bestätigt.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B Hörste Bd 4 Bl. 102</ref>
Der aus Müssen stammende junge Zimmermeister Fritz Meier (1850 – 1914) wohnt seit Mitte 1882 als Einlieger im ehemals Hanningschen Haus Nr. 6. Er hat zu jener Zeit seine hochschwangere Braut geehelicht und eine Bleibe für seine junge Familie gesucht und zugleich eine Werkstatt für sein Gewerbe benötigt. Das für die verbliebene Landwirtschaft sicher überdimensionierte Haus wird also für seine Zwecke passend gewesen sein. Leute wie Fritz Meier wurden der Tradition folgend als Zimmermann/Zimmermeister bezeichnet, waren aber (gemessen an heutigen Berufsbildern) eher Bautischler, die i. d. R. alles bauten, was im ländlichen Bereich aus Holz gefertigt wurde, also gleichermaßen in der Werkstatt wie auf Baustellen tätig waren. Fritz Meier hat der familiären Überlieferung nach im Hause Hörste Nr. 6 über drei Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1914 einen Betrieb mit mehreren Gesellen geführt. Das zur Kaufpreisfinanzierung 1885 benötigte Darlehn von 9000 Mark kann er bis 1907 vollständig tilgen, wie der Financier (1885 Major v. Rodewald in Detmold, 1907 zum General avanciert) bestätigt.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B Hörste Bd 4 Bl. 102</ref>
   
   
Fritz Meier hat irgendwann Magenprobleme  -  schließlich Magenkrebs, woran er sich im Juli 1914 in Schloß Neuhaus operieren lässt. Er überlebt die Operation nur wenige Tage. Dann ist seine Ehefrau/Witwe weitgehend allein mit ihrer jüngsten, 8-jährigen Tochter auf der Stätte, denn zeitgleich werden Millionen jüngere Männer in den Krieg befohlen. Anfängliche Hoffnungen auf ein schnelles Kriegsende gehen bald über in mühsame Jahre der Überforderung.
Fritz Meier hat irgendwann Magenprobleme  -  schließlich Magenkrebs, woran er sich im Juli 1914 in Schloß Neuhaus operieren lässt. Er überlebt die Operation nur wenige Tage. Dann ist seine Ehefrau/Witwe weitgehend allein mit ihrer jüngsten, 8-jährigen Tochter auf der Stätte, denn zeitgleich werden Millionen jüngere Männer in den Krieg befohlen. Anfängliche Hoffnungen auf ein schnelles Kriegsende gehen bald über in mühsame Jahre der Überforderung.
   
   
Im Juni 1918 erscheint die im Geschäftsleben vollkommen unerfahrene Witwe Juliane Meier, geb. Brinkmann, vor dem Amtsgericht Oerlinghausen und lässt sich anstelle ihres verstorbenen Mannes im Grundbuch als Eigentümerin der Stätte Hörste Nr. 6 eintragen. Im selben Termin verkauft sie die Stätte an ihren gegenüber wohnenden Nachbarn, den Colon/Landwirt August Brokmann, Hörste Nr. 10. Der Kaufpreis beträgt 20 000 (Papier-) Mark, Zahlung und Übergabe erfolgt am 1. April 1919.   Witwe Meier zieht 1919 zu ihrer Tochter Mathilde, die auf einen Hof in Brakelsiek heiraten kann und verstirbt dort 1936 völlig mittellos, denn der Erlös aus dem Stättenverkauf  -  bereits zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung auf etwa den halben Wert gesunken  -  ist als Bankeinlage angelegt bis Ende 1923 wertlos geworden.
Im Juni 1918 erscheint die im Geschäftsleben vollkommen unerfahrene Witwe Juliane Meier, geb. Brinkmann, vor dem Amtsgericht Oerlinghausen und lässt sich anstelle ihres verstorbenen Mannes im Grundbuch als Eigentümerin der Stätte Hörste Nr. 6 eintragen. Im selben Termin verkauft sie die Stätte an ihren gegenüber wohnenden Nachbarn, den Colon/Landwirt August Brokmann, Hörste Nr. 10. Der Kaufpreis beträgt 20 000 (Papier-) Mark, Zahlung und Übergabe erfolgt am 1. April 1919. Witwe Meier zieht 1919 zu ihrer Tochter Mathilde, die auf einen Hof in Brakelsiek heiraten kann und verstirbt dort 1936 völlig mittellos, denn der Erlös aus dem Stättenverkauf  -  bereits zwischen Vertragsabschluss und Auszahlung auf etwa den halben Wert gesunken  -  ist als Bankeinlage angelegt bis Ende 1923 wertlos geworden.


Für den hochverschuldeten Käufer August Brokmann (seine Stätte Nr. 10 ist bei Übernahme 1913 mit 23 000 Mark Hypothekenschulden belastet) entwickeln sich dagegen die Dinge recht günstig. Angesichts der Situation erwirbt er im Folgejahr auch die (ehemals zum Hanningschen Hof gehörende) benachbarte Neuwohnerstätte Nr. 72. Da seine Gebäude auf Nr. 10 in schlechtem Zustand sind, bezieht er mit Familie das alte Haus Nr. 6.
Für den hochverschuldeten Käufer August Brokmann (seine Stätte Nr. 10 ist bei Übernahme 1913 mit 23 000 Mark Hypothekenschulden belastet) entwickeln sich die Dinge dagegen recht günstig. Angesichts der Situation erwirbt er im Folgejahr auch die (ehemals zum Hanningschen Hof gehörende) benachbarte Neuwohnerstätte Nr. 72. Da seine Gebäude auf Nr. 10 in schlechtem Zustand sind, bezieht er mit Familie das alte Haus Nr. 6.


1929 wird der gesamte Immobilienbestand des zehn Jahre zuvor erworbenen Resthofes Nr. 6 im Grundbuch Hörste auf Antrag des Ehepaares Brokmann umgetragen auf ihren angestammten Hof Hörste Nr. 10. Das uralte Haupthaus des früheren Hofes Hanning Nr. 6 ist bis nach dem zweiten Weltkrieg bewohnt, steht dann Jahrzehnte leer. Irgendwann in dieser Phase wird es einer bauhistorischen Untersuchung für wert befunden und in das Standardwerk über westfälische (Fachwerk-)Bauernhäuser aufgenommen.<ref>Josef Schepers, Haus und Hof westfälischer Bauern, Verlag Aschendorff, Münster 1973</ref>
1929 wird der gesamte Immobilienbestand des zehn Jahre zuvor erworbenen Resthofes Nr. 6 im Grundbuch Hörste auf Antrag des Ehepaares Brokmann umgetragen auf ihren angestammten Hof Hörste Nr. 10. Das uralte Haupthaus des früheren Hofes Hanning Nr. 6 ist bis nach dem zweiten Weltkrieg bewohnt, steht dann Jahrzehnte leer. Irgendwann in dieser Phase wird es einer bauhistorischen Untersuchung für wert befunden und in das Standardwerk über westfälische (Fachwerk-)Bauernhäuser aufgenommen.<ref>Josef Schepers, Haus und Hof westfälischer Bauern, Verlag Aschendorff, Münster 1973</ref>
   
   
In den 1970er Jahre wächst langsam die gesellschaftliche Sensibilität für den historischen Wert der wenigen verbliebenen Fachwerkbauten. Zugleich ist klar, dass das alte Haus mit dem umgebenden Hofraum zwei sehr gefragte Baugrundstücke ergeben würde/könnte. So muss das Haus schließlich weichen. ''Die Grundstücksteilung kann erst erfolgen, wenn gemäß der Abbruchgenehmigung vom 18.02.82 das aufstehende Fachwerkhaus abgebaut worden ist.''<ref>Grundstücksteilungsgenehmigung in Grundakte, LAV NRW OWL, D 23 Hörste Bd 4 Bl. 102</ref> Der Abbau des Haus erfolgt zwar nach Kennzeichnung der Hölzer (vgl. Foto), die Balken werden dann aber Folien-umwickelt unsachgemäß gelagert, sind bald durchnässt und Fäulnis ausgesetzt. Schließlich ist einige Jahre später von Hörstes ältestem Haus nur Brennholz geblieben.
In den 1970er Jahre wächst langsam die gesellschaftliche Sensibilität für den historischen Wert der wenigen verbliebenen Fachwerkbauten. Zugleich ist klar, dass das alte Haus mit dem umgebenden Hofraum zwei sehr gefragte Baugrundstücke ergeben würde/könnte. So muss das mehr als 400 Jahre alte Haus schließlich weichen. ''Die Grundstücksteilung kann erst erfolgen, wenn gemäß der Abbruchgenehmigung vom 18.02.81 das aufstehende Fachwerkhaus abgebaut worden ist.''<ref>Grundstücksteilungsgenehmigung in Grundakte Brokmann, LAV NRW OWL, D 23 B Detmold, Lage Blatt 3299 III, S. 310</ref> Der Abbau des Haus erfolgt zwar nach Kennzeichnung der Hölzer (vgl. Foto), die Balken werden dann aber Folien-umwickelt unsachgemäß gelagert, sind bald durchnässt und Fäulnis ausgesetzt. Schließlich ist einige Jahre später von Hörstes ältestem Haus nur Brennholz geblieben.


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==Gebäude==
==Gebäude==
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In den Salbüchern ist folgender Gebäudebestand des Hofes Hörste Nr. 6 vermerkt: um 1640  ''2 gebuwte vnnd 1 backhaus'', 1730 ''Hannings Hoff mit 4 gebäu und 3 Erdtkuhlen'', 1771 ''an Gebäuden 1) ein Wohnhauß, 2) eine Leibzucht, 3) einen Schoppen, 4) ein Backhauß'', 1781 (wie vor), 1829 (wie vor), Nachtrag: ''ein Kotten auf IV, 15'', 1855 ''1. ein Wohnhaus, 2. eine Leibzucht, 3. einen Kotten auf dem Lande IV. 14.''
 
Über Veränderungen des Bestandes bzw. einzelner Gebäude verlautet:
 
a) 1670 .  .  . 1675  Hans Hanning finanziert aus holländischer Erbschaft den Bau eines neuen Hauses auf dem Hof Hanning.
 
b) um 1778  Brandschaden des Leibzuchtshauses, daraufhin 1780/81 Steine-Lieferung und Baumaßnahmen <ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1226</ref>
c) 1842  Bau eines Kottens auf dem Ikenkamp/Saurenkamp <ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 – Bd. XV, 2.</ref>, 1868 Verkauf dieses Kottens, der zur Neuwohnerstätte Hörste Nr. 65 wird <ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 - Bd. XXI, 15.</ref>
 
d) 1861  Erbvertrag zwischen (bald) abtretendem Kötterpaar und Anerben: <ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 – Bd. XX, 17.</ref>  (Die Alten hätten) .  .  .  ''ihre Einnahmen stets zur Verbesserung des Colonats verwandt, namentlich hätten sie mit bedeutendem Kostenaufwand die sämtlichen Colonatsgebäude theils neu gebaut, theils verbessert.''
 
e) 1871/72  Abriss des Leibzuchtshauses durch Col. August Hanning, aus dem Holz Bau eines Kottens auf dem Hörsterbruch, 1876 Verkauf dieses Kottens, der zur Stätte Hörste Nr. 71 wird <ref>LAV NRW OWL, L 108 Lage Fach 2 Nr. 26 - Bd. XXV, 1.</ref>
 
f) 1885  ''Durchbau'' des Wohnhauses seitens des neuen Besitzers Fritz Meier <ref>LAV NRW OWL, L 101, A III Nr. 431</ref>
 
g) 1981  Abrissgenehmigung und Abriss des alten Wohnhauses
[[Datei:1560 Nr. 6 Grundriss 846 1518 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (Grundriss, Schnitte), (ohne Datum), Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1518]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Giebelansicht 846 1530 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (Giebelansicht), (ohne Datum), Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1530]]
[[Datei:1560 Nr. 6 Rückwärtige Ansicht 846 1519 001.jpg|mini|Bauernhaus Hanning/Meier/Brokmann, Hörste Nr. 6: Bauaufnahme und Rekonstruktion des ursprünglichen Zustandes (rückwärtige Ansicht), (ohne Datum), Archiv LWL 846 / Kartensammlung, Nr. 846/1519]]
[[Datei:1885 Geb steuer änderungen Hörste.jpg|mini|Baumaßnahmen u. Gebäudesteuer-Veränderungen in Hörste 1885, LAV NRW OWL, L 101 A III Nr. 431]]
Neben dem nach bauhistorischen Untersuchungen um 1560 errichteten Haupthaus hat es also ein Backhaus und vor 1670 ein weiteres Haus (Leibzucht ?) auf dem Hof Hanning gegeben. Um 1673 ist dann noch ein Haus hinzugekommen. Etwa 1778 ist die Leibzucht abgebrannt, 1780 dann das Ersatzgebäude errichtet, wie der erhaltene Torbalken ausweist. Dieser Torbalken muss nach Abbruch der „neuen“ Leibzucht 1871/72 auf dem Hof Hanning verblieben sein, so dass er um 1877 bei Errichtung des nächsten, bis heute erhaltenen Hauses an gleicher Stelle (Haus Nr. 72) wieder verwendet werden konnte.
 
Die 1861 im Erbvertrag vom Ehepaar Hanning in Anspruch genommene Leistung „''Colonatsgebäude theils neu gebaut''“ bezieht sich offenbar auf den Kotten Ikenkamp. Daneben hatte das Haupthaus  -  wie auf einem Abbruch-Foto zu erkennen  -  im hinteren Wohnbereich auf der Ostseite einen seitlichen bruchsteinernen Anbau, dessen Errichtung auf dieses seit 1829 wirtschaftende Kötterpaar zurückgehen kann.
 
Die ursprüngliche Ausführung und Nutzung des Haupthauses ist aus der Bauaufnahme und -rekonstruktion zu ersehen. Schepers merkt zum rekonstruierten ursprünglichen Haus an: ''Flettdeelenhaus mit hoher Esslucht und verkümmerter Waschlucht. In die Seitenschiffe eingeschobene Kammern. Am Wohngiebel gleichzeitiger einhüftiger Vorbau mit Aufkammer (kleinem Saal), Anfang 17. Jh. zu vollem Kammerfach erweitert. Einst Giebelausgang. Zweiständerbau, weiter Balkenüberstand. Von Ständerköpfen 2 Rähm- und 2 Balkenkopfbänder abzweigend.''<ref>Josef Schepers, Haus und Hof westfälischer Bauern, Verlag Aschendorff, Münster 1973, Tafel 169</ref>
 
Sehr beschränkte Finanzmittel haben über die letzten Jahrhunderte nur ebenso beschränkte Veränderungen des Hauses zugelassen. Der nach Erwerb des Hauses von Zimmermeister Fritz Meier 1885 vorgenommene „Durchbau“ wird u.a. in Hinblick auf die Nutzungsänderung erfolgt sein: Wo vorher Pferde und Großvieh im Halbdunkel standen, war für eine Zimmermannswerkstatt Licht erforderlich, wurden die erkennbaren Fenster in den Bereichen Pferdestall und Deele eingebaut. Unter „nähere Beschreibung“ des Hauses wird 1885 aufgelistet: ''3 Stuben, 5 Kammern, 2 Küchen, 1 Dreschdehl, 3 Keller, Stallung, 1 Werkstätte, 8 Bühnen, Boden.  3 H.''(ektar) ''25 Ar 60 qm.''
 
==Inschriften==
==Inschriften==
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Das Haupthaus hat keine Inschrift getragen.
 
Der Torbalken der 1871/72 abgerissenen Leibzucht ist in das heutige Haus an gleicher Stelle (Nr. 72, Ziegelmeister Meyer, später Brokmann) eingebaut; er trägt die Inschrift:
 
'''JOHAN BERNDT HARNING XND ANNA KATRINA BRINKM VON IRRXSEN HABEN D'''IES HAUS '''LASEN BAUEN DEN 22. NOVEMBER 1780 I  PS 39''' (V 10) '''WO ICH WIL SCHWEIGEN UND MEINEN''' MUND '''NICHT AUFTHUN DAN D'''ER '''HERR HA(S)T ES GETHAN X M IOHAN .  .  .'''
[[Datei:1780 Torbalken Hanning.jpg|mini|Torbalken des nach Brand 1780 neu erbauten Leibzuchtshauses Hanning (um 1877 eingebaut in das Haus Hiddentruper Straße 15), 2024, Foto: Dr. Horst Wissbrock]]
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
Adressbuch 1901:  
vor 1591 – nach 1617  Curt Hanning (oder eingeh.), † vor 1646, ∞ um 1600 NNw NN (oder Hanning), † nach 1648
5 Kinder, * vor 1610 (Volkszählung 1609), darunter:
 
• Hans, * um 1605, Anerbe
 
 
ca. 1630 – 1676  Hans Hanning (ca. 1605 – n. 1682), ∞ 1629 Trinecke Voß (ca. 1605 – n. 1682) von Wellentrup Nr. 11
Kinder:
 
• NN (Unpflicht-Kind), * 1629/30, kinderlos nach 1648 verstorben
 
• Elisabeth, * 1632, ∞ 1655 Friedrich Nullmeyer, Vsp in Hiddesen Nr. 3, wird Nullmeyersche, † 1670
• Bartold, * um 1635, Anerbe
 
 
1676 – 1713  Bartold Hanning (um 1635 – 1713), ∞ 1671/72 Anna Margarethe Löwe aus Greste <ref>Name der Braut/Ehefrau aus LAV W B 214 / Kloster Marienfeld / Akten, Nr. 1 - 16i, fol. 47r; Datum der Eheschließung aus L 16 Nr. 163</ref>
 
Kinder:
• Hans Bartold, * 1678,  Anerbe
 
• Anna Elisabeth Ilsabein, * 1682,  ∞ 1709, wird Hollmannsche in Ehrentrup Nr. 6, † 1745
 
 
1713 – 1741 Hans Bartold Hanning (1678 – 1741), ∞ (I) 1715 Anna Elisabeth Hartwig (1693 – 1746) aus Ehrdissen, diese ∞ (II) 1743 Johann Jobst Berend Beining (1711 – 1782) aus Hiddentrup, der Interimswirt und ab 1754 Leibzüchter Hanning wird, er ∞ (III) 1753 Anna Maria Leßmeyer aus Hörste
Kinder aus 2 Ehen:
 
• Anna Elisabeth, * 1715, ∞ 1743, wird Leßmannsche in Mackenbruch, † 1791
• Anna Maria Ilsabein, * 1717, ∞ 1742, wird Bükersche in Krentruperhagen, † 1785
 
• NNw („Tochter“), * 1719, früh verstorben
 
• Anne Catharine, * 1721, ∞ 1751, wird Eickensträtersche in Ehrentrup
 
• Anna Margarethe Elisabeth, * 1723, ∞ 1751, wird Langmannsche in Kachtenhausen, † 1793
 
• Töns Henrich, * 1725, ∞ (I) 1752 Amalia Maria Rebecca Niemann (1727 – 1764) aus Hörste, ∞ (II) 1764 Catharina Margaretha Möller (1736 – 1796) aus Pivitsheide, lebt als Einl. auf dem Weberhof, Hörste Nr. 12, † 1796 <ref>Durch Nachfahren von Töns Henrich Hanning ist der Name Hanning über das Ende des Hofes Nr. 6 hinaus auf den Stätten Nr. 39, 48 und 55 in Hörste präsent.</ref>
 
• Johann Berend, * 1728, Anerbe
 
• Amalie Elisabeth, * um 1730, ledig (uneheliches Kind v. Joh. Henr. Weeke, * 1757), † 1778
 
• Anna Maria Sophia, * 1735, ∞ 1767, wird Diederichsche in Hüntrup
 
• Marie Cathrine, * 1756
 
• Simon Henrich, * 1759, † 1761
 
• Johann Berend Ferdinand, * 1764, † 1769 (Blattern)
 
 
1743 – 1754  Johann Jobst Berend Hanning, geb. Beining (1711 – 1782) (vgl. oben)
 
 
1754 – 1792  Johann Berend Hanning (1728 – 1792), ∞ 1754 Anna Catharina Ilsabein Brinkmeyer (1733 – 1828) aus Jerxen
 
Kinder:
• Herm Henrich, * 1755, ledig, † 1785 (Schwindsucht)
 
• Johann Henrich, * 1758, ∞ 1783, wird Col. Schulte in Hörste Nr. 11, † 1830
 
• Anne Cathrine Elisabeth, * 1760, † 1769 (Brustkrankheit)
 
• Johann Herm, * 1762, ∞ 1796, wird Col. Dreimann in Haustenbeck Nr. 37, † 1836
 
• Johann Arend Moritz, * 1765
 
• Anna Cathrina Florentine Amalie, * 1768, † 1769
 
• Töns Henrich, * 1770, Anerbe
 
• Anna Cathrina Ilsabein, * 1774, 1779 (Blattern)
 
• Amalie Sophie Elisabeth, * 1777, † 1777 (Kinderschürken)
 
 
1792 – 1798  Töns Henrich Hanning (1770 – 1798), ∞ (I) 1792 Anne Margarethe Elisabeth Lüking (1767 – 1817) von Evenhausen Nr. 6, diese ∞ (II) 1799 Johann Henrich Orbke (1765 – n. 1831) aus Bechterdissen, der Interimswirt Hanning in Hörste wird
 
Kinder aus 2 Ehen:
 
• Hanna Wilhelmina, * 1793, ∞ 1821, wird Gee(r)sssche in Hörste Nr. 37, † 1865
 
• Töns Christoph, * 1795, Anerbe
 
• Johann Hermann, * 1797, ∞ 1821, wird Col. u. Krüger Ostmann in Hörste Nr. 14, † 1862
 
• Töns Henrich jun., * 1799, ∞ 1833, wird Col. u. Dörenkrüger Hagemann in Aug. Nr. 1, † 1848
 
• Hanne Wilhelmine Florentine, * 1801, ∞ 1827, wird Brüningsche in Heiden Nr. 5, † 1842
 
• Henriette Florentine Amalie, * 1803, † 1804 (Stickhusten)
 
• Florentine Henriette, * 1805, ∞ 1832, wird Brinksche in Hörste Nr. 8, † 1855 (Schwindsucht)
 
• Friedrich Adolph, * 1808, † 1810
 
 
1799 – 1826  Johann Henrich Hanning, geb. Orbke, (1765 – n. 1831) aus Bechterdissen, Interimswirt (s. o.)
 
1826 – 1828 Töns Christoph Hanning (1795 – 1828), ∞ (I) 1826 Amalia Ilsabein Brink (1802 – 1864) von Hörste Nr. 8, diese ∞ (II) 1829 Justus Franziskus Emilius Lüking (1798 – 1870) von Greste/Evenhausen Nr. 9, der GK Hanning in Hörste wird
 
Kinder aus 2 Ehen:
 
• Töns Henrich Adolph, * 1827, † 1828 (Auszehrung) (eigentlicher Anerbe)
 
• Karoline Justine Emilie, * 1830, † 1833 (Scharlach)
 
• Johanna Friederike, * 1831, ∞ 1857, wird Bükersche in Krentruperhagen Nr. 14, † 1885
 
• <u>August</u>us Franziskus, * 1834, Anerbe
 
• Friedrich Ludwig, * 1836, ∞ 1868, wird Col. Kleymann in Milse (Ksp. Heepen) Nr. 4, † 1895
 
• Heinrich Adolf, * 1839, ∞ 1875, bei Eheschließung Brauer, später Brauereibesitzer in Lage, † 1924
 
• Justine Pauline, * 1842 (Zwill.), ∞ 1864, wird Wellnersche in Heiligenkirchen Nr. 9, † 1905
 
• Henriette Ernestine, * 1842 (Zwill.), † 1842 (Husten)
 
• Wilhelm Gottlieb, * 1845, ∞ 1875, Einl./Arbeiter, † 1905 in Ehrentrup
 
 
1864 – 1876  <u>August</u>us Franziskus Hanning (1834 – 1905), ∞ 1864 Juliane Karoline Flügel (1841 – 1898) von Heesten Nr. 9, kauft 1875 den verschuldeten Hof Heesten Nr. 9 von seinem ausgewanderten Schwager, bewirtschaftet diesen Hof und lebt dort mit Familie, verkauft in den Jahren danach (in Teilflächen) seinen ererbten Hof Hanning Nr. 6 in Hörste
 
Kinder:
 
• Karoline Juliane, * 1866
 
• Johanne Hermine Pauline, * 1868
 
• August Diedrich, * 1870, ∞ (I) 1890, 1946 – 1954 Bürgermeister in Horn, † 1954 in Horn
 
• Emilie Karoline gen. Hermine, * 1872
 
 
(1876  Verkauf des (bereits um div. Flächen verkleinerten) Hofes Nr. 6 an die Besitzerin des Nachbarhofes Nr. 7,  Witwe Colona Hilbrink)
 
 
1876 – 1882  (Witwe Colona Hilbrink, geb. Schmidtmeier, Hörste Nr. 7)
 
 
(1882  öffentlicher Verkauf des Hofes Nr. 6 gegen Höchstgebot; Käufer: Pferdehändler Isaak Hochfeld in Lemgo)
 
 
1882 – 1884  (Pferdehändler Issak Hochfeld, Lemgo), Einl. ab 1882: Zimmermeister Fritz Meier
 
 
(1884  Verkauf des Hofes Nr. 6 durch Hochfeld in Teilflächen an div. Käufer  -  dabei der Hofstelle/des Haupthauses mit 3,25 ha Land an den dort bereits wohnenden Einlieger Zimmermeister Fritz Meier)
 
[[Datei:1910 Fam Meier Hörste.jpg|mini|Familie Fritz Meier, Hörste Nr. 6, um 1910: (von links:) To. Lina, Ehefrau Juliane, To. Helene, To. Pauline, davor To. Erna, Ehemann Fritz, To. Frieda (hinein retuschiert, da bereits 1905 an Tuberkulose verstorben), To. Mathilde Meier; Privatbesitz Dr. Horst Wissbrock]]
1884 – 1914  Zimmermeister Friedrich Wilhelm (<u>Fritz</u>) Meier (1850 – 1914) aus Müssen, ∞ (I) 1882 Wilhelmine Karoline Stöppler (1852 – 1888) aus Billinghausen, ∞ (II) 1888 Johanne <u>Juliane</u> Nedderhof modo Brinkmann (1863 – 1936) aus Wellentrup
 
Kinder aus 2 Ehen:
 
• <u>Pauline</u> Louise Johanne, * 1882, ∞ 1907 Zimmermeister August Neese (1874 – 1961) von Hörste Nr. 44, leben als Einl. in der Rethlager Mühle, ab 1929 Neuwohner Hörste/Hörsterbruch Nr. 80, † 1971
 
• <u>Frieda</u> Auguste, * 1884, † 1905 (Tuberkulose)
 
• Alwine Auguste Emilie, * 1891, † 1891
 
• <u>Helene</u> Auguste Wilhelmine, * 1891, ∞ 1916 Paul Stawicki (ab 1923 Stellinger) (1890 – ca. 1943), Reichsbahner in Wanne-Eickel, † um 1970
 
• <u>Mathilde</u> Hermine Auguste, * 1894, ∞ 1920 Friedrich <u>Heinrich</u> Paul Ridder (1878 – 1953), Landwirt in Brakelsiek Nr. 4 und Witwer, † um 1975
 
• Karoline Juliane (<u>Lina</u>), * 1898, ∞ 1928 Wilhelm <u>Christian</u> Konrad Lange (1886 – 1973), Schlachtermeister u. Witwer in Bösingfeld, † 1977
 
• <u>Erna</u> Paula Frieda Minna, * 1905, ∞ um 1930 Willi Lükermann, Holzbildhauer in Heiligenkirchen/Schling, † 2005
 
 
1914 – 1919  Witwe Johanne Juliane Meier, geb. Nedderhof (1863 – 1936) (vgl. oben)
 
 
(1918/19  Verkauf des Resthofes Hörste Nr. 6 seitens der Witwe Juliane Meier, geb. Nedderhof, an den Nachbarn Landwirt August Brockmann, Hörste Nr. 10)
 
 
1919  - 1929  Landwirt Adolf <u>August</u> Brokmann (seit 1913 auf der Nachbarstätte Hörste Nr. 10) (1871 – 1939), ∞ 1900 <u>Emilie</u> Auguste Prüßner (* 1880) von Asmissen Nr. 14 († nach 1940)
 
Kinder:
 
• Friedrich Walter (Fritz), * 1900, Anerbe
 
• Paul, * 1904
 
 
ab 1929 Fritz Brokmann (1900 – 1955), Landwirt, ∞ 1937 Lina Hermine Hanke
 
 
 
Bewohner des Hofes Hörste Nr. 6 in Volkszählungen (VZ) und Adressbüchern (AB):
1769 (VZ): (Nr.) 6 Hanning (Ma + Fr + 2 Sö üb. 10 J.  +  1 So unt. 10 J. + 1 Verwandte); Leibzüchter (Ma + Fr + 1 So üb. 10 J.)
 
1776 (VZ): (Nr.) 6  Joh. Berend Hanning (Ma + Fr + 1 So üb. 14 J. + 2 Sö unt. 14 J.  + 1To); Leibzüchter (Ma + Fr) spinnet
1828 (VZ): (Nr.) 6  2 Wohnhäuser, Hanning, Hörste (Ma + Fr + 1 So);
- Leibzüchter Hanning (Ma + 1 To)
 
 
1901 (AB):  


6 Meier, Friedrich, Tischler.
6 Meier, Friedrich, Tischler.
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-  Adressbuch 1926:  
1926 (AB):  


6 Brokmann, August, Landwirt -> 132 (Lage)
6 Brokmann, August, Landwirt -> 132 (Lage)
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Brokmann, Paul, Landwirt
Brokmann, Paul, Landwirt
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==Literatur==
==Literatur==
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==Quellen==
==Quellen==
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H. Wissbrock, Hanning Nr. 6  -  Spuren eines gänzlich verschwundenen Hofes in Hörste, Vortrag im Genealogischen Arbeitskreis des NHV Lippe, Detmold, 6. Nov. 2024
 
==Weblinks==
==Weblinks==
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