Kolonat 111 (Haustenbeck): Unterschied zwischen den Versionen

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Ehemaliges Kolonat Nr. 111.<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 200 ff.</ref>
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==Geschichte==
==Geschichte==
*Nr. 111 Becker, vormals Walter. — Erbaut 1848. Leibzucht und Teil des Kolonats Nr. 35. <ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, </ref>
Die Stätte entstand im Jahr 1848 durch Teilung der [[Kolonat 35 (Haustenbeck)|Stätte Nr. 35]].
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Die Stätte Nr. 35 wird zwischen zwei Söhnen der Stätte bei deren Verheiratung Ende des Jahres 1848 geteilt. Friedrich Arnold Walter erhielt den Teil der Stätte mit dem Wohnhaus. Mit seiner Eheschließung am 3. Dezember 1848 übernahm er zusammen mit seiner Frau Marie Sophie Henriette Nolte die Bewirtschaftung des Kolonates Nr. 35. Dem Anerben Friedrich Wilhelm Adolph Walter teilte der Vater Wilhelm Walter das [[Kolonat 111 (Haustenbeck)|Kolonat Nr. 111]] zu, die ehemalige Leibzucht<ref>Die Leibzucht wird erwähnt bei {{SprengerHaustenbeck1939}}, </ref> der Stätte Nr. 35.<ref>L 108 A Nr. 145, S. 664ff. und 615f.</ref>
 
Friedrich Wilhelm Adolph Walter (* 3.12.1817, * 8.1.1864) verheiratete sich am 5. November 1848 mit Marie Henriette Elisabeth Kötter (* 30. November 1827, Haustenbeck Nr. 15) und übernahm mit ihr zusammen seinen Anteil des elterlichen Kolonates, der die Kolonatsnummer 111 erhielt.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
 
Die vier Kinder der Ehe, die das Erwachsenenalter erreichten, konnten mit ihrer Eheschließung jeweils die Bewirtschaftung eines Kolonates übernehmen. Zwei Töchter zogen auf Kolonate in Hövelhof. Die Tochter Caroline Friederike Wilhelmine Henriette Walter bezog das Haustenbecker Kolonat [[Kolonat 37 (Haustenbeck)|Dreimann Nr. 37]]. Friedrich Wilhelm übernahm das elterliche Kolonat.
 
Nach dem Tod ihres Ehemannes Friedrich Wilhelm Adolph im Jahr 1864 ging seine Witwe am 9. Oktober 1864 mit Heinrich Friedrich Conrad Hagemeier (* 16.7.1837) von der [[Kolonat 36 (Haustenbeck)|Stätte Nr. 36]] eine zweite Ehe ein. Der zog als Interimswirt auf die Stätte und führte den Kolonatsnamen Walter. Hagemeier war bisher Besitzer der Stätte Nr. 9, die er von seinem Stiefvater Oesterhaus gekauft hatte. Als er sich 1864 auf das Kolonat Nr. 111 verheiratete, verkaufte er die Stätte Nr. 9 an seinen Stiefvater zurück.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
 
Die Tochter dieser zweiten Ehe, Wilhelmine Friederike Auguste Walter, heiratete am 15. April 1888 Christoph Friedrich Walter von der Stätte Nr. 35. Der Sohn Friedrich Heinrich Christoph gründete mit seiner Frau im Jahr 1909 die Stätte Nr. 172. Die Mutter starb am 24.2.1896, der Stiefvater 1908.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
 
Der Sohn aus erster Ehe und Anerbe Friedrich Wilhelm Walter (* 15.9.1852) wurde 1873 Eigentümer des elterlichen Kolonates. Er heiratete 1883 Sophie Henriette Wächter [[Kolonat 17 (Haustenbeck)|von Nr. 17]]. In der nächsten Generation wurde die Stätte an die jüngste Tochter  Friederike Henriette vererbt, da die beiden Söhne im 1. Weltkrieg gefallen waren.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
 
Wegen der Vergrößerung des Truppenübungsplatzes musste Heinrich Becker seine Stätte 1939 verkaufen und räumen. Er erwarb neuen Besitz in Knetterhausen, Gemeinde Loxten bei Versmold und zog im Oktober 1939 aus Haustenbeck fort.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript); vgl. auch: Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}}, S. 54 ff.</ref>
 
Die Gebäude der Stätte blieben zunächst erhalten und wurden für Truppenbelegungen genutzt. Die Ländereien wurden bis Ende der 50er Jahre an Großpächter verpachtet. Nach dem Krieg erhielten bombengeschädigte Einwohner aus Paderborn von der britischen Militärregierung die Erlaubnis, aus den leerstehenden Häusern in Haustenbeck Dachziegel und andere Baugegenstände zu holen. Davon waren auch die Gebäude der Stätte Nr. 111 betroffen. Zurück blieben Ruinen, die wegen Einsturzgefahr Ende der 50er Jahre abgebrochen wurden.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>


==Gebäude==
==Gebäude==
 
Nach 1921 wurde die alte Fachwerkscheune durch einen Neubau ersetzt,
um 1930 auch das alte Fachwerk-Wohnhaus.
==Inschriften==
==Inschriften==


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
* 1901 Walter, Wilhelm, Landwirth. Walter, Heinrich, Leibzüchter.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 206 ff.</ref>
* 1848 Friedrich Wilhelm Adolph Walter oo 1848  Marie Henriette Elisabeth Kötter;
* 1926 Becker, Heinrich, Landwirt.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 673 ff.</ref>
sie II oo 9.10.1864 Heinrich Friedrich Conrad Hagemeier
* 1873 Friedrich Wilhelm Walter oo 1883 Sophie Henriette Wächter
* 1901 (Adressbuch) Walter, Wilhelm, Landwirth. Walter, Heinrich, Leibzüchter.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 206 ff.</ref>
* 1921 Friederike Henriette Walter oo 1919 Hermann Heinrich August Becker, Haustenbeck Nr. 26
* 1926 (Adressbuch) Becker, Heinrich, Landwirt.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 673 ff.</ref>


==Literatur==
==Literatur==

Aktuelle Version vom 31. Juli 2026, 01:14 Uhr

Kolonat 111 (Haustenbeck)
OrtsteilHaustenbeck
Straße-
Hausnummer-
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHaustenbeck
Hausnummer111

Die Stätte Walter, später Becker, mit der Nr. 111 wurde 1848 gegründet.[1]

Geschichte

Die Stätte entstand im Jahr 1848 durch Teilung der Stätte Nr. 35. Die Stätte Nr. 35 wird zwischen zwei Söhnen der Stätte bei deren Verheiratung Ende des Jahres 1848 geteilt. Friedrich Arnold Walter erhielt den Teil der Stätte mit dem Wohnhaus. Mit seiner Eheschließung am 3. Dezember 1848 übernahm er zusammen mit seiner Frau Marie Sophie Henriette Nolte die Bewirtschaftung des Kolonates Nr. 35. Dem Anerben Friedrich Wilhelm Adolph Walter teilte der Vater Wilhelm Walter das Kolonat Nr. 111 zu, die ehemalige Leibzucht[2] der Stätte Nr. 35.[3]

Friedrich Wilhelm Adolph Walter (* 3.12.1817, * 8.1.1864) verheiratete sich am 5. November 1848 mit Marie Henriette Elisabeth Kötter (* 30. November 1827, Haustenbeck Nr. 15) und übernahm mit ihr zusammen seinen Anteil des elterlichen Kolonates, der die Kolonatsnummer 111 erhielt.[4]

Die vier Kinder der Ehe, die das Erwachsenenalter erreichten, konnten mit ihrer Eheschließung jeweils die Bewirtschaftung eines Kolonates übernehmen. Zwei Töchter zogen auf Kolonate in Hövelhof. Die Tochter Caroline Friederike Wilhelmine Henriette Walter bezog das Haustenbecker Kolonat Dreimann Nr. 37. Friedrich Wilhelm übernahm das elterliche Kolonat.

Nach dem Tod ihres Ehemannes Friedrich Wilhelm Adolph im Jahr 1864 ging seine Witwe am 9. Oktober 1864 mit Heinrich Friedrich Conrad Hagemeier (* 16.7.1837) von der Stätte Nr. 36 eine zweite Ehe ein. Der zog als Interimswirt auf die Stätte und führte den Kolonatsnamen Walter. Hagemeier war bisher Besitzer der Stätte Nr. 9, die er von seinem Stiefvater Oesterhaus gekauft hatte. Als er sich 1864 auf das Kolonat Nr. 111 verheiratete, verkaufte er die Stätte Nr. 9 an seinen Stiefvater zurück.[5]

Die Tochter dieser zweiten Ehe, Wilhelmine Friederike Auguste Walter, heiratete am 15. April 1888 Christoph Friedrich Walter von der Stätte Nr. 35. Der Sohn Friedrich Heinrich Christoph gründete mit seiner Frau im Jahr 1909 die Stätte Nr. 172. Die Mutter starb am 24.2.1896, der Stiefvater 1908.[6]

Der Sohn aus erster Ehe und Anerbe Friedrich Wilhelm Walter (* 15.9.1852) wurde 1873 Eigentümer des elterlichen Kolonates. Er heiratete 1883 Sophie Henriette Wächter von Nr. 17. In der nächsten Generation wurde die Stätte an die jüngste Tochter Friederike Henriette vererbt, da die beiden Söhne im 1. Weltkrieg gefallen waren.[7]

Wegen der Vergrößerung des Truppenübungsplatzes musste Heinrich Becker seine Stätte 1939 verkaufen und räumen. Er erwarb neuen Besitz in Knetterhausen, Gemeinde Loxten bei Versmold und zog im Oktober 1939 aus Haustenbeck fort.[8]

Die Gebäude der Stätte blieben zunächst erhalten und wurden für Truppenbelegungen genutzt. Die Ländereien wurden bis Ende der 50er Jahre an Großpächter verpachtet. Nach dem Krieg erhielten bombengeschädigte Einwohner aus Paderborn von der britischen Militärregierung die Erlaubnis, aus den leerstehenden Häusern in Haustenbeck Dachziegel und andere Baugegenstände zu holen. Davon waren auch die Gebäude der Stätte Nr. 111 betroffen. Zurück blieben Ruinen, die wegen Einsturzgefahr Ende der 50er Jahre abgebrochen wurden.[9]

Gebäude

Nach 1921 wurde die alte Fachwerkscheune durch einen Neubau ersetzt, um 1930 auch das alte Fachwerk-Wohnhaus.

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1848 Friedrich Wilhelm Adolph Walter oo 1848 Marie Henriette Elisabeth Kötter;

sie II oo 9.10.1864 Heinrich Friedrich Conrad Hagemeier

  • 1873 Friedrich Wilhelm Walter oo 1883 Sophie Henriette Wächter
  • 1901 (Adressbuch) Walter, Wilhelm, Landwirth. Walter, Heinrich, Leibzüchter.[10]
  • 1921 Friederike Henriette Walter oo 1919 Hermann Heinrich August Becker, Haustenbeck Nr. 26
  • 1926 (Adressbuch) Becker, Heinrich, Landwirt.[11]

Literatur

  • Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
  • Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck (Hg.): Haustenbeck 1659 - 1939 - 1989. Schlangen 1989
  • Hildegard Mehrmann (Hg.): Das ehemalige Haustenbeck in der Senne. Lage 1993
  • Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 200 ff.
  2. Die Leibzucht wird erwähnt bei Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939,
  3. L 108 A Nr. 145, S. 664ff. und 615f.
  4. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  5. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  6. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  7. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  8. Forschungen Walter Göbel (Manuskript); vgl. auch: Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff.
  9. Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  10. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 206 ff.
  11. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 673 ff.

Autor*innen

Margit Lenniger, Olaf Biere

Seitenhistorie

Seite erstellt am 08.07.2026 von Olaf Biere

Letzte Änderung am: 31.07.2026 von Margit Lenniger