Eichenallee - (Augustdorf): Unterschied zwischen den Versionen
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
[[Datei:AUG-Hartröhren_LMenke1875_LK112-2.png|thumb|Forsthaus Hartröhren, Stich nach einer Zeichnung von Ludwig Menke, 1875 (LLB: LK-112-2)]] | |||
[[Datei:AUG-Hartröhren_1938WPecher_BA_SP-DT-26-111.png|thumb|Forsthaus Hartröhren, Foto: Wilhelm Pecher, 1938 (LLB: BA SP-DT-26-111)]] | |||
[[Datei:AUG-Hartröhren_c1970_BA_DT-54-55.png|thumb|Ruine des Forsthauses Hartröhren, um 1970 (LLB: BA DT-54-55)]] | |||
In seiner von "S. G. Bählig" [Pählig] bescheinigten Rechnung vom 20. Juni 1706 sagt der Zimmermeister Arndt Scheiper in Detmold über den derzeit schon auf Hartröhren vorhandenen Vogelherd: "Ich untengesetzer habe mit meinen Leuten uff den Hartreuen ein Hauß vor den Vogelfänger herunter genommen, daßelbe wieder auffgerichtet, hinten und an der Seite etwas abgebauet, deßelbe unten undt oben beschoßen undt auch gelattet."<ref>Zit. nach {{SievertHeidental1933}}, S. 10.</ref> 1710 quittierte der Vogelfänger Johann Georg Pählig über erstattete Auslagen für Netze "behuef des Vogelherds auf den Hartröhren". Um diese Zeit wohnte auch bereits Christoph Kayser, der vermutlich Jagddienste verrichtete, auf Hartröhren, 1712 werden die Witwe Anna Kayser und 1713 Simon Henrich Kayser auf Hartröhren erwähnt. 1713 auch Michael Knese, der dort anscheinend als Hausverwalter angestellt war.<ref>{{SievertHeidental1933}}, S. 10.</ref> | In seiner von "S. G. Bählig" [Pählig] bescheinigten Rechnung vom 20. Juni 1706 sagt der Zimmermeister Arndt Scheiper in Detmold über den derzeit schon auf Hartröhren vorhandenen Vogelherd: "Ich untengesetzer habe mit meinen Leuten uff den Hartreuen ein Hauß vor den Vogelfänger herunter genommen, daßelbe wieder auffgerichtet, hinten und an der Seite etwas abgebauet, deßelbe unten undt oben beschoßen undt auch gelattet."<ref>Zit. nach {{SievertHeidental1933}}, S. 10.</ref> 1710 quittierte der Vogelfänger Johann Georg Pählig über erstattete Auslagen für Netze "behuef des Vogelherds auf den Hartröhren". Um diese Zeit wohnte auch bereits Christoph Kayser, der vermutlich Jagddienste verrichtete, auf Hartröhren, 1712 werden die Witwe Anna Kayser und 1713 Simon Henrich Kayser auf Hartröhren erwähnt. 1713 auch Michael Knese, der dort anscheinend als Hausverwalter angestellt war.<ref>{{SievertHeidental1933}}, S. 10.</ref> | ||
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ==Eigentümer*innen, Bewohner*innen== | ||
Eigentümerin war die Fürstliche Rentkammer, ab 1919 die Fideikommißverwaltung des ehem. Fürstenhauses. | |||
Eigentümerin war die Fürstliche Rentkammer, ab 1919 die Fideikommißverwaltung des ehem. Fürstenhauses.<ref>Nachfolgende Auflistung nach {{SievertHeidental1933}}, S. 28 f.</ref> | |||
1755 Holzknecht Hanke im Stallgebäude, ab 1756 im ehem. Lockvögel-Haus. 1770 lebte er noch hier.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A / Lippische Justizkanzlei, Prozesse bis 1800, Nr. 12 H 38: Hancke, Holzknecht zu Hartröhren gegen Christian Kaiser und Limberg zu Hiddesen, 1770; sowie LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 17 Nr. 30: Holzknecht Hanke zu Hartröhren gegen Carl Christian Kaiser und Holzknecht Limberg zu Hiddesen, 1770.</ref> | 1755 Holzknecht Hanke im Stallgebäude, ab 1756 im ehem. Lockvögel-Haus. 1770 lebte er noch hier.<ref>LAV NRW OWL, L 83 A / Lippische Justizkanzlei, Prozesse bis 1800, Nr. 12 H 38: Hancke, Holzknecht zu Hartröhren gegen Christian Kaiser und Limberg zu Hiddesen, 1770; sowie LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 17 Nr. 30: Holzknecht Hanke zu Hartröhren gegen Carl Christian Kaiser und Holzknecht Limberg zu Hiddesen, 1770.</ref> | ||
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nach 1770 Holzknecht Rieks, ab 1779 Holzknecht Limberg.<ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 10 Nr. 5: Abdankung des Holzknechts Rieks und Annehmung des jungen Limberg an dessen Stelle; Gehalts-Zulage Limbergs zum Kreuzkrug und Verpflichtung seines Sohns auf die Holzknechts-Instruktion, 1779-1813.</ref> | nach 1770 Holzknecht Rieks, ab 1779 Holzknecht Limberg.<ref>LAV NRW OWL, L 93 / Lippische Forstverwaltung und Forstgericht, Nr. A Tit. 10 Nr. 5: Abdankung des Holzknechts Rieks und Annehmung des jungen Limberg an dessen Stelle; Gehalts-Zulage Limbergs zum Kreuzkrug und Verpflichtung seines Sohns auf die Holzknechts-Instruktion, 1779-1813.</ref> | ||
1808 Limbergs Sohn Ludwig, ebenfalls Holzknecht (im Mai vereidigt) | 1808 Limbergs Sohn Ludwig, ebenfalls Holzknecht (im Mai vereidigt), am 1. April 1814 nach Leopoldstal versetzt. | ||
1814 der Leopoldstaler Holzknecht Möhring in Hartröhren eingesetzt. Wegen zahlreicher Betrügereien wurde Möhring zum 1. April 1836 nach Varenholz versetzt. | |||
Ab 1. April 1836 der Waldschütz Friedrich Dannhäuser aus Hiddesen. Dannhäuser wurde die Bewirtung ausdrücklich gestattet.<ref>{{SievertHeidental1933}}, S. 25.</ref> Im April 1856 wurde Dannhäuser zum Förster befördert, am 1. November des folgenden Jahres wurde er in den Ruhestand versetzt. | |||
Ab 1857 Förster Tötemeyer vom Forsthaus Glashütte bei Schieder, am 1. Oktober 1880 in den Ruhestand versetzt. | |||
Ab 1. Oktober 1880 Förster Fricke vom Forsthaus Externsteine. | |||
Ab 1. Oktober 1886 Förster Möller vom Forsthaus Externstein. Ab jetzt war beständig ein Zimmer für die "Höchsten Herrschaften" bereitzuhalten, ebenso Stallung und Wagenremise, die vom Förster nicht benutzt werden durften. Möller wurde zum 1. Mai 1894 nach Kreuzkrug versetzt. | |||
Ab 1. Mai 1894 Hartwig Gnade von Hummersen. Der Betrieb einer Gastwirtschaft war ihm ausdrücklich verboten, erst unter Prinz Adolf zu Schaumburg-Lippe im Juni 1895 wieder erlaubt. | |||
Ab 1. November 1898 Waldschütz Koch aus Holzhausen. | |||
1901 Eigentümerin: Fürstliche Rentkammer; Bewohner*innen: [Familie] Leopold Koch, Förster, 4 Personen.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 214 u. 216.</ref> | |||
Ab 1. November 1914 Waldschütz Diekmann aus Rischenau. | |||
Ab 1. Oktober 1922 Förster Brand aus Langenholzhausen. | |||
1926 Eigentümerin: Fürstl. Forstverwaltung; Bewohner*innen: Förster Brand<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 695.</ref> | |||
Ab 1. Oktober 1928 Förster Karl Haindl aus Bayern. | |||
==Literatur== | ==Literatur== | ||