Leopoldstraße 15 (Detmold): Unterschied zwischen den Versionen
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Nachdem das südlich anschließende Wohnhaus [[Leopoldstraße 13 (Detmold)|Leopoldstraße 13]] bereits 1894 von der Militärverwaltung gemietet worden war, ging es vor 1897 in deren Eigentum über und wurde als Bezirkskommandantur, Hauptmeldeamt, genutzt. | Nachdem das südlich anschließende Wohnhaus [[Leopoldstraße 13 (Detmold)|Leopoldstraße 13]] bereits 1894 von der Militärverwaltung gemietet worden war, ging es vor 1897 in deren Eigentum über und wurde als Bezirkskommandantur, Hauptmeldeamt, genutzt. | ||
1916 wurde im Hof der Kaserne ein [[Allee Denkmal (Detmold)|Denkmal für das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. | 1916 wurde im Hof der Kaserne ein [[Allee Denkmal (Detmold)|Denkmal für das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 256]] aufgestellt, das 1927/28 an die Allee am Fuß des Schützenbergs versetzt wurde. | ||
==Gebäude== | ==Gebäude== | ||
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[[Datei:DT-Leopoldstr15_Abbruch_Heinemann1980.jpeg|thumb|Abbruch der Kaserne, Ansicht von Süden, um 1959, aus: Heinemann, Detmold Leopoldstraße, 1980]] | [[Datei:DT-Leopoldstr15_Abbruch_Heinemann1980.jpeg|thumb|Abbruch der Kaserne, Ansicht von Süden, um 1959, aus: Heinemann, Detmold Leopoldstraße, 1980]] | ||
[[Datei:DT-Leopoldstr15_BA_DT-30-23.png|thumb|Gedenkstein von 1916 für das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. | [[Datei:DT-Leopoldstr15_BA_DT-30-23.png|thumb|Gedenkstein von 1916 für das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 256 im Hof der Kaserne an der Leopoldstraße, um 1920, LLB, BA DT-30-23 (der Stein wurde 1927/28 versetzt an den Schützenberg)]] | ||
Es entstand ein langgestreckter traufständiger Bau mit – für Detmold ungewöhnlich – drei Geschossen. Die Fassade zur Leopoldstraße war durch einen Mittelrisalit gegliedert. Ein Bestandsaufmaß des Mauermeisters Rakelmann vom Januar 1844 zeigt die Grundrisse eines 155 mal 47 Fuß großen Gebäudes mit zentralen Durchfahrt im Mittelrisalit und je fünfachsigen seitlichen Flügeln. Im Erdgeschoss waren diese mit Einfahrttoren für die hier untergebrachten Kanonen- und Pulverwagen bzw. Feuerspritzen versehen, darüber befanden sich in zwei Geschossen die Mannschafts- und sonstigen Räume. Über der stichbogenförmig geschlossenen Toröffnung öffnete sich eine vierteilige Porte Fenêtre auf einen schmalen Balkon auf geschwungenen Konsolen mit einem für den Klassizismus typischen x-förmigen Eisengeländer. Im Geschoss darüber schmückte ein römisches Thermenfenster den Bau, das Brune gegen das anfängliche Bedenken der Regierung und des Fürsten durchsetzte.<ref>LAV NRW OWL, L 77 C Nr. 539, fol. 222 f.</ref> Im Giebeldreieck fand sich ein Rundfenster (Okulus), 1836 wurde hier eine Uhr des Hofuhrmachers Dejean für 45 Taler angebracht.<ref> LAV NRW OWL, L 77 C Nr. 559: Uhr des Militärgebäudes 1836–185.</ref> In jedem Flügel gab es ein eigenes, von der Durchfahrt erschlossenes Treppenhaus, darunter lagen die Abtritte. Ein Mittelflur in Längsachse der Kaserne erschloss die einzelnen Räume. | Es entstand ein langgestreckter traufständiger Bau mit – für Detmold ungewöhnlich – drei Geschossen. Die Fassade zur Leopoldstraße war durch einen Mittelrisalit gegliedert. Ein Bestandsaufmaß des Mauermeisters Rakelmann vom Januar 1844 zeigt die Grundrisse eines 155 mal 47 Fuß großen Gebäudes mit zentralen Durchfahrt im Mittelrisalit und je fünfachsigen seitlichen Flügeln. Im Erdgeschoss waren diese mit Einfahrttoren für die hier untergebrachten Kanonen- und Pulverwagen bzw. Feuerspritzen versehen, darüber befanden sich in zwei Geschossen die Mannschafts- und sonstigen Räume. Über der stichbogenförmig geschlossenen Toröffnung öffnete sich eine vierteilige Porte Fenêtre auf einen schmalen Balkon auf geschwungenen Konsolen mit einem für den Klassizismus typischen x-förmigen Eisengeländer. Im Geschoss darüber schmückte ein römisches Thermenfenster den Bau, das Brune gegen das anfängliche Bedenken der Regierung und des Fürsten durchsetzte.<ref>LAV NRW OWL, L 77 C Nr. 539, fol. 222 f.</ref> Im Giebeldreieck fand sich ein Rundfenster (Okulus), 1836 wurde hier eine Uhr des Hofuhrmachers Dejean für 45 Taler angebracht.<ref> LAV NRW OWL, L 77 C Nr. 559: Uhr des Militärgebäudes 1836–185.</ref> In jedem Flügel gab es ein eigenes, von der Durchfahrt erschlossenes Treppenhaus, darunter lagen die Abtritte. Ein Mittelflur in Längsachse der Kaserne erschloss die einzelnen Räume. | ||