Heidensche Straße 160 (Heiden): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Hof Avenhaus, ehemals Heiden Nr. 1
}}Hof Avenhaus, ehemals Heiden Nr. 1.


==Geschichte==
==Geschichte==
Der Hof Avenhaus, die Hausstätte Heidensche Straße 160 / (bis 1970) Lagesche Str. 45 / Heiden Nr. 1 gehört zu den ersten Siedlerstellen in Heiden, den vier Urhöfen, mit denen vor mehr als 1000 Jahren eine dauerhafte Siedlungsentwicklung in Heiden begann. Die ersten vier Ansiedlungen fanden statt auf den Höfen Avenhaus, Sültemeier, Akemeier und dem Meier zu Heiden. Diese erste Gründungsphase zur Siedlungsentwicklung war zur Zeit der Gründung der Kirche in Heiden (zwischen 950 und 1025) bereits abgeschlossen.<ref>{{HülsHeiden1974}} S.100 ff </ref>   
Der Hof Avenhaus, die Hausstätte Heidensche Straße 160 / (bis 1970) Lagesche Str. 45 / Heiden Nr. 1 gehört zu den ersten Siedlerstellen in Heiden, den vier Urhöfen, mit denen vor mehr als 1000 Jahren eine dauerhafte Siedlungsentwicklung in Heiden begann. Die ersten vier Ansiedlungen fanden statt auf den Höfen Avenhaus, Sültemeier, Akemeier und dem Meier zu Heiden. Diese erste Gründungsphase zur Siedlungsentwicklung war zur Zeit der Gründung der Kirche in Heiden (zwischen 950 und 1025) bereits abgeschlossen.<ref>{{HülsHeiden1974}} S.100 ff </ref>   


Die Hofstelle liegt an der Heidenschen Straße westlich des Oetternbaches auf zum Bach flach geneigtem Gelände. Die zum Hof gehörenden Grundflächen umschließen den Hof allseitig und reichten früher westlich, im Flurbereich Seelenkamp und Erfkamp bis an die Stadtgrenze nach Lage. Weitere Grün- und Ackerflächen des Hofes liegen im Auenbereich des Oetternbaches sowie im flachen Hangbereich am Heideweg. Bei Hüls, Heiden in Lippe sind auf Abb. 38 im Kartenteil die Flächen im Besitz des Hofes Avenhaus sowie die der anderen heidener Bauern dargestellt, wobei er Bezug nimmt auf die Friemelsche Karte von 1728.<ref>Hüls, 1974, Abb. 38 </ref>
Die Hofstelle liegt an der Heidenschen Straße westlich des Oetternbaches auf zum Bach flach geneigtem Gelände. Die zum Hof gehörenden Grundflächen umschließen den Hof allseitig und reichten früher westlich, im Flurbereich Seelenkamp und Erfkamp bis an die Stadtgrenze nach Lage. Weitere Grün- und Ackerflächen des Hofes liegen im Auenbereich des Oetternbaches sowie im flachen Hangbereich am Heideweg. Bei Hüls, Heiden in Lippe sind auf Abb. 38 im Kartenteil die Flächen im Besitz des Hofes Avenhaus sowie die der anderen heidener Bauern dargestellt, wobei er Bezug nimmt auf die Friemelsche Karte von 1728.<ref>Hüls, 1974, Abb. 38 </ref>
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[[Datei: Heidensche Straße 160.jpg | thumb | Heidensche Straße 160, Foto Lothar Kaup 2026]]
[[Datei: Heidensche Straße 160.jpg | thumb | Heidensche Straße 160, Foto Lothar Kaup 2026]]


Die Hofstelle Avenhaus befindet sich seit Langem im Familienbesitz. Der Hofplatz ist vierseitig von Gebäuden umgeben. Das Haupthaus Heidensche Str. 160 steht an der Südseite des Hofes, der Hofzufahrt gegenüber. Die ehemalige Leibzucht von 1822, die sich nahe der Hofzufahrt an deren Westseite befindet, hat die Adresse [[Heidensche Straße 158 (Heiden)|Heidensche Straße 158]]. An der West- und Südseite des Hofes stehen große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude aus Mauerwerk. Neben bzw. hinter dem Wohnhaus stehen ein Nebengebäude und ein kleines altes Backhaus von 1654, beide in Fachwerkbauweise. Auch das westlich gelegene Arbeiterhaus Heidensche Straße 130 gehört zum Hof Avenhaus.
Die Hofstelle Avenhaus befindet sich seit dem Siedlungsbeginn im Familienbesitz. Der Hofplatz ist vierseitig von Gebäuden umgeben. Das Haupthaus Heidensche Str. 160 steht an der Südseite des Hofes, der Hofzufahrt gegenüber. Die ehemalige Leibzucht von 1822, die sich nahe der Hofzufahrt an deren Westseite befindet, hat die Adresse [[Heidensche Straße 158 (Heiden)|Heidensche Straße 158]]. An der West- und Südseite des Hofes stehen große, ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude aus Mauerwerk. Neben bzw. hinter dem Wohnhaus stehen ein Nebengebäude und ein kleines altes Backhaus von 1654, beide in Fachwerkbauweise. Auch das westlich gelegene Arbeiterhaus Heidensche Straße 130 gehört zum Hof Avenhaus.


Der Urkatasterplan von 1883 zeigt an der Stelle des jetzigen Wohnhauses eine Fläche, auf der ein in Nord-Südrichtung langgestrecktes großes Gebäude bestand. Dieses ehemalige Haupthaus der Hofstätte ist kurz nach dem 1. Weltkrieg abgebrannt. Der Fachwerkgiebel dieses Hauses wurde mit dem Torbogen danach in Oberloßbruch Nr. 10 wieder aufgebaut. An der Stelle des alten Haupthauses ist auf dem Hof Avenhaus in 1922 das jetzt bestehende Wohnhaus, ein zweigeschossiges massives Gebäude mit einem Krüppelwalmdach erbaut worden. Zur Hofseite besteht ein Vorbau mit dem zentralen Hauseingang. Die schlichte Fassade mit glattem Putz hat nur an den Vorbau- und den Gebäudeecken eine einfache Säulendarstellung als Putzvorlagen. Ein offener Vorbau auf vier Säulen bildet eine Eingangsüberdachung mit darüberliegendem Balkon. Im Giebel zur Hofseite zeigt ein Emblem im Putz eine Getreidegarbe und einfaches landwirtschaftliches Gerät sowie die Jahreszahl 1922 als Hinweis zum Baudatum.
Der Urkatasterplan von 1883 zeigt an der Stelle des jetzigen Wohnhauses eine Fläche, auf der ein in Nord-Südrichtung langgestrecktes großes Gebäude bestand. Dieses ehemalige Haupthaus der Hofstätte ist kurz nach dem 1. Weltkrieg abgebrannt. Der Fachwerkgiebel dieses Hauses wurde mit dem Torbogen danach in Oberloßbruch Nr. 10 wieder aufgebaut. An der Stelle des alten Haupthauses ist auf dem Hof Avenhaus in 1922 das jetzt bestehende Wohnhaus, ein zweigeschossiges massives Gebäude mit einem Krüppelwalmdach erbaut worden. Zur Hofseite besteht ein Vorbau mit dem zentralen Hauseingang. Die schlichte Fassade mit glattem Putz hat nur an den Vorbau- und den Gebäudeecken eine einfache Säulendarstellung als Putzvorlagen. Ein offener Vorbau auf vier Säulen bildet eine Eingangsüberdachung mit darüberliegendem Balkon. Im Giebel zur Hofseite zeigt ein Emblem im Putz eine Getreidegarbe und einfaches landwirtschaftliches Gerät sowie die Jahreszahl 1922 als Hinweis zum Baudatum.


Auf nebenstehendem Foto ist rechts im Hintergrund das alte Bachhaus erkennbar.
Auf nebenstehendem Foto ist rechts im Hintergrund das alte Backhaus erkennbar.
[[Datei:Heiden-Nr-1-Avenhaus-Inschrift-1654.jpg|thumb|Inschrift am alten Backhaus, Foto: Uwe Standera, 2011]]
[[Datei:Heiden-Nr-1-Avenhaus-Inschrift-1654.jpg|thumb|Inschrift am alten Backhaus, Foto: Uwe Standera, 2011]]


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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
* 1568<ref>Hüls 1974 S.123 </ref> Avenhaus
* 1728<ref>Hüls 1974 S.123 </ref> Avenhaus
* 1781<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 109: Salbuch Vogtei Heiden 1781, S. 38</ref> Nr. 1 Avenhaus, ein gemeiner Vollmeier
* 1829<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829, S. 40</ref> Nr. 1 Avenhaus, ein gemeiner Vollmeier 
* 1855<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 137: Salbuch Vogtei Heiden 1855, S. 16</ref> Nr. 1 Avenhaus
* 1901<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 257.ff.</ref> Ernst Avenhaus, Landwirth
* 1901<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 257.ff.</ref> Ernst Avenhaus, Landwirth
* 1926<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 731.ff.</ref> Ernst Avenhaus, Landwirt
* 1926<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 731.ff.</ref> Ernst Avenhaus, Landwirt
Ernst Avenhaus ( 1858-1938), ein Mitglied der Familie Avenhaus aus Heiden, hatte während seiner Ausbildung an der Landwirtschaftsschule in Herford viel über den Anbau von  Zuckerrüben erfahren, wie dies in Sachsen bereits praktiziert wurde. In Lippe wurde E. Avenhaus einer der wichtigsten Initiatoren zur Gründung der Zuckerfabrik Lage und einer der Mitgründer der Aktiengesellschaft, die diese Zuckerfabrik ab 1883 betrieben hat. Die Aufzeichnungen von Ernst Avenhaus zur Gründung der Fabrik sind 1983 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Zuckerfabrik Lage in der Festschrift ders Unternehmens mit dem Titel „100 Jahre Zucker aus Lage 1883 -1983“ veröffentlicht worden.
Ernst Avenhaus ( 1858-1938), ein Mitglied der Familie Avenhaus aus Heiden, hatte während seiner Ausbildung an der Landwirtschaftsschule in Herford viel über den Anbau von  Zuckerrüben erfahren, wie dies in Sachsen bereits praktiziert wurde. In Lippe wurde E. Avenhaus einer der wichtigsten Initiatoren zur Gründung der Zuckerfabrik Lage und einer der Mitgründer der Aktiengesellschaft, die diese Zuckerfabrik ab 1883 betrieben hat. Die Aufzeichnungen von Ernst Avenhaus zur Gründung der Fabrik sind 1983 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Zuckerfabrik Lage in der Festschrift ders Unternehmens mit dem Titel „100 Jahre Zucker aus Lage 1883 -1983“ veröffentlicht worden.