Kirchweg Kirche (Heiligenkirchen): Unterschied zwischen den Versionen

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}}Ev.-ref. Kirche, Ende des 8. Jh. bis Mitte 10. Jh. gegründet und in mehreren Phasen erneuert bzw. erweitert.  
'''Ev.-ref. Kirche Heiligenkirchen'''<br />
Die Kirche wurde Ende des 8. Jh. bis Mitte 10. Jh. gegründet und in mehreren Phasen erneuert bzw. erweitert.  
==Standort==
==Standort==
Die Kirche steht exzentrisch nach Norden geschoben innerhalb des ungefähr kreisrunden [[Kirchhof (Heiligenkirchen)|Kirchhofs]], dessen Mauer noch fast vollständig, wenn auch vermutlich nicht in der ursprünglichen Höhe, erhalten ist. Auf dem Kirchhof hatten die einzelnen Bauerschaften des Kirchspiels üblicherweise ihre eigenen Bereiche. Ein befestigter Kirchhof ist in Heiligenkirchen nicht belegbar. In der Kirche standen in unruhigen, kriegerischen Zeiten Truhen (Kisten) mit dem wertvollsten Besitz der Bewohner.  
Die Kirche steht exzentrisch nach Norden geschoben innerhalb des ungefähr kreisrunden [[Kirchhof (Heiligenkirchen)|Kirchhofs]], dessen Mauer noch fast vollständig, wenn auch vermutlich nicht in der ursprünglichen Höhe, erhalten ist. Auf dem Kirchhof hatten die einzelnen Bauerschaften des Kirchspiels üblicherweise ihre eigenen Bereiche. Ein befestigter Kirchhof ist in Heiligenkirchen nicht belegbar. In der Kirche standen in unruhigen, kriegerischen Zeiten Truhen (Kisten) mit dem wertvollsten Besitz der Bewohner.  
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Friedrich Christoph von Hammerstein war kinderlos geblieben, daher stiftete der seit Levekes Tod auf dem [[Rittergutsweg 1 (Hornoldendorf)|Rittergut Hornoldendorf]] sitzende Sohn Christoph Ludolf von Hammerstein (1646–1728) seinem Vetter 1686 ein steinernes Epitaph. Diese Gedenktafel ist erhalten und befindet sich heute innen an der Nordwand des Langhauses. Die von [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz Gottfried Wilhelm Leibniz] (1646–1716) formulierte Inschrift lautet:
Friedrich Christoph von Hammerstein war kinderlos geblieben, daher stiftete der seit Levekes Tod auf dem [[Rittergutsweg 1 (Hornoldendorf)|Rittergut Hornoldendorf]] sitzende Sohn Christoph Ludolf von Hammerstein (1646–1728) seinem Vetter 1686 ein steinernes Epitaph. Diese Gedenktafel ist erhalten und befindet sich heute innen an der Nordwand des Langhauses. Die von [https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Wilhelm_Leibniz Gottfried Wilhelm Leibniz] (1646–1716) formulierte Inschrift lautet:


MEMORIÆ/FRIDERICI CHRISTOPHORI / DE GENTE EX ARCE RHENI/HAMMERSTEIN / NATI BOCKELHEMII IN PALATINATU / XV SEPTEMB. ANNO CHRISTI MDCVIII / PATRE IOHANNE WERNERO, / MATRE MARTA A SPONHEIM, / QUI/UBICUM GUSTAVO ADOLPHO SUECORUM REGE / IN GERMANIAM TANTUM MILES APPULIT, INDE / PER OMNES GRADUS IN EADEM LEGIONE AD/TRIBUNI ET POSTREMO IN EXERCITU AD/PRÆFECTI VIGILARUM GENERALIS / HONOREM PERVENIT/TANDEM PACE PATRIÆ REDDITA / SERERENISSIMORUM DUCUM BRUNOVICENSIUM/COPIIS CUM SUMMO IMPERIO/PRÆFUIT/OBIIT COELEBS IN OLENDORF LIPSIENS. COMITATUS / XII OCTOB. ANNO CHRISTI MDCLXXXV. / SEPULCHRI MONUMENTUM/CONSOBRINO BENE DE GENTE MERITO POSUIT / CHRISTOPHORUS LUDOLPHUS/DE HAMMERSTEIN / ANNO CHR. MDCLXXXVI.
MEMORIÆ/FRIDERICI CHRISTOPHORI / DE GENTE EX ARCE RHENI/HAMMERSTEIN / NATI BOCKELHEMII IN PALATINATU / XV SEPTEMB. ANNO CHRISTI MDCVIII / PATRE IOHANNE WERNERO, / MATRE MARTA A SPONHEIM, / QUI/UBICUM GUSTAVO ADOLPHO SUECORUM REGE / IN GERMANIAM TANTUM MILES APPULIT, INDE / PER OMNES GRADUS IN EADEM LEGIONE AD/TRIBUNI ET POSTREMO IN EXERCITU AD/PRÆFECTI VIGILARUM GENERALIS / HONOREM PERVENIT/TANDEM PACE PATRIÆ REDDITA / SERERENISSIMORUM DUCUM BRUNOVICENSIUM/COPIIS CUM SUMMO IMPERIO/PRÆFUIT/OBIIT COELEBS IN OLENDORF LIPSIENS. COMITATUS / XII OCTOB. ANNO CHRISTI MDCLXXXV. / SEPULCHRI MONUMENTUM / CONSOBRINO BENE DE GENTE MERITO POSUIT / CHRISTOPHORUS LUDOLPHUS/DE HAMMERSTEIN / ANNO CHR. MDCLXXXVI.


Eine Übersetzung bietet Wendt an:
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1791 wurde von der Gottsbürener [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Stephan_Heeren Orgelbauerfamilie Heeren] eine Orgel für 400 Taler geliefert.<ref>{{GroßmannOrgeln1998}}.</ref> Deren Zinnpfeifen mussten im Ersten Weltkrieg zum Einschmelzen für Rüstungszwecke abgeliefert werden. 1919 wurden sie durch neue Orgelpfeifen ersetzt. Die Gemeindemitglieder spendeten dafür innerhalb weniger Tage 5000 Mark.  
1791 wurde von der Gottsbürener [https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Stephan_Heeren Orgelbauerfamilie Heeren] eine Orgel für 400 Taler geliefert.<ref>{{GroßmannOrgeln1998}}.</ref> Deren Zinnpfeifen mussten im Ersten Weltkrieg zum Einschmelzen für Rüstungszwecke abgeliefert werden. 1919 wurden sie durch neue Orgelpfeifen ersetzt. Die Gemeindemitglieder spendeten dafür innerhalb weniger Tage 5000 Mark.  


Eine umfassende Renovierung war 1863 nach Plänen des Bau-Inspektors [https://lippelex.de/index.php?title=Merckel,_Ferdinand_(1808-1893) Ferdinand Merckel] (1808–1893) erfolgt. Er ersetzte das Spitzbogenportal durch die noch heute vorhandene Rechtecköffnung und ein Maßwerkfenster darüber, nach dem Vorbild des benachbarten. Den relativ niedrigen und dunklen Kirchenraum empfand er als "kellerartig" und wollte ihn "freundlicher und heller" gestalten. Deswegen verlängerte er einige Fenster nach unten und brach eine zusätzliche Fensteröffnung an der Nordseite ein. Dazu musste die Hammerstein’sche Familiengruft abgebrochen werden. Die Emporen im Süden und Westen wurden durch größere ersetzt, da die wachsenden Einwohnerzahlen dies erforderten. Aus diesem Grund erhielt nun auch der Chor eine Empore. Man erreichte sie nur von außen durch eine Tür, die man unterhalb des Fensters in die Ostseite brach, wo sie sich noch heute befindet. Wenige Jahre später, 1871, erhielt auch die Südempore einen Außenzugang, indem man das kleine Fenster in der Nordwand des Seitenschiffs zu einer Tür vergrößerte und außen eine Treppe anbaute.<ref>Archiv der Lippischen Landeskirche, 04.03 Nr. 119.</ref> Ein Muster der hölzernen Brüstungstafeln der alten Emporen, mit offenen Maßwerksbögen, gelangte in die Sammlung des Lippischen Landesmuseums, wo es in der Dauerausstellung zu sehen ist.<ref> Lippisches Landesmuseum, Landesgeschichtliche Sammlung im Kornhaus aus Schieder, Erdgeschoss "Kirchenraum".</ref>
Eine umfassende Renovierung war 1863 nach Plänen des Bau-Inspektors [https://lippelex.de/index.php?title=Merckel,_Ferdinand_(1808-1893) Ferdinand Merckel] (1808–1893) erfolgt. Er ersetzte das Spitzbogenportal durch die noch heute vorhandene Rechtecköffnung und ein Maßwerkfenster darüber, nach dem Vorbild des rechts anschließenden Fensters. Den relativ niedrigen und dunklen Kirchenraum empfand er als "kellerartig" und wollte ihn "freundlicher und heller" gestalten. Deswegen verlängerte er einige Fenster nach unten und brach eine zusätzliche Fensteröffnung an der Nordseite ein. Dazu musste die Hammersteinsche Familiengruft abgebrochen werden. Die Emporen im Süden und Westen wurden durch größere ersetzt, da die wachsenden Einwohnerzahlen dies erforderten. Aus diesem Grund wurde nun auch im Chor eine Empore errichtet. Man erreichte sie nur von außen durch eine Tür, die man unterhalb des Fensters in die Ostseite des Chores brach, wo sie sich noch heute befindet. Wenige Jahre später, 1871, erhielt auch die Südempore einen Außenzugang, indem man das kleine Fenster in der Nordwand des Seitenschiffs zu einer Tür vergrößerte und außen eine Treppe anbaute.<ref>Archiv der Lippischen Landeskirche, 04.03 Nr. 119.</ref> Ein Abschnitt der alten hölzernen Emporenbrüstungen mit offenen Maßwerkbögen gelangte in die Sammlung des Lippischen Landesmuseums, wo er in der Dauerausstellung zu sehen ist.<ref> Lippisches Landesmuseum, Landesgeschichtliche Sammlung im Kornhaus aus Schieder, Erdgeschoss "Kirchenhalle".</ref>


Aus dem Jahr 1937 sind zwei Fotografien des Innenraums überliefert, einmal der Blick vom Chor zur Westempore mit Orgel, zum anderen der Blick von Westen Richtung Chor. Die Aufnahmen fertigte Otto Gaul bei seinen Inventarisierungsarbeiten des Landkreises Detmold an. Sie werden im Landesdenkmalamt (jetzt: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen) in Münster verwahrt. Gaul hatte am 1. Oktober 1935 unter Leitung des lippischen Landeskonservators und Baurats Karl Vollpracht mit der Erfassung der Kunst- und Baudenkmäler im damaligen Freistaat Lippe begonnen, die in vier Inventarbänden (Stadt Detmold, Kreis Detmold, Stadt Lemgo, Kreis Lemgo) erscheinen sollten. Obwohl das Detmolder Inventar bei Kriegsbeginn fast druckfertig war, konnte es wegen der Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht mehr erscheinen. Wegen der umfangreichen Restaurierungen in der Nachkriegszeit wurde dann eine aktualisierende Neubearbeitung notwendig. So erschien der Band Detmold Stadt erst 1968,<ref>{{GaulStadt1968}}. </ref> der für den Kreis Detmold jedoch bis heute nicht. Auch für Lemgo ist, erst 1983, nur der Band über die Stadt erschienen.<ref> {{GaulStadt1983}}.</ref> Zwei weitere Fotografien des Innenraums, die das zu Pfingsten festlich geschmückte Kirchenschiff in Ost- und Westrichtung zeigen, sind 1969 kurz vor Beginn der archäologischen Untersuchung angefertigt worden.<ref>{{HegerfeldGemeindezentrum1998}}}, S. 10. </ref>
Aus dem Jahr 1937 sind zwei Fotografien des Innenraums überliefert, einmal der Blick vom Chor zur Westempore mit der Orgel, zum anderen der Blick von Westen in Richtung Chor. Die Aufnahmen erstellte Otto Gaul bei seinen Inventarisierungsarbeiten des Landkreises Detmold, sie befinden sich im Bildarchiv des Landesdenkmalamtes (jetzt: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen) in Münster. Gaul hatte am 1. Oktober 1935 unter Leitung des lippischen Landeskonservators und Baurats Karl Vollpracht mit der Erfassung der Bau- und Kunstdenkmäler im damaligen Freistaat Lippe begonnen, die in vier Inventarbänden (Stadt Detmold, Kreis Detmold, Stadt Lemgo, Kreis Lemgo) erscheinen sollten. Obwohl das Detmolder Inventar bei Kriegsbeginn fast druckfertig war, blieb er bis heute unveröffentlicht. Wegen der umfangreichen Restaurierungen in der Nachkriegszeit wurde dann eine aktualisierende Neubearbeitung notwendig. So erschien der Band Stadt Detmold erst 1968,<ref>{{GaulStadt1968}}. </ref> der für den Kreis Detmold jedoch bis heute nicht. Auch für Lemgo ist, erst 1983, nur der Band über die Stadt erschienen.<ref> {{GaulStadt1983}}.</ref> Zwei weitere Fotografien des Innenraums, die das zu Pfingsten festlich geschmückte Kirchenschiff in Ost- und Westrichtung zeigen, wurden 1969 kurz vor Beginn der archäologischen Untersuchungen aufgenommen.<ref>{{HegerfeldGemeindezentrum1998}}}, S. 10. </ref>


1942 erfolgte ein Antrag der Gemeinde, eine Heizung mit Heizkeller anzulegen. Vollpracht genehmigte dies, wollte aber die sorgfältige Unterfangung der Fundamente selbst überwachen.<ref> LAV NRW OWL, L 104 Nr. 2. Daraus auch die folgenden Angaben zu den Renovierungen bis 1950. </ref> Erneut war 1950 wieder eine Heizung im Gespräch, diesmal jedoch eine Luftheizung. Schon zwei Jahre zuvor, 1948, wollte die Gemeinde das unbequeme, viel zu schmale Gestühl ersetzen und die Dachdeckung gegen dunkelbraune Pfannen austauschen, da die Biberschwanzdeckung abgängig war. Zu einer umfassenden Renovierung und der Erfüllung dieser Wünsche kam es aber erst 1969/70. Zuvor richtete die Gemeinde 1962 im Erdgeschoss des Turms eine Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege ein. Den Entwurf für die drei Namenstafeln hatte der in Lippe aufgewachsene Grafiker und Kunsterzieher Conrad von Witzleben-Wurmb (geb. 1933) 1960 gemacht. Die Mutter lebte 1962 noch im Pfarrhaus Heiligenkirchen (Adressbuch). Die Sandsteintafeln nennen die Namen und Lebensdaten der Gefallenen beider Weltkriege aus Hornoldendorf und Heiligenkirchen.<ref> Liste abgedruckt in {{WendtAmt1965}}, S. 159–164. </ref> Ein älteres Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus den Gemeinden Heiligenkirchen und Hornoldendorf hatte bis dahin auf dem [[Kirchhof (Heiligenkirchen)|Kirchhof]] gestanden. 1956 wurde noch eine Ansichtskarte dieses Denkmals verschickt.<ref> LLB: ME-PK-24-44, gestempelt 2.1.1956. </ref>  
1942 stellte die Gemeinde einen Antrag, eine Heizung mit Heizkeller anzulegen. Landeskonservator Karl Vollpracht genehmigte diesen, wollte aber die sorgfältige Unterfangung der Fundamente selbst überwachen.<ref> LAV NRW OWL, L 104 Nr. 2. Daraus auch die folgenden Angaben zu den Renovierungen bis 1950.</ref> 1950 war wieder eine Heizung im Gespräch, diesmal jedoch eine Luftheizung. Schon zwei Jahre zuvor, 1948, wollte die Gemeinde das unbequeme, viel zu schmale Gestühl ersetzen und die Dachdeckung gegen dunkelbraune Pfannen austauschen, da die alte Biberschwanzdeckung abgängig war. Zu einer umfassenden Renovierung der Kirche kam es aber erst 1969/70. Zuvor richtete die Gemeinde 1962 im Erdgeschoss des Turms eine Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege ein. Den Entwurf für die drei Namenstafeln hatte der in Lippe aufgewachsene Grafiker und Kunsterzieher Conrad von Witzleben-Wurmb (geb. 1933) 1960 gemacht. Die Mutter lebte 1962 noch im Pfarrhaus Heiligenkirchen (Adressbuch). Die Sandsteintafeln nennen die Namen und Lebensdaten der Gefallenen beider Weltkriege aus Hornoldendorf und Heiligenkirchen.<ref> Liste abgedruckt in {{WendtAmt1965}}, S. 159–164. </ref> Ein älteres Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus den Gemeinden Heiligenkirchen und Hornoldendorf hatte bis dahin auf dem [[Kirchhof (Heiligenkirchen)|Kirchhof]] gestanden. 1956 wurde noch eine Ansichtskarte dieses Denkmals verschickt.<ref> LLB: ME-PK-24-44, gestempelt 2.1.1956. </ref>  


[[Datei:DT-Hk_KircheinnenME-PK-24-118.jpg|thumb|Kircheninneres, Blick vom Chor zum Turm, um 1970, LLB: ME-PK-24-118]]
[[Datei:DT-Hk_KircheinnenME-PK-24-118.jpg|thumb|Kircheninneres, Blick vom Chor zum Turm, um 1970, LLB: ME-PK-24-118]]


1969/70 erfolgte die letzte umfassende Renovierungsmaßnahme. Für den Einbau einer Warmluft-Heizung musste der Fußboden tief ausgeschachtet werden. Dies gab Gelegenheit zu einer archäologischen Untersuchung, die Uwe Lobbedey leitete.<ref>{{LobbedeyHeiden1971}}.</ref> Dabei konnte auch eine gut erhaltene Wandmalerei in einer vermauerten Sakramentsnische der Nordwand freigelegt werden. Sie zeigt vor einem regelmäßigen gotischen Blattmotiv das Kreuz mit den Leidenswerkzeugen, 'arma Christi', Dornenkrone, Geißel, Lanze und essiggetränkter Schwamm. Die Restaurierung dieses Wandgemäldes wie auch der aufgemalten Gewölbegliederung im Seitenschiff übernahm die Firma Ochsenfarth aus Paderborn. Nur eine fragmentarische Darstellung des Martyriums des Heiligen Erasmus am südlichen Chorpfeiler sowie andere Fragmente wurden nach ihrer Dokumentation übermalt.  
1969/70 erfolgte die letzte umfassende Renovierung der Kirche. Für den Einbau einer Warmluft-Heizung musste der Fußboden tief ausgeschachtet werden. Dies gab Gelegenheit zu einer archäologischen Untersuchung, die Uwe Lobbedey leitete.<ref>{{LobbedeyHeiden1971}}.</ref> Dabei konnte auch eine gut erhaltene Wandmalerei in einer vermauerten Sakramentsnische der Nordwand freigelegt werden. Sie zeigt vor einem regelmäßigen gotischen Blattmotiv das Kreuz mit den Leidenswerkzeugen, den ''arma Christi'': Dornenkrone, Geißel, Lanze und essiggetränkter Schwamm. Die Restaurierung dieses Wandgemäldes wie auch der aufgemalten Gewölbegliederung im Seitenschiff übernahm die Firma Ochsenfarth aus Paderborn. Eine fragmentarisch erhaltene Darstellung des Martyriums des Heiligen Erasmus am südlichen Chorpfeiler sowie einige weitere Malereifragmente wurden nach ihrer Dokumentation wieder übermalt.  


Die Gesamtleitung der Baumaßnahmen lag bei dem Detmolder Regierungs-Baudirektor Kurt Wiersing. Rund um die Kirche wurde eine Ringdrainage verlegt, um die Wasseraufnahme des Mauerwerks zu reduzieren. Aus dem gleichen Grund und "um das äußere Erdreich an das innere Fußbodenniveau anzugleichen", wurde der Boden westlich und südlich der Kirche um etwa 50 Zentimeter abgetragen. Im Lauf der Jahrhunderte war das äußere Bodenniveau erheblich angestiegen.  
Die Gesamtleitung der Baumaßnahmen lag bei dem Detmolder Regierungs-Baudirektor Kurt Wiersing. Rund um die Kirche wurde eine Ringdrainage verlegt, um die Wasseraufnahme des Mauerwerks zu reduzieren. Aus dem gleichen Grund und "um das äußere Erdreich an das innere Fußbodenniveau anzugleichen", wurde der Boden westlich und südlich der Kirche um etwa 50 Zentimeter abgetragen. Im Lauf der Jahrhunderte war das äußere Bodenniveau erheblich angestiegen.  


Im Inneren wurde ein Großteil der Ausstattung entfernt: der Altar, das Kirchengestühl, die Vertäfelung und die Empore im Chor, die Westempore mit der Orgel und die Südempore, ebenso die Kanzel an der Nordseite, die beiden vielarmigen Hängeleuchter und ein am Mittelpfeiler aufgestellter Ofen. Nur im Süden und Osten wurden neue Emporen eingebaut, der Westen blieb frei.  
Die Dächer der Kirche wurden mit braunen Ton-Hohlpfannen neu gedeckt. Dabei wurden die steinernen Ortgänge der beiden Quergiebel an der Südseite und des Ostgiebels am Chor beseitigt.


Der Detmolder Künstler [https://lippelex.de/index.php?title=Ehlers,_Karl_(1904-1973) Karl Ehlers] (1904–1973) schuf die neue schlichte Ausstattung von Altar, Ambo und Taufbecken aus Sandstein, welche noch heute in Gebrauch ist.  
Im Inneren wurde ein Großteil der historischen Ausstattung entfernt: der Altar, das Kirchengestühl, die Vertäfelung und die Empore im Chor, die Westempore mit der Orgel und die Südempore, ebenso die Kanzel an der Nordseite, die beiden vielarmigen Hängeleuchter und ein am Mittelpfeiler aufgestellter Ofen. Nur im Süden und Osten wurden neue Emporen eingebaut, der Westen blieb frei.  


Die entfernte Heeren-Orgel von 1791, deren Pfeifen im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden mussten und eingeschmolzen wurden, konnte schon 1919 ersetzt werden.<ref> {{ButterweckGeschichte1926}}, S. 414. </ref> Die Gemeinde brachte dazu 1918 innerhalb weniger Tage 5000 Mark an Spenden auf. Diese auf der Westempore stehende Orgel wurde 1973 durch eine Orgel auf der Chorempore ersetzt. Der laut Inschrift 1700 gebaute barocke Orgelprospekt stammt aus der Herforder Werkstatt von Hinrich Klausing. Bis 1894 stand er in der Kirche von [[Bösingfeld]], wurde dann ausgebaut und eingelagert und zuletzt im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold (jetzt: LWL-Freilichtmuseum) aufbewahrt. Die Firma Tombusch aus Ascheberg restaurierte ihn, ergänzte abgängige Teile und stellte das Orgelgehäuse am neuen Standort auf. Die neue Orgel baute die Saarbrücker Firma Walcker. Das Instrument hat 15 Register (Pfeifenreihen gleicher Klangfarbe), zwei Manuale (Klaviaturen) und ein Pedal.<ref>Westfalen 53, 1975, S. 477.</ref> "Der 1972 in den Kirchenraum übertragene und ergänzte Orgelprospekt von 1700 wurde 1974 nach historischen Vorbildern farbig gefaßt."<ref>Westfalen 1978, S. 458.</ref> Schon nach 13 Jahren, 1986, war eine Erneuerung der Orgel notwendig, welche die Firma Steinmann aus Vlotho ausführte.  
Der Detmolder Künstler [https://lippelex.de/index.php?title=Ehlers,_Karl_(1904-1973) Karl Ehlers] (1904–1973) schuf eine neue schlichte Ausstattung mit Altar, Ambo und Taufbecken aus Sandstein, die noch heute in Gebrauch ist.  


1977 wurden das Kirchturmdach an West- und Nordseite mit Schiefer neu gedeckt.<ref> Westfalen 1984, S. 499.</ref>
1977 wurden das Kirchturmdach an West- und Nordseite mit Schiefer neu gedeckt.<!--Referenz unverständlich! <ref> Westfalen 1984, S. 499.</ref>-->


==Glocken==
==Gebäude==
 
Zweischiffige Hallenkirche mit Rechteckchor und quadratischem Westturm. Putzbau aus Bruchstein, Werksteingewände aus Sandstein, der Turm aus wuchtigen Sandsteinquadern mit schiefergedecktem Zeltdach, darin nach Süden eine überdeckte Glockenöffnung, nach Osten eine flache Gaube. Das südliche Kirchenschiff wird von zwei Querhäusern mit hohen Giebeln überdacht, dieses ist wie das Satteldach über Nordschiff und Chor mit Hohlpfannen gedeckt. In den Giebelwänden je ein hohes dreibahniges Spitzbogenfenster mit Rautenverglasung, unter dem westlichen Fenster der Haupteingang. Gegenüberliegende Fenster im Norden. Im Chor alle drei Seiten mit hohem Spitzbogenfenster, im Osten darunter eine Tür. An der Ostseite des Südschiffs eine Außentreppe mit Zugang zur Empore. Schräg gestellte gestufte Stützpfeiler an den Ecken.


Heute befinden sich im Turm fünf Glocken. Eine unbeschriftete mit dem Ton h1 + 3 kann dem 15. Jahrhundert zugeordnet werden. Sie hat 96 Zentimeter Durchmesser bei 82 Zentimeter Höhe und wiegt 1100 Kilogramm. Am oberen Rand schmückt sie ein umlaufendes schmales Kranzgewinde. Die Gestaltung des Gabelkruzifixes weist auf die Glockengießerwerkstatt Grawick hin, welche mehrere Glocken für lippische Kirchen herstellte (1399 St. Johann, Lemgo; undat. Brake; 1412 Schlangen; 1446 Hohenhausen; 1466 Heiden; 1500 Hillentrup). Wilhelm Pecher verzeichnete 1917 noch eine zweite Glocke von "sehr hohem Alter", jedoch "ohne Jahreszahl / 100 Zentimeter D. 90 Zentimeter H. 12 Ztr. / Ton a […]. Ferner zeigt jede Glocke einen gekreuzigten Christus in erhabener Form [...] in 12 Zentimeter Armspannweite. Beide Glocken haben ein sehr hohes Alter." Diese zweite Grawick-Glocke wurde 1965 wegen eines Sprungs umgegossen. Als drittes erwähnte Pecher die kleine, außen vor dem Turmdach hängende Glocke von 63 Zentimeter Durchmesser und 62 Zentimeter Höhe, 450 Kilogramm Gewicht und dem Ton d. Den lesbaren Teil der Inschrift gab er wie folgt an: "Prediger[...] Meyer [...] Köllermeier [...] Kirchendechen".<ref> {{PecherVerzeichnis1919}}, S. 9, Abb. S. 2.</ref> Diese kleine Toten- und Feuerglocke wurde – wie die Orgelpfeifen – im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen.  
Turm mit gestuftem Rundbogenportal an der Südseite. In den beiden oberen Geschossen an der Ostseite je zwei Biforien, an der Süd- und Nordseite je eine.


Das Geläut erhielt 1965 mit dem Umschmelzen der beschädigten Glocke zwei weitere neue, welche mit der verbliebenen des 15. Jahrhunderts die Tonfolge e – g – a – h erklingen lassen – den Beginn des Adventlieds "Oh Heiland, reiß die Himmel auf". Auch am Turmhelm ist wieder eine kleine Glocke aufgehängt worden. Das Geläut wird inzwischen elektronisch gesteuert. Eine Erneuerung dieser Steuerung erfolgte 2022.  
Innen Turmhalle mit Namenstafeln der Gefallenen beider Weltkriege, vom Schiff durch eine Holztür getrennt. In der Turmmauer verläuft eine Treppe zum Obergeschoss, von dort sind die Glockengeschosse über Holzstiegen erreichbar.


==Orgel==
Hauptschiff mit Kreuzgratgewölben und aufgemalten Rippen, Südschiff und Chor mit Kreuzrippen. Weitere Ausstattung s. o.
 
==Glocken==


==Liturgisches Gerät==
Über das Geläut findet sich 1895 ein Leserbrief in der Lippischen Landes-Zeitung: "Heiligenkirchen, 13. Februar. Höflich und in aller Bescheidenheit, wie es einem wohlerzogenen Staatsbürger der hohen Obrigkeit gegenüber frommt, ergeht hierdurch an unseren wohllöblichen Kirchenvorstand die Anfrage, ob unsere Thurmuhr ihr Zifferblatt noch immer länger entbehren soll. Mitte vorigen Sommers ist dasselbe entfernt worden und es muß wohl eine sehr schwierige Arbeit daran zu vollbringen sein, daß der betr. Künstler eine so lange Zeit dazu nöthig hat. Die unseren Ort während der Reisezeit häufig berührenden Touristen sahen wir oft fragend nach der Uhr ohne Zifferblatt blicken – Aehnlich steht die Sache mit der dritten Glocke unseres Geläutes. Zwar waren eine ziemlich lange Zeit Arbeiter an derselben beschäftigt, trotzdem zeigte es sich aber als es zum Läuten kommen sollte, daß (wie es heißt) die Glocke „ungangbar“ ist. So müssen nun alle hohen Festtage der Gemeinde, alle frohen und schmerzlichen Vorgänge in den Familien unseres Dorfes, statt wie sonst mit 3, jetzt nur mit 2 Glocken ein- bezw. ausgeläutet werden, ohne daß die Gebühren für das Geläute folgerichtig auch um 1/3 des Betrages herabgesetzt worden wären. Ist das ganz in der Ordnung? Durch Abstellung verstehend angeführter Mißstände würde wohllöbl. Kirchenvorstand in Heiligenkirchen sich den Dank sämmtlicher Einwohner verdienen."<ref>Lippische Landes-Zeitung (14.2.1895) Nr. 38.</ref>


An liturgischem Gerät ist ein silberner Abendmahlskelch von 1613 erhalten, eine Stiftung des Landesherrn, trägt er doch Namen und Wappen Simons VII. zur Lippe. Eine von Otto Gaul in seiner Bestandserfassung erwähnte Abendmahlskanne von 1766 stammt Roland Linde zufolge aus Schötmar.<ref>{{LindeKirche2015}}, S. 14</ref> Wann und wieso sie nach Heiligenkirchen gelangte, ist ungewiss.
Heute befinden sich im Turm fünf Glocken. Eine unbeschriftete mit dem Ton h<sup>1</sup> + 3 kann dem 15. Jahrhundert zugeordnet werden. Sie hat 96 Zentimeter Durchmesser bei 82 Zentimeter Höhe und wiegt 1100 Kilogramm. Am oberen Rand schmückt sie ein umlaufendes schmales Kranzgewinde. Die Gestaltung des Gabelkruzifixes weist auf die Glockengießerwerkstatt Grawick hin, welche mehrere Glocken für lippische Kirchen herstellte (1399 St. Johann, Lemgo; undat. Brake; 1412 Schlangen; 1446 Hohenhausen; 1466 Heiden; 1500 Hillentrup). Wilhelm Pecher verzeichnete 1917 noch eine zweite Glocke von "sehr hohem Alter", jedoch "ohne Jahreszahl / 100 Zentimeter D. 90 Zentimeter H. 12 Ztr. / Ton a<sup>1</sup>. Ferner zeigt jede Glocke einen gekreuzigten Christus in erhabener Form [...] in 12 Zentimeter Armspannweite. Beide Glocken haben ein sehr hohes Alter." Diese zweite Grawick-Glocke fiel unter die Kriegsabgabe 1942, kam 1947 vom Glockenfriedhof Lünen zurück und wurde 1965 wegen eines Sprungs umgegossen in der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher.<ref>{{WiesekopsiekerGlocken1970}}</ref> Als drittes erwähnte Pecher die kleine, außen vor dem Turmdach hängende Glocke von 63 Zentimeter Durchmesser und 62 Zentimeter Höhe, 450 Kilogramm Gewicht und dem Ton d. Den lesbaren Teil der Inschrift gab er wie folgt an: "Prediger[...] Meyer [...] Köllermeier [...] Kirchendechen".<ref> {{PecherVerzeichnis1919}}, S. 9, Abb. S. 2.</ref> Diese kleine Toten- und Feuerglocke fielen – wie die Orgelpfeifen – unter die Kriegsabgabe 1917.  


==Baubeschreibung==
Das Geläut erhielt 1965 mit dem Umschmelzen der beschädigten Glocke zwei weitere neue, welche mit der verbliebenen des 15. Jahrhunderts die Tonfolge e – g – a – h erklingen lassen – den Beginn des Adventlieds "Oh Heiland, reiß die Himmel auf". Auch am Turmhelm ist wieder eine kleine Glocke aufgehängt worden. Das Geläut wird inzwischen elektronisch gesteuert. Eine Erneuerung dieser Steuerung erfolgte 2022.
{| class="wikitable" style="text-align:center;"
| '''Schlagton''' || '''Gussjahr''' || '''&#8960; in mm''' || '''m in kg''' || '''Inschrift'''
|-
| '''e<sup>1</sup> ''' || 1965 || 1240 || 1200 || keine Inschrift, lediglich Jahreszel 1965 <br />Zierstreifen am oberen Rand abwechselnd mit Christus-Monogramm und Fisch
|-
| '''g<sup>1</sup> ''' || 1965 || 1030 || 700 || keine Inschrift, lediglich Jahreszel 1965 <br />Zierstreifen am oberen Rand abwechselnd mit Christus-Monogramm und Fisch
|-
| '''a<sup>1</sup> ''' || 1965 || 920 || 460 || keine Inschrift, lediglich Jahreszel 1965 <br />Zierstreifen am oberen Rand abwechselnd mit Christus-Monogramm und Fisch
|-
| '''h<sup>1</sup> ''' || k.A. || k.A. || k.A. || keine Inschrift <br />umlaufendes Kranzgewinde am oberen Rand
|}


Zweischiffige Hallenkirche mit Rechteckchor und quadratischem Westturm. Putzbau aus Bruchstein, Werksteingewände aus Sandstein, der Turm aus wuchtigen Sandsteinquadern mit Schiefergedecktem Zeltdach, darin nach Süden eine überdeckte Glockenöffnung, nach Osten eine flache Gaube. Das südliche Kirchenschiff wird von zwei Querhäusern mit hohen Giebeln überdacht, wie das Satteldach über Nordschiff und Chor mit Hohlpfannen gedeckt. In den Giebelwänden je ein hohes dreibahniges Spitzbogenfenster mit Rautenverglasung, unter dem westlichen Fenster der Haupteingang. Gegenüberliegende Fenster im Norden. Im Chor alle drei Seiten mit hohem Spitzbogenfenster, im Osten darunter eine Tür. An der Ostseite des Südschiffs eine Außentreppe mit Zugang zur Empore. Schräg gestellte gestufte Stützpfeiler an den Ecken.
==Orgel==


Turm mit gestuftem Rundbogenportal an der Südseite. In den beiden oberen Geschossen an der Ostseite je zwei Biforien, an der Süd- und Nordseite je eine.
Die entfernte Heeren-Orgel von 1791, deren Pfeifen im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden mussten und eingeschmolzen wurden, konnte schon 1919 ersetzt werden.<ref> {{ButterweckGeschichte1926}}, S. 414. </ref> Die Gemeinde brachte dazu 1918 innerhalb weniger Tage 5000 Mark an Spenden auf. Diese auf der Westempore stehende Orgel wurde 1973 durch eine Orgel auf der Chorempore ersetzt. Der laut Inschrift 1700 gebaute barocke Orgelprospekt stammt aus der Herforder Werkstatt von Hinrich Klausing. Bis 1894 stand er in der Kirche von [[Bösingfeld]], wurde dann ausgebaut und zuletzt im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold (jetzt: LWL-Freilichtmuseum) eingelagert. Die Firma Tombusch aus Ascheberg restaurierte ihn, ergänzte abgängige Teile und stellte das Orgelgehäuse am neuen Standort auf. Das neue Orgelwerk baute die Saarbrücker Firma Walcker. Das Instrument hat 15 Register (Pfeifenreihen gleicher Klangfarbe), zwei Manuale (Klaviaturen) und ein Pedal.<ref>Westfalen 53, 1975, S. 477.</ref> "Der 1972 in den Kirchenraum übertragene und ergänzte Orgelprospekt von 1700 wurde 1974 nach historischen Vorbildern farbig gefaßt."<ref>Westfalen 1978, S. 458.</ref> Schon nach 13 Jahren, 1986, war eine Erneuerung der Orgel notwendig, welche die Firma Steinmann aus Vlotho ausführte.  


Innen Turmhalle mit den Namenstafeln der Gefallenen, vom Schiff durch eine Holztür getrennt die in der Turmmauer verlaufende Treppe zum Obergeschoss, von dort in die Glockengeschosse über Holzstiegen.
==Liturgisches Gerät==


Hauptschiff mit Kreuzgratgewölben und aufgemalten Rippen, Südschiff und Chor mit Kreuzrippen. Weitere Ausstattung s. o.
An liturgischem Gerät ist ein silberner Abendmahlskelch von 1613 erhalten, eine Stiftung des Landesherrn, trägt er doch Namen und Wappen Simons VII. zur Lippe. Eine von Otto Gaul in seiner Bestandserfassung erwähnte Abendmahlskanne von 1766 stammt Roland Linde zufolge aus Schötmar.<ref>{{LindeKirche2015}}, S. 14</ref> Wann und wieso sie nach Heiligenkirchen gelangte, ist ungewiss.


==Eigentümerin==
==Eigentümerin==
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==Pastoren==
==Pastoren==
Die Pfarrer Heiligenkirchens seit Ende des 14. Jahrhunderts waren nach Dreves:<ref>{{DrevesGeschichte1881}}, S. 73–75.</ref> siehe auch Butterweck:<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, Seite 413 ff</ref>
Die Pfarrer Heiligenkirchens seit Ende des 14. Jahrhunderts, nach Dreves<ref>{{DrevesGeschichte1881}}, S. 73–75.</ref> und Butterweck:<ref>{{ButterweckGeschichte1926}}, Seite 413 ff</ref>


1. Johann, Pfarrer von Heiligenkirchen, Rector der Capelle des Heiligengeistes zu Lemgo, schließt vor dem Vicearchidiacon des Lemgoer Stuhls am 23. August 1394 einen Vergleich. (Lipp. Reg. II., 1425.)
1. Johann, Pfarrer von Heiligenkirchen, Rector der Capelle des Heiligengeistes zu Lemgo, schließt vor dem Vicearchidiacon des Lemgoer Stuhls am 23. August 1394 einen Vergleich. (Lipp. Reg. II., 1425.)
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Ihm folgte als erster lutherischer Prediger:
Ihm folgte als erster lutherischer Prediger:


1. 1541 Johann Deterdink. Dann
1. 1541 Johann Deterdink.  


2. 1565 Joachim Drepper, der bis hier bis zu seinem Tode 1595 verblieb.<ref>Wird auch 1598 in den Amtsprotokollen als der »selige Pastor zu Hilgenkirchen Herr Joachim Drepper« genannt: L 108 A Nr. 130, Amtsprotokolle Detmold 1596–1605, S. 172.</ref>
2. 1565 Joachim Drepper, der bis hier bis zu seinem Tode 1595 verblieb.<ref>Wird auch 1598 in den Amtsprotokollen als der »selige Pastor zu Hilgenkirchen Herr Joachim Drepper« genannt: L 108 A Nr. 130, Amtsprotokolle Detmold 1596–1605, S. 172.</ref>