Stiftstraße Kirche (Lemgo): Unterschied zwischen den Versionen

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Die auffallend schlichten Formen der Westseite erklären sich daraus, dass sich hier der Klosterbezirk anschloss. Die ehemalige Bedeutung des Klosters manifestiert sich in der Tatsache, dass Edelherr Otto zur Lippe um 1360 die Marienkirche zur Familiengrabstätte erklärte. Die beiden, von dem um 1380 angefertigten Grabdenkmal des Edelherren und seiner Frau Ermgard von der Mark stammenden Tumbenfiguren aus der Parler-Schule stehen an der Ostwand des Südchores.  
Die auffallend schlichten Formen der Westseite erklären sich daraus, dass sich hier der Klosterbezirk anschloss. Die ehemalige Bedeutung des Klosters manifestiert sich in der Tatsache, dass Edelherr Otto zur Lippe um 1360 die Marienkirche zur Familiengrabstätte erklärte. Die beiden, von dem um 1380 angefertigten Grabdenkmal des Edelherren und seiner Frau Ermgard von der Mark stammenden Tumbenfiguren aus der Parler-Schule stehen an der Ostwand des Südchores.  
Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken zählen die in der Renaissance entstandene Schwalbennest-Orgel, eine Taufe aus dem Jahr 1592 von Georg Crosman und eine Kanzel aus dem Jahr 1643/44 von Hermann Voß.<ref>Kreis Lippe, Denkmalbehörde, 20 Jahre Tag des offenen Denkmals in Lippe, 100 Baudenkmale, Veröffentlichung 2012, S116-117</ref>
[[Datei: Lemgo - 2014-08-16 - St. Marien (11).jpg|thumb|Lemgo - 2014-08-16 - St. Marien (11), Foto: Tsungam]]
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Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken zählen die in der Renaissance entstandene Schwalbennest-Orgel, eine Taufe aus dem Jahr 1592 von Georg Crosman und eine Kanzel aus dem Jahr 1643/44 von Hermann Voß.<ref>Kreis Lippe, Denkmalbehörde, 20 Jahre Tag des offenen Denkmals in Lippe, 100 Baudenkmale, Veröffentlichung 2012, S116-117</ref>
[[Datei: Kirche St. Marien Lemgo, Kanzel.jpg | thumb | Kirche St. Marien Lemgo, Kanzel, Foto L.Kaup 2007]]
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==Orgel==
==Orgel==
'''Hauptorgel'''<br />
Paul Ott (Göttingen) 1975/Siegfried Sauer (Ottbergen) 1999, mechanische Schleiflade mit elektrischem Regierwerk. Hauptwerk und Schwellwerk und Rückpositiv und Trompetenwerk (C-a3), Pedal (C-g1), 45 Register, Heuss-Setzerkombination MP 92,5000 Speicherplätze, Walze, Sequenzer.<ref Name="Wagner">{{WagnerOrgeln2008}}, Seite 152 </ref>
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| '''Rückpositiv<br />C–a<sup>3</sup>''' || '''Hauptwerk<br />C–a<sup>3</sup>''' || '''Schwellwerk<br />C–a<sup>3</sup>''' || '''Trompetenwerk<br />C–a<sup>3</sup>'''<br /> || '''Pedal<br />C–g<sup>1</sup>'''
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| Gedackt 8′ || Pommer 16′ || Rohrgedackt 16′ || Trompete 16′ || Prinzipal 16′
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| Praestant 4′ || Prinzipal 8′ || Holzprinzipal 8′ || Trompete 8′ || Subbaß 16′
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| Rohrcopula 4′ || Rohrflöte 8′ || Salicional 8′ || Trompete 4′ || Quintbaß 10 &frac23;′
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| Nasat 1 &frac13;′ || Koppelflöte 4′ || Oktave 4′ ||  || Gedackt 8′
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| Cromorne 8′ || Oktave 2′ || Nasat 2 &frac23;′ ||  || Nachthorn 2′
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| Tremulant  || Mixtur V–VII  || Waldflöte 2′ ||  || Hintersatz VI
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|  || Cornett III–IV  || Terz 1 &frac35;′ ||  || Posaune 16′
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|  || Trompete 16′ || Sifflöte 1′ ||  || Trompete 8′
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Koppeln: RP/HW, SW/P, SW/HW, TW/HW, TW/SW, RP/P, HW/P, SW/P, TW/P
'''Schwalbennestorgel'''<br />
Renaissance-Orgel aus dem 16. Jahrhundert.Wagner<ref>{{WagnerOrgeln2008}}, Seite 107.</ref><br />
Ausführliche Beschreibung auf der Seite der Marien Kantorei Lemgo.<ref>[https://www.marien-kantorei.de/home/orgeln-in-st-marien/schwalbennestorgel/ Darstellung der Schwalbennestorgel auf der Internetseite der Marien Kantorei Lemgo]</ref>
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| '''Hauptwerk<br />''' || '''Oberwerk<br />''' || '''Pedal<br />'''
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| Praestant 8′ || Praestant 4′ || Bordaunen Baß 16′ 
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| Quintatien 8′ || Hohlpfeiff 8′ || Bassunen Baß 16′
|-
| Gedackt 8′ || Nasatt 3′ || Trumpeten Baß 8′
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| Octave 4′ || Waltpfeiff 2′ || Cornet Baß 2′ 
|-
| Hohlfloyte 4′ || Cimbell 3f. || Gemshornfloyt 1′
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| Mixtur 2′ || Trumpett 8′ || 
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| Mixtur 2′ || Zinke 8′ || 
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| Barpfeiff 8′ ||  || 
|}
'''Positiv'''<br />
Instrument aus der Orgelbaufirma Paul Ott (Göttingen) 1956, Positiv, mechanische Schleiflade, ein Manual (C-f<sup>3</sup>) mit geteilten Schleifen (h-c<sup>1</sup>), 6 Register, Gesellenstück von Dieter Ott (Göttingen).<ref Name="Wagner" />
<!--{{WagnerOrgeln2008}}, Seite 152</ref>-->


==Inventar==
==Inventar==

Aktuelle Version vom 18. August 2026, 09:43 Uhr

Stiftstraße Kirche (Lemgo)
OrtsteilLemgo (Kernstadt)
StraßeStiftstraße (Lemgo)
HausnummerKirche
Karte
Adressbuch von 1901Nein

Ev.-luth. Kirche St. Marien Lemgo

Im September des Jahres 1306 zogen 40 Nonnen von Lahde bei Minden nach Lemgo. Hier wurden die Dominikanerinnen vom Edelherrn Simon I. zur Lippe, seiner Familie, der Ritterschaft des Landes und den Bürgern der Stadt begrüßt.[1]

Geschichte

Die Kirche, ein dreischiffiger gotischer Bau des 13. Jahrhunderts hat die Form der sog. Westfälischen Hallenkirchen.[2]

Gebäude

St. Marien Kirche, 2013, Foto: Tsungam

Die ev.-luth. Pfarrkirche der Neustadt zählt zu den schönsten frühgotischen Hallenkirchen Westfalens. Mit dem Bau wurde etwa 1260/70 begonnen. 1306 gründete der lippische Edelherr Simon I. ein Dominikanerinnen-Kloster für 40 Nonnen und verschaffte dem Kirchenbau damit eine neue Dynamik.

Wegen des hohen Grundwasserspiegels und des sandigen Bodens wurden zahlreiche Holzpfähle in den Untergrund gerammt. Dennoch musste im 14. Jh. der Bau eines Turmes über dem westlichen Mittelschiffjoch wegen statischer Probleme eingestellt werden. Stattdessen wurde in der Zeit der Hochgotik, etwa 1350/60 der mächtige Nordostturm als eigenständiger Baukörper errichtet, der nur minimal auf den älteren Wänden von Chor und Querhaus aufruht und in dessen Erdgeschoss die Sakristei liegt. Als Pendant zum Turm wurde das südliche Seitenschiff um ein Joch (Gewölbeabschnitt) verlängert.

Die auffallend schlichten Formen der Westseite erklären sich daraus, dass sich hier der Klosterbezirk anschloss. Die ehemalige Bedeutung des Klosters manifestiert sich in der Tatsache, dass Edelherr Otto zur Lippe um 1360 die Marienkirche zur Familiengrabstätte erklärte. Die beiden, von dem um 1380 angefertigten Grabdenkmal des Edelherren und seiner Frau Ermgard von der Mark stammenden Tumbenfiguren aus der Parler-Schule stehen an der Ostwand des Südchores.

Zu den bemerkenswerten Ausstattungsstücken zählen die in der Renaissance entstandene Schwalbennest-Orgel, eine Taufe aus dem Jahr 1592 von Georg Crosman und eine Kanzel aus dem Jahr 1643/44 von Hermann Voß.[3]

Lemgo - 2014-08-16 - St. Marien (11), Foto: Tsungam
Schwalbennest -Orgel, Foto G. Milting 2011
Kirche St. Marien Lemgo, Kanzel, Foto L.Kaup 2007

Inschriften

Glocken

Eine erste Glocke aus dem Jahr 1568 wurde 1867 eingeschmolzen und für eine neue Glocke verwendet. Zwei Glocken aus dem Jahr 1867 fielen unter die Kriegsabgabe 1914. Eine Glocke aus dem Jahr 1835, gegossen bei Grewe und Humpert in Brilon, fiel unter die Kriegsabgabe 1942, sie existiert nicht mehr.
Die drei Stahlglocken wurden 1922 beim Bochumer Verein gegossen. Die Bronzeglocke von 1835 wurde 1926 kam an die lutherische Kirchengemeinde St. Johann.
Am Turm befinden sich zwei Uhrenglocken mit Stundenschlag und Viertelstundenschlag. [4], [5]

Schlagton Gussjahr ⌀ in mm m in kg Inschrift
A 1926 ./. 3300 Gelobt sei Gott im höchsten Thron,
der uns schenkt seinen eingen Sohn.
c1 1926 ./. 1900 Halt im Gedächtnis Jesum Christ,
der von dem Tod erstanden ist.
es1 1926 ./. 1250 O heilger Geist, du Tröster wert,
gib deinem Volk einerlei Sinn auf Erd.


Uhrenglocken Gussjahr Inschrift
Stundenglocke 1519 o . maria . walt . uns . vorwerfen . eyne . salyge . vir .
als . wir . sollen . sterben . anno . domini . MCCCCXIX
Viertelstundenglocke 1630 Christe veni cum pace o rex glorie.

Orgel

Hauptorgel
Paul Ott (Göttingen) 1975/Siegfried Sauer (Ottbergen) 1999, mechanische Schleiflade mit elektrischem Regierwerk. Hauptwerk und Schwellwerk und Rückpositiv und Trompetenwerk (C-a3), Pedal (C-g1), 45 Register, Heuss-Setzerkombination MP 92,5000 Speicherplätze, Walze, Sequenzer.[6]

Rückpositiv
C–a3
Hauptwerk
C–a3
Schwellwerk
C–a3
Trompetenwerk
C–a3

Pedal
C–g1
Gedackt 8′ Pommer 16′ Rohrgedackt 16′ Trompete 16′ Prinzipal 16′
Praestant 4′ Prinzipal 8′ Holzprinzipal 8′ Trompete 8′ Subbaß 16′
Rohrcopula 4′ Rohrflöte 8′ Salicional 8′ Trompete 4′ Quintbaß 10 ⅔′
Schwiegel 2′ Oktave 4′ Copular 8′ Oktave 8′
Nasat 1 ⅓′ Koppelflöte 4′ Oktave 4′ Gedackt 8′
Scharff III–IV Quinte 2 ⅔′ Traversflöte 4′ Oktave 4′
Cromorne 8′ Oktave 2′ Nasat 2 ⅔′ Nachthorn 2′
Tremulant Mixtur V–VII Waldflöte 2′ Hintersatz VI
Cornett III–IV Terz 1 ⅗′ Posaune 16′
Trompete 16′ Sifflöte 1′ Trompete 8′
Trompete 8′ Mixtur V–VI Tremulant
Tremulant Bassons 16′
Hautbois 8′
Clairon 4′

Koppeln: RP/HW, SW/P, SW/HW, TW/HW, TW/SW, RP/P, HW/P, SW/P, TW/P

Schwalbennestorgel
Renaissance-Orgel aus dem 16. Jahrhundert.Wagner[7]
Ausführliche Beschreibung auf der Seite der Marien Kantorei Lemgo.[8]

Hauptwerk
Oberwerk
Pedal
Praestant 8′ Praestant 4′ Bordaunen Baß 16′
Quintatien 8′ Hohlpfeiff 8′ Bassunen Baß 16′
Gedackt 8′ Nasatt 3′ Trumpeten Baß 8′
Octave 4′ Waltpfeiff 2′ Cornet Baß 2′
Hohlfloyte 4′ Cimbell 3f. Gemshornfloyt 1′
Mixtur 2′ Trumpett 8′
Mixtur 2′ Zinke 8′
Barpfeiff 8′

Positiv
Instrument aus der Orgelbaufirma Paul Ott (Göttingen) 1956, Positiv, mechanische Schleiflade, ein Manual (C-f3) mit geteilten Schleifen (h-c1), 6 Register, Gesellenstück von Dieter Ott (Göttingen).[6]

Inventar

Eigentümer

Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Marien Lemgo

Pastoren

bis 1926 [2]

  • JJJJ

Literatur

  • Burkhard Meier, Lippische Kirchen, Detmold 2004

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Burkhard Meier, Lippische Kirchen, Detmold 2004, S. 129
  2. 2,0 2,1 Wilhelm Butterweck, Die Geschichte der Lippischen Landeskirche, Schötmar 1926, Seite 471 ff
  3. Kreis Lippe, Denkmalbehörde, 20 Jahre Tag des offenen Denkmals in Lippe, 100 Baudenkmale, Veröffentlichung 2012, S116-117
  4. Lippische Landeskirche, Archivbestand 07.17
  5. Ernst Wiesekopsieker, Die Glocken des Lipperlandes, 1970. Unveröffentlichtes Manuskript, Archiv der Lippischen Landeskirche 02.01.01 Nr. 3237
  6. 6,0 6,1 Alexander Wagner, Orgeln in Lippe (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Band 80), Detmold 2008, Seite 152
  7. Alexander Wagner, Orgeln in Lippe (Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe; Band 80), Detmold 2008, Seite 107.
  8. Darstellung der Schwalbennestorgel auf der Internetseite der Marien Kantorei Lemgo

Autor*innen

Wolfgang Kramer, Lothar Kaup

Seitenhistorie

Seite erstellt am 26.05.2026 von Wolfgang Kramer

Letzte Änderung am: 18.08.2026 von Wolfgang Kramer