Kolonat 30 (Hörste): Unterschied zwischen den Versionen

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Dr. Horst Wissbrock (Diskussion | Beiträge)
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Als Familienname und/oder als Orts- bzw. Wohnplatzbezeichnung („auf'm Schapeler“) taucht ''Schapeler'' in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf  -  dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit ''Seuwen hinter dem Berge''. Uneheliche Schwangerschaften wurden als "Unpflicht" vor dem Gogericht mit Bußgeld geahndet; in den Registern finden sich: ''Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel'' (1603/04) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226 </ref> , ''Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo'' (1607/08) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287 </ref>  , ''Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do'' (1609) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116 </ref> , ''Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do'' (1613).<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306 </ref>
Als Familienname und/oder als Orts- bzw. Wohnplatzbezeichnung („auf'm Schapeler“) taucht ''Schapeler'' in Hörste ebenfalls ab 1603/04 auf  -  dies allerdings zunächst nicht in einem erkennbaren Zusammenhang mit ''Seuwen hinter dem Berge''. Uneheliche Schwangerschaften wurden als "Unpflicht" vor dem Gogericht mit Bußgeld geahndet; in den Registern finden sich: ''Engelke uffm Schapeler vnd Berend vfm Bockel'' (1603/04) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 226 </ref> , ''Bartoldt Rykehoff primo vnd Anna Ihm Schapeler primo'' (1607/08) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 287 </ref>  , ''Boker Cordt 2do vnnd Anneke Ihm Schapeler 2do'' (1609) <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 172, S. 116 </ref> , ''Johan Jobst Schaffer von Bauensen primo vnd Anna Ihm Schapeler 2do'' (1613).<ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 171, S. 306 </ref>
   
   
1611/12 wird über eine Hochzeit "des Schapeler" berichtet: <ref> LAV NRW OWL, L 89 A Nr.172, S. 195 </ref> ''Schapeler hat Hochzeit gehalten, nachfolgende sindt beÿ ihm gewesen: Küstersche zu Stapelage, Angenete Lütckebrune, Vogt im Stuckenbrocke, Meÿer zum Bockel, der Müller zum Bockel, und der Meÿer zu Stapelage mit seinen Kindern, Austman zu Hörste.'' Die Gäste sind also wichtige Leute aus der paderbornischen wie lippischen Umgebung.
1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt  -  dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.<ref> LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586 </ref> So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit ''Curdt im Schapler'' zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 ... 13).
1630 wird ein wohl in oder nahe der Senne ansässiges Ehepaar namens Schapeler in einem Raub- und Mordprozess angeklagt  -  dies allerdings ohne einen direkten Hinweis auf „den Schapeler“ als Wohnsitz.<ref> LAV NRW OWL, L 86 Nr. 586 </ref> So wird dort beispielsweise beschrieben, wie der gemeinsam mit ''Curdt im Schapler'' zum Tode durch das Schwert verurteilte Kumpan Johan Sauer aus Lage einen ahnungslosen und ortsunkundigen jungen Mann aus Kassel angeblich von Lage nach Bielefeld hatte begleiten wollen, ihn durch die Senne geführt, dort an einsamer Stelle hinterrücks erschlagen und entkleidet habe. Danach sei er dann mit den Kleidern in das Haus von Cord Schapeler gegangen. Alsbald hätten die beiden die Leiche auf dem Tönsberg verscharrt (S. 22/23, Ziffern 5 ... 13).


1656/57 stirbt ''Ilsche Schapelers, eine ledige Persohn, beÿ dem alten Müller zu Stapelage.''Sie hinterlässt etwas Geld, dass sie den Armen zu Stapelage vermacht.<ref>LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 176, S. 347</ref>
1656/57 stirbt ''Ilsche Schapelers, eine ledige Persohn, beÿ dem alten Müller zu Stapelage.''Sie hinterlässt etwas Geld, dass sie den Armen zu Stapelage vermacht.<ref>LAV NRW OWL, L 89 A Nr. 176, S. 347</ref>


Erstmals im Viehschatzregister von 1662 wird dann ''Gercke im Schapeler'' (1628 - 1724) genannt, dessen Abstammung/Herkunft unklar bleibt, der und dessen Nachfahren aber die Stätte Schapeler im weiteren besitzen und bewirtschaften.
Erstmals im Viehschatzregister von 1662 wird dann ''Gercke im Schapeler'' (1628 - 1724) genannt, dessen Abstammung/Herkunft unklar bleibt (ein "im Exil" (Stukenbrock ?) geborener Sohn aus der 1611/12 geschlossenen Schapeler-Ehe ?), der und dessen Nachfahren aber die Stätte Schapeler im weiteren besitzen und bewirtschaften.  
   
   
Werner Schapeler<ref> Werner Schapeler (1933 - 2015) in Hörste hat allerlei Kopien von Archivalien zur Familiengeschichte Schapeler hinterlassen, allerdings ohne Quellenangaben, was die Überprüfung erschwert.</ref> hat nachgewiesen, dass die von nun an in allen Registern präsente Hörster Stätte Schapeler in der Senne (später Nr. 30)  die wieder aufgebaute und wieder besiedelte ehemalige Stätte des Se(u)ven (Severin) hinter dem Berge ist. Dies geht aus zwei eher versteckten Belegen mit folgenden Aussagen hervor: a) ''Severing an Iggenhausen Eigen hatt sich von da freÿ kaufen und sich der Herrschafft müßen eigen geben auff Schapeler.'' <ref> LAV NRW OWL, L 21 Nr. 181, Bl. 119. In der ersten Hälfte des 18. Jh.s entwickelt sich ein fundamentaler und lang anhaltender Streit zwischen dem Meier zu Stapelage und seinem Kötter Massiek über Abgaben und Dienste. Belästigt von fortwährenden Schriftsätzen und Eingaben der Kontrahenten ernennt die lippische Regierung in den 1740er Jahren den Reg.rat Simon Henrich Blome zu einer Art Sonderbeauftragten zur Klärung der Rechtslage in diesem Streit. Blome recherchiert auch auf anderen Stapelager Kötterstätten; über obiger Aussage steht geschrieben: ''Notatu den 5ten Julÿ 1746.  auffm Schapeler in der Senke.'' </ref> und b) ''Seven im Schapeler ist eigen mit der Fr.''(au) ''Ihro Gnad.''(en).<ref> Die Signatur der Quelle dieser Aussage ist noch nicht geklärt. Es liegt aus dem Nachlass von Werner Schapeler die Kopie eines mit dem Seitenstempel „49“ versehenen Blattes einer Archivalie vor, die vermutlich im 18. Jahrhundert ähnlich oben beschriebener Situation ältere Rechtsverhältnisse zur Stätte Schapeler zusammenstellt  -  vor obiger Aussage steht: ''Extract aus dem Verzeichnis der Unterthanen des Kirchspiels Lage und Stapelage, welche freÿ oder eigenbehörige seÿen de Ao 1620.'' Solche Eigenbehörigen-Verzeichnisse aus dieser Zeit sind von wenigen Vogteien erhalten, von der Vogtei Lage leider nicht (freundl. Hinweis Roland Linde).</ref>
Werner Schapeler<ref> Werner Schapeler (1933 - 2015) in Hörste hat allerlei Kopien von Archivalien zur Familiengeschichte Schapeler hinterlassen, dies allerdings ohne Quellenangaben, was die Überprüfung erschwert.</ref> hat nachgewiesen, dass die von nun an in allen Registern präsente Hörster Stätte Schapeler in der Senne (später Nr. 30)  die wieder aufgebaute und wieder besiedelte ehemalige Stätte des Se(u)ven (Severin) hinter dem Berge ist. Dies geht aus zwei eher versteckten Belegen mit folgenden Aussagen hervor: a) ''Severing an Iggenhausen Eigen hatt sich von da freÿ kaufen und sich der Herrschafft müßen eigen geben auff Schapeler.'' <ref> LAV NRW OWL, L 21 Nr. 181, Bl. 119. In der ersten Hälfte des 18. Jh.s entwickelt sich ein fundamentaler und lang anhaltender Streit zwischen dem Meier zu Stapelage und seinem Kötter Massiek über Abgaben und Dienste. Belästigt von fortwährenden Schriftsätzen und Eingaben der Kontrahenten ernennt die lippische Regierung in den 1740er Jahren den Reg.rat Simon Henrich Blome zu einer Art Sonderbeauftragten zur Klärung der Rechtslage in diesem Streit. Blome recherchiert auch auf anderen Stapelager Kötterstätten; über obiger Aussage steht geschrieben: ''Notatu den 5ten Julÿ 1746.  auffm Schapeler in der Senke.'' </ref> und b) ''Seven im Schapeler ist eigen mit der Fr.''(au) ''Ihro Gnad.''(en).<ref> Die Signatur der Quelle dieser Aussage ist noch nicht geklärt. Es liegt aus dem Nachlass von Werner Schapeler die Kopie eines mit dem Seitenstempel „49“ versehenen Blattes einer Archivalie vor, die vermutlich im 18. Jahrhundert ähnlich oben beschriebener Situation ältere Rechtsverhältnisse zur Stätte Schapeler zusammenstellt  -  vor obiger Aussage steht: ''Extract aus dem Verzeichnis der Unterthanen des Kirchspiels Lage und Stapelage, welche freÿ oder eigenbehörige seÿen de Ao 1620.'' Solche Eigenbehörigen-Verzeichnisse aus dieser Zeit sind von wenigen Vogteien erhalten, von der Vogtei Lage leider nicht (freundl. Hinweis Roland Linde).</ref> Mit anderen Worten: Der 1611/12 die (zweite) Ehe schließende Schapeler ist ''Seuwen achter dem Berge''.<ref>Damit stellt sich auch eine mögliche Erklärung für Angenete Lütckebrune als Gast der Hochzeit 1611/12 dar: Der kleinere Hof Brune/Brüning/Lütke Brune/schließlich Lütgebrune im etwas entfernteren Ehrentrup war - wie der Bräutigam Seuwen oder Severin ursprünglich auch - dem Rittergut Iggenhausen eigen, gehörte zu den St. Viti-Freien. Somit kann Angenete Lütckebrune als nahe Verwandte (Schwester ?) des Bräutigams vermutet werden.</ref>


Das Salbuch von 1680 stützt die These „Schapeler bedeutet Schäfer“: <ref> LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 96, S. 140 </ref> ''Tÿes Henrich, Henrich Geers und Gerken Scheper, so noch abgebrandt sind, seindt vorgesetzten kleinen'' (Stätten) ''in allem gleich.'' 1685 hingegen findet sich unter ''Des Meÿers zu Stapela Kotters'' der Eintrag: ''Schapeler  daß Haus vnndt 6 sch.; die Scheffel Saat 6 gr.''<ref> LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 215 </ref>
Das Salbuch von 1680 stützt die These „Schapeler bedeutet Schäfer“: <ref> LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 96, S. 140 </ref> ''Tÿes Henrich, Henrich Geers und Gerken Scheper, so noch abgebrandt sind, seindt vorgesetzten kleinen'' (Stätten) ''in allem gleich.'' 1685 hingegen findet sich unter ''Des Meÿers zu Stapela Kotters'' der Eintrag: ''Schapeler  daß Haus vnndt 6 sch.; die Scheffel Saat 6 gr.''<ref> LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 97, S. 215 </ref>
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Der neue Besitzer der Schapelerstätte verliert noch im selben Jahr seine Frau, heiratet 1872 erneut  –  Justine Amalie (genannt Auguste) Ostmann aus dem Hörster Krug, eine Nichte seiner verstorbenen ersten Ehefrau. Mitte 1887 verstirbt Wilhelm Sölter selbst an der auf dem Schapeler häufiger auftretenden Schwindsucht. Vor der nächsten Ehe der Witwe wird im April 1888 einen ''Schichtung'' (Erbteilsfestlegung für die Kinder erster Ehe) protokolliert, für die der Wert der Stätte bestimmt werden muss. Dabei wird die damalige Situation auf dem Schapeler trefflich beschrieben: <ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 47 </ref>  
Der neue Besitzer der Schapelerstätte verliert noch im selben Jahr seine Frau, heiratet 1872 erneut  –  Justine Amalie (genannt Auguste) Ostmann aus dem Hörster Krug, eine Nichte seiner verstorbenen ersten Ehefrau. Mitte 1887 verstirbt Wilhelm Sölter selbst an der auf dem Schapeler häufiger auftretenden Schwindsucht. Vor der nächsten Ehe der Witwe wird im April 1888 einen ''Schichtung'' (Erbteilsfestlegung für die Kinder erster Ehe) protokolliert, für die der Wert der Stätte bestimmt werden muss. Dabei wird die damalige Situation auf dem Schapeler trefflich beschrieben: <ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 47 </ref>  
''Aus den im heutigen Protokoll angegebenen Gründen, namentlich deshalb, weil ein mitten in der Senne,'' ''von anderen Orten weit entfernt liegendes Colonat, zu dem nur Sandländereien gehören, schwer zu bewirthschaften ist, überhaupt nur einen geringen Ertrag an Früchten liefert und die Ernte hier ganz besonders von Witterungsverhältnissen abhängig ist, die Häuser noch theilweise mit Strohdächern versehen und deshalb die höchste Abgabe davon bezahlt werden muß, während für die vermietheten Räume hier mitten in der Senne nur ein geringes Mietgeld erzielt werden kann und wie dem Gerichte bekannt, der verstorbene Ehemann der Witwe Sölter, ein fleißiger, solider, sparsamer Mann nur mit Mühe auf dem Colonate hat existieren können .''   .  Der Hof wird mit allem Inventar und Vieh auf knapp 30 000 Mark geschätzt, nach Abzug von etwa 10000 Mark Schulden die Hälfte der verbleibenden Differenz den sechs hinterbliebenen Kindern erster Ehe als späteres Erbe zugesprochen und als Hypothek auf den Hof eingetragen. Nach dieser Schichtung heiratet Gustav Gronemeier von Uebbentrup Nr. 4 die Witwe auf dem Schapeler und wird neuer Colon.
''"Aus den im heutigen Protokoll angegebenen Gründen, namentlich deshalb, weil ein mitten in der Senne, von anderen Orten weit entfernt liegendes Colonat, zu dem nur Sandländereien gehören, schwer zu bewirthschaften ist, überhaupt nur einen geringen Ertrag an Früchten liefert und die Ernte hier ganz besonders von Witterungsverhältnissen abhängig ist, die Häuser noch theilweise mit Strohdächern versehen und deshalb die höchste Abgabe davon bezahlt werden muß, während für die vermietheten Räume hier mitten in der Senne nur ein geringes Mietgeld erzielt werden kann und wie dem Gerichte bekannt, der verstorbene Ehemann der Witwe Sölter, ein fleißiger, solider, sparsamer Mann nur mit Mühe auf dem Colonate hat existieren können."'' Der Hof wird mit allem Inventar und Vieh auf knapp 30 000 Mark geschätzt, nach Abzug von etwa 10000 Mark Schulden die Hälfte der verbleibenden Differenz den sechs hinterbliebenen Kindern erster Ehe als späteres Erbe zugesprochen und als Hypothek auf den Hof eingetragen. Nach dieser Schichtung heiratet Gustav Gronemeier von Uebbentrup Nr. 4 die Witwe auf dem Schapeler und wird neuer Colon.


Im März 1895 erteilt der Meier zu Stapelage, der 1870/71 noch mehrfach anwaltlichen Protest gegen die Versteigerung der Schapeler-Stätte ohne seine ausdrückliche Genehmigung zu Protokoll gegeben hatte,  allen Eigentümern seiner ehemaligen Kötterstätten die grundbuchliche Löschungsbewilligung für deren frühere Verpflichtungen gegenüber ihm als einstigen Grundherrn.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33</ref> Aus dem Mittelalter überkommene Lehnsstrukturen enden damit auch in Stapelage.
Im März 1895 erteilt der Meier zu Stapelage, der 1870/71 noch mehrfach anwaltlichen Protest gegen die Versteigerung der Schapeler-Stätte ohne seine ausdrückliche Genehmigung zu Protokoll gegeben hatte,  allen Eigentümern seiner ehemaligen Kötterstätten die grundbuchliche Löschungsbewilligung für deren frühere Verpflichtungen gegenüber ihm als einstigen Grundherrn.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 33</ref> Aus dem Mittelalter überkommene Lehnsstrukturen enden damit auch in Stapelage.
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Ende 1948 überträgt Krecke den Schapelerhof an seine Tochter Elisabeth, die die Bewirtschaftung mit ihrem Ehemann, dem Landwirt Volkwien Herbst, übernimmt. Ein Sohn, der Landwirt Gustav Krecke,  war im August 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben. Die alten Kreckes werden Leibzüchter auf dem Schapeler.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 79/80</ref>
Ende 1948 überträgt Krecke den Schapelerhof an seine Tochter Elisabeth, die die Bewirtschaftung mit ihrem Ehemann, dem Landwirt Volkwien Herbst, übernimmt. Ein Sohn, der Landwirt Gustav Krecke,  war im August 1945 in russischer Kriegsgefangenschaft verstorben. Die alten Kreckes werden Leibzüchter auf dem Schapeler.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 79/80</ref>


Im März 1957 kauft die ''Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Oberfinanzdirektion Münster)'' 45 ha Senne des zuvor 75 ha umfassenden Schapelerhofes von dem Ehepaar Herbst, ''die als Panzerübungsgelände für die britischen Streitkräfte in Anspruch genommen worden sind.''<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 101 - 103</ref>
Im März 1957 kauft die Bundesrepublik Deutschland (vertreten durch die Oberfinanzdirektion Münster) 45 ha Senneland des zuvor 75 ha umfassenden Schapelerhofes von dem Ehepaar Herbst, "die als Panzerübungsgelände für die britischen Streitkräfte in Anspruch genommen worden sind." <ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 101 - 103</ref>


Die restliche Stätte Schapeler in der Senne wird im Februar 1961 ''mit aufstehenden Gebäuden und Aufwuchs'' für 300 000 Mark ''für Zwecke der Stationierungsstreitkräfte und Bundeswehr, und zwar für Übungsgelände'' verkauft.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 118 - 120 </ref>
Die restliche Stätte Schapeler in der Senne wird im Februar 1961 "mit aufstehenden Gebäuden und Aufwuchsfür 300.000 Mark "für Zwecke der Stationierungsstreitkräfte und Bundeswehr, und zwar für Übungsgelände" verkauft.<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83, S. 118 - 120 </ref>


In der Folgezeit verlässt Familie Herbst, die sich ein Wohnrecht bis Ende 1963 ausbedungen hat, den Schapeler. Die Hofgebäude werden bald durch Vandalismus und militärischen Übungsbetrieb beschädigt, verfallen schließlich zu Ruinen und sind 50 Jahre später vollends verschwunden. „Der Schapelerhof“ ist nurmehr eine Ortsmarkierung auf Landkarten.
In der Folgezeit verlässt Familie Herbst, die sich ein Wohnrecht bis Ende 1963 ausbedungen hat, den Hof Schapeler. Die Hofgebäude werden bald durch Vandalismus und militärischen Übungsbetrieb beschädigt, verfallen schließlich zu Ruinen und sind 50 Jahre später vollends verschwunden. Der "Schapelerhof“ ist heute nur noch eine Ortsmarkierung auf Landkarten.


==Gebäude==
==Gebäude==
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Im Messbuch von 1730 erfasst Feldmesser Friemel a) ''Schapelers Hoff mit 4 gebäu'' und b) ''der Immenstandt''. In den Salbüchern 1752/53 und 1781 wird aufgeschlüsselt: 1. das Wohnhaus, 2. die Leibzucht, 3. ein Schoppe, 4. ein Backhaus.
Im Messbuch von 1730 erfasst Feldmesser Friemel a) ''Schapelers Hoff mit 4 gebäu'' und b) ''der Immenstandt''. In den Salbüchern 1752/53 und 1781 wird aufgeschlüsselt: 1. das Wohnhaus, 2. die Leibzucht, 3. ein Schoppe, 4. ein Backhaus.


Noch etwas näher an den tatsächlichen Gebäudebestand vor 200 Jahren führt möglicherweise eine 1821 gefertigte Skizze der Hofanlage Schapeler mit erläuternder Legende (vgl. Abbildung).<ref> LWL-Archivamt,Archiv Erpenburg, HS 143. Das historische (Reise-)Tagebuch des Friedrich C. D. von und zu Brenken (1790 - 1867) über eine ... Reise durch ... Westphalen ... und benachbarte Gebiete gibt den Eindruck des Autors von seinem Besuch auf dem Schapelerhof am 13. Mai 1821 wieder. </ref> Danach waren damals vorhanden: das (1807 errichtete ?) Wohnhaus des Hofbesitzers, zwei kleine Einliegerhäuser, ggfs. auch als Leibzucht nutzbar (eines davon 1813 erbaut), dazu jeweils ein Schweinestall, außerdem ein Backhaus und eine Hütte für den Bienenwärter.
Eine Vorstellung vom Gebäudebestand des Hofes vermittelt die 1821 gezeichnete Skizze der Hofanlage Schapeler mit erläuternder Legende von Friedrich C. D. Brenken (vgl. Abbildung).<ref> LWL-Archivamt,Archiv Erpenburg, HS 143. Das historische Reisetagebuch des Friedrich C. D. von und zu Brenken (1790 - 1867) über eine ''"Reise durch Westphalen und benachbarte Gebiete"'' gibt den Eindruck des Autors von seinem Besuch auf dem Schapelerhof am 13. Mai 1821 wieder. </ref> Danach waren damals vorhanden: das Wohnhaus des Hofbesitzers von 1807(?), ein Fettdielenhaus mit Kammerfach, und zwei kleine Einliegerhäuser, ggf. auch als Leibzucht nutzbar, eines davon 1813 erbaut, dazu jeweils ein Schweinestall, außerdem ein Backhaus und eine Hütte für den Bienenwärter.
 
'''Gebäude nach dem Lageplan von Brenken, 1821:'''
Wohnhaus von 1807 (?),  Vierständerbau mit Brettergiebeln, Fettdielenhaus mit Kammerfach.
 


Aus den Anfangsjahren der Ära Krecke sind kleinere Baumaßnahmen belegt: Umbau Schuppen zur Scheune (1911), Stallanbau an Wohnhaus (1914), Neubau Schweinestall (1916).<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83 </ref> Die Leibzucht des Hofes wurde 1957 abgebrochen.<ref> LAV NRW OWL, L 107 C Nr. 112, S. 118 </ref>
Aus den Anfangsjahren der Ära Krecke sind kleinere Baumaßnahmen belegt: Umbau Schuppen zur Scheune (1911), Stallanbau an Wohnhaus (1914), Neubau Schweinestall (1916).<ref> LAV NRW OWL, D 23 B (Detmold), Hörste Bd. 3 Bl. 23 bzw. 83 </ref> Die Leibzucht des Hofes wurde 1957 abgebrochen.<ref> LAV NRW OWL, L 107 C Nr. 112, S. 118 </ref>


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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
vor 1600 - ca. 1623 Severin oder Se(u)wen „''hinter dem Berge''“, vordem denen von Brink zu Iggenhausen leibeigen, 1609 verheiratet ohne auf der Stätte lebende Kinder
vor 1600 - ca. 1623 Severin oder Se(u)wen „''hinter dem Berge''“, vordem denen von Brink zu Iggenhausen leibeigen, 1609 verheiratet ohne auf der Stätte lebende Kinder, ∞ (II) 1611/12 NN
 
Kind zweiter Ehe: (?)
 
• Gerhard/Gerke, * 1628 (nicht auf der zu dieser Zeit wüst liegenden Stätte Schapeler), Anerbe (?)