Kirchweg Kirche (Heiligenkirchen): Unterschied zwischen den Versionen

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}}'''Ev.-ref. Kirche Heiligenkirchen'''<br />
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<!--Heute evangelisch-reformierte Pfarrkirche,-->Die Kirche wurde Ende des 8. Jh.-M. 10. Jh. gegründet und in mehreren Phasen erneuert bzw. erweitert.  
'''Ev.-ref. Kirche Heiligenkirchen'''<br />
 
Die Kirche wurde Ende des 8. Jh. bis Mitte 10. Jh. gegründet und in mehreren Phasen erneuert bzw. erweitert.  
==Standort==
==Standort==
Die Kirche steht exzentrisch nach Norden geschoben innerhalb des ungefähr kreisrunden [[Kirchhof (Heiligenkirchen)|Kirchhofs]], dessen Mauer noch fast vollständig, wenn auch vermutlich nicht in der ursprünglichen Höhe, erhalten ist. Auf dem Kirchhof hatten die einzelnen Bauerschaften des Kirchspiels üblicherweise ihre eigenen Bereiche. Der Kirchhof hatte, wie die Kirche selbst, auch Befestigungscharakter. In der Kirche standen in unruhigen, kriegerischen Zeiten Truhen (Kisten) mit dem wertvollsten Besitz der Bewohner. Die so genannten "Bauernburgen" auf den Höfen [[Denkmalstraße 55 (Heiligenkirchen)| Köllermeier]] und [[Am Rautenberg 15 (Heiligenkirchen)|Meier zu Wantrup]] stammen erst aus dem 15. oder 16. Jahrhundert.  
Die Kirche steht exzentrisch nach Norden geschoben innerhalb des ungefähr kreisrunden [[Kirchhof (Heiligenkirchen)|Kirchhofs]], dessen Mauer noch fast vollständig, wenn auch vermutlich nicht in der ursprünglichen Höhe, erhalten ist. Auf dem Kirchhof hatten die einzelnen Bauerschaften des Kirchspiels üblicherweise ihre eigenen Bereiche. Der Kirchhof hatte, wie die Kirche selbst, auch Befestigungscharakter. In der Kirche standen in unruhigen, kriegerischen Zeiten Truhen (Kisten) mit dem wertvollsten Besitz der Bewohner. Die so genannten "Bauernburgen" auf den Höfen [[Denkmalstraße 55 (Heiligenkirchen)| Köllermeier]] und [[Am Rautenberg 15 (Heiligenkirchen)|Meier zu Wantrup]] stammen erst aus dem 15. oder 16. Jahrhundert.  


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1977 wurden das Kirchturmdach an West- und Nordseite mit Schiefer neu gedeckt.<ref> Westfalen 1984, S. 499.</ref>
1977 wurden das Kirchturmdach an West- und Nordseite mit Schiefer neu gedeckt.<ref> Westfalen 1984, S. 499.</ref>


===Glocken===
==Glocken==


Heute befinden sich im Turm fünf Glocken. Eine unbeschriftete mit dem Ton h1 + 3 kann dem 15. Jahrhundert zugeordnet werden. Sie hat 96 Zentimeter Durchmesser bei 82 Zentimeter Höhe und wiegt 1100 Kilogramm. Am oberen Rand schmückt sie ein umlaufendes schmales Kranzgewinde. Die Gestaltung des Gabelkruzifixes weist auf die Glockengießerwerkstatt Grawick hin, welche mehrere Glocken für lippische Kirchen herstellte (1399 St. Johann, Lemgo; undat. Brake; 1412 Schlangen; 1446 Hohenhausen; 1466 Heiden; 1500 Hillentrup). Wilhelm Pecher verzeichnete 1917 noch eine zweite Glocke von "sehr hohem Alter", jedoch "ohne Jahreszahl / 100 Zentimeter D. 90 Zentimeter H. 12 Ztr. / Ton a […]. Ferner zeigt jede Glocke einen gekreuzigten Christus in erhabener Form [...] in 12 Zentimeter Armspannweite. Beide Glocken haben ein sehr hohes Alter." Diese zweite Grawick-Glocke wurde 1965 wegen eines Sprungs umgegossen. Als drittes erwähnte Pecher die kleine, außen vor dem Turmdach hängende Glocke von 63 Zentimeter Durchmesser und 62 Zentimeter Höhe, 450 Kilogramm Gewicht und dem Ton d. Den lesbaren Teil der Inschrift gab er wie folgt an: "Prediger[...] Meyer [...] Köllermeier [...] Kirchendechen".<ref> {{PecherVerzeichnis1919}}, S. 9, Abb. S. 2.</ref> Diese kleine Toten- und Feuerglocke wurde – wie die Orgelpfeifen – im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen.  
Heute befinden sich im Turm fünf Glocken. Eine unbeschriftete mit dem Ton h1 + 3 kann dem 15. Jahrhundert zugeordnet werden. Sie hat 96 Zentimeter Durchmesser bei 82 Zentimeter Höhe und wiegt 1100 Kilogramm. Am oberen Rand schmückt sie ein umlaufendes schmales Kranzgewinde. Die Gestaltung des Gabelkruzifixes weist auf die Glockengießerwerkstatt Grawick hin, welche mehrere Glocken für lippische Kirchen herstellte (1399 St. Johann, Lemgo; undat. Brake; 1412 Schlangen; 1446 Hohenhausen; 1466 Heiden; 1500 Hillentrup). Wilhelm Pecher verzeichnete 1917 noch eine zweite Glocke von "sehr hohem Alter", jedoch "ohne Jahreszahl / 100 Zentimeter D. 90 Zentimeter H. 12 Ztr. / Ton a […]. Ferner zeigt jede Glocke einen gekreuzigten Christus in erhabener Form [...] in 12 Zentimeter Armspannweite. Beide Glocken haben ein sehr hohes Alter." Diese zweite Grawick-Glocke wurde 1965 wegen eines Sprungs umgegossen. Als drittes erwähnte Pecher die kleine, außen vor dem Turmdach hängende Glocke von 63 Zentimeter Durchmesser und 62 Zentimeter Höhe, 450 Kilogramm Gewicht und dem Ton d. Den lesbaren Teil der Inschrift gab er wie folgt an: "Prediger[...] Meyer [...] Köllermeier [...] Kirchendechen".<ref> {{PecherVerzeichnis1919}}, S. 9, Abb. S. 2.</ref> Diese kleine Toten- und Feuerglocke wurde – wie die Orgelpfeifen – im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen.  
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Das Geläut erhielt 1965 mit dem Umschmelzen der beschädigten Glocke zwei weitere neue, welche mit der verbliebenen des 15. Jahrhunderts die Tonfolge e – g – a – h erklingen lassen – den Beginn des Adventlieds "Oh Heiland, reiß die Himmel auf". Auch am Turmhelm ist wieder eine kleine Glocke aufgehängt worden. Das Geläut wird inzwischen elektronisch gesteuert. Eine Erneuerung dieser Steuerung erfolgte 2022.  
Das Geläut erhielt 1965 mit dem Umschmelzen der beschädigten Glocke zwei weitere neue, welche mit der verbliebenen des 15. Jahrhunderts die Tonfolge e – g – a – h erklingen lassen – den Beginn des Adventlieds "Oh Heiland, reiß die Himmel auf". Auch am Turmhelm ist wieder eine kleine Glocke aufgehängt worden. Das Geläut wird inzwischen elektronisch gesteuert. Eine Erneuerung dieser Steuerung erfolgte 2022.  


===Liturgisches Gerät===
==Orgel==
 
==Liturgisches Gerät==


An liturgischem Gerät ist ein silberner Abendmahlskelch von 1613 erhalten, eine Stiftung des Landesherrn, trägt er doch Namen und Wappen Simons VII. zur Lippe. Eine von Otto Gaul in seiner Bestandserfassung erwähnte Abendmahlskanne von 1766 stammt Roland Linde zufolge aus Schötmar.<ref>{{LindeKirche2015}}, S. 14</ref> Wann und wieso sie nach Heiligenkirchen gelangte, ist ungewiss.
An liturgischem Gerät ist ein silberner Abendmahlskelch von 1613 erhalten, eine Stiftung des Landesherrn, trägt er doch Namen und Wappen Simons VII. zur Lippe. Eine von Otto Gaul in seiner Bestandserfassung erwähnte Abendmahlskanne von 1766 stammt Roland Linde zufolge aus Schötmar.<ref>{{LindeKirche2015}}, S. 14</ref> Wann und wieso sie nach Heiligenkirchen gelangte, ist ungewiss.
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* {{KleinmannsErdbeben2015}}
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