Kammweg Jüdischer Friedhof (Oerlinghausen): Unterschied zwischen den Versionen

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|Koordinaten=51.9586, 8.66062
|Straße=Kammweg (Oerlinghausen)
}}Der jüdische Friedhof von Oerlinghausen liegt etwa 90 m Luftline südöstlich der [[Tönsbergstraße 4 (Oerlinghausen)|Synagoge]].
==Geschichte==
==Geschichte==
Am Nordwesthang des Tönsberges, , etwa 500 m von der [[Tönsbergstraße 4 (Oerlinghausen)| Synagoge]] entfernt liegt der jüdische Friedhof am Kammweg. Er wurde wahrscheinlich Mitte des 17. Jh. angelegt. 1766 sagte der Oerlinghauser Amtmann aus, der Friedhof bestehe seit 100 Jahren und mehr, Schriftliches läge nicht vor. Für 1892 ist belegt, dass der Friedhof Eigentum der jüdischen Gemeinde war. Die letzte Beisetzung erfolgte 1937. Die meisten Gräber liegen im Südteil, der größte Teil der älteren Grabsteine steht im Nordteil. 3 Kindergräber sind nachweisbar. Untypisch für Lippe sind die bis weit in die 2. Hälfte des 19. Jh. vorkommenden rein hebräischen Inschriften auf den Grabmälern. Die Gestaltung der älteren Grabsteine weist oft auf vermögende Gemeindemitglieder. Einige Steine sind mit Symbolen und Ornamenten geschmückt. Auf dem Friedhof stehen noch ein Denkmal von 1920 für zwei im Ersten Weltkrieg gefallene jüdische Soldaten sowie zwei nach 1945 errichtete Gedenksteine.<ref>Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: {{HengstHandbuch2013}}, S. 566-573, hier S. 572.</ref> Bei seinem Besuch des Friedhofs 1935/36 notierte Moritz Rülf, dass die alten Steine recht verwittert seien, der Friedhof aber sonst gut in Ordnung gehalten werde.<ref>Jürgen Hartmann, [http://www.rosenland-lippe.de/Rosenland-09.pdf ''Die Denkschrift des Detmolder Lehrers und Predigers Moritz Rülf über die Synagogen und Friedhöfe in Lippe 1936/37''] (PDF; 1,1&nbsp;MB), in der E-Publikation Rosenland Lippe 9/2009, S. 20–38, hier S. 27.</ref> Der Friedhof wurde 1985 in die Denkmalliste der Stadt Oerlinghausen mit Nr. 33 eingetragen und wird von der Stadt Oerlinghausen gepflegt.
==Beschreibung==
[[File:Jüdischer Friedhof Oerlinghausen.jpg|thumb|Jüdischer Friedhof Oerlinghausen, Foto: Nikater, 2008]]
Der Friedhof hat eine annähernd ovale Form und ist 673 qm groß und ummauert. Der Zugang erfolgt von Westen durch ein eisernes Gittertor. Insgesamt sind 61 Grabsteine erhalten, der älteste wurde für den am 29. Oktober 1761 verstorbenen Channa Mei'ir gesetzt.<ref>{{PrachtKulturerbe1998}}, S. 337.</ref> Die letzte Beisetzung fand 1937 für Alma Bornheim statt.


==Beschreibung==
Das Denkaml für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten entwarf der Bielefelder Architekt Paul Löwenthal (1890-1943). Innerhalb der Synagogengemeinde war zu diesem Zweck Geld gesammelt worden. Löwenthal, selbst Frontkämpfer, fertigte den Entwurf aus Verbundenheit kostenfrei (er wurde im Dezember 1941 mit seiner Frau Selma ins Ghetto Riga deportiert; beide überlebten nicht). Realisiert wurde der Entwurf durch den Oerlinghauser Bildhauer Hans Lauer.<ref>{{HartmannAltar2024}}, S 27.</ref> Die schlichte Inschrift lautete:<br>
„1914-1918<br>
Die Synagogengemeinde Oerlinghausen ihren gefallenen Söhnen<br>
Ernst Joachim Meyer und Albert Kulemeyer“.


==Inschriften==
==Inschriften==
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==Literatur==
==Literatur==
{{BrockeFriedhof1993}}.
{{PrachtKulturerbe1998}}, S. 337.
Heike Plaß, Ortsartikel Oerlinghausen, in: {{HengstHandbuch2013}}, S. 566-573.


==Quellen==
==Quellen==


==Weblinks==
==Weblinks==
[https://www.gfcjz-lippe.de/index.php/juedische-friedhoefe-in-lippe Dokumentationauf der Website der GfCJZ]
[https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Friedhof_(Oerlinghausen) Wikipedia-Artikel]


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
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{{Objektkategorien}} [[Kategorie:Kammweg (Oerlinghausen]]