Kirchplatz o.Nr. (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei: Lage - 07 - Kirche Heiden.jpg|thumb|Dorfkirche Heiden, 2012, Foto: Tsungam]]
[[Datei: Lage - 07 - Kirche Heiden.jpg|thumb|Dorfkirche Heiden, 2012, Foto: Tsungam]]
Im Jahre 1970 wurden in der Heidener Kirche im Zuge von Bauarbeiten archäologischen Grabungen durchgeführt. Dabei fanden Dr. Lobbedey und Hohenschwert im Chorraum der Kirche Fundamentreste von einem vorromanischen Apsidensaal, den sie in die Zeit von 950-1025 einordnen. Dieser erste Bau hatte eine Länge von 26,80 m und der Breite von 7,80 m und ähnelte anderen Kirchengrundrissen in Lippe (Schlangen, Heiligenkirchen), jedoch der Kirchenraum in Heiden war auffällig länger. Den nachfolgenden romanischen Gewölbebau ordnete Lobbedey der zweiten Hälfte des 12. Jh. zu. <br>
Im Jahre 1970 wurden in der Heidener Kirche im Zuge von Bauarbeiten archäologischen Grabungen durchgeführt. Dabei fanden Dr. Lobbedey und Hohenschwert im Chorraum der Kirche Fundamentreste von einem vorromanischen Apsidensaal, den sie in die Zeit von 950-1025 einordnen. Dieser erste Bau hatte eine Länge von 26,80 m und der Breite von 7,80 m und ähnelte anderen Kirchengrundrissen in Lippe (Schlangen, Heiligenkirchen), jedoch der Kirchenraum in Heiden war auffällig länger. Den nachfolgenden romanischen Gewölbebau ordnete Lobbedey der zweiten Hälfte des 12. Jh. zu. <br>
Umbau zur gotischen Hallenkirche in der 2. Hälfte des 14. Jh. beginnend, bis in die Zeit um 1500, begonnen mit dem Anbau des Chors (um 1380) und des Nordschiffs, dann Neuwölbung des Mittelschiffs und der Anbau von Südschiff und Nebenchors sowie Erhöhung des Turms um ein Geschoss (jetziges Glockengeschoss).<ref>{{Gaul}}.</ref>
Umbau zur gotischen Hallenkirche in der 2. Hälfte des 14. Jh. beginnend, bis in die Zeit um 1500, begonnen mit dem Anbau des Chors (um 1380) und des Nordschiffs, dann Neuwölbung des Mittelschiffs und der Anbau von Südschiff und Nebenchors sowie Erhöhung des Turms um ein Geschoss (jetziges Glockengeschoss).<ref>Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9983: Bau- und Kunstdenkmäler des Landkreises Detmold, unveröff. Typoskript, 2. Fassung [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/title-info/10093449 Digitalisat].</ref>


Vor dem ältesten Kirchenbau gab es nach Lobbedey bereits eine profane Besiedlung des Platzes, vermutlich einen größeren Hof.<ref>{{LobbedeyHeiden1971}}.</ref>
Vor dem ältesten Kirchenbau gab es nach Lobbedey bereits eine profane Besiedlung des Platzes, vermutlich einen größeren Hof.<ref>{{LobbedeyHeiden1971}}.</ref>
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==Gebäude==
==Gebäude==
[[Datei: Kirchplatz Heiden 01..jpg | thumb | Kirchplatz Heiden 01., Foto Mika Weiser, 2025]]
[[Datei: Kirchplatz Heiden 01..jpg | thumb | Kirchplatz Heiden 01., Foto Mika Weiser, 2025]]
[[Datei:LA-Heiden_GrundrissKirche.jpg|thumb|Heiden, Grundriss der Kirche mit Grabungsbefunden, aus: Lobbedey, 1971]]
[[Datei:LA-Heiden_KircheRekonstr.jpg|thumb|Heiden, Grundriss der Kirche mit Grabungsbefunden, aus: Lobbedey, 1971]]
[[Datei:Heiden-Kirche_Chorsanierung.JPG|thumb|Heiden, Kirche, Sanierung der Setzungsschäden am Chor, 2021, Foto: Joachim Kleinmanns]]
===Äußeres===
===Äußeres===
Dreischiffige Hallenkirche mit polygonalem (5/8) Chor und Westturm. Quersatteldächer über den Seitenschiffen, gedrehter Turmhelm. Verputzter Mauerwerksbau aus Bruchstein mit Werksteingliederungen aus hellem Sandstein ohne Steinmetzzeichen. Gewölbe aus Bruchstein.<ref>Nachfolgende Beschreibung nach Gaul: Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9983: Bau- und Kunstdenkmäler des Landkreises Detmold, unveröff. Typoskript, 2. Fassung [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/title-info/10093449 Digitalisat].</ref> Gesamtlänge der Kirche 39,50 m.
Dreischiffige Hallenkirche mit polygonalem (5/8) Chor und Westturm. Quersatteldächer über den Seitenschiffen, gedrehter Turmhelm. Verputzter Mauerwerksbau aus Bruchstein mit Werksteingliederungen aus hellem Sandstein ohne Steinmetzzeichen. Gewölbe aus Bruchstein.<ref>Nachfolgende Beschreibung nach Gaul: Stadtarchiv Lemgo, 14 L 9983: Bau- und Kunstdenkmäler des Landkreises Detmold, unveröff. Typoskript, 2. Fassung [https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/content/title-info/10093449 Digitalisat].</ref> Gesamtlänge der Kirche 39,50 m.
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Reste spätgotischer Rankenmalerei in rotbrauner Farbe. Am Gewölbe des Nebenchors, um 1500.
Reste spätgotischer Rankenmalerei in rotbrauner Farbe. Am Gewölbe des Nebenchors, um 1500.


2011 weitere Funde: am südöstlichen Schildbogen Wellenranke (Erstfassung, 14. Jh.), im südöstlichen Seitenschiffjoch Ornamentband im Scheitel der Gewölbekappe (Erstfassung, 14. Jh.), im Mittelschiffgewölbe Ornamentranken (Zweitfassung, 15. Jh.), im Westjoch des Nordschiffs Gratbänder mit Begleitern aus Rundbordüren und Tupfen (um 1500), an der Nordwand Madonnendarstellung (nicht erhalten), an der Nordseite vom südöstlichen Pfeiler Figurenfragment (nach Dokumentation wieder überstrichen).<ref>[https://www.kirche-heiden.de]</ref>
2011 weitere Funde: am südöstlichen Schildbogen Wellenranke (Erstfassung, 14. Jh.), im südöstlichen Seitenschiffjoch Ornamentband im Scheitel der Gewölbekappe (Erstfassung, 14. Jh.), im Mittelschiffgewölbe Ornamentranken (Zweitfassung, 15. Jh.), im Westjoch des Nordschiffs Gratbänder mit Begleitern aus Rundbordüren und Tupfen (um 1500), an der Nordwand Madonnendarstellung (nicht erhalten), an der Nordseite vom südöstlichen Pfeiler Figurenfragment (nach Dokumentation wieder überstrichen).<ref>Website der Kirchengemeinde [https://www.kirche-heiden.de]</ref>


==Ausstattung==
==Ausstattung==
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Auf den Glocken, s. o.  
Auf den Glocken, s. o.  
==Orgel==
==Orgel==
Die Kirche besaß bereits vor 1605 eine Orgel. Pastor Simon Finke berichtete damals, die Kirche habe eine Orgel, aber der Küster könne nicht spielen. Neubau wahrscheinlich vor dem Turmbrand 1663. Der Name des Orgelbauers ist nicht bekannt. 1865 Erneuerung durch den Orgelbauer August Randebrock (1825–1876) aus Paderborn (Orgelwerk erneuert, Disposition vergrößert auf 9 Register und angehängtem Pedal, noch brauchbare Pfeifen wurden wiederverwendet). 1912 Neubau einer Orgel durch Friedrich Klaßmeier (1880–1943) aus Kirchheide bei Lemgo mit Vergrößerung der Orgelempore bis an das westliche Pfeilerpaar mit Dirigentenkanzel. Eine elektrische Windversorgungsmaschine wurde später angefügt. 1970 bei der umfangreichen Kirchenrenovierung entfernt und 1973 Einbau einer neuen Orgel des VEB Jehmlich Orgelbau/Dresden (mechanische Schleifladenorgel mit zwei Manualen und Pedal, 20 klingenden Stimmen, 1.318 Zinnpfeifen und 42 Holzpfeifen, verteilt auf 6 Pedalregister, 7 Hauptwerksregister und 8 Schwellwerksregister), eingeweiht am 16. Dezember 1973.<ref>[https://organindex.de/index.php?title=Lage_(Lippe)/Heiden,_Dorfkirche Organindex.de].</ref> <ref>[https://www.kirche-heiden.de/orgel Website der Kirchengemeinde].</ref>


==Eigentümer==
==Eigentümer==
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Als erster Priester wird 1315 für Heiden Heinrich von Ickenhausen genannt. <ref>Hüls 1974 S. 106</ref> Eine Liste der weiteren Priester bzw. Pfarrer in Heiden findet sich in der Beschreibung des Pfarrhauses Heiden [[Kirchplatz 8 (Heiden)|Kirchplatz 8]] sowie bei Butterweck bis 1926<ref name="Butterweck" />
Als erster Priester wird 1315 für Heiden Heinrich von Ickenhausen genannt. <ref>Hüls 1974 S. 106</ref> Eine Liste der weiteren Priester bzw. Pfarrer in Heiden findet sich in der Beschreibung des Pfarrhauses Heiden [[Kirchplatz 8 (Heiden)|Kirchplatz 8]] sowie bei Butterweck bis 1926<ref name="Butterweck" />
==Literatur==
==Literatur==
* Saskia Schöfer, Lage (Krs. Lippe). Evangelisch-Reformierte Kirche [Heiden], in: Westfalen, 94. Jg. (2016), S. 432–435, Münster 2016.
* {{MeierLippischeKirchen2004}}
* {{MeierLippischeKirchen2004}}
* {{MeierDorfkirche1995}}.
* {{MeierDorfkirche1995}}.