Teutoburger-Wald-Straße, Parkplatz neben Nr. 5: Unterschied zwischen den Versionen

Dr. Horst Wissbrock (Diskussion | Beiträge)
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}}Wo heute zwischen Gasthaus und Nachbarhaus der Parkplatz des Hörster Kruges liegt, stand bis in die 1970er Jahre Hörstes Schmiede, die ein Wirtschaftsgebäude der früheren Straßenkötterstätte Kirchhoff, Hörste Nr. 25, war.
}}Wo heute zwischen Gasthaus und Nachbarhaus der Parkplatz des Hörster Kruges liegt, stand bis in die 1970er Jahre Hörstes Schmiede, die ein Wirtschaftsgebäude der früheren Straßenkötterstätte Kirchhoff, Hörste Nr. 25, war.
[[Datei:Aufruf Kirchhof 1816.jpg|mini|Öffentlicher Aufruf an den Anerben Kirchhof im Fürstl. Lipp. Intelligenzblatt vom 16. Juni 1816, LLB]]
[[Datei:Aufruf Kirchhof 1816.jpg|mini|Öffentlicher Aufruf an den Anerben Kirchhof im Fürstl. Lipp. Intelligenzblatt vom 16. Juni 1816, LLB]]
[[Datei:Alte Schmiede 1969 beschnitten.jpg|mini|Straßenkötterstätte Kirchhof/Runte, Hörste Nr. 25 (im Hintergrund das Haupthaus des Hofes Weeke Nr. 36), um 1970 ?, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Alte Schmiede 1969 beschnitten.jpg|mini|Straßenkötterstätte Kirchhof/Runte, Hörste Nr. 25, im Hintergrund das Haupthaus des Hofes Weeke Nr. 36, um 1970? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Alte Schmiede 2.jpg|mini|Straßenkötterstätte Kirchhof/Runte, Hörste Nr. 25, um 1970 ?, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Alte Schmiede 2.jpg|mini|Straßenkötterstätte Kirchhof/Runte, Hörste Nr. 25, um 1970? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Alte Schmiede 3.jpg|mini|Schmiede in Hörste Nr. 25 , um 1955 ?, aus 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
[[Datei:Alte Schmiede 3.jpg|mini|Schmiede in Hörste Nr. 25 , um 1955? Aus: 825 Jahre Hörste - Historische Fotosammlung]]
 
==Geschichte==
==Geschichte==
Eine teils niederdeutsch abgefasstes notarielles Schriftstück vom 18. November 1594 beginnt:<ref>LAV NRW OWL, L 21 Nr. 135, Kerckhof</ref> ''Ich Henrich Kerckhoff, Johan Kerkhhowes vnd Anken, seiner Hausfrauwen eheliche''(r) ''Sohne, bekenne vnd  .  .  .  mitt dussen schritt, datt Ick, nachdem die sembtlichen Menner zu Horste vnd Hiddentrup, mi vnd Ilsen meiner thokommenden husfrauwen,  .  .  .  vnd fruntlichkeit hebben tho gelewen vnd vergunnett, dat Ich samb meiner husfrauwen,  .  .  .  zu Horste im Stapelager Kerspelle mir  .  .  .  bewonnet hebben, oek bewonnen vnd besitten, dartho zwei Koie vnd 2. Schwine, vnd etzliche Honer vf der Wallmeine tho Water vnd grase tho holden, schall genehmigtt sein, .  .  .''
Eine teils niederdeutsch abgefasstes notarielles Schriftstück vom 18. November 1594 beginnt:<ref>LAV NRW OWL, L 21 Nr. 135, Kerckhof</ref> ''Ich Henrich Kerckhoff, Johan Kerkhhowes vnd Anken, seiner Hausfrauwen eheliche''(r) ''Sohne, bekenne vnd  .  .  .  mitt dussen schritt, datt Ick, nachdem die sembtlichen Menner zu Horste vnd Hiddentrup, mi vnd Ilsen meiner thokommenden husfrauwen,  .  .  .  vnd fruntlichkeit hebben tho gelewen vnd vergunnett, dat Ich samb meiner husfrauwen,  .  .  .  zu Horste im Stapelager Kerspelle mir  .  .  .  bewonnet hebben, oek bewonnen vnd besitten, dartho zwei Koie vnd 2. Schwine, vnd etzliche Honer vf der Wallmeine tho Water vnd grase tho holden, schall genehmigtt sein, .  .  .''
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Dem bereits in den 1780er Jahren finanziell gescheiterten Kötter Johann Berend Wilhelm bleibt nichts erspart. Anfang 1816, ein Jahr vor seinem Tod, begibt er sich auf die Amtsstube in Detmold und erklärt, dass sein 28-jähriger Sohn drei Jahre zuvor heimlich mit einer Frau, mit der er bereits drei Kinder habe, entwichen und deshalb zur Übernahme seiner Stätte ungeeignet sei. Er schlägt statt des Sohnes dessen 24-jährige Schwester Hanna zur Anerbin vor, was vom Amt akzeptiert wird, nachdem der Sohn einem öffentlichen Aufruf, sich binnen eines Vierteljahres zu melden und Stellung zu nehmen, nicht gefolgt ist. So kann ein Ende 1816 einheiratender Schwiegersohn dringend benötigtes frisches Geld auf die Stätte bringen.
Dem bereits in den 1780er Jahren finanziell gescheiterten Kötter Johann Berend Wilhelm bleibt nichts erspart. Anfang 1816, ein Jahr vor seinem Tod, begibt er sich auf die Amtsstube in Detmold und erklärt, dass sein 28-jähriger Sohn drei Jahre zuvor heimlich mit einer Frau, mit der er bereits drei Kinder habe, entwichen und deshalb zur Übernahme seiner Stätte ungeeignet sei. Er schlägt statt des Sohnes dessen 24-jährige Schwester Hanna zur Anerbin vor, was vom Amt akzeptiert wird, nachdem der Sohn einem öffentlichen Aufruf, sich binnen eines Vierteljahres zu melden und Stellung zu nehmen, nicht gefolgt ist. So kann ein Ende 1816 einheiratender Schwiegersohn dringend benötigtes frisches Geld auf die Stätte bringen.


1896 verkauft der Straßenkötter Wilhelm Kirchhof, ein Mann in den besten Jahren und hauptberuflich Ziegelmeister, das zur Stätte gehörende Leibzuchtshaus für 3000 Mark. Im Januar 1901 erscheint er erneut vor dem zuständigen Amtsgericht in Oerlinghausen und verkauft nun seine restliche Stätte Hörste Nr. 25 an den Schmiedemeister Wilhelm Runte, seit einigen Jahren Einlieger in Hörste, zum Kaufpreis von 4800 Mark.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Nr. 300241, Bl. 61</ref> Kirchhof zieht mit Frau und vier Kindern nach Rheydt bei Düsseldorf, wo er vermutlich bereits seit Jahren als Ziegelmeister tätig ist.
1896 verkauft der Straßenkötter Wilhelm Kirchhof, ein Mann in den besten Jahren und hauptberuflich Ziegelmeister, das zur Stätte gehörende Leibzuchtshaus für 3000 Mark. Im Januar 1901 erscheint er erneut vor dem zuständigen Amtsgericht in Oerlinghausen und verkauft nun seine restliche Stätte Hörste Nr. 25 an den Schmiedemeister Wilhelm Runte, seit einigen Jahren Einlieger in Hörste, zum Kaufpreis von 4800 Mark.<ref>LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold) Nr. 300241, Bl. 61</ref> Kirchhof zieht mit Frau und vier Kindern nach Rheydt bei Düsseldorf, wo er vermutlich bereits seit Jahren als Ziegelmeister tätig ist.


Vier Jahrzehnte betreibt Wilhelm Runte sen. die Schmiede, dann übergibt er Stätte und Schmiede 1941 an seinen ältesten, noch unverheirateten Sohn Wilhelm Runte jun., der aber noch vor seinen Eltern Anfang 1943 verstirbt. Die Stätte fällt an seine drei Geschwister Paul, Luise und Erwin Runte. Nach Kriegsende wird die Schmiede bis Ende der 1970er Jahre von dem Pächter Podschwadek weitergeführt.
Vier Jahrzehnte betreibt Wilhelm Runte sen. die Schmiede, dann übergibt er Stätte und Schmiede 1941 an seinen ältesten, noch unverheirateten Sohn Wilhelm Runte jun., der aber noch vor seinen Eltern Anfang 1943 verstirbt. Die Stätte fällt an seine drei Geschwister Paul, Luise und Erwin Runte. Nach Kriegsende wird die Schmiede bis Ende der 1970er Jahre von dem Pächter Podschwadek weitergeführt.